Haben Soziale Medien das politische Klima versaut?

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6 Antworten

Ich würde das eher mit nein beantworten. Aber gleichzeitig bin ich der Ansicht, daß es auch eine große Anzahl sozialer Medien gibt, die lediglich die Funktion eines von einer schon immer versauten Politik ausgestreuten Trojaners haben - sie werden für nützlich gehalten, und keiner merkt, wem es wirklich nützt.

Je uneiniger sich Menschen untereinander sind, desto mehr nützt es denen, die sich darüber völlig einig sind, die Uneinigkeit der anderen auszunutzen.

Es ist nicht notwendig, jedes und alles als ein von einer sog. Elite geschaffendes Übel anzusehen. Aber es ist durchaus nützlich, wenn man trotzdem bei diversen Dingen einmal um die Ecke denkt und sich dabei auch Umstände bewußt macht, die zwangsläufig existieren:

Gäbe es keine Einbrecher, dann wären Versicherungen gegen Einbruch sinnlos, und Versicherungskonzerne hätten deutlich weniger Einnahmen.

Wäre niemand krank, dann hätten Ärzte (sofern es sie noch gäbe) ein ganz erbärmliches Dasein, und auch Pharmakonzernbosse müßten möglicherweise ihr Einkommen mit Flaschen sammeln aufbessern.

Auch einige "soziale Medien" (was "sozial" dabei soll, bleibt mir unerklärlich) haben eine wichtige Funktion, weil sie sich gut als Grundlage für Karrieren politischer Schreihälse verwenden lassen.

Im Endergebnis sehe ich alles so, daß eine schon immer versaute Politik die Ursache dafür ist, daß es auch solche "sozialen" Medien gibt, die sich überwiegend durch ein riesiges Maß assozialer Denkweisen und gegenseitier Anfeindungen auszeichnen.

Versaut? Weiß ich nicht. Verändert? Definitiv.

Früher gab es halt nur relativ wenige die Medien geschaffen haben (Zeitungen, Radiosender, Fernsehsender, Magazine) und der Rest musste konsumieren.

Nun kann sich jeder äußern und wahrgenommen werden, viele der etablierten Medien bekommen die Entwicklung aber nicht auf die Kette und stehen hilflos am Seitenrand. An und für sich ist diese Entwicklung aber positiv! Nur was einige daraus machen eben nicht.

Ich denke das wird sich wieder bereinigen. Im Falle von Trump vielleicht mit einer Amtsenthebung. 

Apfelkind89 27.02.2017, 18:01

Wo ist das Problem mit Trump in diesem Fall? Er ist doch eigentlich der erste politische Player, der dieses Werkzeug wirklich so wichtig nimmt, und das hast du doch als positiv dargestellt?

Mir fällt häufig auf, dass es als selbstverständlich dargestellt wird, dass alles was Trump macht, schlecht ist, weil es nicht der eigenen Meinung entspricht. Dabei sollte man bedenken, dass vermutlich die Hälfte der Bevölkerung ihn aus den selben Gründen gewählt haben. Auch in Deutschland sehen das bestimmt viele Leute anders, als unsere Medien suggerieren wollen, nur würde man das in der Regel nicht öffentlich sagen, auch ich nicht.

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Klaus Kleber wird das sicher auch so sehen. Allerdings ermöglicht es die Informationsrevolution nunmehr der breiten Masse, die Nachrichten, die uns Leute wie Kleber als Fakten verkaufen, auch auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen (Google: Programmbeschwerden). Daß das nicht auf ungeteilte Gegenliebe stößt, ist klar. Und wer zunehmende Meinungsvielfalt und kritisches Hinterfragen als "politisches Klima versaut" bezeichnet, der muß schon ein ziemlicher Antidemokrat sein.

Nein, nicht wirklich.

Die sozialen Medien haben lediglich dafür gesorgt, dass der Stammtisch sich vergrößert hat. Wo früher noch der halb angetrunkene Stammtischbruder schweigend am Tisch saß, weil ihm keiner mehr zuhört, hat er jetzt plötzlich Millionen von Zuhörern und kann sich so seine Selbstbestätigung holen.

Ich denke, dass sich dadurch nicht so sehr viel geändert hat. Diejenigen, die sich nicht wirklich für das Thema interessieren, werden sicherlich nur diese kurzen Mitteilungen lesen, aber die ließen sich früher genauso durch die tendenziösen Informationen unserer Qualitätsmedien hinters Licht führen. Der Unterschied ist nur, dass heute auch die eigentlich Desinteressierten von jeder Sau, die durchs Dorf getrieben wird, erfahren. Problematisch finde ich, dass sich so viele vor den Wagen spannen lassen, und aufgrund ihres beschränkten Horizonts hysterisch reagieren.

Wenn man es genau wissen möchte, musste man schon immer mehr Energie investieren.

Die sozialen Medien haben aber auf jeden Fall auch positive Seiten: Der Präsident beispielsweise verkündet häufig Dinge per Twitter, was zwar auch Nachteile hat, aber so kann man sicher sein, dass die Informationen nicht durch die Medien verfälscht wiedergegeben werden, was leider in unseren Mainstream-Medien sehr häufig auffällt (vorausgesetzt, man investiert die Zeit, sich die Originalquellen auch anzusehen).

Auch früher wurde schon mit Schlagzeilen Meinung gemacht (Bild Zeitung) und am Stammtisch wurde auch nicht gescheiter gelabert als heute.

Das Dumme am Internet ist nur, dass jetzt in kurzer Zeit sehr viel mehr Menschen erreicht werden und jeder Depp "Nachrichten" basteln kann, ohne auch nur ein Mindestmaß an journalistischer Kontrolle durch Kollegen und Chefredaktion.

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