Haben wir freien Willen?

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Viele scheinen wohl zu vergessen, dass nicht nur die materielle Welt uns Vorgaben macht, sondern auch das "Immaterielle", bzw. das Geistige. Natürlich sind Predispositionen wie Neurobiochemie und Neuroanatomie zentral und bilden die Hardware, aber letztendlich entscheiden sich Menschen nur dann wirklich, wenn es im Bewusstsein, der Software, stattfindet, bzw. wenn es im Bewusstsein zumindest reflektiert wird. Und das Bewusstsein ist alles andere als mechanistisch und rein reaktiv. Dennoch wird auch unsere Innenwelt determiniert: Nämlich von allem was wir bisher erlebt haben, allen psychischen, unterbewussten Einflüssen, allen Charakterzügen und letztendlich den Motiven, also jedem Gedanken, der uns potentiell motiviert eine Handlung zu tun. Und "Wille" lässt sich nicht anders verstehen als das in Erscheinung/Handlung getretene Wollen, womit also zwei Sachen klar sind:

1) Der Wille existiert nur als Willensakt, denn bis zu jenem ist jeder Wille nur die subjektive Möglichkeit die wir uns denken, ja sogar wünschen können ("ich wünschte ich wäre mutig") aber nur durch einen Willensakt können wir es unser Eigen nennen, zuvor ist alles möglich aber eben nur hypothetisch. Und alles was sich Aktion in Erscheinung tritt, ist somit nicht bloß eine geistige Größe, sondern unterwirft sich den selben Naturgesetzen wie alles andere Materielle auch. Jeder Willensakt ist somit ultimativ prädeterminiert, oder zufällig - in beiden Fällen bleibt da persönliche Freiheit nicht als Option. In einem Universum in dem die Kausalität bestimmend ist, hat das Konzept der echten Freiheit (= keinen äußeren Bedinungen unterworfen) nichts verloren.

2) Jeder Wille ist im Entwicklungsprozess ein Wollen und damit auch nicht als frei empfunden, schließlich können wir zwar alles machen was wir wollen, aber nicht wählen was wir wollen können. Kannst du deine Mutter töten wollen? Ohne ein Motiv und einen entsprechenden Charakter, wird sich kein Wollen ausbilden. Sobald beides vorhanden ist bildet es sich aber notwendig aus. Somit sind die Optionen: Kein Wollen oder Wollen. Es gibt nichts dazwischen. Wer sich zum Nichtwollen zwingen will, will ja schließlich jenes aus einem anderen Grund, welcher als Motiv fungiert. Man kann nur wollen was man will. Wollen lässt sich nur im "wenn ... dann" Modus denken, denn ein absolutes Wollen kennt ein Subjekt nicht. Was sollte denn schon ein generelles Objekt allen Wollens zu jedem Zeitpunkt sein? So etwas ist undenkbar, ein Unding. Ein Wollen ist also nicht absolut, sondern relativ.

Wir halten fest: Unsere Handlungen sind ultimativ determiniert im Dickicht der Kausalität. Unser Wollen ist eine Größe die sich nicht nach Belieben formen lässt, denn am Ende ist jedes Wollen eine Momentaufnahme davon, was sich in unserem Kopf abspielt und abhängig von der Landschaft auf der es sich abspielt, nämlich all unseren Verfassungen (psychisch, biochemisch, hormonell, etc.). Ohne die Motive/Gedanken lässt sich ja nichts wollen, aber ohne einen Charakter und eine Empfänglichkeit ebenfalls nicht. Genug Bedingungen also um das Wollen ebenfalls für unfrei zu erklären, und zwar auf Ebene des Bewusstseins, des Empfindens.

Wir sind also nicht nur unfrei, sondern wir fühlen uns zu keinem Zeitpunkt frei. Wir sind Gefangene unserer selbst.

Die Antwort enthält schwerwiegende Fehler.

Es wird ein ungeeigneter, nicht sinnvoller Freiheitsbegriff zugrundegelegt und ein anderes Verständnis von »Freiheit« nicht einmal erörtert.

Das „Konzept der echten Freiheit“, wonach angeblich Freiheit darin besteht, keinen äußeren Bedingungen unterworfen zu sein, verwendet einen ungeeigneten Freiheitsbegriff, als wäre Freiheit nur als absolute/unbedingte Freiheit, von allem losgelöst, denkbar. Zur Freiheit gehört, eine Wahl (innerhalb eines Spielraums) zu haben. Gesetzmäßigkeiten und Logik beseitigen nicht jeden Spielraum. Naturgesetze lassen Möglichkeiten zu. Eine Person kann innerhalb des Spielraum, den Einflüsse und Rahmenbedingungen geben, eine Wahl treffen, z. B. Äpfel oder Birnen kaufen, die zum Verkauf angeboten werden. Beides verstößt nicht gegen Naturgesetze.

