HAbe mit jemanden über morden gesprochen. Und wollten jetzt Meinungen zu folgenden Wissen. Moralisch.Ob es ok ist jemand zu töten , man dadurch andere rettet?

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13 Antworten

Die Problematik besteht nicht in der Entscheidung, ein Unheil vorbeugend zu verhindern, sondern sie besteht darin, welches der richtige Zeitpunkt dafür ist und welches Mittel am verhältnismäßigsten ist.

Beispielhaft dafür ist auch, wenn jemand mit einem Messer in der Hand auf einen Polizisten zugeht und jede Aufforderung, das Messer fallen zu lassen, ignoriert. Daß der Polizist aktiv werden muß, ist klar. Offen bleibt jedoch, zu welchem Zeitpunkt er notfalls auch seine Schußwaffe benutzt.

Es bleibt also in erheblichem Maße auch immer eine Gewissensentscheidung und eine Sache der persönlichen Wahrnehmung, die von Dritten nicht beurteilbar ist.

Nichts tun und hoffen, daß es sich der andere noch einmal überlegt, kann sowohl richtig als auch falsch sein, was aber nur durch das Verhalten des anderen entschieden wird.

Hat man nichts getan und kommt es dann zum Unheil, bleibt mindestens das Gewissensproblem übrig, daß man es hätte verhindern können.
Hat man aber eingegriffen, dann bleibt das Gewissensproblem übrig, daß es sich der andere vielleicht doch noch anders überlegt hätte, wenn man ihm die Möglichkeit dazu gelassen hätte.

Bei einem wie in der Frage aufgeworfenen Sachverhalt wird man im schlimmsten Fall zum Märthyrer. Man erleidet entweder Schaden durch diejenigen, die man vor anderem Schaden bewahrt hat, oder man erleidet durch dieselben einen Schaden, weil man sie nicht vor anderem Schaden bewahrt hat.

Doch im Prinzip erleidet man vor allem deshalb einen Schaden, weil andere darauf aus sind, nicht über den Tellerrand zu schauen und jeden zu bestrafen, der es doch tut. Andere Kulturen sehen so etwas in der Quintessenz etwas anders und nennen es Karma.

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Juristische Bewertung

Selbstjustiz ist in Deutschland eine Straftat.

Wenn eine Person beispielsweise in einem YouTube-Video einen solchen Amoklauf ankündigt, oder man im Bekanntenkreis davon erfährt, sollte man sich umgehend an die Polizei wenden.

Derartige Drohungen und Ankündigungen werden sehr ernst genommen und die Beamten sind heilfroh, wenn sich herausstellen sollte, dass es nur ein schlechter Scherz war.

Du darfst keine Selbstjustiz üben, indem du als eine Art präventivem Erstschlag einen Menschen tötest, nur weil er womöglich gewalttätige Absichten hatte.

Notwehr liegt nur dann vor, wenn dieser Amokläufer jetzt, in diesem Moment, dein Leben, oder das einer anderen Person durch einen Angriff konkret in Gefahr ist, also beispielsweise die Waffe auf dich gerichtet wird.

Moralische Bewertung

Wenn du diesen potentiellen Amokläufer beispielsweise im Schlaf erschlägst, dann handelst du heimtückisch und in vorsätzlicher Tötungsabsicht gegen eine gänzlich wehrlose Person.

Bein einer solchen Selbstjustiz hat der Mensch keine Möglichkeit mehr, sich im letzten Moment doch anders zu entscheiden und den Plan zum Amoklauf abzubrechen.

Du hast also einen Menschen getötet, der keinerlei unmittelbare Gefahr für dich darstellte, nur aufgrund irgendwelcher Informationen.

Aus meiner Sicht ist das ganz klar ein Mord - egal ob du der Meinung bist, dass du doch eigentlich nur "gute Absichten" hattest.

Ein Krankenpfleger, der hunderte bettlägeriger Menschen mit Injektionen tötet, wird vor Gericht auch erklären, er habe in "guter Absicht" gehandelt.

Mord ist es in beiden Fällen aus meiner Sicht dennoch und daher moralisch abzulehnen.

