Haben Tiere ein bewusstsein und wie stellt man das fest?

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12 Antworten

Erst einmal ist die Frage, was als BEWUSSTSEIN definiert wird. Das hängt stark von der metaphysischen Grundeinstellung ab. Für jemanden, der die Realität als Ausdruck des SUPERBEWUSSTSEINS eines höheren geistigen Wesens sieht, der "gesitig" und "begriffliches Denken" relativ stark gleichsetzt, für den hat in der "geschaffenen Welt" nur ein denkendes Wesen - sprich der Mensch - Bewusstsein. Für jemanden, der eine materialistisch evolutionäre Grundeinstellung hat, ist es spannend, welche Qualitäten von Bewusstsein sich entwickelt haben. Wenn man Leben als eine Form von Kommunikation mit der Umwelt und diese Kommunikation als einfachste Stufe von Bewusstsein definiert, haben Tiere bereits ein höheres Bewusstsein. Die Grenze zwischen Tier und Mensch sehe ich immer noch im Prometheus-Mytos eingefangen, und der ist uralt, dass der Mensch - wohl noch als Tier - durch ein Geschenk der Götter den bewussten Umgang mit dem Feuer gelernt hat. Mir ist nicht bekannt, dass die umfangreiche Tierforschung bis jetzt ein Tier gefunden hat, das von sich aus Feuer macht und bewahrt.

Was immer wir in dieser Frage denken, wir denken als Menschen. Wenn wir an Tiere denken, denken wir als Menschen an Tiere. Darum sollten wir meiner Meinung nach sehr nüchtern als Menschen für Menschen denken, dass wir nur ein Teil einer Natur sind und es uns und unseren Nachkommen schadet, wenn wir respektlos mit der Natur, egal ob Pflanzen oder Tiere, umgehen. Wenn Respekt und Mitgefühl verrohen, schadet das nicht nur der Natur - es schadet zuerst uns selbst. Als Kopfungeheuer verlernen wir leicht, auf natürliche Instinkte und Gefühle zu achten. Darum sind Tiere gute Trainingspartner, von denen wir lernen können, Emotionen wahrzunehmen und zu deuten.

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Ich habe vor kurzem mal etwas über Plessner gelesen.

Wenn ich das richtig verstanden haben, dann sind Pflanzen azentrisch, Tiere zentrisch und Menschen exzentrisch.

Mit zentrisch ist glaube gemeint, dass deren Bewusstsein zentral im Körper in Form von Organen ist. Also das, was ein Tier ausmacht, lässt sich auf bestimmte Organe reduzieren. Eine Pflanze hat so etwas wie ein zentrales Nervensystem nicht. Sie grenzt sich überall gleich von ihrere Umgebung ab. Ihr Körper ist gleichzeitig die Grenze.

Der Mensch ist exzentrisch. Ich habe das jetzt so verstanden, dass er sich auch von außen betrachten kann. Er kann sich betrachten, wie er etwas betrachtet. Er kann sich selbst reflektieren. Das können die meisten Tiere nicht.

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Deine Frage geht sehr tief - Gratuliere. Zuerst einmal, ein Bewußtsein ist keine Sache. Man kann es nicht haben. Es ist aus Sicht des Verstandes das Nichts. Du kannst über Nichts – nichts wissen, nur sehr viel darüber schreiben und sprechen. Aber dann weißt du immer noch nicht, was Bewußtsein sein könnte. Du glaubst nur, daß du es weißt. Der Verstand ist einer Selbsttäuschung unterlegen. Er selbst ist ein Teil dieses unermeßlichen Bewußtseins.

Somit kann der Verstand nicht über sich selbst nachdenken. Die gesamte Materie ist aus Bewußtsein entstanden, und das tut sie jeden Augenblick. Für den Verstand ist das nicht begreifbar. Dazu kannst du die Intuition und den Intellekt benutzen. Der Verstand hat seine Quelle vergessen, da er sich in der Materie selbst verloren hat, weil er von dem, was er erschaffen hatte, so beeindruckt war.

Symbolisch dargestellt, als der Mensch das Paradies verlies – und als er sich auf den Weg machte, das Denken zu erlernen. Du kannst das selbst feststellen, wie es eines Tages einfach anfing, in dir zu denken. Und dann hat man dir gesagt, das seiest du, der da denkt. Doch kaum ein Mensch weiß, wie man denkt. Das kommt daher, daß der Verstand sich eine eigene Quelle geschaffen hatte, und nun wurde das Werkzeug zum Meister.

