Haben Augenfarbe und Haarfarbe etwas mit der Sonnenbelastung zu tun?

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Das ist eine List der Natur, die ein schwieriges Problem zu lösen hatte: Wie kann ich garantieren, dass die Menschen genug gesunde, "gute" Sonne (z.B. für die Vitamin D-Produktion im Körper) bekommen, ohne von der "bösen", DNA-schädigenden Sonne Schaden zu nehmen.

Die erste Menschen in der afrikanischen Steppe waren daher dunkel (und sind es noch). Die Pigmente der Haut wirken wie eine Art Sonnenschirm für die Hautzellen und die DNA. Je mehr Sonne, desto notwendiger diese "Sonnenschirme".

Als die Menschen nach Norden wanderten im Verlauf von zehntausenden von Jahren, bekamen die dunklen Typen zu wenig Sonne für die Bildung von Vitamin D z.B. , wurden krank, starben und konnten sich folglich nicht fortpflanzen. Je heller die Haut der Wanderer war, desto größer die Chance, in den sonnenärmeren Gegenden zu überleben. So wurde die Menschheit im Norden immer heller - bis hin zu den keltischen Typen etwa in den nebligen und regenreichen Hügeln Schottlands.

Diese genetische Anpassung betraf vor allem die Hautpigmentierung, aber auch die Pigmentierung der Haare und der Augen.

Heute haben wir das Problem, dass in unserer mobilen Gesellschaft die hellhäutigen in den Süden fahren und sich den Pelz verbrennen und die DNA schädigen, während die Südländer, Afrikaner und andere, nach Norden reisen und dort nicht genug Sonne für die Vitamin D-Produktion bekommen. So leiden z.B. Afro-Amerikaner sehr viel häufiger an Krankheiten, die durch einen Vitami D-Mangel hervorgerufen werden.

Es ist ein Gleichgewicht zwischen notwendiger und schädlicher Sonneneinstrahlung, das die Pigmentierung von Menschen regelt. Es gibt dafür einen großen Vorrat an Allelen (verschiedene Varianten von Genen, die ein Merkmal betreffen). Die Folgen von zuviel Sonneneinstrahlung auf unpigmentierte Haut sind bekannt. Aber auch zu wenig UV Licht hat negative Folgen. Die Fruchtbarkeit von Frauen wird geringer, und der Mangel an Vitamin D macht krank. Da sich schon geringe Unterschiede beim Fortpflanzungserfolg einer Genvariante im Laufe der Generationen erstaunlich stark auswirken ( Zineseszins Effekt), passt sich die Hautfarbe von Menschen innerhalb von wenigen Jahrtausenden der Umgebung an. Die Pigmentierung von Haut, Haaren und Augen ist dabei ein Aufwasch. Strohblonde mit schwarzen Augen gibt es eher nicht. Blaue Augen bei Schwarzen kommen vor ➔ somatische Mutation.

Sowohl als auch. In sehr warmen Ländern haben sich über Jahrtausende dunkle Typen entwickelt, da dunkle Haut besser vor der Sonne schützt und dunkle Haare und Augen die Sonnenstrahlung besser reflektieren und deshalb nicht so stark an den Körper herankommen. Und da vor Vielen Tausend Jahren die dunklen Menschen in diesen Gegenden besser überleben konnten, haben diese sich auch besser vermehrt, weil die Disposition zu dunkler Haut, Haaren und Augen in den Genen verankert ist.

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