Haben ältere Darstellungen von der Kreuzigung Jesu unser heutiges Bild von ihm beeinflusst?

11 Antworten

Verändern wohl nicht, aber prägen schon. Wir alle sehen den leidenden Christus - gelegentlich auch den Auferstandenen. Ein triumphierender Christus ist selten, verständlich, denn der Kreuzestod und das damit verbundene Leiden ist wohl für viele Gläubige beeindruckender. Ich kann mir Jesus als strahlenden Piece-Zeichen-Sender auch kaum vorstellen, was eben auf meine sehr eindeutige Prägung hinweist. Möglicherweise sehe ich eben die Fähigkeit, Leid zu ertragen, als größeren Beweis von Stärke als die heutige Art , alles, aber wirklich alles nur "positiv" sehen zu wollen.

Ich persönlich habe keinen Bezug zu solchen Darstellungen. Kein Christ braucht irgenwelche Symbole um sich an die Leiden des Herrn zu erinnern, denn wir haben Sein Wort. Die ganze Heilige Schrift, vor allem auch das AT weisen auf Seine Leiden hin und bewegen mich immer wieder aufs Neue. Gelitten hat er wohl schon von Anfang, Seiner Menschwerdung, denn Er hatte auch menschliche Bedürfnisse und Empfindungen - dazu konnte er erkennen, wie es in den Herzen der Menschen aussieht. Das wäre auch für mich schon ein unbeschreibliches Leiden.. dann dieser Kreuzestod...da betreten wir Heiligen Boden und müssen achtsam sein, dass wir nicht über die Schrift hinausgehen, denn für uns Menschen ist dieser Schritt, diese Strafe, die ER an unserer Stelle trug gar nicht begreifen. Darum sollten wir auch mit Symbolen zurüchaltend sein, weil sie Menschenwerk sind.. Wir wissen, dass wir uns keine Bildnisse machen sollen ( Jesus, war nicht nur Mensch, Er war auch Gott, obwohl Gott nicht am Kreuz starb), weil sie vom Wesentlichen und der Realität ablenkt.

Menschliche Maßstäbe und Interpretationen haben noch nie zu einem guten Ergenbnis geführt, weil sie nur fehlerhaft sein können, vor allem wenn sie nicht von Gott gewollt sind

Freuen wir uns, wenn wir durch Seine Leiden, die ein Zeugnis Seiner unbegreiflichen Liebe sind, das Ziel nicht aus den Augen verlieren müssen, denn Christus ist auferstanden..Und eines Tages werden alle Kinder Gottes Ihn sehen, wie Er ist...freu Vorbei mit all den Kämpfen auf dieser Erde, mit all den Mißständen und Schwachheiten und Krankheit die den Menschen seit dem Sündenfall so zugesetzt haben...dann kehrt endlich Frieden ein und wir werden unausprechliche Worte hören (2. Kor.12 1-6) , die nicht für Ohren bestimmt sind, die den Heiland einst verworfen haben. http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=comment&comment_id=350&part_id=2438 Das wäre wirklich ein Thema, dass uns Menschen wichtig sein sollte und nicht irgendwelche, von Menschen gemachten, toten Dinge....

Menschen sind wohl immer von der Kultur, in der sie aufwachsen, beeinflusst und geprägt. Vor allem Bilder gehen uns tiefer als jedes gesprochene Wort. Insofern spiegeln die Abbildungen der Kreuzigung einer Epoche die gängigen Ansichten der jeweiligen Zeit wider und ihre Deutung des Kreuzestodes, damit verbunden natürlich das ganze Bild, das sie sich von Jesus gemacht hat.

Was die Abbildungen der Kreuzigung Jesu jedoch alle gemeinsam haben, ist das Lendentuch, das dem geschundenen, nackten Körper lächerlicher weise umgebunden wird. Hätten man ihn abgebildet, nackt, wie er war, so hätten alle es sehen können: der Mann ist beschnitten und somit Jude. Dieses Lendentuch beeinflusst unser Bild von Jesus bis in die heutige Zeit und ist Ursache grossen Leides. Ohne dieses Tuch hätte man zu allen Zeiten gewusst, dass das Christentum nur ein Zweig des Judentums ist, so wie die reformierte Kirche ein Zweig der katholischen.

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