Habt ihr logische Erklärungen dafür, weshalb Deutschland mit seinem Englischunterricht so rückständig im Vgl. zu anderen europ. Staaten ist?

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9 Antworten

Was Skandinavien betrifft habe ich keine Ahnung, aber ich bin Niederländer und daher kann ich dir zu den Niederlanden einiges sagen. Und die Sache ist ganz einfach: wenn ich dir etwas verkaufen möchte, dann muss ich deine Sprache sprechen. Tue ich das nicht, dann kann ich dir nichts verkaufen.  Ich zeige dir mein Produkt und muss es dir schmackhaft machen, damit du es kaufst - und dieses Schmackhaft machen muss ich es dir in deiner Sprache. Ich kann nicht von dir erwarten, dass du meine Sprache sprichst - vor allem dann nicht, wenn das Sprachgebiet meiner Sprache so winzig ist wie die Niederlande und ein teil von Belgien, die Antillen hier mal ausser Acht lassend, denn die sind räumlich so weit weg..... Und die Niederlanden waren von Alters her (bereits im 16. und 17. Jahrhundert) ein Handelsvolk - sie waren mit ihren Schiffen in Indien und haben dort Gewürze und sonstigen Kram geräubert und dann teuer verkauft - und das dann natürlich nicht nur in den Niederlanden.....Daher hat man in den Niederlanden schon immer eine offene Haltung Fremdsprachen gegenüber gehabt

Nun zu Deutsch. Guck dir mal an wo überall Deutsch gesprochen wird: Deutschland ist das großte Land der EU, mit den meisten Einwohnern, dann Österreich, ein Großteil der Schweiz und die belgischen Ostkantone, also ein RIESENgebiet, wo Deutsch Amtssprache ist. Und leider ist es so, dass viele Deutsche keinen Sinn darin sehen eine andere Sprache zu lernen. Ich habe es selber erlebt - rein aus Erzählung würde ich es nicht glauben, aber ich war dabei in folgender Situation:

Ort: eine kleine Bäckerei in Playa de Palma, Mallorca, Spanien.

Eine ältere Dame äußert ihren Wunsch auf Hochdeutsch mit bayrischem Akzent und wird richtig pampig zu der armen Verkäuferin, weil diese die Dame nicht versteht. Ich war leider in dem Moment zu perplex diese Dame zur Schnecke zu machen und ihr zu sagen, sie solle ihren Wunsch doch mal auf Spanisch vortragen, wir seien ja schließlich in Spanien...... In dem Sinne....

Gruß

Henzy

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Kommentar von SunnySquad
11.06.2016, 09:39

Du hättest deinen letzten Absatz nicht geglaubt, wenn man dir die Geschichte erzählt hätte, sagst du. Ich glaube es dir sofort, weil das ganz typisch für Deutsche ist und ich selbst habe vergleichbare Geschichten schon unzählige Male erlebt, leider!

Danke für die Antwort :)

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Das stimmt doch gar nicht. Klar, in skandinavischen Ländern ist das Englischniveau sehr hoch. Das liegt nebst dem guten Unterricht auch daran, dass dort die meisten Filme nicht synchronisiert werden. Englisch ist für viele dort allgegenwärtiger und daher leichter zugänglich. Auch sind skandinavische Sprachen nicht so verbreitet wie Deutsch und daher besteht eine höhere "Notwendigkeit", Englisch zu lernen. 

Man verpasst einiges, wenn man kein Englisch kann, auch wenn man deutscher Muttersprachler ist. Trotzdem kommt man mit Deutsch in sehr vielen Regionen zurecht – zumindest in Europa. 

Jetzt aber zum Englischunterricht in Deutschland: Der ist weder schlecht noch "rückständig". Nach dem EF Proficiency Index sind die Englischkenntnisse in Deutschland gut, in manchen Bundesländern (darunter bspw. Bayern, NRW und Hamburg) sogar sehr gut. Ältere Generationen "hinken" da noch etwas hinterher, aber jüngere Generationen sprechen gutes Englisch. 

http://www.ef.de/epi/

Es gibt sicherlich noch andere Statistiken und Studien. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass das Englisch der meisten Deutschen gut ist.

