Habt ihr schon mal mit dem Gedanken gespielt euch beruflich selbständig zu machen, habt es aber euch nie getrau - Mit was wär es dann?

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6 Antworten

Früher hab ich darüber auch häufig nachgedacht- mittlerweile fände ich das aber nicht mehr interessant. Zum einen denke ich, dass es bei der Selbstständigkeit auch ganz erheblich auf die Branche ankommt. Wenn sich jetzt beispielsweise ein Architekt zur Selbstständigkeit entschließt braucht er nur ein Büro und ggf. eine entsprechend Büroausstattung, finanziell sicherlich überschaubar. Will sich z.B. ein Schreiner selbstständig machen braucht der einen erheblich höheren Kapitalbedarf für einen Maschinenpark etc.- entsprechend ist das finanzielle Risiko viel höher. Am besten ist es natürlich, wenn man eine ganz neue Nische entdeckt- aber jeder Schritt in die Selbstständigkeit muss immer mit weit überdurchschnittlichem Engagement und Risikobereitschaft einhergehen- sonst sind die Erfolgsaussichten gering. Zudem sollte man bei diesem Schritt fachlich gut qualifiziert sein und über betriebswirtschaftliches Grundlagenwissen verfügen. Sicherlich gibt es auch Leute die es ohne diese Voraussetzungen geschafft haben- mit Sicherheit aber nur die Allerwenigsten. Zudem kann man immer wieder lesen, dass Selbstständige im Durchschnitt eine erheblich höhere Anzahl an Arbeitsstunden ableisten wie Angestellte, so dass hier der reelle Verdienst in vielen Branchen sogar schlechter ist als bei Angestellten.

Ich habe mich nie getraut Angestellter zu sein, nach Abschluss meiner Ausbildung.

Finde die Idee, dass dir jemand vorschreibt wie viel du im Monat verdienen kannst und wann du wo zu sein hast, befremdlich. Auch mag ich es nicht wenn Menschen mir sagen was ich zu tun habe.

40-40-40 ist nicht mein System und schon gar nicht mein Leben.

Deamonia 22.02.2017, 11:14

Als selbstständiger ist es aber nicht anders, teilweise sogar schlimmer. Da ist dann nämlich jeder Kunde dein "Chef" und "sagt dir was du tun sollst".

Die meisten selbstständigen können ihre Preise, und somit ihren Lohn auch nicht völlig frei bestimmen, sofern sie Konkurrenzfähig bleiben wollen. 

Ebenso müssen sie meist jeden Auftrag annehmen, egal wie Unverschämt der Kunde ist.

Wenn ich z.B. den sehe, der den Kiosk bei mir im Haus betreibt: 7 Tage die Woche arbeiten, jeden Tag 10-12 Stunden, auch bei Krankheit. Er müsste schon seit über einem Jahr eine wichtige Darm OP machen, aber er kann den Laden nicht schließen, also arbeitet er einfach weiter (bis er eines Tages tod im Laden liegt wahrscheinlich...) 

Oder der Chef meiner Mum, der es sich mit 85 einfach nicht leisten kann "in Rente" zu gehen. Er steht jeden Tag an der Maschine und fertigt CNC Drehteile. Die Alternative wäre Harz4

Da bin ich froh über meinen geregelten Bürojob, feste Arbeitszeiten, und ein geregeltes Einkommen. 

Nicht umsonst besteht "Selbstständig" aus "Selbst" und "Ständig"

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kevin1905 22.02.2017, 14:25
@Deamonia

Als selbstständiger ist es aber nicht anders, teilweise sogar schlimmer. Da ist dann nämlich jeder Kunde dein "Chef" und "sagt dir was du tun sollst".

Meine Kunden erzählen mir was sie gerne hätten und ich suche ihnen Lösungen für ihr Problem.

Die genaue Vorgehensweise, den Zeitablauf diktiert mir keiner. Und manche Menschen nehme ich auch nicht als Kunden. Es steht mir also frei Aufträge abzulehnen.

Die meisten selbstständigen können ihre Preise, und somit ihren Lohn auch nicht völlig frei bestimmen, sofern sie Konkurrenzfähig bleiben wollen. 

Gib niemals dem Markt die schuld, denn zumeist reguliert er sich selbst. Natürlich werden Preise durch Angebot und Nachfrage und manchmal auch durch Intervention des Staates reguliert.

Das spielt aber keine Rolle wenn Umsatz unabhängig von Zeitaufwand ist. Früher hab ich auch 70 Stunden die Woche gearbeitet. Aber der Sinn dahinter war es mir ein Netzwerk an Kunden und Partnern zu bauen damit ich Geld verdiene ohne selbst physisch anwesend zu sein.

