Habe nach Anmeldung bemerkt, dass ich in eine Internet-Abzocker-Falle getappt bin.. was nun?

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5 Antworten

Als intensiver Nutzer des Internets bin ich auch in eine solche Falle getreten. Was nun?? Ich habe dann viele Seiten gelesen und festgestellt: Gute Foren beraten in der Regel richtig. Ich will also hier nichts doppelt schreiben, einfach zusammenfassen, was passierte und wie ich rausgekommen bin. Ausgangsposition: Abo-Falle, zwei Jahre! Nach der regulären Einspruchsfrist (14 Tage) erhielt ich prompt die Rechnung. Erst hier habe ich die Falle bemerkt. Klar, soll ja auch so sein. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: 1- Anrufen 2- Schreiben Anrufen ist schlecht, weil hier meistens die nächste Abzocke wartet. 0900 und so. Also habe ich gemailt. Natürlich war man freundlich, verwies aber auf die AGB und konnte im Wesentlichen nicht helfen. Ich berief mich auf das BGB und bestehende Urteile. Eine Zahlung habe ich verweigert. Freundlichst teilte man mir mit, diese Urteile würden für meinen Fall nicht passen. Ich teilte mit, dass eine andere Rechtsauffassung des „Abzockers“ mich nicht automatisch zur Zahlung verpflichtet. Nun kommen Mahnungen. Die erste ist kostenfrei, die zweite waren es wohl auch noch, hier bot man dann schon mal Ratenzahlungen an. Ich verweigerte. Ich teilte nun meinen Standpunkt schriftlich (Einschreiben/Rückschein) mit. Nun wurde man auf der anderen Seite sauer und drohte mit Anwälten und Inkassounternehmen. Ich erhielt ein Schreiben eines Inkassounternehmens. Hier wurden mir ernsthafte Konsequenzen angedroht. Pfändung des Bausparvertrages, Beschlagnahme meines Kontos, Eintrag bei der Schufa und was weiß ich noch alles. Hierzu muß man wissen, dass sowas in der Tat möglich wäre, nicht aber ohne richterlichen Beschluss und allein um den geht es. Den haben die nicht und werden eine gerichtliche Zahlungsverpflichtung auch nie anstrengen. Es ist nämlich so: Leider ist es in der Bundesrepublik möglich, vor einem Gericht zu behaupten, A. bekäme von B. Geld und B. zahlt nicht. Dann wird eine gerichtliche Zahlungsaufforderung erlassen, ohne dass das Gericht verpflichtet ist, die Rechtmäßigkeit der Forderung zu prüfen. An dieser Stelle sollte man nun aber wachsam sein. Bekommt man tatsächlich so eine gerichtliche Zahlungsaufforderung, muss man der fristgerecht widersprechen. Jetzt passiert was Komisches. Es heißt.“Negative Feststellungsklage“. Dabei geht es darum, dass aufgrund des Widerspruches gerichtlich geprüft wird, ob eine Zahlungsverpflichtung zu Recht besteht. Bei Internet-Abo-Fallen verneinen die Gerichte eine solche Pflicht in der Regel. Das wissen auch die Abzocker. Da so eine negative Feststellungsklage aber nicht kostenlos ist, zahlt der, der das Ding verliert…der Abzocker. Was habe ich also gemacht: Den ganzen Quatsch über mich ergehen lassen, Mahnungen, E-Mails, Drohungen, bis ich dann dem Inkassounternehmen mit Einschreiben und Rückschein mitgeteilt habe, dass es mir einzig und allein um die Negative Feststellungsklage geht. Also sollen sie doch bitte aktiv werden. Hier brach dann jeglicher Kontakt ab und ich hatte wieder Ruhe. Also: Nicht verrückt machen lassen, und auf gar keinen Fall Zahlen. Geld zurückzubekommen ist viel schwerer, als erst gar keines zu zahlen. Dies ist so eine Zusammenfassung, die ich aus verschiedenen Foren erlesen habe, es tritt genau so ein, wie die beschreiben, ich habe es durch und bedanke mich mal bei denen, die auch ihre Erfahrungen mit den Internet-Abo-Fallen hier hilfreich zur Verfügung gestellt haben.

Vielen herzlichen Dank.

Danke an alle :) Wollte nur Bescheid geben, dass sich die Sache bereits erledigt hat und ich nicht bezahlt habe ;)

lg

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Diese Firma ist sehr bekannt und zwar in negativem Sinne: http://www.antiabzocke.net/innobet.php

Laut Verbraucherzentrale ist der ganze "Vertrag" ungültig, da die Kosten "versteckt" in den AGB's auftauchen. Da gibt es auch ein neueres Gerichtsurteil v. 2007.

"Versteckte Preise auf Webseiten müssen nicht bezahlt werden Gericht weist Forderungen einer Webseiten-Betreiberin zurück Besucher einer Webseite müssen gebührenpflichtige Dienste nicht bezahlen, wenn diese nur versteckt auf einer Webseite zu finden sind. Nach einem Urteil des Münchner Amtsgerichts müssen Kosten für einen Dienst auf einer Webseite klar und ersichtlich erkennbar sein. Das Verstecken des Preises in den allgemeinen Geschäftsbedingungen mache diese unwirksam.

Versteckt sich die Zahlungspflicht für einen Dienst in den allgemeinen Geschäftsbedingungen, kann diese Klausel ungewöhnlich und überraschend und damit unwirksam sein, wenn nach dem Erscheinungsbild der Website mit einer kostenpflichtigen Leistung nicht gerechnet werden musste. Dies entschied das Amtsgericht München I (AZ: 161 C 23695/05) in einem rechtskräftigen Urteil. " (Aus: golem.de)

Jetzt haben sie wohl Schwierigkeiten bekommen u. seit 2.10.08 den Preis unten links auf die Anmeldeseite getan. Aber die ändern laufend ihre Seite, da kann man sich auch nicht darauf verlassen. Übrigens sind die AGB's auch widerspruchfähig, ich wundere mich, dass die nicht schon längst von seriösen Mitbewerbern abgemahnt worden sind.

Übrigens hat die "Firma" und der Herr, der dahintersteckt mehrere solcher Fangfallen laufen:

"I-nnovative Dtl. Ltd. legt nach mit neuen Abzockseiten 13. September 2008 von Roy Behr Seitdem wir auf die Firma I-nnovative Dtl. Ltd. aufmerksam gemacht haben, dauerte es nicht lange bis weitere Abzockseiten dieses dubiosen Vereins ins Netz gestellt wurden. Auf Kundenfang ist man diesmal mit den Seiten: · areuhot.tv · jobag24.com · tippstars.de" . . . . (Viel informativer Text)

aus: fair-ebiz.org

Die AGB's sind keineswegs so versteckt, dass man sie nicht finden könnte. Rechtlich gesehen, geht das wohl in Ordnung. Hat man keine Leistungen in Anspruch genommen, sollte das gesetzlich festgesetzte Rücktrittsrecht innerhalb einer 14- tägigen Frist (?) möglich sein. Ansonsten bitte bei rechtlichen Dingen an den Verbraucherschutz wenden!

Gruß, Forenwanderer

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