haben die Germanen zuallererst in Deutschland gelebt?

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10 Antworten

Hi.

Wenn Du den geographischen Raum Deutschlands meinst, dann sind die ältesten Funde 700.000 Jahre alt und man vermutet die erste dauerhafte Besiedelung so ab vor 500.000 Jahren durch homo heidelbergensis. Also noch nicht mal homo sapiens, der kam vor ca. 40.000 Jahren aus Afrika. So ab 5600 v.Chr kamen aus dem Nahen Osten jungsteinzeitliche Bauern/Viehzüchter nach Süddeutschland (nennt man Linearbandkeramische Kultur) und die kamen dann bis 4000 v.Chr. auch in Norddeutschland an. Und haben die mittelsteinzeitlichen Jäger & Sammler (wahrscheinlich langsam) verdrängt.

Germanen kommt von germanoi, und das war der Name der Griechen für die Großgrupe der barbaroi (also Nichtgriechen), die zwischen den Kelten und den Skythen gelebt haben. Das war nie ne Selbstbezeichung, außer vll später in der Romantik unter Nationalisten, die verzweifelt auf der Suche nach "völkischen Wurzeln" waren. Der Begiff kann aber noch nicht so alt sein, ich schätze frühestens 1000 v.Chr, eher später.

Wenn Du den politischen Raum Deutschland meinst, dann kann man frühestens ab 900 n.Chr von "Deutsch" reden. Da haben dann die germanischen Stämme der Franken, der Sachsen, der Bayern, der Thüringer, usw. gelebt. Und dann könnte man das so stehen lassen, weil das ostfränkische Reich noch nicht so weit nach Osten ging, dass auch slawische Stämme dabei waren.

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Nein. Auch abgesehen von dem Umstand, dass es "Deutschland" noch gar nicht gab damals: auch in dem Gebiet, welches heute Deutschland darstellt, gab es vor-indogermanische Bevölkerungsgruppen.

Es gibt sehr alte Funde in Deutschland (40.000 Jahre alt und älter), dies waren mit Sicherheit keine Germanen (der Begriff "Germane" macht erst wesentlich später Sinn). Vielleicht sagt dir der "Hohle Fels" (bei Schelklingen in Württemberg) etwas.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hohler_Fels

Zudem gibt es auch Funde von Menschen, die älter als die meisten Homo sapiens Funde in Deutschland  sind. So z.B. natürlich vom Neandertaler, und vom "Heidelberger Mensch" (Homo erectus heidelbergensis).

https://de.wikipedia.org/wiki/Unterkiefer_von_Mauer

Viel, viel später gab es Kelten (z.B. in den Gebieten, die heute Süddeutschland, Schweiz, Österreich sind). Natürlich gab es auch Germanen, zunächst überwiegend in Norddeutschland, diese zogen weiter nach Süden (vor allem nach dem Zusammenbruch des römischen Imperiums) und allmählich wurden diese Gebiete in einem weiten Sinne "deutschsprachig" - wobei man hier erst mal von einem Althochdeutsch sprechen muss (später Mittelhochdeutsch). 

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Von "Deutschland" kann man frühestens 843 n.Chr. sprechen, nämlich von dem Gebiet das Ludwig dem Deutschen dem Frommen zugewiesen worden war. Das heutige Frankreich wurde dagegen Karl dem Kahlen zugewiesen. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_der_Fromme#/media/File:843-870_Europe.jpg

Die Menschen im damaligen Deutschland waren überwiegend Germanen, neben einigen Kelten und Slaven. In Frankreich war die Herrschaftsklasse damals ebenfalls germanisch, aber ein Großteil des Volkes Nachkommen von Römern. Da der christliche Glaube und die Bibel und die dort noch vorhandenen  römischen Verwaltungsstrukturen als bevorzugte Sprache Latein hatten, einigte man sich in Frankreich auf die Handels- und Verwaltungssprache Latein. Im damaligen Deutschland dagegen gab es kaum Römer und somit auch niemand der Latein sprach. Deshalb einigte man sich dort auf Deutsch. So kam es zur Trennung der Frankenreiche und zur "Erbfeindschaft" zwischen Frankreich und Deutschland - die, der Vernunft sein dank, mittlerweile überwunden ist.

Das heutige Siedlungsgebiet der Deutschen wurde nach der letzten Eiszeit vor ca. 15- bis 20.000 Jahren mit dem Rückgang des Eisschildes natürlich von Süden besiedelt. Vermutlich überwiegend von Menschen aus der Region des Schwarzen Meeres. 

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Es haben zahlreiche Germanenstämme in Skandinavien und Mitteleuropa gelebt.

Erst seit dem 19. / 20. Jahrhundert gibt es Forschungen, die zum Ziel hatten, eine nationalkulturelle Identität und führte zu einer Konstruktion von Geschichts-Kontinuität, mit der die Herkunft "eines germanischen Volkes" belegt werden sollte und  mündete in die in nationalsozialistischen Anschauungen.

