Haben die Gerbstoffe der Gerber die Pest bei ebendiesen einigermaßen eindämmen können?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

"Moderne" Chemikalien wie Chromverbindungen dürften damals noch unbekannt gewesen sein. Fakt ist aber, daß die Gerber die "Qualität" der Lohe (also der gerbenden Flüssigkeit) durch simples Probieren überprüft haben, mit anderen Worten, sie haben regelmäßig ein bißchen was davon getrunken. Da die Lohe u. a. aus biologisch wirksamen pflanzlichen Substanzen bestand (Gerbsäure aus Eichenrinde, und die Gerbbottiche bestanden auch aus Holz!), hat das vermutlich durchaus eine schützende Wirkung gegen Pest und andere Krankheiten entfaltet. Aber auch die räumliche Abgeschiedenheit von anderen Personen (Gerber haben gestunken, sogar für mittelalterliche Verhältnisse!) dürfte eine gewissen Schutz geboten haben, sie kamen einfach nicht so oft mit erkrankten und damit ansteckenden Personen in Kontakt.

Woher hast Du diese Information das in Wohnbezirken der Gerberzunft die schwarze Pest weniger heftig ausbrach. Mir erscheint das bereits deshalb unwahrscheinlich, da im abergläubischen MA Menschen sofort ein Packt der Gerber mit dem Teufel vermutet hätten. Ein solcher Vorgang wäre von den Geschichtsschreiber dokumentiert worden. Selbst die Vermutung in der Gerbervierteln hätte es weniger Ratten gegeben, wird kaum zutreffend sein.

Hab ich aus einem älteren Geschichtsbuch indem es um die Pest in Köln 1349 ging.

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Zum Großteil bestanden die Gerbstoffe aus menschlichen und tierischen Ausscheidungen. Salze und ähnliche Stoffe waren zum Teil unbekannt und auch gegenüber den Ausscheidungen viel zu teuer. Es gab hierzu extra einen "Beruf".

Vielleicht hat sich daraus eine gewisse Immunität entwickelt. Oder die Rattenflöhe mochten den Geruch der Gerber weniger. Auch kann es die Haut der Gerber selber sein die sich im Laufe der Zeit mit gegerbt hat.

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