Habe Zittrige Stimme, stottern wenn ich Nervös bin -,-'

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin Fachmann für Stottern und versuche, in diesem Forum alle Fragen zu beantworten, die mit Stottern zu tun haben. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du nicht stotterst. Wenn Du stottern würdest, sähe meine Antwort ganz anders aus. Wenn Du also doch stotterst, schreib mir das, gerne als Kommentar ("Antwort kommentieren") auf diese Antwort.

Kurz gesagt, leidest Du unter zweierlei: Deine "zitternde" Stimme und Dein schnelles Sprechen. Das sind zwei ganz verschiedene Dinge, obwohl sie wahrscheinlich beide durch Deine Unsicherheit, Dein schlechtes Gefühl, kurz: Deine Angst bedingt sind.

Der bedeutende Unterschied ist aber, dass Du gegen das Zittern nicht viel tun kannst. Du zitterst da nicht, sondern es zittert Dich, sozusagen. Du bist nicht die Täterin, sondern das Opfer. Es fallen mir drei Dinge ein, die Du versuchen kannst:

(1) Versuche herauszubekommen, wovor Du Angst hast. Wahrscheinlich gibt es keinen vernünftigen Grund, vielleicht aber doch. Meist gelingt es aber nicht, durch eine vernünftige Analyse seine Angst zu überwinden. Die Gründe oder nicht vorhandenen Gründe sind das eine, aber das unmittelbare Gefühl das andere. (Denk an all die Leute, die Angst vor Spinnen haben. Fast alle wissen, dass die meisten Spinnen ihnen nichts tun, ja nicht mal etwas tun können, und dennoch müssen Sie erst eine Therapie machen, um die Angst loszuwerden. Das wiederum gelingt meistens schnell und gründlich.)

(2) Wenn es darum ginge, einen Vortrag zu halten oder ein schwieriges Gespräch zu führen, wäre eine Anregung, sich gut vorzubereiten. Der Wert der Vorbereitung wird oft unterschätzt. Die Leute, die beides wirklich gut machen, sind in der Regel hervorragend vorbereitet. Wenn Du in der Kirche etwas aufsagen sollst, ist das auch ein gutes Rezept. Bei der Begegnung mit der Freundin Deines Bruders wird es nicht so einfach sein, Dich vorzubereiten. Aber Du kannst ein Rollenspiel in Deiner Phantasie machen. Stell Dir vor, Ihr trefft Euch. Was sagst Du dann / Was sagt sie dann? Und was antwortet sie dann? / Und was antwortet sie dann? Stell Dir vor, Du schreibst ein Drehbuch für eine kleine Filmszene. Es ist nicht wichtig, dass das Gespräch dann wirklich so läuft. Das wird es nämlich nicht. Wichtig ist, dass Du Dich in der Vorstellung schon mal mit der Situation befasst, so dass Du dann in der Wirklichkeit nicht so schnell panisch wirst.

(3) Ich glaube, dass Du nach und nach schon ein Vorgefühl entwickeln wirst oder schon entwickelt hast, was solche "kritischen Situationen" sind (das Aufsagen in der Kirche ist dafür ein gutes Beispiel). Mein Rat ist, solche Situationen so oft wie möglich zu suchen. Das Melden in der Schule wäre ein weiteres Beispiel. Melde Dich so oft wie möglich, das verbessert auch Deine Schulnoten! In letzter Zeit höre ich immer wieder das englische Motto "Keep calm and carry on". Das passt hier auch: Bleib locker und mach (immer) weiter. Wenn Du immer weiter machst, wirst Du auch lockerer. Du wirst sehen.

Du Sache mit dem schnelle Sprechen ist eine ganz andere. Es spricht Dich ja nicht, sondern Du sprichst. Niemand anderes als Du hat die Kontrolle darüber, wie schnell Du sprichst. Unter den Sprechflussstörungen gibt es eine Variante, die mit schnellem Sprechen verbunden ist. Diese heißt "Poltern". Polterer haben es sich zur Gewohnheit gemacht, so schnell zu sprechen, wie sie denken. Wenn sie schnell denken, kommt der Körper sozusagen nicht mit und sie verhaspeln sich. Was tun? Sich klar machen, dass es nicht notwendig ist, seine Gedanken gleich mitzusprechen, sondern dass Sprechen seine Zeit brauchen darf und im Kopf Leerzeiten entstehen dürfen. Was dabei entsteht, ist auch meist sehr viel angenehmer für den Zuhörer. Aber diese guten Ratschläge helfen auch nicht viel, wenn man es nicht macht. Mach mal kleine Experimente damit, in ausgewählten Situationen (beim Einkaufen eine Frage stellen) bewusst langsam zu sprechen, auch wenn Dir das am Anfang "komisch" vorkommt.