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WAs Du da behaupotest, stimmt so nciht.

Richtig ist, dass in anderen Ländern mit so genannten "kleine" Spachen) der Englischunterricht viel früher beginnt. Richtig ist auch, das der Englisch-Grundschulunterricht in Deutschland oft ein schlechter Witz ist (Bildchen ausmalen, Zählen, Farben benennen, Wörter untersteichen).

Aber dass insgesamt der Englischunterricht in Deutschland schlecht ist, kann man wirklich nicht sagen.  Er wird oft mit Erfolg von Anfang an einsprachig geführt, ist aktuell, arbeitet früh mit autehntischen Texten,  und ist auf Kommunikation angelegt.

EIN gravierender Fehler aber könnte sein, dass man in Deutschland  viel zu früh mit Interpretation, Stilanlyse,  kritischer Evaluation beginnt und dabei viel zu wenig auf Spracherwerb, sprachliche Richtigkeit, Wortschatzarbeit usw.  achtet.

Aber höre Dir mal Fremdsprachenuntericht in Frankreich, England oder USA an- danach kritsierst Du den Englischunterricht hier nicht mehr.

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Kommentar von Bswss
11.06.2016, 16:02

Und hier noch eine Ergänzung:

Dass viele Schüler beim Englischunterricht in Deutschland wenig lernen, liegt auch daran, dass man den "alten" Frontalunterricht, der beim Spracherwerb durchaus wichtig ist, hierzulande verteufelt, die Schüler stundenlang, tagelang, jahrelang ununterbrochen an Gruppentischen sitzen(oft mit dem Rücken zum Lehrer) lässt, und auch daran, dass Lehrer nach den Regeln des Konstruktivismus heute nichts mehr erklären sollen/dürfen.

TROTZDEM aber sollte man den Englischunterrciht in Deutschland nicht pauschal verurteilen.

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Die Skandinavier, die ich bisher kennengelernt habe, sprachen nicht wirklich besser Englisch als ich selbst (ohne jetzt überheblich wirken zu wollen).

Skandinavier sprechen eben alle Sprachen, die von wenigen Millionen Menschen gesprochen werden. Deshalb sind sie z.B. im Internet eher dazu gezwungen, auf englische Seiten auszuweichen. Aber man kann (oder ich kann das zumindest nicht) sowieso keine Sprache nur auf Basis von Schulunterricht fließend sprechen lernen. Man benötigt Praxis, die darüber hinausgeht, z.B. durch das Anschauen von Filmen, Kontakt zu Muttersprachlern oder eben das Internet.

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Engländer und Amerikaner (Australier ...)  legen relativ wenig Wert darauf, Fremdsprachen zu lernen, weil so viele Menschen Englisch verstehen.

Wenn sie im Ausland sind, haben sie weniger als die Angehörigen kleinerer Sprachgemeinschaften die Möglichkeit, in die Fremdsprache einzutauchen, weil alle, die besser Englisch können als sie selbst, mit ihnen auf Englisch sprechen werden. 

In abgeschwächtem Maße gilt das auch für die Deutschen. 

Der zweite Grund ist der folgende: Wer ein großes Interesse daran hat, dass die deutsche Sprache international verwendet wird, muss verhindern, dass im Ausland der Eindruck entsteht, man könne sich in Deutschland genau so gut auf Englisch verständigen wie auf Deutsch.

In Italien wurde schon vor vielen Jahren darüber diskutiert, ob man Englisch ab der 1. Klasse lernen sollte. Man kam davon ab, weil man befürchtete, dass die Kinder dann nicht mehr Italienisch lernen würde. 

