Habe ich etwas falsch gemacht, muss ich mich schämen wegen dem Geld?

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12 Antworten

Ich kenne berufsbedingt genügend deiner "Leidensgenossen".

Gemobbt worden auf dem "ersten Arbeitsmarkt":

Leider ist dieser "erste Arbeitsmarkt" gelinde gesagt kalt, asozial und grösstenteils nur auf Profit bedacht.

Viele der dort Beschäftigten werden als "Roboter", "Maschinen" etc..angesehen. Funktionieren diese nicht mehr, werden diese von Vorgesetzten etc..als Schrott angesehen und entsprechend entsorgt.

Allein deshalb leider kein Wunder, daß du dort gemobbt wurdest.

Dir zur hoffentlichen Beruhigung und moralischer Rückenstärkung.

Du brauchst dich nicht zu schämen in einer Behindertenwerkstatt zu arbeiten. Ich selbst kenne berufsbedingt div. Behindertenwerkstätten. Hier wird genauso wertvolle Arbeit geleistet (oft sogar qualitativ besser) als auf dem sog. "ersten Arbeitsmarkt". 

Derartige Werkstätten sind auf die pers. Bedürfnisse, Einschränkungen usw. ihrer Mitarbeiter entspr. eingestellt. Z.B. wären leichte epileptische Anfälle keine Seltenheit und die Betreuer wüssten damit richtig umzugehen. 

Auch sind mir viele Leute mit Downsyndrom dahingehend bekannt:

Diese leisten durchaus gute Arbeit, haben jedoch Orientierungsprobleme. Deshalb können sie sich z.B. auf langen Fluren, Treppenhäusern etc.."hoffnungslos verirren". 

Ferner gibts auch Betroffene, welche teils erhebl. Sprachprobleme haben. Ihnen fällt u.a. die mündliche Wortformung schwer.

Ausser "verwaschenen Lauten" können sie sich nicht mündlich äussern. Hier half mir u.a. das sog. Einfühlungsvermögen, Hinterfragen und ggfs. sog. Gebärdensprache weiter um ihre Bedürfnisse, Fragen etc..zu erkennen, um darauf entspr. antworten, reagieren etc..zu können.

Auch kennen die Betreuer selbst die Betroffenen und ihre jeweiligen Einschränkungen entsprechend, und können sie korrekt begleiten.

Ich selbst brachte diese Mitarbeiter morgens zu ihren Werkstätten, und holte sie nach Feierabend wieder ab. Dazwischen beförderte ich noch andere "Benachteiligte". Wobei KEINER der Betroffenen irgendeine Mitschuld an seiner Benachteiligung trägt. 

Es war für mich durchaus normal, Leute mit Orientierungsschwierigkeiten morgens in ihre jeweilige Abteilung (Papier, Keramik etc..) zu bringen, sie nach Feierabend auch dort wieder abzuholen und nach Ankunft am Wohnort (z.B. WGs) sie bis zum Eingangstor zu bringen. Anderenfalls hätten sie sich hoffnungslos verirrt. 

Dein Verdienst ist dir peinlich: Da widerspreche ich nachdrücklich!

Dein Verdienst ermöglicht dir eine fast selbstständige Lebensführung. Überdies hast du durch deine Arbeit keinen geistigen Leerlauf, sondern betätigst dich im Rahmen deiner Möglichkeiten produktiv. Allein das ist eine gute Entlohnung wert!

Deine Freunde halten zu dir: Diese Leute solltest du dir warmhalten. Offenbar meinen sie es ehrlich. Leider heutezutage keine Selbstverständlichkeit.

Meine Sichtweise auf sog. Behinderte (wobei mich das Wort ganz ehrlich irgendwo stört)

Diese haben durchaus ihre teils erstaunlichen Fähigkeiten und Kenntnisse.

Naturgemäß reagieren sie auf z.B. Ungewohntes, Neues usw. anders als sog. Normalos.

Ich vertrete die Auffassung: Wer sich mit der Thematik "Behinderung" beschäftigt, pers. Einfühlungsvermögen hat, begreift sehr schnell, wie "Behinderte" (schreckliches Wort) mental drauf sind und kann somit auch deren Reaktionen etc..nachvollziehen.

Wer sich an meiner Ansicht stört:

EIN Unfall, EINE Krankheit usw. und vormals "Gesunde" befinden sich oftmals in derselben gesundheitl. Lage. Davor ist KEINER gefeit.

Genau das würde ich an deiner Stelle JEDEM antworten, welcher dich wegen deiner Arbeit in der Werkstatt irgendwie schief anspricht, etc..

P.S. Du selbst hast ggü. vielen anderen Betroffenen noch eine weitere bemerkenswerte Fähigkeit: Du kannst faktisch fehlerfrei lesen, schreiben und in diesem Forum (Gutefrage) posten.

Ich kenne genügend andere Betroffene, welche - weshalb auch immer - nicht mal ansatzweise lesen und schreiben können, aber mit Bildsymbolen umzugehen wissen.

