Habt ihr Angst vor dem Islam, bzw. was haltet ihr von der These, dass sich das Christentum mit dem Islam nicht verträgt?

30 Antworten

Die These, daß sich Christentum und Islam vertragen, kann nur der behaupten, der weder von dem einem noch vom anderen Ahnung hat. Unsere kulturelle Vergeßlichkeit hat dazu geführt, daß wir hier im aufgeklärten Abendland der Ansicht sind, Christentum sei austauschbar mit dem Islam, beide seien "irgendwas, das irgendwie mit "Gott" zu tun hat.

Auch wenn es vielen Zeitgenossen nicht gefällt: Ohne das Christentum hätte es "Aufklärung" nie gegeben; denn der Boden für die Aufklärung wurde entscheidend durch das Christentum vorbereitet. Unter dem Islam hat es nie Aufklärung gegeben und wird es auch nicht geben.

Aber was macht christlichen und muslimischen Glauben so verschieden und welche Konsequenzen hat das für Demokratie und Aufklärung? Ich möchte dies entlang dreier Fragen erörtern:

1. Gibt es Gott?

2. Hat Gott sich offenbart?

3. Welche Bedeutung hat die Offenbarung Gottes für den Menschen?

Die erste Frage -Gibt es Gott?- dürfte von Christen und Muslimen ähnlich beantwortet werden. Gott, so sagen beide, läßt sich an der Schöpfung ablesen oder erkennen oder man kann von der Schöpfung auf Gott schliessen. Diese sog. "natürliche Gotteserkenntnis" ist manchmal übertrieben formuliert, wie bei den Kreationisten, aber das tut hier nichts zur Sache; denn die natürliche Gotteserkenntnis bedeutet für sich allein erst einmal: gar nichts.

Schon in der zweiten Frage -Hat Gott sich offenbart?- erkennt man deutliche Unterschiede zwischen Islam und Christentum. Zwar bejahen beide, dass Gott sich offenbart habe, aber über das "Wie" haben beide ganz verschiedene Ansichten. Im Islam glaubt man, dass Gottes Wort in einer Art "Urbuch" bei Gott liegt; aus diesem Urbuch hat Gott über den Engel Gabriel dem Menschen Mohammed "ins Buch diktiert". Das Ergebnis ist der Koran, der auf Verbalinspiration beruhend gedacht wird. Da der Koran die Abschrift des göttlichen Urbuchs darstellt, ist jeder Buchstabe, jedes Wort, jeder Satz, jeder Vers heilig und unantastbar.

Im Christentum glaubt man, dass Gott sich selbst in Jesus Christus offenbart hat. Das heisst: Gott ist Inhalt und Überbringer der Offenbarung. Das bedeutet "Selbstmitteilung Gottes". Das Neue Testament sind die frühest zugänglichen menschlichen Bekenntnisse zur Selbstmitteilung Gottes. "Wort Gottes" bedeutet das Geschehen der Verkündigung, dass Gott sich den Menschen selbst mitgeteilt hat. Sichtbares Zeichen für dieses Geschehen ist der Gottesdienst; daher kann es kein idiosynkratisches Christentum geben. In der Verkündigung haben Christen Anteil an der Liebe vom Vater zum Sohn; am ewigen Dialog, der die beiden göttlichen Personen wie eine Klammer zusammenhält, nämlich der Heilige Geist. Verkündigung ist an Menschenwort gebunden, es setzt den Dialog voraus, der Mensch ist nach christlicher Auffassung ein dialogisches Wesen, weil Gott ein dialogisches Wesen ist. Wenn Gott wirklich Liebe ist, dann kann Gott kein Monolog sein; denn die Liebe ist nie Monolog, sondern Dialog. Eben diesen Dialog, diese Wesensbestimmung Gottes als "Liebe" drückt das Bekenntnis zur Dreifaltigkeit Gottes aus. Ein Christentum ohne Trinitätsvorstellung ist irgendwas, aber kein Christentum mehr.

Im Islam wird die Offenbarung Gottes von Gott diktiert. Sein Wesen und auch das des Korans ist das Diktat, nicht der Dialog, sondern der Monolog. Einer redet, der Rest hört zu. Der Mensch ist dort lediglich ein Subjekt, ein Untertan, der auf die Barmherzigkeit Gottes hoffen muss. Er ist eben kein "Kind", das von Gott geliebt wird. Er ist nur Sünder (denn vor Gott ist kein Mensch gut), dem von Gott "nach seinen Taten" vergolten wird. Gott ist Richter, nicht Vater. Entsprechend kreist das ganze muslimische religiöse Denken um das Begriffspaar "halal-haram", "richtig-falsch", "gut-böse", "heilig-unheilig", mit dem alle Handlungen bewertet werden.