Motive (Beweggründe) sind Faktoren, die Einflüsse sind. Freiheit (sinnvollerweise nicht als absolute/unbedingte Freiheit verstanden, von allem völlig losgelöst zu sein) ist aber mit dem Vorhandensein von Einflüssen vereinbar. Bei der Willensbildung gibt es Überlegungen und ein Abwägen. Die Aussage, das Wollen bilde sich notwendig (aus Charakter und Motiv) aus, ist nicht bewiesen, sondern eine dogmatische Setzung.

Begrifflich sind Kausalprinzip und Determinismusprinzip etwas Unterschiedliches.

Eine Gleichsetzung von Kausalprinzip und Determinismusprinzip ist falsch. Daraus, daß notwendigerweise jedes Ereignis eine Ursache/einen zureichenden Grund hat (Kausalprinzip), kann nicht abgeleitet werden, daß jedes Ereignis unausweichlich notwendig ist (Prinzip eines harten/strikten Determinismus). Es gibt eine weitergehende (und daher zu begründende) Zusatzbehauptung, jedes Ereignis unterliege ausnahmslosen Gesetzen, die es mit Notwendigkeit festlegen.

Dabei ist offenbar an Kausalgesetze gedacht (wobei nicht jede Art von Naturgesetzen für die These herangezogen werden kann, sondern nur Sukzessionsgesetze [Verlaufsgesetze]). Der Ablauf des Geschehens unterliegt angeblich ausnahmslosen Verlaufsgesetzen, die vereinfacht ausgedrückt Sätze der Form „immer wenn etwas der Art A geschieht, dann geschieht danach etwas in der Art B“ sind. Ein universaler Universalismus dieser Art, der darauf hinausläuft, der gesamte Weltlauf sei durch Anfangsbedingungen und Kausalgesetze ein für alle Mal alternativlos festgelegt, kann nicht empirisch überprüft werden. Denn das Universum können wir nicht zweimal in den genau gleichen Zustand bringen, sozusagen mit einer Neustarttaste für den Weltlauf. Verlaufsgesetze für einen universalen Determinismus sind auch nicht angegeben worden.

Wer die Existenz von Willensfreiheit bejaht, ist nicht gezwungen, das Kausalprinzip aufzugeben und „frei“ als „unverursacht“ zu deuten. Der Begriff »Ursache« führt nicht als logisch einzige Möglichkeit zu einer Verursachung, die Zwangsläufigkeit alles Geschehens bedeutet und keinerlei Spielraum offenhält. Auch andere Auffassungen sind denkmöglich (und Anzeichen für komplexe, dynamische, nicht-lineare Systeme deuten auf so etwas in der Wirklichkeit). Auch Selbstbestimmung, bei der sich Menschen nach Überlegung in einer Wahl aus Gründen entscheiden, kann eine Verursachung ein. Willensfreiheit ist mit dem Vorhandensein von Einflüssen (z. B. Einwirkung von Motiven) vereinbar.

Vgl. zu Kausalprinzip und Determinismusprinzip: Geert Keil, Willensfreiheit. 3. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Berlin : de Gruyter, 2017 (Grundthemen Philosophie), S. 35 - 49

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@Albrecht

Schon wieder der gleiche Text. Wir kennen uns doch schon Albrecht, bloß hast du letztes Mal aufgehört zu antworten.
Derjenige der in der Beweislast ist bist du, in dem du nämlich behauptest, dass es eine unverursachte Verursachung geben soll (mMn contradictio in adiecto). Auch hast du keine Überbrückung geschafft, von abstrakten mechanistisch uneindeutigen Systemen die soetwas erlauben sollen, hin zur Befähigung eines Individuums sich mittels Bewusstsein in diesem Koordinatennetzwerk zu bewegen.

Das Zusammenspiel von Motiven und Charakter ist eine Tautologie und kein Dogma. Es lassen sich daraus nunmal jede Art von menschlichem willentlichen Verhalten beschreiben. Experimentell ist es zudem verifizierbar, denn die Aussage, dass ein Motiv gewinnt ist neurobiologisch zu übersetzen mit einem Aktionspotential, welches sich gegen die übrigen behaupten kann und letztendlich entscheidet, ob man bspw. den Arm hebt oder nicht. Wäre es möglich jedes Nervensignal bis auf kleinste Axon herunter zu messen, dann wäre der Begriff "Motiv" auch mit etwas Reellem ausgefüllt.
Und dann wäre die Frage, ob das stärkste Motiv auch zum stärksten Aktionspotential passt, was ein Hinweis dafür wäre, ob ein Motiv erst durch das Bewusstsein zu seiner Stärke gelangt (Determinismus des Charakters: "du willst was du bist"), oder erst im Nachhinein vom Bewusstsein als das Stärkste erkoren wird und somit überhaupt keine Rolle im Willensbildungsprozess spielt. Bislang deutet die Forschung aufs Letztere hin.

Diejenigen, die "Freiheit" relativieren in "jede potentielle Handlungsoption", begehen einen schweren Kategorienfehler, denn die Frage war nicht um Handlungsfreiheit (die gibt es: du kannst alles tun was du willst!), sondern um Willensfreiheit.
Und es nützt auch nichts einem abstrakten "Akteur" eine Freiheit zu verschaffen, denn ohne Charakter und Prädispositionen lässt sich eine Person nunmal nicht denken.

