Habe ich den Hund verdorben?

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9 Antworten

Mal zum Verständnis aus Perspektive des Hundes:

Wenn sich ein Welpe/ Junghund verbeißt und von alleine nicht mehr loslässt, dann kann er das nicht, weil er völlig überfordert und überdreht ist. Wenn er überdreht ist, kann er nicht lernen (das ist biologisch unmöglich). Wenn Du schreist, bedeutet das für den Hund, dass Du auch total aufgedreht ist und er lässt sich (such mal unter Stimmungsübertragung) bei Dir anstecken. Wenn Du dann noch Impulse auf die Nase gibst, ist das für den Hund schmerzhaft, er kapiert den Zusammenhang nicht, weil er keine Alternative kennt und die Situation kippt komplett.

1. Regel im Umgang mit einem Hund: Ruhig und souverän bleiben. Nicht schreien, nicht schlagen. Wenn Du innerlich platzt (was jedem Hundehalter passieren kann), verlass einfach kurz den Raum und fahr runter.

2. Such Dir einen Trainer oder eine Hundeschule (ich würde jemanden aus dem Traienrverbund von cumcane, Easy dogs oder Trainieren statt dominieren nehmen).

3. Glaub nicht an den Rudelführer- Dominanzquatsch. Ich habe seit mehreren Jahrzehnten Hunde, aktuell Rassen, die als "schwer erziehbar" gelten und sie hören absolut zuverlässig und sind richtig nette und alltagstaugliche Hunde, ohne dass ich laut werde, den "Rudelführer" gebe oder grob werde. Sie vertrauen mir und arbeiten gerne mit mir und genau das sollte das Ziel der Erziehung sein.

Zu Deinem akuten Problem: der Welpe erforscht seine Welt mit den Zähnen und dem Maul, er kennt Spiel nur mit anderen Hunden- also nur in der Art, wie er es bei Dir tut- er findet Bewegungsreize spannend und er weiß nicht, dass menschliche Haut empfindlich ist und dass Hosenbeine Löcher bekommen, wenn er zupackt. Achte also darauf, dass er nicht zu sehr hochfährt. Gib ihm Kauartikel oder einen gefüllten und gekühlten Kong, da er in den Zahnwechsel kommen dürfte und sein Kiefer schmerzt. Wenn er sich in Deiner Hose festbeißt, pflück ihn ruhig und sanft ab und bring ihn liebevoll, ruhig und ohne auszuflippen dazu, runterzufahren. Nimm ihn auf den Schoß, streichel ihn, gib ihm einen Knochen, distanzier Dich kurz. Letzteres nicht als Strafe, sondern als Chance, dass der Hund sich beruhigt. Und such Dir parallel schnell eine Hundeschule oder einen Trainer, der Dir den ganzen Rest zeigt, für den diese Plattform einfach keinen Rahmen bietet.

Viel Spaß mit dem Kleinen!

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Hallo!

Keinen Sorge, du hast den Hund nicht verdorben! Du kannst ihn ruhig von deinem Hosenbein pflücken, wenn es nicht anders geht.

Auch wird er von diesen Zerrspielen keinen seelischen Schaden davontragen, im Gegenteil; gemeinsames Spielen stärkt die Bindung und ist eine gute Alternative zum Hosenbein.

Allerdings solltest du das Zerren nicht übertreiben. Also rechtzeitig abbrechen, wenn du merkst, dass der Hund sich reinsteigert. Zum anderen dürfte er sich gerade im Zahnwechsel befinden - da muss man auch etwas vorsichtiger sein.

Das Einzige, was du lassen solltest, ist das Anschreien. Ich habe bei meinem Hund die Erfahrung gemacht, dass ihn das (als er ein Welpe war) noch mehr hochgepuscht hat.

Sag lieber einmal laut und deutlich "Nein" und löse ihn sanft, aber mit Nachdruck von dem Hosenbein. Stürzt er sich wieder drauf, dreh dich um und geh weg (zur Not auch räumlich so von ihm weg, dass er dich nicht mehr erreichen kann). Das übt ihr so lange, bis er auf Kommando von dir ablässt und im Idealfall gar nicht mehr an der Hose rumzerrt.

Es ist sehr wichtig, dass er lernt runterzufahren und zu erkennen, dass du gewisse Dinge nicht duldest. Sonst hast du irgendwann ein hibbeliges Nervenbündel, das dir auf der Nase herumtanzt.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen.

LG & viel Spaß mit dem kleinen Racker!

