Habe ich theoretisch ein Leben gerettet?

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9 Antworten

Theoretisch bedeutete, das Wort "retten" definitorisch zu betrachten. Es stammt aus dem althochdeutschen "hretten", was auch befreien beinhaltet, über mittelhochdeutsch "retten" für aus einer Gefahr befreien. Als Bedeutung ergibt sich auch heute noch definitorisch die Befreiung aus einer Gefahr.

Damit handelt man bei einer Rettung AKTIV und es mußte eine konkrete Gefahr bestanden haben. Ein Suizid gilt nicht in diesem Sinne als Gefährdung (nicht von außen induzierte Gefahr) oder Selbstgefährdung (billigende Inkaufnahme), sondern eine zulässig für sich selber zu treffende Disposition.

Dann bliebe noch, den geplanten Suizid als Folge einer depressiven Phase und damit durch eine Krankheit bedingt anzusehen, was dann verminderte Befähigung zum Treffen eigenverantwortlicher Entscheidungen anzunehmen und damit wieder die Fomulierung einer Selbstgefährdung erlaubte. Aber es bliebe immer, daß es kein aktives Handeln darstellte. Dazu hättest Du ihn beim Versuch behindern müssen, die passive Verhinderung des Versuchs der Durchführung im Vorfeld durch das Kennenlernen kann nicht als Rettung bezeichnet werden.

Was könnte man dazu aber alternativ sagen? Du hast als in sein Leben getretene Person seine Sicht auf sich und sein Leben verändert und dadurch bewirkt, daß er für sich einen Sinn darin erkannte weiterzuleben. Das wäre dann aber eher die Funktion eines Katalysators zur Selbstrettung, doch finde ich diese Umschreibung zudem weit schöner.

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Hmh. Für DEN Tag vielleicht. Aber Depressionen heilen nun mal nicht so schnell und einfach. Insofern wirst Du ihn noch öfters retten -müssen-, was ich aber bezweifle, dass das geht. Dein Freund braucht fachliche Hilfe.

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Kommentar von domi158
09.10.2016, 17:49

Ich kenne ihn jetzt schon länger und er ist in Therapie

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Ja, theoretisch - aber Du mußt aufpassen. Ich kann nicht beurteilen was für ein Typ dieser Freund ist. Aber es gibt immer wieder - vor allem bei anfälligen Menschen für Depressionen - solche, die andere unter Druck setzen. Lass Dich nicht mit Aussagen wie:" ohne Dich geht das nicht, kann ich nicht oder wenn Du nicht ... kann ich nicht weiterleben" oder ähnliches zu Dingen zwingen, die Dir widerstreben!!!!!!

Bleib Du selbst und lass Dich nicht in Depressionen einbinden

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Kommentar von domi158
09.10.2016, 17:55

Ich kenne ihn jetzt schon länger und ich habe auch eine ziemlich starke Persönlichkeit, mich belastet sowas nicht wirklich :D

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Gerettet ist zu viel gesagt, finde ich. Es war für ihn wohl eher eine glückliche Fügung des Schicksals.

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Kommt drauf an. Ich habe meine Freunde kennengelernt, als ich am Boden war und dachte, es gibt nichts, wofür es sich zu leben lohnt. Das bezog sich nicht auf einen Tag, aber ihretwegen lebe ich noch und es geht mir besser.

Also ja, ich denke, das stimmt. =)

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Naja gerettet würde ich nicht sagen aber du bist halt der Grund weshalb er noch lebt. Ich denke mal es war das Schicksal oder Zufall.

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Wenn er wirklich die Wahrheit gesagt hat, eigentlich schon :D

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Ja, irgendwie schon:)

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Wenn du es so siehst.? :)

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