Und als Letztes: Indeterminismus befreit bloß die Kopplung von einem Event zum Nächsten. Wo dort die Freiheit für einen Menschen wartet sehe ich nicht, denn ein Zusammenhang ist bislang nicht hergestellt, geschweige denn belegt worden.

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@Slavatar96

Mal ganz simpel gefragt: wie sähe denn (Konjunktiv) eine Welt aus, in der der Mensch einen freien Willen hätte?

(ausgehend von deiner Ansicht, dass dies offenbar nicht so ist - worüber zwar Dissens herrscht, was wir aber im Augenblick mal beiseite lassen)

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@OlliBjoern

Das ist in unserem Universum nicht denkbar. Es gibt eine Doku über einen Menschen, der als 7 seconds man bekannt wurde, wobei sein Gedächtnis bis zu 30 Sekunden lang anhält, alles danach aber wieder "verschwindet". Es ist eine schwere Form von Amnesie. Er hat einen nahezu freien Willen, näher dran kommt man nicht. Er ist zwar bei Bewusstsein, aber sein Charater hat überhaupt keine Persistenz.

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@Slavatar96

Ich fand dazu Clive Wearing. Mir ist nun aber unklar, was diese Amnesie mit freiem Willen zu tun haben soll. Nach dieser Definition wäre der Willen nur dann "frei", wenn er unbeeinflusst von der Historie des Menschen (also auch vom Langzeitgedächtnis) wäre?

Kann es sein, dass ihr beide unterschiedliche Definitionen von "freier Willen" benutzt? (also du und Albrecht)

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@OlliBjoern
immer wenn etwas der Art A geschieht, dann geschieht danach etwas in der Art B

Das ist eigentlich ganz hilfreich um es auf unser Beispiel (Herr Wearing) zu beziehen. Denn bei Ihm ist es ja offensichtlich nicht so. Obwohl A eintreten mag oder auch nicht, B bleibt, wenn auch nicht unbeeinflusst, doch zumindest nicht beeindruckt. Die Wirkung welches ein Gedächtnis hat bleibt aus, wo doch alles andere gegeben scheint. Und das Langzeitgedächtnis ist nicht von Relevanz, wenn man sich nicht länger als 30 Sekunden lang auf einen Gedankenstrang "konzentrieren" kann. In der Doku sagt der Protagonist, dass sein Denken völlig still steht, es ist wie tot sein. Es gibt keinen zureichenden Grund für das Eintreten seiner Handlungen, da sie nicht aus der Synthese die ich oben beschrieben habe geschehen, sondern eher reaktiv auf die letzten Momente die er erlebt hat.

Wie gesagt, auch wenn es lösgelöst zu sein scheint, es kommt lediglich einem freien Willen nahe, jedoch nie ganz, da eine andere Person an seiner Stelle trotz allen wegfallenden Faktoren etwas anders reagieren würde. Das heißt wenn Herr Wearing auf A trifft, kommt eher B raus, als wenn jemand anderes mit seiner Krankheit auf A trifft.

Ich halte die Willensfreiheit als ein verunglücktes Ehepaar von Begriffen, welches es nicht geben braucht. Sie beschreiben nichts. In unserem Universum ist es ein Oxymoron, welches man daher auch nur mit Worthülsen, oder mit den unserer Erfahrung völlig fremden Quantenwelten verteidigen muss.

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@Slavatar96

Eine Behauptung, es gebe eine unverursachte Verursachung, habe ich gar nicht aufgestellt. Das kann bei einem Mindestmaß an sorgfältigem Lesen bemerkt werden.

Ich habe nicht ein Zusammenspiel irgendeiner Art von Motiven und Charakter bezweifelt, sondern die These, daß sich das Wollen notwendig (aus Charakter und Motiv) ausbildet.

Wie sich in einem Experiment gezeigt hat, legt ein Bereitschaftspotential eine Entscheidung nicht fest, sondern es kann ein Umentscheiden stattfinden, das (bis zu einer Reaktionszeit von ungefähr 200 Millisekunden) dazu führt, nicht die Handlung auszuführen, auf die das Bereitschaftspotential hindeutete.

zu:

„Diejenigen, die "Freiheit" relativieren in "jede potentielle Handlungsoption", begehen einen schweren Kategorienfehler, denn die Frage war nicht um Handlungsfreiheit (die gibt es: du kannst alles tun was du willst!), sondern um Willensfreiheit.

Und es nützt auch nichts einem abstrakten "Akteur" eine Freiheit zu verschaffen, denn ohne Charakter und Prädispositionen lässt sich eine Person nunmal nicht denken.

Und als Letztes: Indeterminismus befreit bloß die Kopplung von einem Event zum Nächsten. Wo dort die Freiheit für einen Menschen wartet sehe ich nicht, denn ein Zusammenhang ist bislang nicht hergestellt, geschweige denn belegt worden.“

Dies scheint aus irgendeiner Diskussion mit anderen Leuten zu stammen und geht an meinem Kommentar vorbei.