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Eine Tolle Frage. Nehmen wir mal dein Beispiel des Amok. In diesem Land muss glücklicherweise niemand mit solchem Wissen allein handeln. Dafür gibt es schlicht die Polizei. Angenommen wir lassen das alles ausser acht. Du glaubst von einem Amokläufer zu wissen und bist die einzige Person die ihn stoppen kann. Du erschießt ihn bevor er zum Amokläufer wird. Alles gut? Nein. Du hast soeben einen unschuldigen Menschen getötet der vielleicht sogar eine Familie hatte. Du bist dann ein Mörder. Bis zu der Tat hätte sich dein Opfer noch hundertmal überlegen können ob er das wirklich durchziehen will. Du aber hast über sein Schicksal bestimmt. Unwiederbringlich. Na, wie ist das Jetzt mit der Moral? Übrigens hatte er eine Frau und zwei Kinder . Wie denken die wohl über dich? War das alles nötig ? Entscheide selbst.😇😈

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Meiner Meinung nach kann ein Unrecht nicht durch ein anderes Unrecht gerechtfertigt werden und eine Tötung ist immer moralisch Unrecht, aber im Fall der Schadensabwendung als letztes Mittel vertretbar.

In dem konkreten Fall hast du die Pflicht den Weg des geringsten Schadens zu nehmen um den größeren Schaden zu verhindern. So wäre es eine Möglichkeit den vermeintlichen Täter an die Polizei zu melden, ihm die Waffe entwenden (solange wie es dich nicht gefährdet), ihn überwältigen und außer Gefecht setzen sei es durch Niederschlagen, gezielt verwunden oder fixieren.
Erst wenn die Bedrohung für dich oder eine andere Person akut und nicht anders abwendbar ist, dann ist die Tötung gerechtfertigt.

Aber wie gesagt nur als äußerstes Mittel, und wenn du ihm die Hände abhacken musst um ihn aufzuhalten, ist er damit noch besser dran als Tot.

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Das kommt drauf an. Beispiel: Ein Zug mit Kindern drin wird auf ein Hindernis auffahren, wenn es nicht gelingt, ihn auf ein Nebengleis umzuleiten.

Fall a) der Zug fährt durch eine Brücke. Auf der Brücke steht ein unbeteiligter Mann. Wenn Du ihn herunterwirfst, fällt er so, dass er dabei stirbt, aber irgendwie wird der Zug auf das Nebengleis geleitet, und kein Kind stirbt.

Fall b) du stehst an der Weiche. Wenn Du den Zug umleitest, kann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Gleisarbeiter sterben, der auf dem Nebengleis beschäftigt ist.

Fall b ist die moralisch vertretbare Variante, Fall a ist Mord. Denn die unmittelbare Ursache für die Rettung der Kinder ist das Umlegen der Weiche, im ersten Fall aber der Tod eines Menschen. Beim Amokläufer müsste eine ähnliche Fallunterscheidung möglich sein.

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Gehst zur Polizei und sagst den "die Person X hat über dies und das gesprochen", gibst den so viele Angaben wie möglich. Selbstjustiz gibt es hier nicht, daher hast du keine Wahl.

Wenn ich aber jetzt in der Stadt wäre und sehe würde, wie jemand mit einem Gewehr oder sonstigen herumläuft, dann würde ich wohl versuchen die Person auszuschalten, möglichst ohne diese töten zu müssen. Es müsste aber schon glasklar sein, da es sonst nur eine Vermutung wäre, könnten auch Kinder sein und eine Plastikpistole. In jedem Fall immer die Polizei informieren.

Stell dir vor du bist beim Kindergarten und siehst wie jemand Amok läuft und du tust nicht. Ich denke ich könnte mit so etwas nur sehr schwer weiterleben, wenn ich nicht irgendwas tun würde.

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Das ist moralisch nicht ok, denn wir leben nicht im Wilden Westen ;-)

Selbstjustiz ist in Deutschland mit Ausnahme der Notwehr verboten.

Wenn du die Vermutung hast, dass jemand in Gefahr ist, Amok zu laufen, musst du umgehend die Polizei informieren, genau das ist deine Pflicht.

Denn es gibt schon gewisse Anzeichen für so eine Tat (Rückzug, Beschäftigung mit Waffen, Filme, Bücher, Bemerkungen usw.)!

