Haben es Frauen in Deutschland in Männer dominierten Berufen immer noch schwer?

13 Antworten

Spannende Frage, ehrlich gesagt und absolut brennendes Thema.

Vielleicht sollten wir beginnen damit, dass Du ja eine Position in dem Thema hast und die Frage gar nicht neutral formuliert ist, sondern Du gleich im ersten Satz schreibst, dass Du von gesellschaftlicher Benachteiligung ausgehst.

Ich z.B. tue mich schwer, das so zu behaupten. Gerade in social media Kreisen haben es Frauen deutlich leichter. TikTok scheint für Dich ein zentrales Ding zu sein, aber wenn ich mal die top 100 anschaut, sind da deutlich mehr Frauen zu sehen https://nindo.de/charts/tiktok/rank).

Ich finde allerdings problematisch, dass bei diesen Mann-Frau-Debatten oftmals viele Dinge über einen Kamm geschert werden, die man eigentlich differenzieren müsste. In Deinem Beispiel führst Du z.B. an, dass es irgendwie um Beleidigungen und einen Rechtstreit darum gab - ich denke das hat einfach nicht mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit Prominenz. Wenn man auf einer Bühne steht, dann wird man beklatscht und mit Tomaten beworfen. Das war schon immer so, wird auch immer so bleiben.

Ich würde zum Beispiel eher sagen, dass Männer oder Frauen es nicht prinzipiell leichter oder schwerer haben, sondern die Herausforderungen im Leben je Geschleicht einfach UNTERSCHIEDLICH sind. Nehmen wir mal dieses große Gehaltsthema, was immer eine Rolle spielt. Wenn wir mal die exakt gleichen Jobs miteinander vergleichen, haben Frauen 4-6% weniger Geld. Jetzt kann man gleich sagen: das ist unfair. Aber man kann ja auch mal weiterschauen, wer arbeitet denn mehr. Und da zeigt sich: Männer machen für das Geld deutlich mehr Überstunden - sogar so viel mehr, dass (auf die Stunde gerechnet) Frauen besser verdienen als Männer. Es ist also immer die Frage, was man wie gegenüberstellt. Wer bekommt für was eigentlich Geld? So war früher Geld als eine Form der Ent-Schädigung verstanden. Jobs waren körperliche Arbeit, die zum Verschleiß und Schaden des Körpers geführt haben. Das tun viele Jobs auch heute noch, wird in der Debatte aber nie mit "eingerechnet". So gibt es neben einem Gender-Pay-Gap auch einen Gender-Death-Gap: 96% aller tödlichen Arbeitsunfälle passieren Männern. Wie gesagt, ich will keine Seite besser oder schlechter dastehen lassen.

Was finde ich aber wichtig? Du sprichst von Frauen in Männerberufen. Du hast recht: in manchen Sparten gibt es viel weniger Frauen als Männer. Oftmals interessieren sich auch viel weniger dafür. Ich bin für Chancengleichheit: die Frauen sollten die gleichen Chancen in dem Bereich haben wie Männer. Wenn also eine Frau motiviert ist in solch einem Job zu arbeiten, sollte man das nicht pauschal ablehnen, sondern durchaus fördern. Und da wiederum hat sich in den letzten 15 Jahren erheblich viel getan.

Liebe Grüße von einem Mann in einem Frauenjob ;)

