Habt ihr euch schon mal in einer existenziell bedrohlichen Krise befunden?

5 Antworten

Hallo.

Es kommt jetzt natürlich darauf an, wie genau Deine Krise aussieht. Ich selbst habe mehrere Arten schon hinter mir.

Zum einen war ich selbständig in der Zeit, als die Bankenkrise war und dann leider auch meine Kunden damit anfingen nicht mehr oder sehr, sehr verspätet zu zahlen. Existenzkrise im finanziellen Rahmen - und aus dieser Krise habe ich mich zwar mit wahnsinnig kleinen Schritten versucht heraus zu kämpfen, aber wenn man von keiner Seite Unterstützung erhält, dann geht das wirklich an die Nerven und an die Kraft. Zwei Jahre später habe ich dann die Reißleine gezogen und habe Insolvenz angemeldet - mit nur 30.000 Euro Schulden war das bei denen am Insolvenzgericht die mit Abstand kleinste Summe, für die jemand Insolvenz anmeldete - aber ich hatte eine Sorge weniger.

Gesundheitlich hatte ich auch diverse existenzielle Krisen, weil ich durch einen Darmriss und nachfolgender Not-OP fast übern Jordan gegangen wäre. Somit waren auch mit einem Schlag meine beruflichen wie auch familiären Aussichten ziemlich mies. Mit künstlichem Darmausgang hast Du einfach nicht mehr viele Chancen "normal" arbeiten zu gehen.

Tja, wie habe ich diese Situation gemeistert? - Zunächst gar nicht. Ein paar Monate brauchte ich, um überhaupt selber zu sehen, wie es mir geht, was ich will und wie ich weiter leben will. Und habe mir aufgeschrieben, was ich immer gerne gemacht habe - und was ich überhaupt nicht mehr machen will bzw. auch nicht mehr kann. Dann kristallisierte sich heraus, dass ich schon immer gerne geschrieben habe. Das übte ich wieder zu Hause, schrieb dann für ziemlich kleines Geld für Internetportale - und jetzt habe ich vor einem Jahr meine eigene Zeitung und mein eigenes Stadtportal gegründet. 

Finanziell geht's mir jetzt nicht wahnsinnig gut. Kann man nicht sagen, vor allem, weil ich (wahrscheinlich noch als Trauma der letzten Selbständigkeit) kein Anzeigenverkäufer bin und kaufmännisch nicht mehr viel tun möchte. Aber ich lebe und freue mich darauf schreiben zu können. Besser hätte ich meine Existenzkrisen nicht bewältigen können aus meiner Sicht. Reich werden schafft ja auch Probleme ;-) ....

Aus einer Krise heraus zu kommen bedeutet aber vor allem immer Eines: Viel eigene Arbeit. Man fühlt sich zwar gelähmt, muss sich aber aufraffen, sonst kommt man nicht daraus. Das notwendige Quäntchen Glück ist allerdings ein guter Begleiter, gerade wenn man neu anfangen will. Viel Glück für Dich !!!

Ich habe damals mal für ~1 Jahr Hartz 4 bezogen, nur Party gemacht und alles andere links liegen lassen. Spaß stand an erster Stelle.
Im Endeffekt hat die Freundin irgendwann Schluss gemacht und ich hatte viele Schulden (GEZ, Miete etc.).
Dann kamen noch "Pflichtverletzungen" (aus Faulheit/Dummheit) beim Jobcenter dazu und mir wurde das Geld für 3 Monate um 100% gekürzt. Also stand ich da, mit eigener Wohnung und null Geld. Nicht mal etwas, das ich hätte verkaufen können.

Ohne meine Familie wäre ich da nie wieder raus gekommen <3

1. Nein! 

2. An den eigenen Fähig- und Fertigkeiten: Guter Job, liebende Gattin, sehr wenige, dafür echte Freunde/Freundinnen (Ja, das gibt es!), Vertrauen auf Faktenwissen, nicht auf Vermutungen, (einigermaßen) rationales Denken, Gegenchecken von Fakten, inwiefern die bedrohlich sind. 

Also alles nichts Geheimnisvolles. 

Um Fähigkeiten und Fertgikeiten erwerben zu können, braucht man auch zuerst einmal eine gute und gefestigte Basis. = Glück - und zwar weil es weltweit gesehen noch nicht überall und immer vorhanden ist.

Echte Freunde sind in der heutigen Zeit bestimmt schwer zu finden. Die Zeiten sind gerade schon etwas hart, nicht?

Faktenwissen ist gut - wofür es noch keine Fakten gibt, da kann man leider nur vermuten...

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