Nur eine Bemerkung: eine Wahl zu haben, also in einer Situation mehrere Handlungsoptionen wollen zu können, ist ein Kennzeichen von Willensfreiheit.

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@Albrecht

Ich bezog mich darauf:

Der Begriff »Ursache« führt nicht als logisch einzige Möglichkeit zu einer Verursachung, 

Denn andersrum bedeutete dies: Eine Verursachung kann auch durch eine nicht wieder als Ursache erkannte Wirkung in Erscheinung treten. Und eine Wirkung, die selbst keine Ursache ist, ist unverursacht. Daher ist die Verursachung unverursacht, wenn sie nicht aus der Ursache erwirkt wurde. Diesen Wortsalat habe ich mir mit "unverursachte Verursachung" ersparen wollen.

"Ursache" ist ein Relationswort und ohne Bezug zu dem Verursachten gar nicht zu denken. Andersrum verhält es sich mit dem Verursachten genauso.
Also was wolltest du uns hier überhaupt mitteilen?

Neuronale Signale können im Intervall von 200 Millisekunden sicherlich abklingen bevor es zur Muskelkontraktion o.Ä. kommt. Es heißt ja nicht umsonst Bereitschaftspotential. Ich stimme der Schlussfolgerung der Autoren nicht zu, würde es jedoch gerne im Original nachlesen.

Zu der Bemerkung: Du kannst dir beide neue Spielekonsolen wünschen, meinetwegen auch wollen, aber du entscheidest dich nicht frei dafür es zu wollen. Darum geht es doch bei der Willensfreiheit. Nicht dem Fakt, dass Wollen mit anderem Wollen koexistieren kann, sondern, dass es nach Belieben vorgegeben werden kann und zwar ganz ohne Einflüsse von Außen.
Übrigens, geht es beim Willen nicht nur lediglich ums Wollen, sondern auch um dessen Eintritt ins Hierundjetzt in Form eines Willensaktes. Da es eine gefallene Entscheidung zu einer bestimmten Zeit ist, sind wir wieder runter auf 1! Denn auch wenn du dich für 5 Spielekonsolen entscheidest, fiel eine Entscheidung gegen unendlich viele alternative Entscheidungen. Und dass diese herauskam und nicht etwa eine andere ist der Natur deines Willens geschuldet - sie lässt dir keine andere Wahl.

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@Slavatar96

Meine Auflassung zu Verursachung ist grob falsch wiedergegeben worden, durch Weglassung eines wesentlichen Bestandteils. Der vollständige Satz, den ich geschrieben habe, ist:

„Der Begriff »Ursache« führt nicht als logisch einzige Möglichkeit zu einer Verursachung, die Zwangsläufigkeit alles Geschehens bedeutet und keinerlei Spielraum offenhält.“

Darstellung in englischer Sprache zu einem Experiment, ob Subjekte nach einem Bereitschaftspotential zu einer Bewegung noch eine Art Veto ausüben können (diese Bewegung annulieren/löschen/streichen/entwerten/widerufen/zurückziehen [englisch „cancel“] können) und bis zu welchem Punkt:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4743787/

Die Aussage, sich nicht frei zu entscheiden, etwas zu wollen („aber du entscheidest dich nicht frei dafür es zu wollen.“), ist nicht gut nachvollziehbar. Einleuchtend ist der Gedanke nicht. Die Darstellung, es gehe darum, nach Belieben und ganz ohne Einflüsse von außen etwas vorgeben zu können, macht den Eindruck, einen ungeeigneten, nicht sinnvollen Begriff von Willensfreiheit zugrundezulegen (absolute/unbedingte Freiheit, von allem losgelöst).

Bei Willensfreiheit geht es um eine Wahl zwischen mehreren Optionen (abstrakt ausgedrückt mindestens zwischen A und Nicht-A). Für Freiheit besteht keine Anforderung, mit der tatsächlichen Entscheidung alle diese Optionen auch zu realisieren.

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@Albrecht

Ich sehe nicht wo dein Beisatz etwas Wesentliches birgt. Im üblichen Sprachgebrauch gibt es per Definition "keinerlei Spielraum" bei Ursache und Wirkung. Wobei es Spielraum geben mag sind Events in denen nicht klar ist was Ursache und was Wirkung ist. Fakt ist aber, dass im Naturalismus alles verursacht ist, ob nun deterministisch oder indeterministisch. Ich gehe bei meinen Argumentationen natürlich von einigen wenigen Annahmen aus, die nicht weiter hinterfragt werden, da sie metaphysischer Natur sind.

