Haben wir Anspruch auf ALG I/II trotz weiterer Ausbildung mit 35/36 und Familie?

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2 Antworten

Hallo, und einen guten Tag! Vorausgesetzt, dass Du in den zurückliegenden Jahren am Stück einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis nachgekommen bist, hast Du Dir damit einen Anspruch auf ALG I (röm 1) erworben. Und diese Leistung – entsprechend Deinem Alter – für 12 Kalendermonate. Fazit: In Deinem Fall kein ALG II (röm 2);

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Kommentar von Bazinga80
25.03.2016, 19:33

Vielen Dank für die Antwort. 

Ich bin seit April 2014 sozialversicherungspflichtig dort beschäftigt. Vorher 6 Monate praktischer Teil der Weiterbildung im gleichen Unternehmen, in der ich nur eine Entlohnung von 100€ bekommen habe. In diesen 6 Monaten, plus in den vorherigen 7 Monaten theoretischen Teil der Weiterbildung, habe ich ALG II bekommen. Und wie erwähnt wurde die Weiterbildung (der kostenpflichtige,  theoretische Teil) durch den Bildungsgutschein der BA finanziert. Trifft deine Antwort dann immer noch zu? 

Was ich oben vergessen habe zu erwähnen ist, dass ich zuvor nur eine (berufsfach-) schulische Ausbildung abgeschlossen habe, und zuvor zwei betriebliche Ausbildungen angefangen, aber nicht beendet habe. Wohngeld oder BAB wurde nie genehmigt. 

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Alter und kleine Kinder sind kein Hinderungsgrund für eine Förderung einer Weiterbildung oder einer Umschulung durch das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit. Dies geht sogar noch mit 60, und passiert auch, auch wenn danach oft nicht mehr viel Arbeit ist bis zur Rente bzw. bis zur Grusi - und es meist auch kaum noch Arbeitsangebote gibt.

Auch eine frühere Weiterbildung oder Umschulung durch das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit ist kein Hinderungsgrund. Wer für 5.000,- Schulungskosten plus 5.000,- ALG II zum Grafikdesigner umgeschult wurde und danach nicht mehr grafisch designen kann, hat ebenso Anspruch auf eine weitere Maßnahme wie der LKW-Fahrer (dessen Schein das Amt eher 20.000,- gekostet hat), der nicht mehr LKW fahren kann.

Hilfreich und sicher nötig wären hier aber ärztliche Atteste. Ein bisschen Unlust wiegt wohl nicht so entscheidend wie anerkannteres Symptom.

Sodann müsste der Sachbearbeiter auch noch entscheiden, ob die geplante bzw. gewünschte Maßnahme auf der speziellen Persönlichkeit förderlich ist - und ob diese dann auch mit der neuen Qualifikation potentiell langfristig im Arbeitsmarkt bleiben kann und will. Wer bislang schon regelmäßig gehüpft ist von Job zu Job und von Branche zu Branche, wird hier sicher nicht die beste Prognose erhalten.

Im Streitfall kann man aber am Ende auch das Sozialgericht befragen, was es zum eigenen Fall meint. Das in Bremen meinte mal, dass jedem Langzeitarbeitslosen eine Fortbildung in (vergessen was, es war eh Mist) zustünde ...

Gruß aus Berlin, Gerd

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Kommentar von Bazinga80
26.03.2016, 07:11

Vielen Dank für die Antwort. 

Wenn ich deine Antwort, und die des Vorredners, also richtig verstanden habe, dann besteht also generell in meinem Fall erstmal evtl. Anspruch auf ALG I und nicht ALG II. Dies wohl, weil ich seit zwei Jahren soz.vers.pfl. arbeite, und trotzdem die dafür vorher benötigte Weiterbildung durch die BA gezahlt wurde? 

Da ich auch weiterhin zu der Therapie gehe, und diese pauschal auch noch für ein weiteres Jahr durch meine Krankenkasse genehmigt wurde, darf die BA gerne davon ausgehen, dass meine Ansagen auch der Wahrheit entsprechen. 

Was hier in beiden Antworten aber noch nicht angesprochen wurde: Da ich ja im Falle des Wechsels zur angesprochenen Ausbildung, wenn auch deutlich weniger, Geld verdienen werde. Wie verhält sich das dann auf die Zahlung von ALG I durch die BA? Trotzdem voll errechnete Höhe, anteilig, aufstockend, ergänzend, etc.? 

Besten Dank.

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