Haben taube Menschen eine eigene Stimme in deren Kopf?

2 Antworten

Ertaubte können ihre Gedankenstimme bewahren. Gehörlose haben ihre "Gedankenstimme", die auf Gebärdensprache mitspricht.

Ja, die haben sie, sie können sich auch verständigen, auch wenn nur in der Gebärdensprache.

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Nur spricht die "Stimme" keine Sprache. Weil die haben sie ja nie gehört. Wir denken im übrigen auch nicht immer in Sprache. Uns wird das denken nur aktiv bewusst, wenn wir mit uns im geiste selber sprechen.

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Ein paar Fragen AUSDRÜCKLICH an taubgeborene und spätertaubte Menschen!

Mich interessiert unheimlich, was es mit dem Hören auf sich hat, deshalb ein paar Fragen, die nur taube Menschen beantworten können, ich hoffe es stößt der ein oder andere auf meine Frage.

Erst einmal an spätertaubte Menschen:

  1. ein Mensch der beispielsweise bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr noch gehört hat, hat ja eine Erinnerung an seine Stimme. "Hört" er diese, wenn er denkt, wenn er mit sich selbst spricht? Beim Denken führt man ja im Grunde Selbstgespräche im Kopf und üblicherweise in seiner eigenen Stimme (lustigerweise kann man Selbstgespräche im Denken - zumindest mir geht es so - in jeder beliebigen Stimme, wenn man sie nur oft genug gehört hat - also zum Beispiel als Mann auch in einer Frauenstimme - führen). Weil er taub ist, hört er sie natürlich nicht wirklich, aber denkt er sie sich aus der Erinnerung dazu?

  2. Hört er, wenn er sich mit den Fingerknöcheln auf den Schädel klopft, etwas? Dasselbe dumpfe Geräusch vielleicht, dass er schon gehört hat, als sein Gehör noch funktioniert hat? Oder fühlt er das Klopfen nur?

Und an taubgeborene Menschen:

  1. Hört ein taubgeborener Mensch überhaupt irgendetwas? Man müsste meinen logischerweise nicht, sonst wäre er ja nicht taub, aber beim Hören werden ja im Grunde Schwingungen eines schwingungsfähigen Mediums (Luft, Wasser,...) vom Hirn interpretiert und so der Ton, das Geräusch, der "sound" erst ERZEUGT; also könnte ein taubgeborener Mensch vielleicht (wieder das gleiche Beispiel) das Klopfen mit den Fingern auf seinen Schädel hören?

  2. Wie denkt ein taubgeborener Mensch? Tiere "denken" ja nicht, sie leben in Assoziationen der augenblicklichen sinnlichen Umwelteinflüsse, und der Mensch denkt in sprachlichen Begriffen. Ein taubgeborener Mensch kann zumindest die Gebärdensprache erlernen; denkt er dann in den Begriffen dieser Gebärdensprache? In den symbolischen Gesten, die für Begriffe wie "kalt", "Mensch", "gehen" usw. stehen?

Ich würde mich unglaublich freuen, ein paar Antworten zu bekommen, die nur taube Menschen selbst geben können. Danke schon im Voraus.

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