Literarisch von Goethe dargestellt in seinem Gedicht: DER ZAUBERLEHRLING. Solange ein Mensch nicht weiß, wer oder was da in ihm denkt, so lange ist er unbewußt. Das Bewußtsein geht in die Form, macht Erfahrungen, und dann verläßt es wieder die Form – das ist alles. Somit ist alles, was jemals Form angenommen hat, bewußt. Vom kleinsten Teilchen – bis hin zur gigantischsten Galaxie – alles ist aus diesem EINEN Bewußtsein hervorgegangen.

Somit ist die Frage, ob Tiere Bewußtsein haben, sehr verzerrt, da sie Bewußtsein sind. Was ihnen fehlt, ist die gedankliche Darstellung ihrer selbst, da sie nicht denken. Sie leben im Zustand des Paradieses – oder anders gesagt – sie leben nur direkt bewußt – der Mensch – indirekt. Der Mensch kann sich vom Verstand fast alles erklären lassen. Dazu gehören auch die Gedanken.

Was du über diese materielle Welt weißt, hast du als Kind erfragen müssen. Somit lebst du eigentlich nur aus lauter Antworten. Du bist unbewußt zur Welt gekommen. Du durchlebst alle Entwicklungsstufen bis zu dem Punkt, an dem das Denken in dir beginnt. Du bist das nicht, der da denkt. Du glaubst nur, was die anderen dir sagen – doch ihnen hat man das Gleiche gesagt, damals, als sie fragten: ‚Wer denkt denn da?

Herzliche Grüße

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Grundsätzlich kann man das nicht so genau sagen (ob die Tiere ein Bewußtsein haben). Ob sich Tiere ihres Selbsts bewußt sind ist wohl abhängig von ihrem Entwicklungsstand. Es wurde bewiesen, dass Menschenaffen ihr eigenes Spiegelbild erkennen können (man hat ihnen einen Fleck auf die Wange gemalt und als sie ihr Spiegelbild gesehen haben, haben sie sich an die (reale) Wange genau auf den Fleck gefasst). Generell ist das alles noch ziemlich vage und unerforscht, da man ja nicht mit den Tieren sprechen und sie befragen kann. Man kann nur aus ihrem Verhalten und der Gehirnentwicklung Schlüsse ziehen. Die sind aber oft nur Vermutungen und nicht immer Tatsachen.

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Es gibt in der Tat eine ganze Reihe Tiere die sich ihrer selbst bewusst sind, Beispiele dafür sind Elefanten, Tintenfische, Schimpansen, Wale, Delphine, Raben und Krähen. Egal was dir hier erzählt wird, der Spiegeltest ist eine sehr eindeutige Methode zur Bestimmung. Einem Tier wird ein roter Fleck aufgemalt und vor einen Spiegel gestellt. Tiere die kein Selbstbewusstsein haben sehen nur einen Artgenossen mit einem roten Fleck vor sich, dabei verlieren sie schnell dass Interesse da sie das Gegenüber nicht sehen können. Interagieren sie allerdings mit dem Fleck, versuchen zum Beispiel ihn zu entfernen, bedeutet dass dass sie ein Bewusstsein haben. Hinter dieser Aktion steht nämlich die Fähigkeit zwischen sich und Anderen zu unterscheiden, das Tier sieht sich im Spiegel und weiß dass es sich Selbst sieht. Um sich von anderen abgrenzen zu Können muss man sich zwangsläufig als Individuum wahrnehmen. Dies zeigt zumindest einen gewissen Intelligenzgrad auf der aber von Tier zu Tier unterschiedlich ist. Während bei Schimpansen nicht mehr viel drin ist wird von Delphinen eine menschenähnliche Intelligenz vermutet.

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Kommentar von HerrDeWorde
31.03.2012, 10:37

wird von Delphinen eine menschenähnliche Intelligenz vermutet.

Woher hast du DAS denn? Erkenntnisse der 1950er Jahre? Inzwischen weiß man, dass dass das große Gehirn bei Delphinen fehlgedeutet wurde. Davon ist eine ganze Menge nur "Schaumgummi" als Anpassung ans Tauchen usw. Delphine sind dumm wie Brot.

