Habituskonzept in Zusammenhang mit Geschlecht

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Bourdieu hat dazu einiges geschrieben. Es geht darum, dass Frauen und Männer z.B. die in der Gesellschaft herrschenden Rollenbilder unbewusst verinnerlichen (Habitus) und sie dadurch jedes mal wieder neu reproduzieren. Das Habituskonzeptes kann durch z.B. das Analysieren und Bennen der patriarchalen Herrschaftsform sichtbar gemacht werden.

Hallo Neulingsuser,

der Begriff Habitus wurde in der Soziologie von Pierre Bourdieu und Norbert Elias geprägt (siehe Wikipedia: Habitus (Soziologie), wobei sich beide mit den Genderfragen auseinandergesetzt haben. Der Habitus ist demnach immer etwas, was eine Gruppe kennzeichnet. Dazu gehören Sprachstil, Dresscodes oder schlichter: Lebensweisen. Ebenfalls gehört das Selbstverständnis dazu, wie und wo man sich selbst in der Gesellschaft sieht und positioniert.

Ein allgemeines Beispiel: Zum Habitus des Studenten einer bestimmten Eliteuniversität gehört es, das Wappen seiner Uni zu tragen, einen bestimmten Sprachstil (wissenschaftlicher und gehobener Wortschatz) zu pflegen und bestimmte Lokale zu besuchen.

Überträgt man dieses Konzept auf die Geschlechterfrage, gehört es beispielsweise zum Habitus der Frau aus höheren Kreisen zu gewissen Anlässen ein Kleid zu tragen.

Eine für mich spannende Frage wäre in diesem Zusammenhang, ob sich Elias "Erziehung zur Männlichkeit" am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert heute zu einer Erziehung zur Weiblichkeit gewandelt hat. Also wie weit ein vormals männlicher Habitus heute vormals weibliche Züge angenommen hat.

Es ist klar, dass meine Antwort nicht umfassend und wissenschaftlich verwertbar sein kann. Aber ich hoffe ich konnte dir eine Anregung oder ein Stichwort liefern, mit dem du weiterarbeiten kannst.

Viele Grüße

Jens

Ich denke auf dem Gebiet der Gender-Thematik ist grundsätzlich zuerst mal mal das grosse Aufräumen angesagt:

Viel Spass >:)

Was möchtest Du wissen?