Habe ich wirklichDepressionen?

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8 Antworten

Wenn Deine Psychologin Dir einen Klinikaufenthalt empfiehlt, dann hast Du mit ihr ja sicher auch schon über die möglichen Hintergründe Deiner seelischen Belastungen gesprochen.

Ich hoffe, dass sie Dir eine Klinik empfohlen hat, in der  die seelische Störungen nicht vordringlich als organisch bedingte Leiden betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Deiner Lebensgeschichte gesehen werden.

Medikamente können in Notfällen hilfreich sein, aber sie entfernen auch vom Erleben der eigenen Wirklichkeit, die nach dem Absetzen der Medikamente mit ihrer kränkenden Wirkung das Leiden oft neu anfacht. Deshalb finde ich es in meinem laienhaften Verständnis so wichtig, dass wir den „Sinn“ unserer seelischen Schwierigkeiten allmählich erkennen und sachte unser Denken, Fühlen und Handeln verändern. Aber ich hoffe, dass Du diese Thematik mit Deiner Psychologin schon ausführlich besprochen hast.

Aus Deiner Frage und Deinen Worten entnehme ich aber auch, dass Du noch immer an der Notwendigkeit eines Klinikaufenthalts zweifelst, meinst, dass andere viel dringender einen Klinikplatz brauchen.

Vielleicht kannst Du mit der Überlegung etwas anfangen, dass es zwei grundverschiedene Zugangsweisen zum seelischen Leiden gibt: Den klinischen und den individuellen,lebensgeschichtlichen Zugang.

Die klinische Sichtweise ist noch nicht sehr alt. Psychiater beobachten
normabweichendes Verhalten von Menschen, bilden Krankheitsgruppen und finden für jede Gruppe ein passendes Etikett. Das gibt dem Patienten auch eine gewisse Entlastung: Er weiß, was er hat – bipolare Störung, Depression, Zwangsstörung, ADHS….

Diese „Konstrukte“ geben auch dem Arzt Handlungssicherheit. Sehr „hilfreich“ ist dabei auch die Pharmaindustrie, die für seelische Leiden die passende medikamentöse Antwort bereithält.

Ein – wie ich finde – sehr kluger Chefarzt hat mir einmal gesagt: „Es gibt keine Krankheiten, es gibt nur kranke Menschen.“

Vielleicht rührt Dein Bedenken gegenüber einem Klinikaufenthalt ja auch daher, dass Du spürst: Mein seelisches Leiden ist nicht das Leiden einer statistisch erfassten Gruppe, sondern ist mein ganz individuelles Leiden. Ja, vielleicht
kannst Du Dich sogar dem Gedanken nähern, dass Dein Leiden ein missglückender Versuch ist, Lebensprobleme zu lösen.

Es mag Dir völlig unsinnig erscheinen, aber ich habe mit mir immer wieder erlebt, dass Krankheiten so etwas wie Botschaften des Unbewussten sind.

Damit umzugehen ist natürlich weit schwieriger, als allein auf die Wirkung von
Medikamenten zu vertrauen.

Der langen Rede kurzer Sinn:

Für den Notfall können ein Klinikaufenthalt und eine medikamentöse Therapie sinnvoll sein. Aber verliere bitte nicht Deinen ganz individuellen Lebensweg aus dem Auge,  auf dem Dir Lebensfreude wie seelische Not begegnet.

Und beides hat einen Sinn.

Ich wünsche Dir gute Gespräche mit Deinem Freund.

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ob die wirklich Depressionen hast kann hier keiner sagen. nur weil es dir manchmal gut geht heißt das noch lange nicht das du keine Depressionen hast.

bei mir z.b. wurde auch erst kürzlich eine Depression diagnostiziert, wenn ich allerdings aus dem haus gehe bin ich total aufgeweckt und überdreht. da würde keiner denken das ich krank bin

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Du nimmst niemandem einen Platz weg - lass das genauer diagnostizieren. Deine Psychologin hat bestimmt einen Grund, wenn sie dich weiterverweist. 