Auch solchen Leuten konnte ich durchaus wirksam helfen. Man muss sich nur in deren Lage hineinversetzen können bzw. dies auch wollen.

Sorry für das lange Posting. Bei derartigen Themen gerate ich richtig in Fahrt, und muss mich selber bremsen, bevor´s noch länger wird.

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Kommentar von Othiz
27.10.2016, 00:57

Super geschrieben, meiner Meinung nach!

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Für eine Arbeit mit 40 Std/Woche, die mir auch wirklich SPASS macht, wäre ich sogar mit weniger als 1100€ zufrieden, ohne mich dafür zu schämen.

Auf Dauer hätte ich nichts von dem vielen Geld, wenn mich die Arbeit nicht erfüllt. Das steht für mich an erster Stelle. Ich finde im Gegenteil, jeder sollte sich dafür schämen, nur für das Geld arbeiten zu gehen und dafür die eigene Seele zu verkaufen: d.h. ständig unter Stress, immer "mehr mehr mehr", daür kaum oder kein Spaß und im stillen Inneren nagt ständig das Gewissen: "Ist es das wirklich wert?"...

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Ich finde, das ist überhaupt nichts zum Schämen! 

Toll, dass du trotz deiner Schwierigkeiten arbeiten kannst, schließlich ist Arbeit auch für das psychische Wohlbefinden wichtig. 

Ich verdiene auch weniger als einige Freunde, aber ich finde nicht, dass man sich deswegen schämen muss :)

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Der Wert einer Arbeit wird nicht an dem Gehalt alleine bemessen. Bin ich mehr wert weil ich das doppelte verdiene? Nein, das bin ich nicht. Ich könnte meine Arbeit wahrscheinlich auch nicht so tun wie ich sie tue wenn du nicht deine Arbeit machen würdest. Ich habe keine Behinderung und hatte viele Chancen das zu erreichen was ich erreicht habe. Du hast die Chancen die du hattest optimal genutzt und hast einen Arbeitsplatz der zu dir passt. Die vielen Menschen die für wenig Geld arbeiten sind nicht weniger wert als Andere. Wir alle brauchen euch ganz ganz dringend, sonst würde vieles nicht funktionieren.

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Wieso schämen? Wenn du jetzt eine Arbeit hast, die dir Spaß macht, dann ist doch alles in Ordnung.Und wenn du finanziell über die Runden kommst natürlich.

Schämen müsstest du dich, wenn du von Hartz IV leben würdest, weil du keinen Bock auf Arbeit hast.

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Wenn die Arbeit dir Spass macht und dir dein Gehalt zum Leben reicht ist doch alles in Ordnung.

Vor Krankheit und Behinderung ist niemand sicher. Es kann jeden treffen, von jetzt auf gleich. Eine Sekunde beim Autofahren nicht "aufgepasst" oder einfach zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen sein, reicht doch schon aus. Das sollten sich die Leute, die dich mobben mal vor Augen führen.

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Hi,

Meine Mutter war 10 Jahre lang Lehrerin für Chemie und Physik.Als sie dann meine Schwester und einge Zeit später mich bekommen hatte ,ging sie nicht mehr arbeiten und war Hausfrau.Vor einigen Jahren hat sie einen Minijob gefunden und ist imgrunde eine Putzfrau. Einmal habe ich mich darüber geäusert,nicht direkt lustig gemacht,aber geäusert, dass Lehrerin und Putzfrau ziemlich unterschiedlich im Niveau und Gehalt sind sind.Dann hat sie mir etwas gesagt,was ich bis heute nie vergessen kann : Arbeiten ist keine Schande,Schande ist es wenn man kein Geld verdient obwohl man es könnte.

Hoffe es konnte dir helfen

Liebe Grüße

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Du arbeitest und bekommst dafür Lohn, das ist doch toll. Da brauchst Du Dich wirklich nicht zu schämen. Wie viel Menschen könnten arbeiten, lassen sich aber vom Staat unterstützen.

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Ist doch alles super! Du verdienst dein Geld wie andere Menschen auch. Ich sehe da keinen Unterschied! 

Und Verdienstunterschiede gibt es ÜBERALL!! Du musst deine Sichtweise ändern....zig andere Menschen würden mit dir tauschen wollen...NUR um ZUFRIEDEN am Arbeitsplatz zu sein. 

Denk da mal drauf rum.

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nein, du mußt dich nicht schämen, im Gegenteil du kannst stolz sein, dass du  trotz deiner Behinderung einer Arbeit nachgehst. Auch ist dein Verdienst ganz in Ordnung.Du bist sehr fleißig und bekommst einen Daumen hoch.

Mach weiter so und sei ganz lieb gegrüßt von bienemaus63

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Ich würd much nicht schämen ganz ehrlich sei doch stolz darauf das du arbeiten gehst:)

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finde super weil du überhaupt arbeitest. nicht jeder verdient milionen. Du bist super!

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