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Kommentar von flowerbiene
01.02.2017, 23:16

Oh danke, ich freue mich für nette Ratschläge. Wie gesagt, wir machen noch Fehler, ich hatte noch nie einen Hund und ich muss noch viel lernen, so wie der Hund auch. Ich werde deinen Rat befolgen so gut es geht. Danke. Liebe Grüße!

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Dein Bauchgefühl ist schon ganz richtig wenn Du ein schlechtes Gewissen hast wenn Du Deinen Hund anschreist!

Das versteht der Hund nämlich gar nicht, er merkt nur, daß du unvermittelt aggressiv wirst.Für die Vertrauensbeziehung zwischen Hund und seinem Mensch ist das nicht gut, sondern total negativ.

Das Wichtigste was ein Mensch an seinem Hund lernen kann ist, Köpfchen einzusetzen, zu lernen und sich immer zu beherrschen!

Wenn ein Hund beim Abrufen nicht gleich kommt und dann angeschrien wird, so wird er schlimmstenfalls gar nicht mehr kommen.

Du solltest lernen wie Hunde sich Verhalten, sie verhalten sich anders als Menschen und können mit vermenschlichendem Umgang nichts lernen. Du musst Deinem Hund ein Alternativverhalten zum Zerren am Hosenbein beibringen...

Zum Beispiel sich hinsetzen und darauf zu warten zur Belohnung für das Absitzen ein tolles Spiel mit Abenteuer und Spannung angeboten zu bekommen.

Höchste Zeit, daß Du bei einem Hundetrainer etwas lernst. Vorher kannst Du schon beginnen Dir die Grundlagen selbst beizubringen.

Buchtipp:

  • Welpen Anschaffung, Erziehung und Pflege (Clarissa v. Reinhardt)
  • Mit dm Hund auf Du Zum Verständnis seines Wesens und Verhaltens (Eberhard Trumler)
  • Die Hundegrundschule Ein sechs Wochen Lernprogramm (Patricia B. Mc Connell)
  • Das andere Ende der Leine (Patricia B. Mc Connell)

Viel Spaß dabei Hundeverhalten und Hundesprache zu lernen. Es hilft uns Menschen unseren Charakter zu erkennen und positiv zu formen.

Guck dir mal das Video an. So bringst Du Deinem Welpen ein Alternativverhalten bei statt Hosenbeine beissen und zerren:

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Welpen sind noch wild und ungestüm, dein Hund ist nicht böse und auch nicht verdorben. Hunde sind auch in diesem Alter schon sehr gelehrig und können schon "Platz" und "Sitz" lernen. Wichtig ist, von Anfang an ein Kommando wie "Aus" zur Unterbrechung eines ungewünschten Verhaltens zu lehren. Dein Hund wird schnell begreifen, dass er nicht an den Hosenbeinen zerren darf. Wenn er in die Hose beißt, sag "Aus" nimm ihn bei der Schnauze, öffne diese, so dass dein Bein frei wird und lass den Hund danach Platz machen. Dann lobst du ihn und gibst ihm ein Leckerli. Über Zerrspiele gibt es unterschiedliche Meinungen, die eine wäre, dass es den Hund aggressiv macht, die andere, dass der Hund dabei Energie abbauen und Spaß haben kann. Ich für meinen Teil kann sagen, meine Hündin wurde dadurch nicht aggressiv, denn ich bin diejenige, die das Spiel abbricht, wenn es zu wild wird und auch das lernt der Hund sehr schnell. Wenn ihr noch keinen Hund hattet, dann wäre ein Besuch in der Hundeschule wichtig. Dort lernt ihr den richtigen Umgang mit euerem Hund und er lernt Sozialverhalten. Eine Hunderrainerin ist nicht unbedingt nötig, schadet aber nicht, so lernt ihr schon mal das wichtigste.

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Zum Thema Beißhemmung: wenn er anfängt zu knabbern oder dich spielerisch zu beißen, Spiel sofort abrupt abbrechen, ruhig einmal schrill quieken und dem Hund deine Aufmerksamkeit für ein paar Minuten komplett entziehen (komplett bedeutet nicht ansprechen, nicht anfassen, nicht angucken, auch nicht aus dem Augenwinkel). Notfalls Tür hinter dir schließen, wenn er hinterher will. 