Und ab diesem Moment bist du aus der Verantwortung!

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Kommentar von Meatwad
02.10.2016, 17:01

Da hast du aber ein Detail der Frage übersehen. Es geht hier ja um den (zugegeben äußerst hypothetischen) Fall, daß einem keiner glaubt. Also auch nicht die Polizei. Sprich: Entweder man handelt selbst, oder der Amoklauf wird geschehen.

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Dietrich Bonhoeffer begründete seinen Attentat auf Hitler mit den Worten "Dem Rad in die Speichen greifen", sprich die offensichtliche schlechte Person zu ermorden - und damit eine Sünde zu begehen - ist besser, als zuzulassen, dass die Person unzählige weitere Personen ermordet. 

Wenn man 100% sicher ist, dass man dadurch Leben rettet ist es okay, denke ich. Aber wann kann man sich schon zu 100% sicher sein. 

Und in dem Amoklaufbeispiel hakt es, denn man würde für Mord im Gefängnis landen, weil man keine Beweismittel hat, dass der vermutliche Amokläufer auch tatsächlich Amok gelaufen wäre. 

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Nein, es ist moralisch verwerflich. Wir sind nicht dazu da, um Selbstjustiz zu üben, weder vor noch nach einem Verbrechen. Die Tötung eines Menschen ist nur als Mittel zur Notwehr zu rechtfertigen, wenn ein Leben gegen das andere steht. Dann darf man sich verteidigen, indem man den Tod des Angreifers in Kauf nimmt. Es wird auch moralisch als Notwehr gesehen, wenn man ein Volk vom Tyrannen befreit, um weitere Massenmorde an unschuldigen Menschen zu verhindern,  wie das damals durch geplante Attentate auf Hitler z.B. geschehen ist.

Amokläufer sind Psychopathen und unberechenbar. Man weiß nie, ob sie ihre angekündigte Tat auch durchführen. Ansprechpartner wäre in einem solchen Fall die Polizei oder das familiäre/schulische Umfeld dessen, der diese Absicht kund getan hat.

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Da die Polizei solche Hinweise generell immer ernst nimmt und diese Person "durchleuchtet" wäre es sehr dumm ihn umzubringen. Abgesehen davon, dass du hinterher damit leben musst. 

Bei einer Flugzeugentführung gibt es allerdings tatsächlich die Möglichkeit, das Flugzeug abzuschießen um einen Anschlag zu verhindern. Das wäre Kollateralschaden und ein sehr schwieriges Thema. Ich möchte jedenfalls nie in die Situation kommen in der ich darüber entscheiden müsste.

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Natürlich nicht

Ob jemand Amok läuft entscheidet sich in fast allen Fällen meist kurz vor der Tat. NIEMAND sagt: Übermorgen lauf ich Amok.

KEIN Außenstehender weiß!, ob und wann jemand Amok läuft.

Und Selbstjustiz ist weder erlaubt noch notwendig,.

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Kommentar von SturerEsel
30.09.2016, 11:15

NIEMAND sagt: Übermorgen lauf ich Amok.

Doch, siehe z.B. Anders Behring Breivik. Dieser hat seinen Amoklauf lange im voraus geplant.

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Jenachdem ob er schon fast dabei ist! Also wenn du weißt er will er will in 3-4 Tagen zB Amok laufen solltest du der Polizei Bescheid sagen, aber wenn du ihn siehst wie er andere versucht zu töten ist meiner Meinung nach und auch laut dem Gesetz in ordnung diese Person auszuschalten, wobei man natürlich die Person wenns möglich ist am Leben lassen sollte. Solange du sichere Beweise hast und du ihn nicht umbringst kannst du ihn auch ausschalten und der Polizei übergeben.

Hoffe es ist nicht zu unübersichtlich, habe einfach geschrieben was ich davon halte!

Allerdings kann es sein dass du wenn du jemanden ( auch in einer Notsituation) umbringst, damit nicht klar kommst (psychisch)

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An sich ist es moralisch okay. Du solltest natürlich keinen Unschuldigen töten, um irgendeinen anderen zu retten. Aber einen schlechten Menschen für einen unschuldigen zu opfern, halte ich für akzeptabel, wenn nicht sogar gut.

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