Den Gendergap gibt es sicher nicht, weil Männer mehr Arbeiten. Jedenfalls nicht, wenn es keine Kinder gibt. Sobald Kinder vorhanden sind, muss Frau sich kümmern, und der Mann macht Karriere. Oder muss. Denn es herrscht eine systematische gewollte Diskriminierung und Behinderung von Müttern. Auch Vättern in dem Sinn, dass es nicht akzeptiert wird vom Chef, wenn Männer fehlen, wenn ein Kind krank ist oder es abholen gehen usw. Und dann kommt noch die massive finanzielle Diskriminierung, eher Bestrafung. Ein Paar das Gleichberechtigung leben wollen würde, mach finanziell und karrieretechnisch so minus, dass das niemand machen (kann). Niemand so offensichtlich wie die SVP in der Schweiz. Die Schulzeiten sind so absurd und unkoordiniert, dass jemand zuhause sein muss. Bei einem Mann wird das annähernd nicht akzeptiert. Er wird gekündigt oder als Lachnummer der Kollegen gehandelt. Männer, vor allem Väter, hätten also eigentlich viel emanzipatorische Arbeit vor sich. Nur tut sich da feige nur bei wenigen mutigen was.

Aber der verdienst bei gleicher Stellung ist nicht Mal das Problem, der Gendergap ist so brutal, weil Frauen nicht befördert und nicht für höhere besser bezahlte Jobs gefördert werden.

Beim Rest bin ich plus minus einverstanden, obwohl ich wette du bist in hoher Stellung in deinem Frauenberuf. Und als Person in höherer Stellung bist du automatisch im "Männerberuf".

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@Nazgul89

Hi Nazgul. Sei mir nicht böse, aber wer von "feige" gesprochen wird, dann klingt für mich in erster Linie durch, dass Du eine sehr starke persönliche Meinung dazu hast. Und das ist voll okay, aber lass uns bitte noch mal bewusst machen, dass es sich um ein sehr politisches Thema handelt, zu welchem Jede(r) automatisch eine Meinung hat.

Jetzt kommen in Deinem Kommentar gleich ganze Salven an Beispielen, die Deine Position stützen. Und ich denke das genau ist ein wenig das Problem der Annäherung: hier werden stets Verrechnungen geführt, was gegen was verrechnet und als Argument angereichert werden darf. Und ich will nur an einer einzigen Sache stehenbleiben, der Frage: wie kommt es zu 4-6% Gehaltsunterschied bei gleicher Stelle? Eine endliche Antwort gibt es darauf nicht. "Systematische diskriminierung von Frauen" ruft die Soziologie - eine Wissenschaftliche Disziplin, die von vornherein in ihrem Verständnis der Welt festgeschrieben hat, dass es immer die äußeren Umstände sind, die ein Individuum prägen. Aber das ist eben nur eine Wahrheit. Wie sieht es aus mit Verhandlungsgeschick/ eigenen Gehaltsvorstellungen und Ansprüchen, etc. - das wiederum betrachtet die Soziologie ja nicht. Vielleicht die Psychologie.

Ich finde übrigens problematisch, dass wir bei der Diskussion um Gender-paygaps einen Ost-West-Paygap (der größer ist) unter den Tisch fallen lassen. In dieser gesamten Diskussion klage ich über 2 Probleme: a) was ist das "big picture" - Männer-Frauen-Gesellschaftsdiskurse sind ja nur ein Teil gesamtgesellschaftlicher Themen, die andere möglicherweise verdrängen. Und b) was hat das mit Einzelfällen zu tun? Und das glaube ich bringt uns voran: was kann die einzelne Frau tun?

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Eher weniger.

Da wo es eindeutig für Frauen "schwerer" wird liegt es in meiner Erfahrung eher daran, dass sie Opfer ihrer eigen Rollenbilder werden. D.h. da wo der Job eine gewisse Aggressivität, Durchsetzungs- und Durchhaltevermögen und einen Teil Selbstaufgabe verlangt versuchen sie zu oft das aufoktroyierte Frauenbild zu replizieren (sanft, ausgleichend, nachgiebig, friedlich, kompromissbereit usw.), dass geht dann sehr oft daneben.

In den mittleren Führungsebenen erlebe ich zur Zeit eine Bevorzugung von Frauen unabhängig von der Qualifikation, was mittelfristig eher gegen die Frauengleichheit wirkt (das wird überwiegend aus der PC-Ecke der Administrationen/ Personalleitungen getrieben ich vermute, dass sich das selbst korrigiert, wenn die wirtschaftlichen Erfolge ausbleiben).