Viele dieser "Erkenntnisse" lassen sich nicht aufrecht erhalten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Germanen

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Nein. Es gab noch kein Deutschland, als die Germanen gelebt haben.

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Gehen wir mal langsam rückwärts auf dem Zeitstrahl:

Deutschland gab es noch gar nicht, zur Zeit der Germanen. Nationalstaaten, wie wir sie heute kennen, sind erst im 19. Jahrhundert entstanden. Deutschland als Nationalstaat gab es erst von 1871 bis 1945 und seit 1949 wieder bis heute (bis 1990 gab es sogar gleich zwei Staaten, die Deutschland sein wollten). Unsere Nationalhymne erinnert mit dem Wort "Einigkeit..." noch daran, dass die nationalstaatliche Einheit lange Zeit mehr ein Ideal, als eine Realität war.

Vor dem Deutschen Kaiserreich gab es den Deutschen Bund und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, welche jedoch eher lockere Bünde aus verschiedenen Ländern waren. "Deutsche Lande" waren lange Zeit ein Plural. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ist wiederum aus dem östlichen Teil des Frankenreiches entstanden. Die fränkischen Könige hatten verschiedene andere Germanenstämme gewaltsam unterworfen. Im Verlauf des Mittelalters wurden aus Stämmen langsam Staaten (wenn auch noch nicht im modernen Sinne). Der Titel "Herzog" erinnert noch an die Stammesstrukturen. Der Herzog war derjenige, der vor dem Heer herzog.

Volksgruppen, die man als Germanen klassifizieren kann, siedelten vor der Völkerwanderung in Gebieten, welche heute Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Dänemark, Schweden, Norwegen, Deutschland, Polen Tschechien gehören.

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In der Region,die wir Deutschland nennen, sind vermutlich seit 1000en Jahren alle möglichen Völker durchgezogen. Germanen, Slawen, Kelten, Griechen, Römer, Goten,Hunnen...Skythen, etc.. etc...etc... Ja, Germanen waren auch darunter. Unter anderem.

Wir sind wohl das gemischteste Volk in Europa.

Finde dich damit ab.



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Deutschland hat es zur Zeit der Germanen nicht gegeben.

Und vor den Germanen gab es die Kelten, die Schnurbandkeramiker und noch zig andere Kulturen.

Die Germanen waren relativ spät da.

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Hallo, ganz einfach, Hier in Europa, gab es ein Volk namens Kelten. Die Germanen sind aus einer Völkerwanderung die aus Nordindien ausgelöst wurde (Arier, aber bitte nicht dieses Traumgebilde der Rechtsradikalen, dass aus den Haaren eines Kultes, des dritten Reiches herbeigezogen wurde), die nach Europa gewandert sind und sich dann überall, mit der Vertreibung der Kelten, niedergelassen haben. Aus Indo - Germanen wurden Germanen. Die haben sich in ganz Europa niedergaelassen. Die meisten Stämme in Mittel - Europa. Süd-Europa waren die Dorer und Ilirer, die das Antike Helenistische Griechenland von Odyseuss eroberten. In Italien die Cherusker u.s.w.

Deutschland ist zusammengestellt worden aus mehreren Reichen und Staaten. Es bekam den Namen des unbedeutensten Stammes, nähmlich den der Teutschen. Aus Teutschland wurde dann Deutschland.

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Kommentar von OlliBjoern
04.08.2017, 00:52

Indogermanen hatten ihren vermutlichen Ursprung nördlich des Schwarzen Meeres. Es gab eine Art "Teilung" in einen europäischen Teil und einen indo-iranischen Teil (letzterer ist nach Osten und dann weiter nach Pakistan, Iran, Indien usw. gezogen).

Übrigens sind auch die keltischen Sprachen Teil der indogermanischen Sprachfamilie. Kelten wurden nicht pauschal vertrieben, vielmehr haben sie meist eine Art "Kulturwechsel" vollzogen, und haben sich römischen und später zum Teil auch germanischen Kultureigenschaften angepasst. So haben sie z.B. die festlandkeltischen Sprachen komplett aufgegeben (das Gallische hat aber etliche Wörter im Französischen hinterlassen). Nur ein paar inselkeltische Sprachen haben bis heute überlebt (Walisisch zum Beispiel).

Natürlich sollte man die Römer (Latein ist auch eine indogermanische Sprache) und die Slawen nicht vergessen, auch sie waren bedeutend (neben anderen) für die Gestaltung von Europa. Neben den Griechen. Und Albanern. Und einigen anderen.

Gerade das römische Imperium war bedeutend für "Deutschland". Und auch später hatte Deutschland enge Verbindungen zu einigen Gebieten, die wir heute "Italien" nennen.

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