dankeschön für den tollen langen und hilfreichen text :)

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@Anniiiikaa

Ich finde es sehr nett, dass Du Dich bedankst. Aber ich antworte nicht nur deswegen so lang, um Dir zu helfen oder Dich zu erfreuen. Ich schreibe gerade an einem Buch mit dem Arbeitstitel "240 Fragen und Antworten zum Thema Stottern". Insofern muss ich mich bei Dir bedanken für Deine Frage, die mich veranlasst hat, so zu antworten.

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Hallo, es ist Angst, Du must Dir klar machen, dass es Deine Angst ist, nachdem Dir es bewußt wird, soll es eigentlich verschwinden. Wir haben sehr viel Ängste bewußte und unbewußte, so wie Dir geht vielen, Du sollst nicht daran denken, Dich kontrollieren.vielleicht hilft es Dir

Innerlich zerbrochen...

Guten Abend, ich schütte euch mal mein Herz aus, weil ich weiß echt nicht was ich da machen soll. Ich weiß auch nicht wie ich beginnen soll, jedenfalls, das wird ein langer Text und ich danke euch schonmal, dass ihr euch die Mühe macht, das zu lesen :/ Folgendes, ich habe seit langem gemerkt, dass ich irgendwie immer deprimierter werde… Ich weiß nicht warum, ich bin gerade in der Pubertät (16), vielleicht liegt es daran oder einfach, dass ich zu schwächlich bin im Charakter und und und. Seit langer Zeit kritisiere ich an mir alles, Aussehen, Charakter, Art, alles. Meine Freunde, Familie und sogar Fremde meinen ich wäre schön, das weiß ich irgendwie im Kopf, das hallt mir schon wieder, aber ich kann es nicht realisieren. Ich fühle mich zu dick (Essstörung? Weil ich angeblich schon ziemlich dünn sein soll), ich fühle mich schon schuldig und schrecklich wenn ich etwas gegessen habe, egal ob es nur ein Apfel war oder ein Schokoriegel, viel zu minderwertig und muss ständig weinen, weil ich in meinen Augen ein grausamer Mensch bin. Ich werde in letzter Zeit sehr schnell nervös, habe große Zukunftsängste, dass ich alles nicht auf die Reihe kriege, weil ich schon feste Pläne habe, ich fühle mich innerlich vereinsamt, weil niemand nachvollziehen kann. Ich möchte niemanden mit meinen Problemen belasten, die wahrscheinlich im Gegensatz zu anderen Menschen überhaupt keine Probleme sind, und ich weiß einfach, dass mir niemand eine gute Hilfestellung sein kann. Ich bin es eigentlich schon gewohnt auf mich allein gestellt zu sein, weil nichts klappt wie man es will wenn man es nicht selbst macht. Ich weiß nicht was in mir da vorgeht, in mir schwirren soviel Gedanken, eine zweite Stimme sagt mir jedes Mal wie schlimm ich bin, was ich alles nicht kann und und und. Es demotiviert mich sehr, das hat schon dazu geführt, dass ich nichts mehr für die Schule mache. Ich sollte mich glücklich schätzen, habe eine wundervolle Familie die ich über alles liebe, freundliche und treue Freunde an meiner Seite und lebe im Wohlstand. Trotzdem fühle ich mich einsam, ich kann mit niemandem über meine Probleme reden, weil ich mich selber schon sofort als "egoistisch" abstemple und es dann sein lasse. Ich weiß schon nicht mehr welche Ansichten ich habe, ich weiß, dass ich ein Pessimist war, aber ich versuche positiv zu denken, ich sehe in allem das Gute, aber die zweite Stimme in mir sagt trotzdem, ich wäre ein Pessimist. Ich fühle mich vor mir selbst fremd, ich weiß nicht mehr wer ich bin,ich erkenne mich garnicht…mit jedem Male sehe ich einen völlig anderen Menschen von mir. Wenn meine Freunde reden und ich etwas anscheinend "typisch" mache, dann sagen sie immer: "Ach, das kennen wir doch bei dir, du warst schon immer so und so", dann denke ich immer sie reden von jemandem anderen, obwohl ich es bin. Ich habe extreme Panikattaken wenn etwas nicht nach meinen Erwartungen läuft… Könnt ihr mir nachvollziehen? Was ist los mit mir? Danke imvoraus!

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