Habe ich Mitspracherecht auf meinen Resturlaub nach Kündigung?

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3 Antworten

Wenn keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen muss der Arbeitgeber Urlaub gewähren.

Mein Vorschlag:

Du solltest offen mit ihm reden und sagen dass Du mit den Kollegen nicht auf einer Wellenlänge bist.

Will er Dir keinen Urlaub geben muss er ja auch damit rechnen, das Du vielleicht Dich krank schreiben lässt.; dann muss er Lohnfortzahlung leisten und den Urlaub ausbezahlen.

Oder Ihr einigt Euch zumindest so weit, das er Dir einen Teil Urlaub gibt und den Rest ausbezahlt.

Danke erstmal für deine aussagekräftige Antwort!
Leider kann ich mit meinem Chef nicht gut reden, da er ein kleiner Sturkopf ist :-)
Bei uns ist im Sommer immer viel los.
Aber aus meiner Sicht sehe ich nicht, das sie mich dringend benötigen.

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Wenn keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen

Welche sollten das denn wohl bei einer Auszubildenden sein können: betriebliche Gründe, die so gravierend wären, dass der betriebliche Ablauf durch die Urlaubsgewährung einer Auszubildenden in unzumutbarer Weise beeinträchtigt würde??

... rechtspraktisch nicht vorstellbar (Mojoi hat dazu die richtige Antwort in rechtlicher Hinsicht gegeben).

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Ich möchte die - bisher gar nicht so verkehrten - Antworten spezifizieren.

Der Urlaubswunsch des Arbeitnehmers hat Vorrang. Der Arbeitgeber kann die Genehmigung / Gewährung nur verweigern, wenn gleichrangige Ansprüche entgegenstehen (das sind regelmäßig die Urlaubswünsche der Kollegen), oder wenn dringende betriebliche Gründe entgegenstehen.

Das ist ein erheblicher Unterschied zu "normalen" betrieblichen Gründen. Urlaub ist immer störend / ärgerlich für den Betriebsablauf. So gesehen könnte man immer jeden Urlaubswunsch ablehnen.

Dringend ist ein betrieblicher Grund dann, wenn aus der Urlaubsnahme dem  Unternehmen ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden droht und der Arbetgeber diesen Schaden durch zumutbare Gegenmaßnahmen nicht verhindern kann.

Solche Fälle treten in der Regel nur dann ein, wenn der zu beurlaubende Mitarbeiter eine einzigartige Spezialqualifikation hat, die in angemessener Zeit kein anderer erfüllen kann UND dass deswegen ein Projekt / Geschäft mit essentieller Bedeutung den Bach runtergeht.

Oder umgekehrt: Gilt niemals (!) für Azubis.

Oder umgekehrt: Gilt niemals (!) für Azubis.

Genau das ist es !

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@Familiengerd

Oder noch harscher: Wenn ein Betrieb so aufgestellt ist, dass nur der eine Azubi eine - betriebswichtige! - Aufgabe erledigen kann, dann hat der Arbeitgeber eine krasse unternehmerische Fehlentscheidung getätigt, die er auch selber ausbaden darf.

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Also heißt es praktisch für mich. Ich kann Urlaub bekommen, wenn er dies nicht gewährt kann ich zu meiner zuständigen Kammer gehen in meinem Fall die IHK und eine Beschwerde einreichen?

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@JessicaDiesDas

Der Weg zum Auszubildendenwart oder -obmann ist der erste und richtige, wenn der Arbeitgeber kein Einsehen hat.

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Sind meine Hände jetzt gebunden oder kann ich irgendwie vorgehen?

Grundsätzlich muss Dir Dein Arbeitgeber Dir Urlaub gewähren, wenn er vorher rechtzeitig angekündigt wurde und keine betrieblichen Gründe entgegenstehen. 

Also von jetzt auf nachher (bspw. am Mo ankündigen, dass man ab nächster Woche Urlaub macht) ist zu kurzfristig, aber mit Zustimmung der Arbeitgebers immer möglich. Wenn er es kurzfristig nicht einrichten kann - und so liest sich das hier - dann beruft er sich auf betriebsbedingte Gründe, was ich nachvollziehen kann. Insoweit kann er Dir den Urlaub verweigern.

In der Praxis macht das aber wenig Sinn, da Arbeitnehmer - wenn auch etwas auffällig - auf einmal krank werden. Deshalb geben eigentlich Arbeitgeber gerne nach, denn angenommen du würdest krank werden, hat er die Arbeitskraft nicht und muss trotzdem ausbezahlen.

Jedenfalls kannst Du einseitig nicht einfach über Deinen Urlaub verfügen, jedenfalls so kurzfristig.

