Habe ich eine Zwangsstörung entwickelt?

2 Antworten

Über das Internet Diagnosen zu machen, ist in den meisten Fällen nicht möglich. Dein Verhalten sieht in gewisser Weise wie eine Zwangsstörung aus, das kommt dann aber auf die Härte an. Wenn man ein Problem nicht versteht, weil man ein Brett vor dem Kopf hat, dann hat man dieses störende Gefühl, das einen nicht inruhelassen will und das leichtes Unbehagen über eine gewisse Zeit auslöst, das ist einfach so. Ich studiere selbst Mathe, und wenn ich mir Abends ein Problem angucke und das nicht gelöst bekomme, bevor ich ins Bett gehe, dann liegt man da und es stört einen halt. Das kommt, wenn du über das Problem nachdenkst, aber sollte nach einigen Minuten auch wieder weg gehen. Wenn du durch ein Problem tagelang gestresst bist und dich nicht konzentrieren kannst, vielleicht sogar Schlafprobleme hast, ist etwas schiefgelaufen, und du solltest mit jemandem reden. Zu einem "Seelenklempner" zu gehen ist nichts schlimmes, erstmal muss ja einmal festgestellt werden, ob du überhaupt ein Problem hast, und wenn ja, ist der Austausch die beste Möglichkeit, weil man die wenigsten Probleme alleine lösen kann.

LG

P.S.: Du bist in der achten Klasse. Es ist gut, dass du dich außerhalb der Schule mit deinen Interessen beschäftigst, aber du solltest Akzeptanz dafür haben, dass du manchmal einfach etwas nicht verstehst, und manchmal solltest du einfach halblang machen, man bekommt nur so viel an einem Tag in den Kopf rein. Mengenlehre kommt elementar im ersten Studienjahr und weiterführend im dritten Studienjahr, das ist kein einfaches Fach. Wenn du etwas nicht verstehst, dann musst du dich deshalb nicht schlecht fühlen, vielleicht kommt es sogar einfach mit der Zeit, denn es gibt Dinge, die kann man einfach nicht verstehen, bevor man etwas älter wird, deshalb steht Mengenlehre ja auch nicht mehr auf dem Lehrplan des Gymnasiums ;) Früher hat man das ganz elementar gemacht, erklärt was Mengen sind, was Vereinigung und Schnitt sind usw., aber es hat vielen (genau wie dir) mehr den Schlaf geraubt als wirklich geholfen.

Mathe war, ist und bleibt für mich ein Buch mit 7 Siegeln.

Was Zwangsgedanken sind, kann ich aber mitreden. Wenn du eine Sache immer und immer wiederholen oder dich vergewissern musst, dass du etwas getan oder auch nicht getan hast, und das ist der Punkt, dann ist das schon zwanghaft.

Wenn dann noch die Angst vor der Angst kommt, dass man es eigentlich nicht will, aber doch macht, um sich sicher zu fühlen, ist das der krönende Abschluss.

Wer merkt, dass er Dinge tut oder tun muss, die ihn aber belasten und in schweren Fällen Lebensqualität kostet, sollte, wenn er den Dreh nicht alleine hinbekommt, mit einem Arzt darüber reden.

Zwangshandlungen gibt es wie Sand am Meer. Es braucht also keiner denken, dass er mit dem Problem alleine ist.

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