Danke für den Link. Es ist doch bezeichnend, dass von allen Übersetzungen von "cancel" du gerade die rauspickst, die zu deiner Erzählung passen. Am ehesten passt hier nämlich abbrechen oder aufheben. Auch sprechen wir nicht vom Aufheben des Bereitschaftspotentials, sondern der zugehörigen Handlung, wobei ein anderes Potential, eben der gleichen Natur wie ersteres, für eine Überschreibung des ersteren sorgt.
Die Autoren betonen, dass dieses sog. "Veto" nicht wie in anderen Studien dualistischer Natur sei. Es ist eben nicht das sich erhebende "Selbst" welches über ein neuronales Signal trumpft, sondern bloß ein konkurrierendes neuronales Signal.
Dazu die Autoren:
"Conceptually, this could be compared with a race between an internal go signal and an external stop signal."

Und selbst WENN es ein Veto-Signal gäbe, welches jeder prädisponierten Signalkaskade Abbruch erteilen könnte, dann wären wir wieder bei einer Bewusstsein / Automatismen-Debatte angelangt, nämlich: Wie viel von dem was wir tun ist eigentlich direkt von unserem Bewusstsein gesteuert und wie viel "funktioniert" einfach schaltkreismäßig bzw. unbewusst.

Die Aussage ist nicht gut nachvollziehbar weil es aller Erfahrung widerspricht. Du musst nur jener Gegenerfahrung [du tust nur was du willst] nachgeben und wirst feststellen, dass man mit seinem Willen vollkommen gesättigt ist, ohne hypothetisch jeden Willen annehmen zu können, was ja Willensfreiheit suggeriert.

Ich habe das Gefühl, dass die Willensfreiheit mehr zum Wohle einer Moral- oder Gerechtigkeitsdiskussion aufrecht erhalten wird, als um ihrer selbst willen. Wenn man nicht mehr weiterkommt greift man irgendwann das Konzept der Verantwortung auf, so wie Kant für Gott die "praktische Vernunft" gebrauchte um ihn letztendlich noch durch die Hintertür hineinzulassen, nachdem er zuerst jegliche Gottesbeweise erfolgreich unter die Erde gebracht hatte.

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@Slavatar96

„Ich sehe nicht wo dein Beisatz etwas Wesentliches birgt.“ ist eine schwere Verletzung wissenschaftlicher Standards. Ich habe, wie aus meinem vollständigen Satz offenkundig hervorgeht, nicht die Auffassung vertreten, es gebe eine unverursachte Verursachung. Ich habe nur darauf hingewiesen, daß der Begriff »Ursache« nicht als logisch einzige Möglichkeit zu einer Verursachung führt, die Zwangsläufigkeit alles Geschehens bedeutet und keinerlei Spielraum offenhält. Es geht also um eine Verursachung bestimmter Art. Die Weglassung ist eine sinnentstellende Verfälschung.

Im üblichen Sprachgebrauch gibt es einen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, wobei die Ursache eine Erklärung bietet. Dies heißt aber nicht, daß eine Person keinen Spielraum bei Entscheidungen und Handlungen hat.

Das Experiment zeigt, daß ein Bereitschaftspotential die Entscheidung nicht festlegt. Das Umentscheiden ist ein bewußter Vorgang (der durch ein neuronales Signal realisiert werden kann). Das Veto wird als eines aufgefaßt, das nicht substanzdualistischer Art ist. Es hat aber etwas mit der Person und ihrem Bewußtsein zu tun.

Die Auffassung, Willensfreiheit suggeriere, hypothetisch jeden Willen annehmen zu können, setzt einen ungeeigneten, nicht sinnvollen Begriff von Willensfreiheit voraus. Da ich nicht einen solchen Begriff einer absolutem völlig losgelösten Willensfreiheit zugrundelege, geht der Argumentationsversuch mit einer angeblichen Erfahrung ins Leere. Außerdem können Menschen schwanken, welche Entscheidung sie treffen. Es gibt für sie also mehrere Möglichkeiten, welches Wollen sie annehmen können.

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@Albrecht

Ich sehe keine sinnentstellende Verfälschung, da ich dem Beisatz eben keine Gültigkeit zuspreche. Die Begriffe Ursache und Verursachung sind entweder auf einander bezogen, oder sie sind kein Paar zueinander, was aber dann überhaupt keine erwähnenswerte Aussage darstellen würde, da natürlich keine "Zwangsläufigkeit" attestiert werden müsste, wo doch die Ursache überhaupt keine eigentliche Ursache ist.

Im üblichen Sprachgebrauch gibt es einen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, wobei die Ursache eine Erklärung bietet. Dies heißt aber nicht, daß eine Person keinen Spielraum bei Entscheidungen und Handlungen hat.

Nein, das heißt es tatsächlich nur dann, wenn wir von der Ursache der Entscheidung oder Handlung sprechen. Es gibt in solch hochkomplexen Vorgängen natürlich eine unvorstellbare Sukzession von Einzelereignissen, die alle als Ursachen für die Folgeereignisse stehen, aber nicht alleine zur Willensdetermination ausreichen. Dazu gibt es aber einen Zeitpunkt, nämlich jenen, an dem der Schwellenwert eines solchen Aktions- oder Erlöschungspotentials überschritten wurde, wonach A ausgeführt oder nichtausgeführt werden musste.
Diese letztendliche Verursachung ist natürlich im Kausalgefüge ohne Spielraum stehend. In diesen komplexen Gefielden haben wir alleine deshalb schon kein echtes Veto, weil unser Bewusstsein dazu viel zu träge ist.

