habt ihr schonmal erfahrung mit...

9 Antworten

Bei Schmiedl Marktforschung und I & E Marketing Research in Berlin  kann man an gegen eine faire Aufwandsentschädigung, die meistens in bar ausgezahlt wird, an Gruppendiskussionen und Einzelinterviews teilnehmen. Bei eyesquare (in Berlin) liest man - mit einer Spezialbrille auf der Nase - online Zeitschriften oder sieht Filme auf youtube (die Aufwandsentschädigung gibt es in bar oder per Scheck). Bei Items Marktforschung war ich noch nicht eingeladen, aber habe gehört, dass da auch alles fair läuft. Bei Schmiedl und I & E fand ich es immer angenehm, dass es bei Gruppendiskussionen belegte Brötchen und alkoholfreie Getränke gab. Viele Marktforschungsinstitute veranstalten solche Befragungen in verschiedenen Städten. Da muss man Internetrecherche (Suchbegriff "Marktforschung") machen und auf den einzelnen Webseiten nachsehen.

Ich habe da mehrfach mitgemacht, aber von "verdienen" kann kein Rede sein. Mal gab es eine Flasche Waschmittel, Reinigungsmittel, ein Pfund Kaffe und einmal 2 Euro, Die Zeit ging nicht über 30 Minuten.

die Zeit?Der Zeitaufwand für dich meinst du? Wie war das Verhältnis Ausgaben (was du kaufen mußt um es zu testen)und dein Verdienst?

0
@dingsvomdach

Das war eine Marktforschungsfirma, die Leute auf der Straße angesprochen haben.

0

Hallo Momo280183,

ich habe bereits einige Erfahrung sammeln können, da ich selbst jahrelang in einem Marktforschungsinstitut und Marketing gearbeitet habe und möchte es Dir aus der professionellen Perspektive berichten. Generell kann man Produkttests (und Befragungen) hinsichtlich ihrer Zielsetzung unterscheiden:

1.) Zu Marktforschungszwecken: Marktforschungsinstitute leben von Meinungen anderer und zahlen auch gerne dafür. Institute werden meist von Herstellern dazu beauftragt, Produkttests oder Befragungen durchzuführen um ein bestimmtes Informationsbedürfnis zu decken (z. B. Vergleich von Produkt- oder Verpackungsvarianten). Das Ziel ist also möglichst repräsentative Information zu erheben. Wenn es sich dabei um ein glaubwürdiges Marktforschungsinstitut handelt, dann hat die Sache überhaupt keinen Haken (es gibt einen Kodex nachdem gehandelt wird, z. B. nach den Standesregeln des Bundesverband Deutscher Marktforscher). Die meisten Institute sind bestrebt ein sogenanntes Panel aufzubauen, also eine Gruppe von Personen auf die immer wieder zurück gegriffen kann, wenn ein neues Projekt kommt. Entsprechend sind die Institute darauf aus ihr Panel zu pflegen, d.h. möglichst alle Teilnehmer des Panels werden regelmäßig mit Projekten „bedient“, um sogenannte „Panelsterblichkeit“ zu vermeiden. Bei den Befragungen und Produkttests sind fast immer Zielgruppenkriterien einzuhalten, also fällt nicht jeder in das vordefinierte Raster. D.h. es dürfte eigentlich keiner Make-up zum Testen kriegen, wenn er sich nicht selbst schminkt (@dingsvomdach!). Wenn ja, dann hat der Projektmanager einen schlechten Job gemacht. Hier eine Reihe von Marktfoschungsinstituten mit Online-Panel die in jeder Fachzeitschrift zu finden sind: myonlinepanel, Dialego, IMR, Ipsos, TNS Emnid, uvm.

2.) Mundpropaganda-Produkttests: Diese Tests haben ein Werbeziel. D.h. die Teilnehmer werden dazu angehalten die Produkte zu testen und bei Gefallen auch weiter zu empfehlen (Mundpropaganda) bzw. Produktproben an Freunde und Bekannte zu verteilen. Als Anreiz erhält man dann meist ein umfangreiches Testpaket und kann bei Gewinnspielen etc. mitmachen. Auch hier sollte man möglichst auf einen Kodex oder ähnliches achten. Hier ein paar Beispiele: trnd.de, probierpioniere.de, whisprs.net

3.) Direktmarketing-Produkttests: Auch dieses Tests haben eine Werbeziel. Die Tests sind aber meist kleiner im Paket-Umfang, werden im großen Umfang gestreut (mehr Teilnehmer) und werden zusammen mit kurzen und eher oberflächlichen Befragungen durchgeführt. Sie dienen hauptsächlich dazu, dass Personen die Produkte testen um sie später (bei Gefallen) wieder zu kaufen und werden von den großen Industrieunternehmen initiiert. Generell kann man mit all dem kein monatliches „Einkommen“ erzielen, sondern nur ab und an ein paar Euro oder ein paar Produkte. Die Firma die ein festes Einkommen suggeriert sollte man möglichst sofort links liegen lassen. Vor allem bei den ersten beiden Varianten wird eigentlich sogar versucht möglichst „Test-Profis“ zu vermeiden, weil ansonsten die Ziele der Befragungen und Tests nicht erreicht werden können.

Ach ja, @gerterd: Falls alle Personen in den Panels so handeln würden wir Du, dann würden wir einen gewaltigen volkswirtschaftlichen Schaden davon tragen. Denn bedenke: die Informationen die dort gesammelt werden, entscheiden oftmals über die Zukunft von großen Unternehmen. D.h. wird das falsche Produkt aufgrund von falschen Informationen produziert und dieses nicht verkauft, dann leiden vor allem die Arbeitnehmer der Unternehmen drunter. Denn der „Mist“, wie du es nennst, wird vor allem auch dafür gemacht, Produkte zu entwickeln, die den Wünschen der Verbraucher entsprechen. Deine Doppelmoral ist meiner Meinung nach also nicht sehr hilfreich.

So, ich hoffe ich konnte Weiterhelfen. Gruß, Whisperer

Was möchtest Du wissen?