Viel Erfolg.

Wenn er es kurzfristig nicht einrichten kann - und so liest sich das hier - dann beruft er sich auf betriebsbedingte Gründe, was ich nachvollziehen kann. Insoweit kann er Dir den Urlaub verweigern.

Wohl kaum ...

Denn hier muss man einwenden, dass es sich um eine Auszubildende handelt!

Da dürfte es dem Arbeitgeber schwerfallen, objektive betriebliche Gründe anzuführen, die eine Urlaubsverweigerung in der Kündigungsfrist rechtfertigen könnten.

In einem Betrieb, in dem das aber tatsächlich der Fall sein sollte - der Betriebsablauf wäre durch die Urlaubsgewährung einer Auszubildenden in unzumutbarer Weise beeinträchtigt - würde ganz gewaltig etwas schieflaufen!   

Bei einer rechtlichen Auseinandersetzung deswegen hätte der Arbeitgeber regelmäßig "schlechte Karten"!

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@Familiengerd

Gerd, du hattest mal in einer ähnlichen Frage ziemlich detailliert skizziert, wie der Arbeitnehmer hier vorgehen könnte. Ich hab das nur noch vage im Kopf (richterlichen Beschluss erwirken...). 

Könntest du das hier wiederholen? Ich habe auf jeden Fall behalten, dass die eigenmächtige Urlaubsantretung eine schlechte Idee ist.

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@Mojoi

Abgesehen vom Problem "Ausbildung", bei dem erst einmal der Weg zum Ausbildungswart der zuständigen Kammer zu gehen ist:

Der Arbeitnehmer kann eine verweigerte Urlaubsgenehmigung des Arbeitgebers durch eine arbeitsgerichtliche Entscheidung aufgrund einer Leistungsklage ersetzen lassen.

Wenn die Zeit für eine solche Klage nicht mehr reicht und der Fall auch ansonsten "dringend" ist, kann der Arbeitnehmer beim Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung auf Urlaubsgewährung gegen den Arbeitgeber beantragen. Die eigentliche Entscheidung wird dann später in der Hauptverhandlung gefällt.

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Danke für deine Antwort!
Also wie du sagtest ich sehe selber nicht wenn ich jetzt fehlen würde das der Betrieb Nachteile hätte.
Ich habe am Montag meine Kündigung abgeben & habe ihn eben daraufhin gefragt ob ich bis zu meiner Kündigungsfrist meinen Urlaub nehmen darf, er meinte nein & er wird noch ausbezahlen. Ich bin wie gesagt da gar nicht so einverstanden!

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@JessicaDiesDas

Urlaubsgewährung hat Vorrang vor Ausbezahlung.

Urlaub soll nur dann ausbezahlt werden, wenn es dem Arbeitnehmer unmöglich ist, ihn in Anspruch zu nehmen.

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@JessicaDiesDas

er meinte nein & er wird noch ausbezahlen

Das ist nicht in sein Belieben gestellt, sondern gesetzlich geregelt (Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4)!

Wenn er den Urlaub nicht gewähren will, dann kann er das nur dann, wenn Urlaub aufgrund der betrieblichen Belange einfach nicht gewährt werden kann.

Dein Arbeitgeber muss seine Ablehnung begründen!

Bei Dir als Auszubildender wird er aber keine objektiv wirksamen betrieblichen Gründe anführen können, die ihn berechtigen könnten, den Urlaub zu verweigern.

Das könnte er nur dann, wenn durch Deinen Urlaub die betrieblichen Abläufe so stark beeinträchtigt würden, dass das Deinem Arbeitgeber organisatorisch, personell, wirtschaftlich nicht zuzumuten wäre - und davon kann man beim Urlaubsbegehren von Auszubildenden schlicht und einfach nicht ausgehen.

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Ich bedanke mich herzlich für alle antworten!
Ich werde dann mal wohl nochmal mit meinem Chef reden.
Bei meiner zuständigen Kammer habe ich auch schon nachgefragt & bei Dr.Azubi auch, mal sehen was die so meinen!
Ich meine es wären ja nur noch 3 Wochen, aber wenn einem der Beruf nicht mehr gefällt man Ärger mit 1 oder 2 Arbeitskollegen hat & dazu noch die Angst das sie dich rund machen oder du nur die blödesten Aufgaben machen willst dann fühlt sich das an wie eine Ewigkeit!
Ich will halt so gut wie es geht das mit ihm selber klären ohne IHK etc...
Aber da ich weiß das man mit ihm kaum reden kann, wird es denke ich schlecht gehen.

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Haha, ja genau da hast du recht! :-)
Vielen Dank!

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