Die von uns ausgehandelten Vergütungen für das Immobiliengeschäft liegen weit über Marktschnitt, auch in unserer Courtagevereinbarung im Versicherungsbereich liegen wir über Schnitt.

Ebenso müssen sie meist jeden Auftrag annehmen, egal wie Unverschämt der Kunde ist.

Das ist sehr allgemein gehalten. Wie gesagt ich muss das nicht. Vor allem da ich tw. bis zu 5 Jahre hafte für das Geschäft das ich vermittle. Sauberes Geschäft ist mir wichtig als eine einmalige Abschlussvergütung von ein paar Tausend Euro.

Wenn ich z.B. den sehe, der den Kiosk bei mir im Haus betreibt: 7 Tage die Woche arbeiten, jeden Tag 10-12 Stunden, auch bei Krankheit.

Das ist die eigene Idiotie dieses Menschen, schlechte Planung das hat nichts mit Unternhemertum zu tun auch wenn er rein rechtlich selbständig ist.

Nicht umsonst besteht "Selbstständig" aus "Selbst" und "Ständig"

Und hier möchte ich dir Brücke schlagen zwischen Selbständigkeit und Unternehmertum. Nicht aus steuerlichen Gesichtspunkten sondern daher was aktive und was passiver Einkommensflüsse sind.

Ein Unternehmer ist selbständig (Aber nicht jeder Selbständige ist Unternehmer) und hat das Ziel die Umsatz- und Gewinnzuflüsse unabhängig von seiner eigenen Person zu gestalten, ergo ohne fortlaufendes Einbringen der eigenen Arbeitskraft, weil er nämlich keinen Bock auf "selbst" und "ständig" hat.

Ich kann morgen mein Büro schließen, verkaufen, whatever. Gesellschafter bleibe ich. Ich verdiene also weiterhin Geld. Ich hab meine Kapitalerträge, meine Mieteinnahmen. Arbeit hat bei mir schon lange nichts mehr mit wirtschaftlicher Notwendigkeit zu tun.

Mir war es lieber insgesamt ca. 8 Jahre meines Lebens komplett meinem Business zu widmen und mich in dieser Zeit im Verzichten zu üben mit einem klaren Ziel vor Augen und dann die Früchte zu ernten als 40 Jahre zu malochen.

Chacun à son goût. =)

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Wir haben unter Freunden mal rumgesponnen ein Bistro zu eröffnen, weil die eine gut kochen, die andere gut haushalten und eine gut Backen kann, aber das war mehr scherzhaft.

Einfach weil wir alle keine Lust auf "selbst und ständig" haben ;) 

Ich sehe es bei vielen die selbstständig sind, das sie mehr arbeiten als jeder Angestellte, und dabei weniger verdienen. z.B. der der den Kiosk in meinem Haus betreibt, arbeitet 10-12 Stunden Täglich. Kein Urlaub, keine Wochenenden, kein Krank sein. Selbst mit Grippe und Fieber steht er im Laden, weil es nicht anders geht... 

Ich bin selbstständig und habe keinen Bock mehr drauf :). Dennoch läuft die Bude, es Küt wie es Küt. Ich mache halt weiter und füttere Brav das Finanzamt, ich kann nur empfehlen, wenn du dir nicht sicher bist,  das du min. 3500 im Monat damit einfährst, lass die Knochen davon.

Selbständig heißt selbst und Ständig. Das ist kein Mythos .

imnotlikeyou 21.02.2017, 23:06

In welcher Branche bist du tätig?

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PicaPica 21.02.2017, 23:35
@gutefrage2311

Da findest du doch bestimmt das ein ober andere Stück, das noch was wert ist? Vielleicht kannst du ja auch ein Nebengewerbe als Gutachter aufmachen... LG.

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Gefragt schon. Finde ich aber zu unsicher. 

Ich war über 20 Jahre angestellt, seit 1,5 Jahren bin ich freiberuflich - aber : alles hat seine Schattenseiten.

Um den Verdienst muß "man" richtig kämpfen - mit jeder neuen Maßnahme fängt der Kreislauf von vorne an.

Geld? Kommt drauf an, wo man ist ...... ich verdiene gerade 15 € in 45 Min. -

wenig für meinen Hochschulabschluß.

Tarife gibt es nicht.---- Der Vorteil: man kann sich zwischendurch mal "frei" nehmen und hat ein "freies" Gefühl.....

aber:gut überlegen!---- Meist geht das nur, wenn Mann/Frau einen mitarbeitenden Partner hat, der in  "knappen" Monaten das Geld auslegen kann. Sonst würde ich mich das nicht trauen !

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