Alles Gute!

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Kommentar von Pinchschlo
30.10.2016, 11:34

Danke :)

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Niemand wird hier eine Ferndiagnose erstellen können. Alles was ich tun kann ist, dich über die objektiven Kriteren einer Depression aufzuklären, damit du deine Situation besser abschätzen kannst.

Diese objektiven Kriteren sind im internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 der Weltgesundheitsbehörde WHO zusammengefasst. Das ICD-10 ist auch jenes Werk auf welches sich Ärzte und Psychologen bei Erstabklärungen berufen (für differenziertere Abklärungen jedoch haben noch weiterführende Möglichkeiten).

Im ICD-10 werden 3 Haupt- und 7 Nebensymptome aufgeführt, die für eine Depression relevant sind. Damit es zu einer Diagnose Depression kommt müssen mind. 2 Haupt- und mind. 3 Nebensymptome für mind. 2 Wochen in ausreichender Stärke vorhanden sein. Ausreichend meint, dass duch diese Symptome bzw. Beschwerden der Alltag signifikant beeinträchtigt wird.

Hauptsymptome gemäss ICD-10 sind:
- Freundlosigkeit und/oder Interessensverlust
- Antriebslosigkeit und/oder erhöhte Ermüdbarkeit
- Stimmungseinengung bis hin zum Gefühl der Gefühllosigkeit

Nebensymptome gemäss ICD-10 sind:
- Schlafstörungen
- Suizidgedanken
- Veränderter Appetit
- Psychomotorische Aktiviertheit oder Hemmung
- Negative Zukunfsperspektive (Hoffnungslosigkeit)
- Vermindertes Selstwertgefühl/Selbstvertrauen und/oder Schuldgefühle
- Verminderte Konzentrationsfähigkeit

Mit diesen Kriteren kannst du zwar keine Selbstdiagnose stellen (dies kann nur eine Fachperson), doch du kannst objektiv abschätzen wie es um dich steht.

Bezüglich Klinikplatz würde ich mir keine Gedanken machen. Je früher Depressionen erkannt und behandelt werden desto kürzer dauern sie in der Regel (Ausnahmen gibts immer, ich bin leider eine davon). In der Klinik bekommst du einen strukturierten Alltag, hast Psychotherapie und du kannst medikamentös gut eingestellt werden (falls nötig). Besser man geht zu früh in eine Klinik als zu spät. Wenn die Klinik sieht, dass du besser dran bist als gedacht werden sie dir bald nahelegen zu gehen.

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Hin und wieder ist jeder Mal traurig - das halte ich noch nicht für eine Depression. Wenn die Phasen wo du gefühllos bist udn dich in einem tiefen Loch befindest aber immer häufiger werden, würde ich schon auf eine Depression tippen... Wenn es also lange andauert.... wochenlang... z. B. und du das Gefühl hast gar nicht mehr froh zu werden.... ?

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du hast warscheinlich eine bipolare affektive Störung. bipolar heißt soviel wie dass du abwechselnd manisch und deppressiv bist. lass dich dann untersuchen wenn du den alltag nicht mehr bewältigen kannst. 

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Kommentar von Pinchschlo
30.10.2016, 11:36

hmm eig kann ich's schon lang ned mehr ich hab auch ziemlich viel angenommen und will nichts mehr mir Freunden machen

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du könntest manisch depressiv sein.

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Wie alt bist du? 

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Kommentar von Pinchschlo
30.10.2016, 11:35

fast 18, warum? :)

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Kommentar von Pinchschlo
30.10.2016, 11:44

Danke :)

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Kommentar von Pinchschlo
30.10.2016, 11:45

Ja kp es hat halt mit ganz vielen Panikattaken angefangen und seit dem ich anti depressiva nehme ist es besser geworden..

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