Selbstverständlich gibt es aber auch in Deutschland sehr guten Englischunterricht, so wie es auch Engländer und Amerikaner gibt, die hervorragend Deutsch, Italienisch oder andere Fremdsprachen sprechen.

Jetzt eine Frage von mir, die nur scheinbar out of topic ist: Wieso ist es für arabische Terroristen von Vorteil, dass sie meist besser Englisch können als Amerikaner und Europäer Arabisch?

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Kommentar von Fontanefan
12.06.2016, 09:24

Was die deutsche Sprache betrifft: Du suchst nicht wirklich nach einer logischen Erklärung, sondern nach einer überzeugenden. Diese Art von Bedeutungsunterschied gibt es freilich im Englischen genau so.

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Es findet ein sehr guter Englischunterricht an deutschen Schulen laut Lehrplan statt und auch die Bücher werden immer besser. Aber Unterricht steht und fällt mit dem Lehrer und natürlich muss der Schüler wnigstens die Vokabeln lernen.

Frühenglusch gibt es inzwischen auch obligatorisch an Grundschulen und es ist auch Studienfach geworden.

 Ich persönlich finde üvrifens nict, dass ALLE Skandinavier GUT Englisch sprechen, kann aber speziell über Norwegen gar nichts sagen.

Sie ( die Skandinavier) synchronisieren Filme nicht, das ist mit ein Grund für ihr Englisch. Dann die relativ hohe Zahl der Einwanderer und es gibt Linguisten, die schreiben, dass z. B.  die norwegische Sprache innerhalb der nächsten 50 Jahre ganz aussterben wird, weil es nur ca. 5 Millionen Sprecher gibt.

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Kommentar von SunnySquad
11.06.2016, 09:46

Sehr gut aus Sicht eines Lehrers oder was das reale Leben betrifft?

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Also nach meiner Erfahrung ist die Welthandelssprache deutsch! Jeder Japaner der mit uns Kontakt aufgenommen hatte konnte deutsch, jeder Inder, Russe oder Australier und Amis sprachen deutsch. Sogar die Chinesen kamen uns mit deutsch entgegen ( war sehr glücklich darüer da chinesisch/english wirklich schwer verständlich).

Ich habe auch erweitertes Englisch genossen, kam aber fast nie zum Einsatz daher finde ich die Gegebenheiten akzeptabel.

Ich habe nur Ethik, WW und GL in meiner damaligen Schulbildung vermisst. Das hätte mir im Leben schon früh weiterhelfen können!

Das Bildungssystem hat lücken und ich denke , das jeder in seinen Beruf einen anderen Schwerpunkt hat den er in der Schul-Laufbahn vermisst hat oder zumindestens sich beschwert, nicht tief genug in die Materie eingeführt worden zusein.

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Hast Du eine logische  Erklärung  dafür,  warum in Europa  Deutsch nicht die Amtssprache  ist, obwohl sie von mehr Menschen in Europa als Muttersprache  gesprochen  wird, als alle anderen europäischen Sprachen? 

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Kommentar von SunnySquad
11.06.2016, 01:13

Was meinst du mit "Amtssprache in Europa" Europa ist kein Land, natürlich gibts da verschiedene Sprachen. Oder meinst du auf Amtsebene? Da ist zumindest jede Sprache gleichberechtigt und es gibt keine, die andere dominiert.

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Die Schule sollte einen lieber auf das Leben vorbereiten, macht es aber nicht! Und englisch ist meiner meinung nach auch nicht wichtig.

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Kommentar von SunnySquad
11.06.2016, 01:16

Englisch ist "für das Leben" nicht wichtig? ... ok.

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Kommentar von halloschnuggi
11.06.2016, 02:04

Nein ist es nicht

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Kommentar von halloschnuggi
11.06.2016, 14:02

Ich studiere in einer FernUni Soziologie und fange demnächst eine Ausbildung an...

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Kommentar von halloschnuggi
11.06.2016, 15:48

Ich habe auch mit Englisch zu tun... Aber Englisch ist nicht das Problem

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