Auf der Arbeitsebene/Expertenebene sehe ich überhaupt keine Unterschiede, weder gehaltlich noch vom Aufgabenumfang. Die Gehaltsschere geht erst nach Elternzeit und Teilzeitperioden auseinander (ist ja aber letztlich auch gerechtfertigt). Echte Gleichheit kann es hier nur geben, wenn die Gesellschaft für eine vollumfängliche Kundenbetreuung sorgt und letztlich auch die Indoktrination auf Ungleichheit aufspürt und untersagt.

Natürlich gibt es auch viele ältere Netzwerke die eben aus einer Zeit erhöhter Ungleichheit stammen und Frauenkarrieren nicht unbedingt verhindern, aber zumindest skeptischer betrachten, aber das Problem löst sich von selbst.

Wenn du keinerlei ahnung hast, dan halt einfach deinen Mund.

Aber ja, das ist sehr beliebt von Männern, die Opfer sind selber Schuld. Die Vergewaltigungsopfer, die Frauen, dies systematisch versklavt Zwangsverheiratet und gekidnappt werden und rechtlich benachteiligt wie ach die hiesigen Frauen, die keinen Biss haben.

Dann erkläre ich dir Mal was Diskriminierung und Sexismus bedeutet, wovon du ganz offensichtlich vor allem Ahnung im ignorieren hast.

  • wenn Frauen nur halb so viel Biss und Durchsetzungsvermögen zeigen, werden die frühzeitig als ekel, Räff und bösartiges Weib geoutet. Erst von konservativen Frauen, wenn sie sich aber bei diesen Geltung verschafft und einen der wenigen Chefs findet, die Frauen vor allem nach Leistung beurteilen und mit taffen Frauen kein Problem haben, rotten sich Mäner wie du zusammen um gemeinsam aufmüpfie erfolgreiche unter allen Mitteln zu bodigen und zu bekämpfen.
  • Nicht das die rauen das nicht wissen würden die meisten verzichten dann auf Aerger und Kampf. Denn Karriere bedeutet für eine rau nicht nur 10 mal besser zu sein wie jeder Mann um überhaupt wahrgenommen zu werden.
  • Es bedeutet auch Mobbing und kollektives Ausgrenzen durch die Männer- also alle anderen- und trotzdem erfolgrech sein müssen.
  • Frauen werden schon gar nicht als fähig undals Führungskraft auxh nur wahrgenommen.
  • Ein typischer hardcore sexist- und davon gibts Massen, um nicht zu sagen die meisten Männer, sehen Frauen im Beruf als unfähig an, selbst wenn sie im objektiven Wettkampf gewinnen und gewinnen.
  • Wie selber erlebt wird dann ein rfolg unter den Teppich gekehrt und nicht darüber geredet, und so kann man die Mär von den unfähigeren Frauen, die nict geeignet sind für Chefposten wahren.
  • Die Diskrminierung von Frauen ist massiv und alltäglich. Sie fängt ei den Kleidern an. Natürlich gibt es das auch bei Männern, aber niemals so extrem und endgültig wie bei Frauen. Es reicht nicht dem bevorzugten Frauentypus anzugehören, schicke Tshirts zu bevorzugen statt steife Blusen. Zu viel Schkike zu wenig oder ganz schlimm Lederkleider berechtigen zur Karrierezerstörung .

Bevorzugung von Frauen unabhängig von der Qualifikation, was mittelfristig eher gegen die Frauengleichheit wirkt 

Nein. Je mehr Frauen, desto mehr wird es geben. Und jede Frau die es bei euch in der IT soweit schafft ist welten besser wie jeder Mann. In der IT ist (fast) sowieso jede Frau besser geeignet im Management als jeder Mann. Die verlieren sich nämlich nie so extrem in irrelevanten technischen Details, sind sozialkompetenter (auch wenn du es nicht hören magst das a und o im Management) und bewahren die Übersicht.