Es hat aber etwas mit der Person und ihrem Bewußtsein zu tun.

Bingo! Du willst was du bist. Wenn Charakter und Motiv zusammenkommen gibt es kein Entkommen. Je mehr du dich dagegen wehrst, desto verfestigter ist also dein Charakter. Sagt uns aber immernoch nichts über die illusorische Freiheit aus, die du als Person im Handeln durchaus hast. Du kannst nach wie vor tun was du willst - war bloß nicht die Fragestellung.

Die Auffassung, Willensfreiheit suggeriere, hypothetisch jeden Willen annehmen zu können, setzt einen ungeeigneten, nicht sinnvollen Begriff von Willensfreiheit voraus

Wenn es einen Willen gibt und du ihm nicht entkommst, außer durch etwaige Motive, dann bist du nicht frei. Ich weiß schon von Anfang an auf welche tolle Willensfreiheit du hinaus möchtest, aber hast du auch schon das "hard problem of consciousness" gelöst?
Es geht um nichts Geringeres als die Frage nach dem Bewusstsein an sich. Was genau ist es? Ist unser Bewusstsein eine Spieglung unserer Erfahrung, oder der Informant dessen, was unser Gehirn bereit ist auszuführen?
Oder in unsere neue Sprache übersetzt: Führt unser Bewusstsein diese inneren Signale aus oder informiert es uns nur über sie? 

Ich bin Skeptiker und lege mich hierbei noch nicht fest. In jedem Falle aber kippt das Bewusstsein ja keineswegs meine Argumentation von oben. Denn Motive sind nicht losgelöste Instanzien, sondern eben die den Denk- und Motivationsgesetzen unterworfenen Gehirnsignale. Aber im übrigen Sprachgebrauch kürzen wir solche Wort-Konstruktionen meist mit älteren Begriffen ab, wie eben Motiven, auch wenn sich ihre Bedeutung mit dem Fortschreiten des Wissens leicht verändert - solange sie eben ihre Funktion nicht verlieren, wohlgemerkt.

Außerdem können Menschen schwanken, welche Entscheidung sie treffen.

Ja, so fühlt sich bewusstes Leben an. Guten Morgen!

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@Slavatar96

Anstand und intellektuelle Redlichkeit gebieten, die sinnentstellende Verfälschung zuzugeben. Eine abweichende Meinung zu einer Auffassung berechtigt nicht dazu, sie falsch wiederzugeben. Strukturell gleich ist: „Der Begriff »Bewegung« führt nicht als logisch einzige Möglichkeit zu einer Bewegung, die genau kreisförmig ist.“ Eine Unterstellung, damit würde behauptet, es gebe eine Bewegung, die keine Bewegung ist, wäre falsch. Der Relativbesatz ist nicht bedeutungslos und auch wenn jemand meint, es könne nur eine genau kreisförmige Bewegung geben, gibt dies keine Berechtigung, die Auffassung falsch wiederzugeben und zur Weglassung auf die eigene abweichende Auffassung zu verweisen („ da ich dem Beisatz eben keine Gültigkeit zuspreche“), als sei dann eine Verdrehung erlaubt.

Wenn eine Entscheidung getroffen wird, ist sie in diesem Augenblick so, wie sie ist (und in einer anderen Beschreibung mag eine Darstellung als neuronale Aktivität stattfinden, die einen Schwellenwert überschritten hat). Darum geht es aber bei der Willensfreiheit nicht. Bei Willensfreiheit geht es darum, daß es keine das Geschehen (zu dem die Willensbildung gehört) durchziehende Zwangsläufigkeit gibt. Aus dem Treffen einer Entscheidung, die A oder Nicht-A ist, kann nicht einfach „letztendliche Verursachung ist natürlich im Kausalgefüge ohne Spielraum stehend“ abgeleitet werden.

Gegen ein echtes Veto auf eine angebliche Trägheit des Bewußtseins zu verweisen, ist wenig überzeugend, da in der Frage einer einfachen Bewegung offenbar die Möglichkeit eines Umentscheiden bis zu ungefähr 200 Millisekunden vor Ausführung besteht.

Motive als Denk- und Motivationsgesetzen unterworfenen Gehirnsignale zu deuten (was nicht skeptisch ist, sondern eine bestimmte Position bei einem schwierigen und strittgen Problem voraussetzt), ersetzt nicht eine Begründung für eine keinen Spielraum zulassende Notwendigkeit. Gefordert sind strenge und ausnahmslose Verlaufsgesetze. Diese sind aber nicht angegeben worden. Aus Gesetzen logischer Richtigkeit bzw. Denkmöglichkeiten der Vernunft kann keine Notwendigkeit des Verlaufs von Überlegungen bei der Willensbildung abgeleitet werden. Bei Motivation geht es nur um Einflüsse und Wahrscheinlichkeiten/das was oft geschieht. Eine Aussage, das Gesetz sei, daß sich das stärkste Motiv durchsetzt, liefe auf eine inhaltsleere Tautologie hinaus.

