Haben die Ferienlager von heute einen großen Unterschied in den Aktivitäten von Ferienlagern aus der DDR. Was waren z,B, Aktivitäten heute und in der DDR?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Es gab Pionierlager, die zentral geleitet wurden und Ferienlager, die Betrieben unterstellt waren.

Manchmal waren Pionierlager Zeltlager. Das hing von der Jahreszeit ab. In den Ferienlagern waren die Kinder immer in festen Häusern oder eigens dafür bereitgestellten Baracken untergebracht.

Der Tag begann im Pionierlager mit einem kurzen Fahnenapell, manchmal mit Frühsport, machmal nicht. Das hing vom jeweiligen Lagerleiter und von Lust und Laune ab.

Jede Gruppe hatte eine Gruppenleiterin oder einen Gruppenleiter. Das hing von der Zuzammenstzung der Gruppen ab, entweder mehr Mädchen oder mehr Jungen. Untergebracht waren wir allerdings getrennt. Manchmal gab es auch reine Mädchen- oder Jungsgruppen, was am Alter und an den Interessen lag. Jungen konnte man eben mehr für Fußball z.B. begeistern als Mädchen.

Die Gruppenleiter(innen) waren FDJ-ler zwischen 18 und 25 Jahren.Die Freizeit wurde mit Spielen verbracht: Fußball, Handball, Volleyball, Völkerball, Schnitzeljagden; bei schlechtem Wetter gab es ineinem Klubraum (kein Zelt) Filnvorführungen oder man konnte basteln, lesen oder Gesellschaftsspiele machen.

PC gab es damals leider oder gottseidank noch nicht...
Es wurden Wanderungen in die Umgebung unternommen, Museen besucht, kurz: Sehenswürdigkeiten, die es gab, wie zum Beispiel die Wartburg bei Eisenach, die Burg Falkenstein. Was zu weit war, um zu Fuß dorthin zu gelangen, wurde mit dem Bus erreicht, der eigens dafür beordert wurde.

Abends haben wir draußen bei schönem Wetter Lagerfeuer veranstaltet, unsere Leiter haben Gitarre oder Akkordeon gespielt, und wir haben Lieder dazu gesungen, und zwar solche Lieder, die auch unsere Eltern und Großeltern schon kannten, jedoch keine Pionierlieder. Die wurden bei anderen Gelegenheiten gesungen. Am Lagerfeuer wollte die keiner singen, und wir wurden auch nicht dazu gezwungen. Immer war auch eine Nachtwanderung darunter, die für uns immer besonders interessant und geheimnisvoll war.

Lauf- und Schwimmwettkämpfe gab es. Jeder Sieger hat eine kleine selbstgefertigte Urkunde erhalten.
Die Pionierlager haben Spaß gemacht. Der Fahnenapell , der jeden Morgen um 8 Uhr stattfand, hat uns angeödet, aber wir haben ihn albernd und ohne Strammstehen!! überstanden.

Die Ferienlager:


Hier hatten wir keine Gruppenleiter aus der FDJ, sondern einige Eltern teilnehmender Kinder haben sich bereit erklärt, eine Gruppe zu übernehmen. Das war natürlich freiwillig, aber es hat immer Eltern gegeben, die das gern getan haben. In Ferienlagern gab es keinen Fahnenapell, sonst lief alles ähnlich ab.

Die meisten Kinder haben gern an Ferienlagern teilgenommen, aber es hat natürlich immer welche gegeben, die auch Heimweh hatten, was bei den meisten nach zwei bis drei Tagen vergangen war, denn unsere Tage waren immer mit Spiel und Spaß ausgefüllt, so dass keine Heimweh mehr aufkommen konnte.

Zwang und Drill gab es nicht, nicht einmal ansatzweise. Natürlich, wenn einer über die Stränge geschlagen hat, wenn Jungs sich geprügelt haben oder Mädchen im Zickenkrieg miteinander lagen, dann musste der jeweilige Gruppenleiter oder die Eltern schon mal eingreifen und schlichten.

Klamottenmobbing kannten wir nicht, weil das in unserer Erziehung keine Rolle spielte. Alle hatten diegleichen Möglichkeiten, keiner war durch Herkunft oder finanziellen Hintergrung bevorzugt oder ausgegrenzt.

Es gab auch die Ferienspiele, die während der Sommerferien stattfanden und den Kinder die Möglichkeit gaben, ihre Tage sinnvoll zu verbringen, wenn die Eltern aus irgendwelchen Gründen noch keinen Urlaubnehmen konnten und arbeiten mussten.

Der Ablauf in der Ferienspielen war ähnlich wie im Ferienlager. Nur, dass die Kinder zu Hause schliefen und nur bis Arbeitsschluss der Eltern unter Aufsicht beschäftigt waren.
Keiner musste sich selbst überlassen sein, wenn er es nicht wollte.



Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von XC600
15.04.2016, 11:41

die Kinder waren im Ferienlager keineswegs immer in festen Häusern untergebracht ........... der Betrieb meines Vaters (sehr großer Betrieb mit damals 8000 Mitarbeitern) unterhielt damals u.a. ein Ferienlager an der tschechischen Grenze ..... das waren große Zelte für jeweils 10 Leute (ich fand es furchtbar , weil immer alles feucht und klamm war wenn es tagelang regnete)......lediglich die Versorgung mit essen und Waschmöglichkeit war in festen Gebäuden .......

0
Kommentar von Huckebein
15.04.2016, 14:16

Danke für's Sternchen :)

0

Wie es heute aussieht weiß ich nicht. DDR , jeden Morgen und Abend, Apell, Bekanntgabe was so alles anliegt und Auswerdung. Immer ein Sportfest und eine Nachtwanderung, Pilze und Heidelbeeren sammeln, ein Kulturabend wo jede Gruppe sich etwas ausdenken musste. Man hat auch mal Zelte aufgestellt, den Jungs,3-5 Personen, ein Luftgewehr in die Hand gedrückt und wir durften dann über Nacht das Lager bewachen ( hab mich gefühlt wie ein König), ansonsten übliche Freizeitgestaltung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Huckebein
13.04.2016, 21:09

Ich habe einige Ferienlager miterlebt und war auch selbst Gruppenleiter. Von Luftgewehren, mit denen in der Nacht Wache gehalten wurde, weiß ich nichts, denn der Umgang mit Luftgewehren für Jugendliche unter 16 Jahren war verboten  und stand unter Strafe .
Irgendetwas musst du hier verwechselt haben...

2

Du musst mal Googln Filmprojekt DDR jugendliche. Dann kannst du dir so mehrere Sendungen anschauen, wo sie das nachgespielt haben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ferienlager von heute??? Gibt es sowas? Wahrscheinlich nur für schweres Geld - wie so alles hier in diesem Land!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von AntwortTT
13.04.2016, 21:54

Natürlich gibts sowas! Ich geh jedes Jahr in den Sommerferien 10 Tage und ich kann's mir leisten obwohl ich 4 Geschwister habe und wir keine Milionäre sind...

1

Was möchtest Du wissen?