Habt ihr euch mal gefragt, ob ihr STASI-IM geworden wäret, wenn ihr in der DDR gelebt hättet und euch das angeboten worden wäre?

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5 Antworten

Um diese Frage realistisch zu beantworten, ist für den Einzelnen ein Ding der Unmöglichkeit.

Diese hohe Zahl der Informanten ca. 189.00 halte ich für , von wem auch immer.   übertrieben. In der Kartei des MVS waren sie durchaus gespeichert, das will ich nicht in Abrede stellen. Aber was haltet ihr von Karteileichen ?  Jeder hauptamtliche Führungsoffizier hatte eine bestimmte Anzahl von Informanten, die ihm mehr oder minder wahrheitsgemäß von bestimmten Geschehnissen informieren sollten. Inwieweit sie es wahrheitsgemäß taten steht auf einem anderen Blatt.

Das man als Informant keine "Nachteile" hatte, kann sich jeder denken. Da gab es genügend Sachen , die für Otto-DDR-Normalverbraucher, nicht von Nachteil waren. Z.B. bevorzugte Zuweisung einer ausreichend großen Wohnung, Baugenehmigungen aller Art, Studienplatz fur sich bzw. für die Kinder, nicht zu vergessen  ein paar "geschenkte " Jahre bei der Autoanmeldung. Das ließe sich noch ein Weilchen fortsetzen ohne das man deswegen auf einen Informanten  schließen konnte.

Das zählte aber nur für den DDR-Bürger. Aber was trieb den "gelernten"  Wessi in die Arme der MVS ? Es war doch die blanke Raffgier, das Geld, das Geld  und nochmals das Geld !

Ich lese hier daß 80 % der IM´s aus politisch- ideologischen Gründen  ihre Tätigkeit wahrnahmen. Das ist außerordentlich daneben, man sollte dabei die Selbstmordrate von 1990 zu Rate ziehen, ich kenne keinen einzigen Fall davon der aus pol-ideologischen Gründen Hand an sich legte. Alle waren sich sicher Ost und West-Spitzel.

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Es ist immer wieder erstaunlich, dass alle Nein sagen, aber wer hat eigentlich die jetzige Kanzlerin gewählt? 

Um freiwillig Menschen auszuspitzeln, dazu gehört auch ein gewisser Charakterzug. Und so was führt uns heute.... wohin?

Aber es gab auch andere Fälle. Wie beim Doping. Ich kenne da zwei Fälle. Du ackerst jahrelang, trainierst und arbeitest dich Stück für Stück hoch. Dann bekommst du eine grosse Chance wirklich aufzusteigen, weiterzukommen, doch dazu musst du ....eine Pille schlucken. Was tust du? Deine ganzen mühsamen Jahre wegschmeissen? Deinen Traum, der dir so kurz vor der Nase schwebt, vergessen oder deinem Trainer glauben, der sagt, das machen alle, das ist nicht schlimm....

Ich habe eines gelernt, und ich war nie ein IM, alle die, die Nie schreien, die sind die ersten, die zusammenknicken, wenn es ernst wird. Die, die das ernst nehmen, die darüber nachdenken und sogar Angst haben, die sind oft die grösseren Heroen. Maulhelden gibt es mehr als genug, so lange sie es nicht unter Beweis stellen müssen.

Es war schlimm, ausspioniert zu werden, es ist schäbig, so etwas zu tun, und das Leben ist nicht nur schwarz oder weiß, es hat jede Menge Grautöne. Was unter Druck passiert oder was gesagt wird, wenn die Sonne scheint, das sind zwei paar Schuhe. 

LG

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Ich denke, es hatte schon seinen Grund, wenn es am Ende bei der Stasi 189.000 Informanten gab. Oftmals wurde man aber dazu erpresst. Die Stasi war Profi darin, aus persönlichen Verhältnissen bzw. Schwächen von jemandem Gründe zu finden, warum es für denjenigen weit besser wäre zu kooperieren. Z. B. Fremdgehen. Wäre doch besser, wenn Ihre Frau davon nichts erfährt... Oder: Sie haben dort und dann das und das gesagt, dafür könnten wir Sie verhaften. Aber das wollen wir doch beide nicht... Oder aber man eröffnete jemanden Möglichkeiten, die er sonst nicht hätte: Wollten Sie nicht Abteilungsleiter werden? Tja, dann... Künstler sind freiheitsliebend und wurden doch streng reglementiert und dadurch gezwungen, sich untereinander auszuhorchen. Auftrittsverbot wollte auch keiner haben.

Insgesamt denke ich, es war zur Abwendung von Nachteilen bzw. Erreichen von Vorteilen oft unumgänglich, richtig freiwillig haben das nur Hauptamtliche Kader getan.

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Kommentar von 666Phoenix
12.11.2015, 17:15

darkhouse

das ist eine sinnentleerte und tendenzielle Darstellung. Nach der sog. Wende wurden dazu Erhebungen erstellt und mit seriösen Statistiken unterlegt: ca. 80 % der IM haben diese Tätigkeit aus politisch-ideologischer Überzeugung heraus ausgeführt, ca. 8% wurden erpresst (also der Anteil, den Du hier als charakteristisch darstellst), der Rest wurde "Unter fremder Flagge" angeworben (es wurden ihnen also vorgeschwindelt, wofür sie angeblich arbeiten). 

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Ich würde noch nicht einmal für eine "Stasi" von einem West-Europäischen Staat arbeiten ... ich mache nichts, was andere mir auftragen ohne selbst zu entscheiden, ob das richtig ist,

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Kommentar von Oldtimertreffen
10.11.2015, 01:09

Armee und Polizei, Angestellter eines Unternehmens ist also auch nichts für dich? Von was ernährst Du dich?

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Nee. Niemals!

Abgesehen davon ist in die meisten Fälle die "Angebote"hehr Erpressung gewesen.

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