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Wenn wir zwischen Körper und Geist trennen. Joa der Körper ist nicht frei und ist dem Wandel unterlegen. Zum Körper zählen die ganzen Biochenischemischen Prozesse in uns. So ist Depression auch eine Erkrankung des Körpers. Wenn unser Körper uns einschränkt, dann ja, mein Leben ist vorbestimmt.

Allerdings ist es eher die Gesellschaft, die uns unseren Lebenslauf aufzwingen will Schule-Job-Kinder-Rente-Tod

Frei von Emotionen und Traumas sind wir alle nicht. Die Kindheit prägt, wir wurden alle etwas vorgeformt :)

Nein, unsere Handlungen sind unfrei. Und zwar sind sie durch die auf unseren Charakter einwirkende Motive determiniert. Wir haben also keinen freien Willen. Zumindest im umgangssprachlichen Verständnis des Begriffs.

Übrigens ist die Idee eines freien Willens an sich schon paradox. Denn wären wir vollkommen frei in unseren Entscheidungen, so könnte eine durch eine solche Entscheidung herbeigeführte Handlung gar nicht mit vollkommener Sicherheit zur Ausführung kommen. Denn anderenfalls wäre sie durch den freien Willen wiederum determiniert. Geht man aber vom Gegenteil aus, ist sie dem Zufall unterworfen.

Die ganze Thematik ist aber sehr interessant und es lohnt sich, sich damit tiefer zu befassen.

Die Antwort ist mangelhaft.

Es fehlt eine Darlegung, was unter »frei«, »Freiheit«, »Willensfreiheit« oder »freier Wille« verstanden wird (nur eine Andeutung, es gebe noch ein anderes Verständnis als das umgangssprachliche Verständnis des Begriffs, kommt vor, ohne dies aber zu erklären).

Motive (Beweggründe) sind Faktoren, die Einflüsse sind. Freiheit (sinnvollerweise nicht als absolute/unbedingte Freiheit verstanden, von allem völlig losgelöst zu sein) ist aber mit dem Vorhandensein von Einflüssen vereinbar. Wenn etwas irgendwie determiniert (bestimmt ist) ist, kann dies Vorhandensein von Einflüssen bedeuten. Erst strikte Determiniertheit geht darüber hinaus und ist mit Freiheit (bei der es einen Spielraum für eine Wahl gibt) unvereinbar. Um Freiheit auszuschließen, wäre es nötig, eine strenge und ausnahmslose Notwendigkeit nachzuweisen. In der Antwort ist dies nicht geschehen.

Die Behauptung, schon die Idee eines freien Willens an sich sei paradox, ist Unsinn. Anscheinend wird dabei (mit der Formulierung „vollkommen frei“) ein ungeeigneter, nicht sinnvoller Freiheitsbegriff zugrundegelegt. Bei menschlichem Wollen und Handeln gibt es Überlegungen und Gründe. Es ist weder streng und ausnahmslos notwendig und dadurch mit vollkommener Sicherheit vorhersehbar noch bloßer Zufall.

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Unser Wille ist zwar nicht zu 100 % frei (man denke an Schopenhauers Satz "Man kann zwar tun, was man will, aber nicht wollen, was man will"), wir haben aber Entscheidungsfreiheit in sehr vielen Bereichen. Ansonsten würde unser ganzes Justizsystem keinen Sinn ergeben (es baut auf dem freien Willen auf).

J.P. Sartre schrieb mal

"... dass Freiheit für den Menschen wesensbestimmend ist. Freiheit gehört zum Kern menschlicher Existenz. Wir können diese Freiheit nicht loswerden oder abwählen. Sie begleitet und bestimmt uns allein aufgrund der Tatsache, dass wir Menschen sind. 

... dass Freiheit nicht nur im Sinn eines Rechtsanspruchs positiv bestimmt ist. Vielmehr ist Freiheit in vielen Bereichen auch eine Last, die ein Mensch auf sich nehmen und tragen muss, ob er dies will oder nicht."

https://www.brgdomath.com/philosophie/anthropologie-tk11/sarte-und-das-thema-der-freiheit/

Das Paradoxe ist ja: wir würden diese Freiheit gerne loswerden (dadurch würden wir ja auch "unschuldig" an allem, was wir tun). Da wir aber wissen, dass wir für vieles selber verantwortlich sind (es gibt Ausnahmen, sagen wir mal die sexuelle Orientierung), kommt uns diese (heute moderne) These sehr entgegen, dass es angeblich keinen freien Willen gäbe.

Woher ich das weiß:Beruf – angestellter Chemiker (Dr. rer. nat.)

