Habe Fragen zur Vollnarkose.

9 Antworten

Also ich fang mal mit deiner letzten Frage an: Wie du die Zeit bis zu deiner OP verbringst, hängt ganz von dir selber ab. Angst vor der Narkose ist zwar allgemein üblich, aber eigentlich nicht angebracht. Es heißt hierzulande oft, dass die Fahrt ins Krankenhaus gefährlicher ist, als die Narkose. Kommt natürlich auf den Patienten an, aber wenn du jung und ansonsten gesund bist, gehörst du sicher zu den risikoärmeren Patientengruppen mit einem minimalen Narkoserisiko.

Da kann ich zu deiner Beruhigung nur sagen: "Wenn du auf dem OP-Tisch liegst, kann dich in der Zeit kein Auto überfahren." Will sagen, Narkose mag zwar ein ungewöhnlicher Zustand sein, aber manche Alltagsrisiken sind vergleichbar oder grösser und da machst du dir eben auch keine Gedanken. Ansonsten wird das Einschlafen in die Vollnarkose häufig als angenehm erlebt. Das liegt auch an den Drogen, die dafür verwendet werden. Unter anderem werden dabei in der Vorbereitung auf die OP angstlösende Mittel gegeben. (Midazolam). Das entspannt dich dann etwas zur Narkoseeinleitung. Du hast ja schon mit einer Freundin darüber gesprochen, wie waren ihre Erfahrungen?

Träume während einer Narkose können vorkommen, insbesondere aber häufig am Ende während des Aufwachens oder während des Einschlafens zu Beginn. Wegen einer Unruhe während der OP brauchst du dir keine Gedanken machen: Eine Vollnarkose ist in der Regel so tief, dass Bewegungen der Patienten ausgeschlossen sind. Wenn die Patienten doch "unruhig" werden, wird die Narkose wieder vertieft, also zusätzliche Medikamente verabreicht.

Wegen der Art deiner Träume brauchst du dir auch keine Gedanken machen. Ich schlag dir vor, dass du dir jedes Mal, wenn du beginnst, dir über die OP und die Narkose Gedanken und Ängste zu machen, fängst du an, dir den Traum auszumalen, den du in der Narkose haben willst. Denn, sobald du auf dem OP-Tisch liegst, geht es meistens so schnell, dass dir keine Zeit mehr dazu bleibt. :)

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Ach ja, und zum Thema Iran hab ich nichts geschrieben, weil ich die Voraussetzungen dort nicht wirklich sicher einschätzen kann und Vorurteile möchte ich hier nicht breittreten. .

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Zum Aufwachen aus der Narkose: Das Aufwachen selber hängt vor allem davon ab, wieviel Narkosemittel du noch intus hast. Diesbezüglich gibt es zwei Arten von Narkosemitteln:

Zum einen gibt es gasförmige (volatile) Narkosemittel, die atmest du zusammen mit Sauerstoff zum Einschlafen ein. Während der OP atmest du auch ein Narkose-Sauerstoff-Gemisch und solange du das atmest, schläfst du. Wenn es ans Aufwachen gehen soll, kriegst du nur noch Sauerstoff zum einatmen und so atmest du die Narkose im Körper wieder aus. Das geht innerhalb von ein paar Minuten.

Zum anderen gibt es flüssige Narkosemittel, die werden durch Spritze und Infusion verabreicht. Sie werden durch die Leber und die Nieren wieder abgebaut. Das geht mit moderenen Medikamenten (Propofol) in der Regel auch schnell. Das halbiert sich im Körper innerhalb weniger Minuten und damit schwindet auch die Wirkung. Während der OP läuft das deshalb ständig nach. Wenn die OP fertig ist, wird die Zufuhr abgestellt und durch die Elimination über Leber und Niere ist das schnell unter einen Wert gefallen, der den Narkoseschlaf erzwingt. In der Regel werden die Patienten wieder auf dem OP-Tisch aufgeweckt.

Häufig ist es aber so, dass die Mittel in geringerer Konzentration eine Erinnerungslosigkeit verursachen. Du bist zwar wach, kannst dich aber nicht daran erinnern. Aber auch dieser Effekt schwindet mit zunehmendem Abbau der Narkosemittel. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass du erst einige Zeit nach der OP wieder wach geworden bist.

Es gibt ja nicht die Narkose.

Der Anästhesist sollte dich über die Art der Narkose genau aufklären. Welche Methode hängt von der geplanten Dauer des Eingriff ab. Die Meinung deiner Freundin, sie hätte geträumt gehört ins Reich der Märchen. Nachdem die Wunde versorgt ist, wird das Narkosemittel abgesetzt und man wacht etwa innerhalb von 30 Minuten wieder auf, allerdings um gleich wieder einzuschlafen und dann ggf. auch zu träumen. ich nehme an, die Narkose erfolgt intravenös durch ständige Applikation unterstützt mit endotrachealen Intubation zur Beatmung.

Bei solchen kleinen Eingriffen wie eine Nasenkorrektur sind Unglücksfälle völlig unbekannt.

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