Welche Bedeutung hat das alles für den ernsthaften Gläubigen? Der Christ sieht sich als Kind Gottes mit anderen Menschen im Dialog, der Muslim als Untertan Gottes vertritt diese Rolle hier auf Erden im Monolog, Widerspruch ist nicht vorgesehen. Welche Konsequenzen daraus für Aufklärung und Demokratie gezogen werden können, muss jeder für sich selbst beantworten.

Freilich, man möchte es nicht glauben, möchte Versöhnung. Ja, es gibt solche Versuche, aber wie ich sehe nur von christlicher Seite. Die Schrift "Nostra Aetate" bestimmt das Verhältnis der katholischen Kirche zu anderen Religionen. Darin geht es darum, trotz aller Unterschiede das Gemeinsame zu sehen, oder, anders ausgedrückt: zu retten, was zu retten ist. Daß Gott im Islam und Christentum "barmherzig" gedacht wird, daß aus dieser göttlichen Barmherzigkeit die menschliche Barmherzigkeit nicht nur folgt, sondern geradezu menschlicher Auftrag ist, das wären solche Gemeinsamkeiten. Das ist nicht wenig. Aber reicht das?

Besieht man sich nämlich die politische Landkarte, dann gibt es kein Land, indem Muslime und Christen reibungsfrei zusammenleben. Man hat ausgerechnet die Philippinen als Musterbeispiel für ein funktionierendes Miteinander zwischen Muslimen und Christen angefügt. Aber dort nur deshalb, weil Muslime dort in der Minderheit sind. In einem mehrheitlich muslimischen Land gibt es für andere: Christen, Atheisten, Buddhisten, Hinduisten usw. nichts mehr zu lachen. Bestenfalls sind Anhänger anderer Glaubensvorstellungen Bürger zweiter Klasse.

Was ist mit dem sog. "Europäischen Islam"? Es gibt die Hoffnung, dass der Islam in Europa gezähmt wird, dass also Muslime, die in Europa leben, längst mit Werten wie Gleichberechtigung, Freiheit und Toleranz aufgewachsen sind und diese übernommen hätten. Ihre Religiosität hätte sich daher vom politischen aufs rein private verlegt. Grundgesetz statt Scharia sozusagen. Aber dieses Experiment hat gerade erst begonnen.

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Nein, ich habe keine Angst vor dem Islam. Ich fürchte mich grundsätzlich nicht vor irgendeiner religiösen Lehre oder weltanschaulichen Ideologie, weil sie zunächst einfach nur Theorien sind.

Ein Buch alleine tut  niemandem etwas.

Besorgniserregend ist dann allenfalls die Art und Weise, wie diese Weltanschauungen tatsächlich umgesetzt und gelebt werden.

Ich habe sowohl extrem konservative, als auch sehr tolerante und weltoffene Muslime kennen gelernt.

Allerdings teile ich die hier bereits geäußerte Ansicht, dass der Islam unbedingt eine Erneuerung und Modernisierung benötigt.

Die sklavische Befolgung irgendwelcher alten Regeln ist in vielen Fällen einfach nicht mehr zeitgemäß und man sollte willens sein, überflüssige Dinge einfach sein zu lassen, auch wenn sie schon seit hunderten, oder sogar tausenden von Jahren überliefert werden.

Dieses Problem gibt es aber in den konservativen Ausprägungen jeder Religion und ist nicht nur auf den Islam beschränkt.

Vom Ultra-orthodoxen Juden, der am Schabbat nicht mehr als die erlaubte Anzahl von Schritten geht, über den fundamentalistisch-christlichen Feuer-und-Schwefel-Prediger, der allen Homosexuellen die Hölle androht, bis hin zum frauenfeindlich muslimisch-salafistischen Imam - extreme Ausprägungen gibt es überall.

Wer sich heftig an ein Buch klammert und immer nur plappert und schnattert "Das ist Gottes Wort, man muss es wörtlich auslegen, sonst ist es nicht mehr Gottes Wort", der ist geistig nicht im 21. Jahrhundert angekommen und muss sich nicht wundern, wenn er auf Ablehnung stößt.