Egal wie dumpfe Typen wie du in pure Egoismus Narzissmus und völliger Unfairness gegen fair beühte Frauen pöbelt, ihr werdet untergehen. Müsst. Weil sonst unsere Wirtschaft an Konkurrenzkraft einbüsst.

Wir brauchen kompetente Führungskräfte, nicht Männer.

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@Nazgul89

Oha, bist Du von der feministisch inspirierten Gesinnungspolizei? Du musst auch nicht dem Rollenbild des Dummerchens gerecht werden, lies einfach die Frage nochmal und dann wird Dir vermutlich, auch wenn Du unter Testosteronmangel leidest klar, dass sich meine Antwort auf die Frage nach beruflicher Diskriminierung bezieht und ich von meinen Erfahrungen in meinem Umfeld spreche. Und meine Aussagen beschreiben die Realität in einem ehemals typischen Männerberufsumfeld, das in den letzten 25 Jahren zunehmend auch von Frauen erschlossen wird.

KA was Du mit IT meinst? Bei uns geht es um qualifizierte Experten im globalen Versicherungswesen und um Ingenieure und Naturwissenschaftler im Risikomanagement und Risikoanalyse. Ich bin seit mehr als 35 im Geschäft und bei uns wurden Gleichheitsfragen schon diskutiert bevor Du Deinen ersten PC-induzierten Östrogenstau hattest.

Meine Erfahrungen werden auch recht nett durch die wichtigsten Frauen in meinem Leben bestätigt, nicht zuletzt weil Frau, Tochter & Schwiegertochter vermutlich über mehr MINT-Abschlüsse verfügen als Du nachvollziehen kannst und tatsächlich in der Lage sind die Realität zu analysieren anstelle halbgare Feminazi-Ideologie von sich zu geben um ihr Versagen zu kaschieren.

Also, weniger pöbeln und mehr diskutieren. Glück-auf!

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Ja, selbstverständlich, Misogyne Prägungen der Gesellschaft verschwinden nicht einfach, die sind in unser aller kollektiven Unterbewusstsein.

Allein der Aspekt wie unterschiedlich "ein Kind bekommen" wirkt. Bei der Frau hat man Angst dass sie danach mehr Zeit mit der Familien verbringen will, die Karriere leidet, sie öfter nicht da ist.

Beim Mann ist es nur was positives. Er hat Ausgleich von der Arbeit, er sorgt für seine Familie, ein starker gesunder Mann!!

Das beyaote ich nicht einfach, das zeigt sich in den Karrierechancen nach dem Vater/Mutter werden

Z.B musst die Influcencerin und Tiktokerin Dilo, die als einzige Frau in der Top 5 in den Tiktok Charts- Deutschland ist berichtet immer von Frauenfeindlichen Allianzen ihrer männlichen Konkurrenten. Sie ist auf dem 2.Platz.

Was hat diese Tätigkeit mit der Ausübung eines Berufes zu tun?

Das ist auch ein Full-Time Job.

Da sie 10h am Tag live ist.

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@wattdennnu2

Nichts genau definiertes lol

Höchstens dass man einen Beruf meist länger ausübt als einen Job. Mehr nicht

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Ja.

Erst, wenn es auch weibliche Friedensrichter gibt, dann besteht Gleichstellung bei der Ausübung dieses Amtes.

Gibt es doch schon.

Und dann wäre die Korrekte Form

Friedensrichterin.

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@trans643

Die Muslime dulden keine Frau als Friedensrichterin, oder hat sich da was geändert?

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@marylinjackson

Es gibt schon eine Friedensrichterin.

Zwar ist sie Cis und nicht Trans aber ja gibt es

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und mindestens 40% Politikerinnen und ceo,

Frauen mindestens 40% des Vermögens besitzen.

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