Habe ich eine Chance auf Bestattungskostenbeihilfe?

5 Antworten

Hallo saschawo88, erst einmal meine herzliche Anteilnahme.

Die vorigen Antworten enthalten teilweise ein Körnchen Wahrheit - aber dann auch wieder nicht: 

1. Die Ehefrau ist bestattungspflichtig. Getrennt gelebt oder zusammen ist egal. Insofern muß sie, wenn nicht zahlungsfähig, an das Amt herantreten und eine Kostenübernahme erbitten. Dafür hat sie längstens 2 Jahre nach der Bestattung Zeit. Daß das Amt, so es Kosten übernimmt, sie danach vielleicht von Dir und Deinem Bruder wieder haben will - geschenkt, wenn ihr beide auch nichts habt. 

2. Wenn Deine Tante den Bestattungsauftrag erteilt/unterschrieben hat beim Bestatter, war das leider voreilig - sie ist dann auch zahlungspflichtig und kann sich das Geld nur wiederholen, wenn sie Deine Mutter zivilrechtlich verklagt und diese dann den Antrag auf Kostenübernahme stellt, welche das Amt anschließend an Deine Tante auszahlt. Sie hätte es als Nichtbestattungspflichtige (sowenig wie Du) gar nicht erst übernehmen sollen, denn sie hat keine Ansprüche auf Zuschüsse. Die Ordnungsämter, die Bestattungen erst einmal übernehmen, wenn sich die Bestattungspflichtigen nicht kümmern, die finden diese Personen dann schon.

3. Wenn in die Versicherung als Bezugsberechtigter Dein Bruder mit Namen eingetragen gewesen ist, gehört sie NICHT mehr zum Erbe und der Bezugsberechtigte kann mit dem Geld machen, was er will - die Bestattungskosten zu übernehmen und mit diesem Geld zu bezahlen, ist er nicht verpflichtet.

4. In solchen Fällen sollte man auch keine Wohnung ausräumen auf eigene Kosten etc. - wenn kein Erbe, oder nur in Form von Kosten, möglicherweise noch Schulden da ist - innerhalb von 6 Wochen Erbe ausschlagen und nichts anrühren. Aber das ist in Deinem Fall Theorie, da Du schon gehandelt hast und die 6 Wochen rum sind.

Fazit - Du bekommst gar keine Kostenübernahme, weil Deine Mutter die Bestattungspflichtige ist. Willst Du es Deiner Tante erstatten, machst Du das freiwillig - verlangen kann sie es nicht - müssem mußt Du nicht und Dein Bruder auch nicht - sicher alles unschön, aber so ist die Rechtslage.

Als erstes möchte ich dir sagen, wie leid es mir tut, daß du deinen Vater verloren hast.

Als zweites solltest du schleunigst zu deinem zuständigen Gemeindeamt gehen und die Situation schildern. Das hätte eigentlich sofort gemacht werden müssen.

Vielleicht ist es auch nötig, daß du dir beim Amtsgericht einen Berechtigungsschein (ich hoffe, das heißt wirklich so) für eine Rechtsberatung holst.

Es muß ja erst mal geklärt werden, ob und wieviel geerbt wird. Diejenigen, die erben, müssen sich meiner Meinung nach auch an den Kosten beteiligen. Aber das alles sollten dir Fachleute genau erklären.

Viel Glück!

Außerdem ist da noch meine Mutter, die aber schon seit 16 Jahren von
meinem Vater getrennt lebt, Scheidung kam aus verschiedenen Gründen nie zustande und zu dieser Besteht auch absolut kein Kontakt.

Kontakt ist egal und muß schlicht hergestellt werden, da der Ehegatte vorranig zum Unterhalt verpflichtet und damit für die Bestattungskosten veranwortlich ist, sofern es der Nachlass nicht hergibt.

Außer mir ist da auch noch mein kleiner Bruder (volljährig) zu dem kaum
ein Kontakt herzustellen ist, auf dem aber eine Lebensversicherung in
Höhe von ca. 3.800€ läuft.

Sofern er nur Begünstigter und nicht Versicherungsnehmer ist, wäre dieses Geld vorrangig (d.h. vor allen Unterhaltspflichtigen) für die Bestattungskosten einzusetzen. 

Sie meint ich solle mir das Geld jetzt vom Amt wieder holen, da ich ja
bis nach dem Tod von meinem Vater nur einen 450€-Job hatte.

Wiederholen muß es sich der, der den Bestatter beauftragt hat.

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