Thema "nein, lass das!": es ist absolut in Ordnung, dem Hund zu sagen, wenn er etwas unterlassen soll. Allerdings ist ihm die Bedeutung des Wortes "Nein" anfangs genau so unbekannt, wie die jeden anderen Wortes auch. Genau wie beim Sitz oder Platz muss man ihm die Bedeutung solch eines Abbruchsignals erst klarmachen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Hier ein Beispiel: nimm ein paar Leckerli in die Hand und biete sie deinem Hund an (immer eins nach dem anderen). Nachdem er so ein paar davon nehmen durfte und sich nun das nächste einverleiben will, schließt du vorher die Hand und sagst gleichzeitig das Hörzeichen "Nein." Der Hund wird vermutlich zunächst versuchen, an das Leckerli zu kommen, aber du lässt die Hand fest zu. Sobald er sich von der Hand abwendet, öffnest du sie wieder und bietest ihm mit einem anderen Hörzeichen, z.B. "Nimm's dir" das Leckerli an. Dieser Vorgang sollte nun mit langsam steigender Schwierigkeit und Variation (Leckerli auf den Boden legen, werfen, Spielzeug verwenden usw.) geübt werden, bis der Hund auf das Hörzeichen "Nein" hin zuverlässig unterlässt, was auch immer er gerade tut oder in begriff ist zu tun.

Thema anschreien: hier gilt wie beim "Nein" auch: der Hund versteht nicht, was du ihm da zuschreist und auch wenn es vllt. den Eindruck vermitteln sollte: der Hund hat kein "schlechtes Gewissen" und er weiß auch nicht "ganz genau, was er falsch gemacht hat". Das, was Menschen häufig als schlechtes Gewissen interpretieren, sind lediglich Beschwichtigungsgesten, welche der Hund zeigt, um seinen erzürnten Halter zu besänftigen. Warum Herrchen sauer ist, versteht er jedoch nicht und deshalb bringt es auch absolut nichts, den Hund anzuschreien. Damit machst du ihm im schlimmsten Falle nur Angst, was seine Bindung zu dir und das Vertrauen nachhaltig stören würde.

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Die Angst etwas falsches zu machen kenne Ich auch noch :)
Ich bin mir sicher der Hund ist nicht "verdorben", Hunde kommen schnell über sowas hinweg, die sind nicht so nachtragend wie wir Menschen.
Allerdings ist es mit dem Anschreien manchmal natürlich auch kritisch. Was ich dir nur dringend sagen kann: du musst versuchen stets ruhig zu sein und möglichst nicht laut schreien, das wird als Nervosität und Frustration aufgenommen und dadurch denkt der Hund dass du kein "Rudelführer" bist. Mit Ruhe ausstrahlen ist nicht gemeint "mir is alles scheiss egal" sondern "ich hab alles unter kontrolle". Da ist körpersprache sehr wichtig.
(TIPP am Rande: sieh dir der Hundeflüsterer an :D)
Über Hundeertiehung kann man Romane schreiben aber es sei gesagt: Hunde brauchen Forderung + Disziplin + Zuneigung, alles drei. Sei geduldig und nicht frustriert, auch wenn es einem die Viecher manchmal schwer machen xD

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Kommentar von PaulToast
01.02.2017, 23:12

Was das ziehen angeht, lass ihn ziehen (natürlich lieber am Tau als am bein) auch wenn er knurrt und laut wird, Hunde lieeeben das. Wichtig ist nur dass der Hund wenn du "aus" oder sonstiges sagst, wieder loslässt. Wenn er das tut, kannst du dir sicher sein, dass das knurren nur spielen war

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Kommentar von PaulToast
01.02.2017, 23:22

Wie hier schon geschrieben wurde: laut und deutlich Aus sagen, wenn es nicht funktioniert z.B. weggehen. GANZ wichtig ist keine Unsicherheit oder gar Angst zeigen. Zeig ihm einfach dass wenn er beißt das Spielen vorbei ist.
Auch eine gute Einstellung ist immer: nicht immer das schlechte bestrafen, sondern das gute so oft wie es geht belohnen. Wenn er z.B. wartet auf dein Zeichen, oder wenn er dich beim Gassi gehen anguckt, wenn er im Garten statt im Haus macht (weiss nicht ob er schon stubenrein ist), usw.
Aber Hundetrainer sind für und auch immer sehr hilfreich gewesen

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Kommentar von Revic
01.02.2017, 23:50

(TIPP am Rande: sieh dir der Hundeflüsterer an :D)

Kleine Info am Rande: der hier besagte "Hundeflüsterer" Cesar Millan flüstert mittels Stachelhalsbändern und gewaltsamer Unterdrückung des Hundes (Stichwort Alpharolle). Die weitere Ausstrahlung seiner Sendung wurde aus tierschutzrelevanten Gründen sogar verboten. Ich rate dringend davon ab, dessen Erziehungsmethoden anzuwenden.