Es gibt gravierende theologische Unterschiede zwischen dem Islam und dem Christentum, etwa wenn es um die Bedeutung von Jesus/Isa geht.


Die muslimische Behauptung, Jesus sei nicht der Sohn Gottes, sondern nur ein Prophet und die Bibel sei verfälscht worden, sind zwei Punkte, die Christen auf die Palme bringen können.

Das bedeutet aber nicht, das Christen und Muslime nicht friedlich miteinander leben können
.

Problematisch wird es vor allem dann, wenn man seine Religion wie einen Schutzschild vor sich herträgt und alles mit religiösen Scheuklappen betrachtet.

Diese Tendenz gibt es häufig bei Menschen, die außer ihrer religiösen Identität alles verloren haben, oder meinen, ihr Heil aus einem bislang orientierungslosen Leben hinaus gefunden zu haben.

Für manche Menschen kann die Religion so ein entscheidender Faktor ihrer Identität werden, dass sie eigentlich nicht mehr tragbar für eine weltlich ausgerichtete Gesellschaft sind.

Nicht umsonst sprechen diese radikalen Personen dann davon, dass ihr Reich nicht von dieser Welt sei und man sich von alltäglichen Dingen fern halten soll, da sie grundsätzlich sündig sind.

Solch eine ablehnende Haltung sorgt für Unverständnis und führt seinerseits zu Ablehnung, so dass dann auch diskriminierende Äußerungen fallen.

Im Regelfall wird aber in der Gesellschaft nicht über Religion gesprochen und es ist zu 90 Prozent der Zeit völlig egal, ob der hilfsbereite, freundliche Nachbar an Allah, Jesus, oder den großen Kürbis glaubt.

Religion spielt in der weltlich orientierten Gesellschaft keine beherrschende Rolle und nur wenn beispielsweise die Nachbarin ein ganzes Backblech mit Kuchen anlässlich des Zuckerfestes nach dem Fastenmonat Ramadan vorbei bringt, merkt man vielleicht "huch, die haben ja einen anderen Glauben".

Zusammengefasst

Nein, der Islam ist aus meiner Sicht keine angsteinflößende Bedrohung, sondern nur jene, die ihn als Machtinstrument missbrauchen, sind eine Gefahr.

Ja, der Islam hat unüberbrückbare Differenzen zum Christentum - diese müssen aber nicht das Miteinander von Christen und Muslimen beeinflussen.

Habt ihr Angst vor dem Islam

Vor manchen Islam-Gläubigen : JA

UND:

Da es im Islam verankert ist, dass es das "Endziel" ist... einen islamischen Staat nach der Sharia zu errichten, sobald man eine tragfähige prozentuale Anzahl an Muslimen in einem Staat hat....

...macht mir das durchaus sowas wie Angst.

Ich will nicht in einem Staat leben, der sich an der Sharia orientiert !


Daher haben sich die Politiker wohl niemals mit den Zielen des Islams beschäftigt, die sowas äußern wie:

Der Islam gehört zu Deutschland.

Es kann keine Ideologie zu Deutschland gehören, die das deutsche Staatsrecht abschaffen wird, sobald die Möglichkeit  dazu vorhanden ist.

Würde irgendeine der hiesigen Kirchen das Ziel proklamieren, ...: "Sobald wir eine Mehrheit haben, wird nach Kirchenrecht gelebt und gerichtet..."

würde diese Kirche als "Verfassungsfeindlich" eingestuft werden....

Offensichtlich stellt aber das Islam für die Politiker kein Problem dar, obwohl dieser genau dieses Ziel verfolgt....

These,dass sich das Christentum mit dem Islam sich nicht verträgt?

Muslime und Christen können sich unter gewissen Umständen vertragen/ertragen... also die Menschen....

Der Islam und das Christentum als Lehre aber nicht !

Da gibt es wenig Gemeinsamkeiten, viele Unterschiede, und sehr viele Gegensätzlichkeiten.

Beispiel:

Gemeinsamkeit:

Es kann nur einen Schöpfer geben....

Unterschied:

Jesus als Sohn Gottes.. ? .....oder als zweitrangiger Prophet ... ?

Gegensätzlichkeit:

Das Miteinanderleben der Menschen/Geschlechter....

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