Haben sich andere Staaten bei Deutschland entschuldigt?

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3 Antworten

Interessant, deine Frage. Mir kam sie ebenfalls bei den Berichten über den Krieg in Syrien, bei dem die zivilen Opfer beklagt wurden und als Kriegsverbrechen bezeichnet wurden. Ob Kriegsverbrechen oder Kollateralschäden will ich nicht diskutieren.

Jedenfalls haben die gleichen kriegsführenden Parteien im 2. Weltkrieg bewusst deutsche Zivilisten getötet. Es entsprach ja auch dem Morgenthau-Plan, die Zahle der Bevölkerung Deutschlands an die Zahl der Briten oder Franzosen anzugleichen. Es gab nach dieser Meinung einfach 30 Millionen Deutsche zu viel.

Zu deiner Frage: Es wäre angebracht, dass sich unsere Kriegsgegner für die Opfer unter der deutschen Zivilbevölkerung entschuldigen. Schließlich hat man mit der Bombardierung kriegsunwichtiger Städte und reiner Kulturgüter Kriegsverbrechen begannen (nach heutiger Definition). Am schlimmsten empfinde ich die Jagd der Tiefflieger auf die Flüchtlingstrecks aus den deutschen Ostgebieten oder die Versenkung der "Wilhelm Gustloff", der größten Schiffskatastrophe bisher.

So, nun habe ich einiges genannt, was der Fragesteller vermieden hat.

Nachtragen möchte ich, dass es einige Entschuldigungen gab.

Was leider bisher zu vermissen war, ist eine Entschuldigung der Polen, Tschechen, Slowaken und Russen für die knapp 2 Millionen deutschen Zivilisten welche nach dem Ende des WK II bei der Aussiedlung der Deutschen aus den Gebieten östlich der Oder/Neisse Linie um das Leben gekommen sind.

Dieser ganze Thread läuft allmählich völlig aus dem Ruder.
Die ursprüngliche Frage drehte sich um eine Abbitte anderer Staaten gegenüber Deutschland in Zusammengenhang mit Kolonialpolitik.

Die hat der FS dann in Kommentaren angedeutet auf das Thema Kriegsverbrechen im 1. WK ausgeweitet, will aber nicht für Klarheit sorgen.

Und jetzt plötzlich geht es gar nicht mehr um die Eingangsfrage, sondern um Kriegsverbrechen der Alliierten im 2. WK mit dem Hinweis, der FS habe dieses Thema vermieden.

Mir wird das alles viel zu durcheinander.

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Da Deutschland nie eine Kolonie war, gibt es auch keine ehemalige Kolonialmacht, die sich entschuldigen könnte.

Die Besatzung nach dem 2. Weltkrieg war schließlich keine Kolonisierung, falls Du das meinst.

Nein.

Es ist schon bedenklich, dass die meisten Likes bei deiner Frage für eine Antwort (susicute) gegeben werden, die schlichtweg unsinnig ist. Kaum ein seriöser Historiker, der sich in das Thema eingearbeitet hat, würde heute noch eine Hauptschuld Deutschlands am Ersten Weltkrieg behaupten. Das ist sicher ganz angenehm für den ein oder anderen Deutschen, der denkt, dass damit die Aufarbeitung der deutschen Geschichte in diesem Aspekt nicht mehr stattfinden müsste - was durchaus trotzdem stattfinden muss. Doch wer den Mythos der deutschen Hauptschuld weiterträgt (oder bei den noch geringer gebildeten Mitbürgern sogar eine Alleinschuld), ruft genau das Problem hervor, andere Länder von der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit abzuhalten. Da meint man, das öffentliche Agieren Christopher Clarks, 2014, hätte irgendwas gebracht, damit die Wissenschaft hier mal die Öffentlichkeit erreicht. So einfach ist das offensichtlich nicht.

Es gab nie eine Entschuldigung für Deutschland, wie ich jetzt wohl feststellen muss. Ich habe mich nur danach informieren wollen ob es das mal gab. Weder trug Deutschland die Allein- oder Hauptschuld beim Ersten Weltkrieg noch die Alleinschuld beim Zweiten Weltkrieg.

Deutschland hat sich für vieles entschuldigt. Ehemalige Entente und Russland anscheinend nicht. Jeder hat Dreck am Stecken und ich finde es nur komisch, dass sich nur so wenige Staaten entschuldigen. 

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@JoshuaTheater Am Zweiten Weltkrieg war auf jeden Fall Deutschland schuld (Das werde ich auch nicht mit dir ausdiskutieren).

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@Jonnymur

Nicht alleine. Nach dem Ersten Weltkrieg haben die Siegermächte entschieden Deutschland finanziell auszuquetschen. Hätten sie es damals wie Preußen es mit Österreich getan hat gemacht (also den ehemaligen Feind als späteren Verbündeten zu gewinnen) hätte es nicht zum Weltkrieg kommen müssen. 

Es ist verständlich dass es dann zum Krieg kam nachdem das deutsche Volk so erniedrigt wurde. Und nur der Versailler Vertrag und die durch ihm entstandene Krise hat Hitler die Möglichkeit gegeben an die Macht zu kommen. Am Zweiten Weltkrieg hatte Deutschland vielleicht die Hauptschuld aber ganz sicher und ohne Zweifel haben die Siegermächte des Ersten Weltkrieges einen großen Teil dazu beigetragen. 

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@JoshuaThaeter

Das halte ich für sehr einseitig und eindimensional argumentiert. Du vergisst dabei andere, genauso wesentliche Faktoren:

  • Unerfahrenheit der deutschen Bevölkerung mit der Demokratie
  • Zahllose traumatisierte Ex-Soldaten und Unmassen von Handfeuerwaffen > "Frontkämpferbünde"
  • "Kinderkrankheiten" in der Weimarer Verfassung (z.B. keine Mindestanzahl von Wählerstimmen für parlamentarische Sitze von Parteien)
  • z.T. totale Unfähigkeit vieler Reichsregierungen, die zur Verelendung ganzer Bevölkerungsteile führte
  • Zunahme des politischen Extremismus bei gleichzeitig hoher Gewaltbereitschaft > Bürgerkrieg 1918-19, Putschversuch München 1923

Bestimmt gibt es noch mehr Faktoren, dies hier sind diejenigen, auf die ich aus dem Stand komme.

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@JoshuaThaeter

Hätte man uns nicht diese Republik aufgezwungen und Wilhelms Sohn eingesetzt, hätte man vieles verhindern können. Demokratie ist ja schön und gut. Doch die Republik kann man einfach nicht gut-heißen. 

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@JoshuaThaeter

Kann es sein, dass Du gerade ein paar Dinge durcheinander bringst?

Wilhelm II wurde nicht eingesetzt, und er ging vor Gründung der Weimarer Republik ins Exil. Und die Weimarer Republik wurde "uns" auch nicht aufgezwungen.

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