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Kommentar von YarlungTsangpo
02.02.2017, 09:03

Mit "Hundeflüsterer" anschauen und "Rudelführergedönse" ist ein Hund - wenn das angewendet wird und im Kopf des Hundehalters hängt - schnell verdorben!

Das ist also kein guter Rat auf eine gute Frage, sondern etwas was ein frisch gebackener Hundehalter strikt vermeiden sollte.

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Kommentar von PaulToast
06.02.2017, 03:44

Haben wir hier die gleiche Serie geschaut? Ceasar Milan hat nie "Stachelhalsbänder" oder "gewaltsame Unterdrückung" verwendet. Es erfordert ein gewisses Maß an Grundkenntnissen über Hundepsychologie bzw. Körpersprache um zu verstehen, wie er mit Hunden umgeht. Hunde brauchen Disziplin und es muss klar sein wer die Führungsrolle übernimmt, DAS HEISST NICHT dass in irgendeiner Art gewaltsam mit dem Hund umgegangen werden muss.
Wenn der Hund knurrt, Zähne fletscht und bellt wenn man etwa seinem Essen nahe kommt, dann wird er nicht angeschrien, getreten oder sonst was, nein, Ceasar stellt sich groß auf, atmet tief ein und zeigt nicht annähernd Angst, woraufhin die Hunde meist aufhören und zurückweichen - ohne ein Wort und ohne "Gewalt" (ich versteh immer noch nicht was ihr aus der serie mitgenommen habt).
Das ist nicht nur im Fernsehn so. Unsere Hundetrainer (und wir hatten einige gute) haben alle ähnliches gesagt und es hat funktioniert: unser Jack Russel welcher immer total ausrasten (nicht aggressiv aber aufgedreht und dominant) hat auch bei unserem Trainer Randale gemacht -aber der Trainer stellt sich nur einmal richtig hin mit einem warnendem Blick und unser Hund machte NIX mehr.

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Ich fürchte dein "Liebling" hat auf Grund seiner Tierheimumstände die Beißhemmung nicht gelernt.

Yarlung hat dir schon sehr gute Tipps gegeben.

Wenn dein Hund zuzwickt würde ich jede Aktivität einfrieren. Wende dich ab und spiel nicht mehr mit ihm.

Ich denke auch die Zeit wird viel gutmachen, lass ihm Zeit bei dir anzukommen und überfordere ihn nicht.

Versuche sanft mit ihm zu spielen. Keine Zerr-oder Ballspiele! Viel Schlaf....Suchspiele.

Alles Gute Ilse

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Um Himmels willen! Der Hund will nur spielen. Wenn er an deinem Hosenbein zieht, dann spiel mit ihm! Welpen brauchen das, und wenn du im das Spielen verlernst, dann wird es schwierig, ihm später einmal etwas beibringen.

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Kommentar von Revic
01.02.2017, 23:43

Spielen ja, aber bitte vernünftig! Das kontrollierte Spiel muss der Welpe erst lernen und es ist Aufgabe des Besitzers, ihm zu zeigen, welche Art von spielen erwünscht ist und welche nicht.

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Ha-Ha "Konsequent".
Stell dir vor du wärst ein Welpe der noch nichtmal sitz kann angeschrien wird und das dumme Frauchen/Herrchen das Wort "Nein" immer wiederholt und mich noch schlägt!

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Kommentar von flowerbiene
01.02.2017, 23:11

Ich hab ihn nicht geschlagen nur mit den Fingern weggestubst...dann mach doch ein paar bessere Vorschläge, damit  es das dumme Frauchen auch versteht...übrigens der Welpe ist 4 Monate alt und 13 kg. schwer. So angenehm ist es da nicht, wenn man ständig gebissen wird oder? Und das Beißen gewöhne ihm nur dann Mal ab...

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Kommentar von chatley
02.02.2017, 02:12

Warum bist du immer gleich so agro? Gib doch einfach ein paar hilfreiche Tips ab!

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Kommentar von Revic
02.02.2017, 14:41

find ich jetzt auch ein bisschen übertrieben. Unwissenheit ist keine Straftat und von schlagen habe ich aus dem Fragetext nichts entnehmen können.

Ich rechne es der FS eher positiv an, dass sie sich in Sachen Hundeerziehung beraten lässt und nicht einfach mit Scheuklappen durchs Leben geht.

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Kommentar von MalinoisDogBlog
02.02.2017, 15:49

Anstatt sich davor zu informieren...

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