Haben wir wirklich ein Lohnproblem?

4 Antworten

Ich würde sagen dass der mindestlohn zu niedrig liegt, viele Berufe zu schlecht bezahlt sind und andere wiederum zu gut bezahlt.

Ich habe meine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker gemacht und in unserer Berufsschulklasse lagen die stundenlöhne nach der Lehre zwischen 11,50 und 15 Euro. Ich würde zu 13 Euro damals eingestellt. Für so einen Job mMn zu wenig. Auch eine Weiterbildung (Meister + Betriebswirt) hätte mich auf Nachfragen bei vielen Firmen auf max. 17 Euro gebracht. Das wären Netto also ca 6k mehr im Jahr gewesen, dafür dass ich 3 Jahre garnicht verdient hätte während den Fortbildungen bzw sogar noch 12k hätte zahlen müssen.

Abzüglich diverser Boni und Vergünstigungen etc wäre die Fortbildung auf ca 4k gekommen.

Bei einem Verdienstausfall von 3 Jahren, kann man von grob 80k ausgehen, die man in dieser Zeit investiert / nicht verdient. Danach also 12 Jahre arbeiten, nur um auf Null raus zu kommen - bis man 30-35 ist also immer mit weniger leben als ohne Fortbildung, und selbst danach sind es eben nur ein paar Euro mehr, dafür dass man Dann ständig mit einem Bein im knast steht, wenn etwas passiert.

Oft bringt es dementsprechend einfach nicht genug, die Fortbildung zu machen. Mittlerweile arbeite ich ungelernt in einem anderen Job mit weit aus mehr Geld, und das obwohl die Arbeit

1. Unwichtiger ist

2. Viel leichter ist (körperlich & kaum Wissen voraus gesetzt)

3. Ich eh kaum arbeite weil 50% meines Tages auf der Straße verloren gehen.

Allgemein sind Berufe die mit körperlicher Arbeit zu tun haben aber meist zu schlecht bezahlt, oder wie kann man begründen, dass ein paar Jahre Schule ja den besser machen / mehr Gehalt bringen?

Leider ist es in den Köpfen der Menschen normal geworden dass ein Handy 2000 Euro kosten darf, eine autoreperatur mit 300 Euro ist aber schon "Wucher", ein Tisch der keine massenware ist, ist zu teuer etc.

Lohnproblem ja, aber dafür müsste viel mehr geändert werden als nur den mindestlohn an zu heben.

Nichts desto trotz ist das der erste Schritt, auf dem basierend man sein Gehalt neu verhandeln kann etc.

Nur leider stehen mehr Ausgaben und mehr Einnahmen nicht in relation in meinen Augen.

Kommt drauf an wie man es definiert.

Ich würde schon sagen das wir in Berufen wo man mit Ausbildung auf dem Mindestlohn liegt ein Lohnproblem hat.

Qualifizierte Arbeit sollte sich lohnen und das ist nicht der Fall wenn man Fachbildung mit dem minimum bezahlt.

Das Minimum ist wichtig, aber aus meiner sicht eher eine untere Grenze für ungelernte Tätigkeiten und nicht der übliche Lohn für qualifizierte Arbeit.

Aber da kann und wird jeder ne andere Meinung haben.

Ich würde behaupten, dass beides der Fall ist.

Also sagen das geringqualifizierte aber auch Leute mit Qualifikationen

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@andyrj99

Ja auf jeden Fall. Auf Dauer müssen wir von unserer Position als Exportweltmeister wegkommen. Wir müssen unseren eigenen Markt stärken und dazu braucht es höhere Löhne. Das ist natürlich leichter gesagt als getan.

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Wenn die Inflation höher ist als die Lohnerhöhung würde ich das schon als Problem bezeichnen.

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