Hält sich das Finanzamt an den Amtsermittlungsgrundsatz?

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1 Antwort

1. Es gibt steuerberatende Berufe, wenn man selber nicht weiter weißt. Du gehst ja auch zum Zahnarzt, wenn du dir die Zahnbehandlung selber nicht zutraust.

2. Dem Finanzbeamten ist die Mehreinnahme völlig egal, er bekommt keine Provision

3. Das Finanzamt kann nur zugunsten abweichen, wenn es den Sachverhalt genau kennt. Da ihm dieser nicht immer bekannt sein kann und auch keine Verdachtsmomente bestehen, dass dem so sein könnte, kommt es naturgemäß selten vor

4. Ansonsten siehe Punkt 1.

TomRichter 03.07.2017, 00:27

ad 1: Ist mir bekannt, habe ich in vielen meiner Antworten auch empfohlen, hat aber mit der Frage nichts zu tun. Ob ich jetzt Arbeitszeit für die Recherche aufwende oder Geld für den Steuerberater, hat dasselbe Ergebnis.

ad 2; Dem angestellten Sachbearbeiter ist es vielleicht egal (klar bekommt er keine Provision. Aber vielleicht Pluspunkte für die nächste Beförderung?), aber er ist ja auch nicht derjenige, der über die Gründlichkeit der Prüfungen pro und contra Steuerpflichtigem entscheidet.

ad 3: "wenn es den Sachverhalt genau kennt" - das war ja meine Frage von wegen "Ermittlung von Amts wegen auch zugunsten des Steuerpflichtigen"".

Anhaltspunkte, die für einen neutralen Beobachter Anlass für Nachfragen bzw. Ermittlungen von Amts wegen sein könnten, gibt es schon:
Steuererklärung abgegeben, aber keine Kosten für Berater oder Fachliteratur angegeben.
5 Wochen Urlaub ausweislich der Fahrtkostenbelege, und trotzdem nur 3 Monate Verpflegungspauschale.
Werbungskosten-Quittungen vom anderen Ende der Stadt, aber keine Fahrtkosten dafür angesetzt.

Oder auch zusammengefasst: Der Verdacht, der Steuerpflichtige habe Einnahmen verschwiegen, führt mit viel höherer Wahrscheinlichkeit zu Ermittlungen von Amts wegen als der Verdacht, er habe Ausgaben verschwiegen.

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PatrickLassan 03.07.2017, 10:38
@TomRichter

. Aber vielleicht Pluspunkte für die nächste Beförderung?

Auch das nicht.

Der Verdacht, der Steuerpflichtige habe Einnahmen verschwiegen, führt mit viel höherer Wahrscheinlichkeit zu Ermittlungen von Amts wegen als der Verdacht, er habe Ausgaben verschwiegen.

Weil das erstere wesentlich häufiger vorkommt als das letztere.

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TomRichter 03.07.2017, 16:20
@PatrickLassan

Das Verschweigen kommt vermutlich häufiger vor, und dass der Verdacht auf verschwiegene Einnahmen häufiger auftritt als der Verdacht auf verschwiegene Ausgaben, ist nachvollziehbar.

Aber hier geht es ja um die bedingte Wahrscheinlichkeit: Der Verdacht sei schon da, und jetzt die Wahrscheinlichkeit, dass der Verdacht zu Nachforschungen führt.

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