Nein, das Justizsystem basiert nicht alleine auf dem Schuld-Sühne-Prinzip, das ist eine archaische Vorstellung.
Tatsächlich verträgt sich Justiz sehr wohl mit der unfreien Natur des Willens.
Wenn du einen freien Willen hättest, würden Gesetze nicht wirklich etwas bewirken, schließlich kann JEDER (da Freiheit sich ja nicht auf Personen einschränkt) dagegen entscheiden. In Realität wird es aber viele gesetzestreue Bürger geben, da der Respekt (oder Angst) vor der Staatsgewalt und die Sorge um die Zukunft gewaltige Gegenmotive zu Verbrechen darstellen. Gerade weil hier keine echte Freiheit im Spiel ist, ist also von einer realen Abschreckwirkung auszugehen.
Außerdem sind Strafprozesse vor allem als Mittel zur Resozialisierung und Reintegrierung der Täter in die Gesellschaft zu verstehen.

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@OlliBjoern

Das hat den Sinn, dass wenn jemand sich einen Mord ausdenkt, er sich bewusst sein soll, das ihn ein anderes Urteil ereilen wird als einen unvorsichtigen Fahrer der etwas zu schnell um die Kurve rast und nicht rechtzeitig auf die Bremse drückt.
Auch hat es den Sinn eine längere Haftstrafe zu erlassen um einen Menschen mit mörderischen Absichten länger von der Gesellschaft fernzuhalten, eben bis erkenntlich wird, dass keine Gefahr mehr von diesem ausgeht.

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@Slavatar96

Aber dieser Überlegung liegt - so wie ich das nun verstehe - der Gedanke zugrunde, dass es der freie Entschluss des Mörders war, der den Unterschied macht. Eine unabsichtliche Tötung wird nicht gleich bestraft, da sie offenbar nicht willentlich passierte.

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Der Satz „Der Mensch kann tun was er will, aber er kann nicht wollen was er will." ist Unsinn und Arthur Schopenhauer hat ihn auch nicht geschrieben.

Ich habe darauf hingewiesen und bin über die Wiederholung einer falschen Darstellung verwundert.

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Wir bestehen aus Molekülen. Moleküle bestehen aus Atomen, Atome aus Quantenteilchen.

Quanten verhalten sich nicht-deterministisch. Ihr Verhalten ist also rein zufällig und nicht messbar (s. Doppelspaltexperiment mit Photonen)

Was heißt das jetzt für unseren freien Willen?

Wenn unser Bewusstsein aus Quanten besteht und deren Zustände rein zufällig sind, so sind auch unsere Handlungen (als Ergebnis der Quantenzustände) von zufälliger, nicht-deterministischer Natur.

Deckt sich das mit psychologischen Erkenntnissen ?

Das Libet-Experiment

m Libet-Experiment wurde gezeigt, dass das motorische Zentrum des Gehirns mit der Vorbereitung einer Bewegung bereits begonnen hat, bevor man sich dessen bewusst wird, dass man sich für die sofortige Ausführung dieser Bewegung entschieden hat. Der zeitliche Abstand beträgt etwa 0,35 s, die wirkliche Bewegung erfolgt dann noch etwa 0,2 s später. Der Physiologe Benjamin Libet führte die Versuchsreihen 1979 durch.

https://de.wikipedia.org/wiki/Libet-Experiment

Die Bereitschaft für eine Handlung kann also entstehen, bevor wir uns bewusst dafür entschedien.

Wir haben also nicht gänzlich einen freien Willen

du tüddelt: under körper besteht aus molekülen...aber doch nicht wir.

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@RicVirchow

das ich ist ein immaterielles kraftzentrum, das geistwesen mensch.

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Die Quantenwelt zu Rate zu ziehen ist hier absolut unsinnig.
Es geht nicht darum das der Weltenlauf determiniert oder indeterminiert ist, sprich, dass es nur einen Ablauf geben könnte oder potentiell unendlich viele verschiedene Abläufe. Denn in jedem Fall bist du nur Teil dieses Universums und sitzt nicht an dem Hebel.
Was hat das mit dem freien Willen zu tun? Handelst du etwa auf Ebene dieser Quantenereignisse?

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@Slavatar96

Dadurch, dass wir aus Quantenteilchen bestehen, welche Quantenereignissen zu Grunde liegen, kann ein Einfluss von nicht-deterministischen Quantenereignissen auf unser Bewusstsein nicht ausgeschlossen werden. Der größte Teil unseres Bewusstseins ist unterbewusst und wird nicht von uns "bewusst" gesteuert.

Das, was du denkst, folgt einer intrinisischen Logik, das dir dein Unterbewusstsein vorgaukelt. Es ist eine Illusion. Folglich bist du bewusstseinstechnisch nicht ganz frei.

Hinzu kommen genetische Prädispositionen und Umwelteinflüsse

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@RicVirchow

Aber für freien Willen habe ich nie plädiert.
Einflüsse von Quantenereignissen AUF unser Bewusstsein ist ja gerade das Gegenteil von freier Wille, denn die Zufälligkeit von Ereignissen spricht ja gerade nicht dafür, dass unser Wille ultimativ von uns bewusst festgelegt wird.

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