Alte und erfahrene Schimpansen können durchaus das Niveau eines 3-jährigen Kindes erreichen und einen Hund als Haustier halten und nun kann man diskutieren, in welchem Alter die Seele oder das Bewusstsein in ein Kind kommt.

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Ich denke ein Tier hat einen Instinkt... also ein automatisches Gefühl, dass es weiss was zu tun ist -> überleben und seine Art sichern...

Wenn du nach der Bibel gehen würdest, könntest du diese Frage super erklären... durch den Sündenfall von Adam und Eva, also die Frucht die sie assen, konnten sie gut von schlecht unterscheiden... dies ist auch der Unterschied zwischen Mensch und Tier... der Mensch weiss grundsätzlich was schlecht ist und ein Tier kann das nicht beurteilen... das lebt einfach und handelt instinktiv...

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Kommentar von Lily76
20.03.2012, 17:57

Sie zeigen aber auch Liebe und Treue einem (oft artfremden) Individuum (zB Mensch) gegenüber und empfinden auch Trauer (zB wenn der Partner stirbt).

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Kommentar von kimimaus1234567
20.03.2012, 18:06

katzen fressen keine giftigen sachen,es sei denn,sie sind am verhungern oder krank!!!pferde auch nicht!bei menschen ist das genau so!

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Kommentar von Shraft
20.03.2012, 18:11

Ein Bewusstsein bedeutet noch keine Urteilsfähigkeit, der Mensch hat übrigens ebenfalls Instinkte. Tiere zeigen zum Beispiel ebenfalls geplantes Verhalten und bei einigen Arten wurde ein Selbstbewusstsein nachgewiesen.

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Die Frage des Bewusstseins ist eng mit dem Vermögen zum Erinnern und Vorausplanen verknüpft. Wie bewusst ist sich ein Tier, das nach 3 Sekunden vergessen hat, was eben war und das nur in der Gegenwart lebt und von Instinkten getrieben ist? Ein Wesen, das keine Angst vor der Zukunft hat, schmiedet auch keine Pläne oder macht sich Gedanken darum, wie es bei anderen (besser) ankommt. Jenseits von Selbsterkenntnis muss auch ein Abstraktionsvermögen da sein, um Dinge einordnen zu können und ein gewisses Repertoire an Worten und Begriffen, um Erlebnisse als Erinnerungen abspeichern und wiedergeben zu können. Ohne Begriff keine Erinnerung, da im Gedächtnis nicht ganze Filme, sondern nur Eckpunkte gespeichert werden. Und da wären wir schon bei der Fähigkeit sich auszutauschen ...

Hinzu kommt die Frage, inwiefern Seele und Bewusstsein dasselbe ist.

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Manche Tiere haben nachgewiesenermaßen ein Bewusstsein. Das kann man z.B. mit einem Spiegel nachweisen. Wenn sie wissen, dass sie es sind, sind sie sich ihrer selbst bewusst. Wenn man ihnen etwa einen bunten Punkt auf den Kopf klebt und sie im Spiegel erkennen, dass sie etwas auf dem Kopf haben und danach greifen, ist das ein Beweis.

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Kommentar von HerrDeWorde
31.03.2012, 10:33

Das ist nur ein Beweis dafür, dass sie die Funktion eines Spiegels verstanden haben.

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Also erstmal, sind Menschen auch Tiere.

Experimente mit zum Beispiel Walen, welche zum Teil sehr intelligent sind, haben gezeigt, dass diese auch ein Bewusstsein haben.

Andere Primaten wie der Chimpanse haben auch ein Bewusstsein, das ist zweifelsfrei festzustellen.

Also wir sind nicht die einzigen Lebewesen mit einem Bewusstsein :)

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Primaten und bestimmte Tiere haben ein Bewußtsein, es ist nur eben nicht mit unseren Maßen zu messen.Das zu erkennen sollte man auch nicht von einem Spiegel allein abhängig machen.Dazu gibt es sicherlich eine Menge anderer Tests.

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Ich denke schon, mein Hund z.B. erschrickt auch nicht wenn er in den Spiegel schaut, dass muss ja heissen das er mit diesem Anblick vertraut ist.

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Kommentar von PadWorks
20.03.2012, 17:53

Dies ist gut möglich, dass der Hund nicht wirklich 3D in einem Spiegelbild sehen kann... dadurch erkennt er sich nicht selbst...

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