Habe ein paar Fragen zur gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung?

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4 Antworten

1. Reiche zahlen erheblich mehr Steuern. Beispiel, ein Arbeitnehmer mit knapp 1.000,- Euro Brutto zahlt noch keine, dann beginnt es für die 50,- %0 von 950,- auf 1.000,- mit 7 Euro. Jemand der über 250.000,- im Jahr hat zahlt dann schon 45 % für jeden zusätzlichen Euro. die 10 % bestverdiner in Deutschland zaheln 50 % der gesamten Einkommensteuer. rund 40 % der deutschen zahlen gar keine Einkommensteuer. die 50 % dazwischen die restlichen 50 %.

2. Mit der Frage komme ich nicht klar, was ist gemeint?

3. Es gibt die Laffer-Kurve, die darstellen soll, wann ein höherer Steuersatz nicht mehr zu Mehreinnahmen führt, sondern das Gegenteil erreicht. Das war auch einer der Gründe, warum der Spitzensteuersatz von früher 56 % auf 45 % (42 + 3) gesenkt wurde.

4. Was ist gerecht? Warum wird ein Banker der 5 Mio. verdient verteufelt und ein Fußballer der 5 Mio. verdient bejubelt? Warum wird ein Unternehmer der 5 Mio. verdient als Ausbeuter bezeichnet und eine Schlagerheulboje mit 5 Mio. vergöttert.

5. Bill gates, Steven Jobbs, Hasso Plathner, Dietmar Hopp, die Albrecht Brüder, Otto Beisheim nur als Beispiele sind nicht aus wohlhabenden Familien gekommen und sind Milliadäre geworden. Gute Ideen, harte Arbeit und unternehmerische Gespür haben sie reich gemacht.

6. Armut bekämpfen kann man nicht dadurch, dass man Reiche arm macht. Man sieht es an den Reichen Ländern. Auch bei uns, in der Schweiz, Norwegen, USA, Kanada gibt es Arme, aber trotz der Superreichen ist die Anzahl der Armen relativ klein (zur Gesamtbevölkerung). In armen Ländern ist der Anteil der Armen viel größer udn der Abstand zwischen den Armen udn Reichen erheblich größer. Es gibt kein besseres Programm gegen die Armut, als das Niveau eines Landes insgesamt anzuheben. Also bessere Bildung für alle, gute Ausbildung, hochwertige Produkte.

Müssen reiche mehr Steuern zahlen?

Bei der Einkommensteuer gibt es einen progressiven Tarif. Der höchste Steuersatz beträgt 42%. Dann gibt es noch die eine sog. "Reichensteuer", wo noch einmal 3% Punkte dazu kämen. Bei den direkten Steuern zahlen sie also mehr.

Reiche konsumieren i.d.R. auch mehr, so dass die von ihnen getragene Umsatzsteuerlast wahrscheinlich höher ausfällt, als beim Durchschnittsverdiener.

Ist die steigende Vermögensgleichheit ein Problem?

Verstehe die Frage nicht. Wessen Vermögen gleichen sich an?

Was hilft ein hoher Steuersatz, wenn man kein Euro dadurch einnimmt?

Verstehe ich ebenfalls nicht. Wer soll hier Geld einnehmen? Der Staat?

Wie gerecht sind Einkommen und Vermögen verteilt?

Belanglose Frage, da eine freiheitlich demokratische Welt mit freien Märkten niemals "gerecht" ist. Es gibt Leute die mehr Talent haben oder fleißiger sind als andere, die mehr Interessen und Verhaltensmuster haben, die dem Verdienen eines hohen Einkommens zuträglich sind und das ist vollkommen in Ordnung so. Wer mehr leistet, schlauer oder mutiger ist, soll auch bitte mehr materielle Möglichkeiten haben.

Schafft man aus eigener Kraft, die Armut zu bekämpfen?

Die Frage finde ich sehr ungenau. Ist die eigene Armut gemeint oder die gesellschaftliche?

Wie lässt sich Armut bekämpfen?

Eine wirklich nicht einfach zu beantwortende Frage. Da muss man an vielen Ecken ansetzen, bei den Menschen selbst, in der Wirtschaft und der Politik. Allein für diese Frage kannst du einen kompletten Aufsatz als Antwort schreiben und er wäre mit nichten vollständig.

Es gibt ausreichendes statistisches Material zu den meisten Fragen von Dir (1, 2 und 4).

Bei 3 ist der Hintergrund unklar. Bei den Konsolidierungsverhandlungen in Griechenland kommt dieses als Argument. Dort sind die Schiffseigner von der Einkommensteuer augenscheinlich befreit. Dort bringt es nichts. Auch bei der dortigen Steuerehrlichkeit. Ärzte mit Pool und auch sonst hohem Lebensstandard geben Steuererklärungen ab, damit würde man sich hier lächerlich machen.

In Ländern mit hoher Steuerehrlichkeit bringt es natürlich was. Wer steuerehrlich ist, der versteuert natürlich auch die Zinsen im Ausland. Wenn die nicht durch andere Vorschriften als versteuert gelten. Beispielsweise durch die Begrenzung des Steuersatzes und der Anrechnung der ausländischen Abschlagssteuer.

Zu Deiner Frage gibt es eben den statistischen Teil und die Deutung dessen. Die Deutung ist eine Frage des Standpunktes. Was ist gerecht? Einige finden es gerecht, wenn der eine von Mülltonne zu Mülltonne geht und nicht genug zum Leben hat. Dafür andere geerbtes Geld besitzen und die dann wieder riesige Garagen für ihr Spielzeug haben.

Die reichen Familien dieses Landes (und bestimmt auch in den anderen Teilen dieser Welt) haben ihr Vermögen nicht mit Arbeit erreicht. Der Arbeitsbegriff, der dort unterstellt wird ist eine Unverschämtheit in meinen Augen.

Die Fugger haben Geld verliehen. Zinsen waren damals verboten. Dafür bekamen sie Silber- oder Kupferminen. Waren damit im Bergbau tätig und haben die Rohstoffe über ein eigenes Informations- und Transportnetz möglichst mit viel Gewinn verteilt. Die dort geleistete Arbeit zu vergleichen wäre mal angemessen. Was hat das Kind bekommen, dass den Stollen trieb? Was hat der Fugger bekommen, dafür das er sagte Silber nach Italien? Sicher ist alles Arbeit, aber die Bewertung dessen hängt mehr als schief.

So läuft es bis heute. Ob auf dem Bauernhof oder in der Fabrik, nie sah ich Geld arbeiten.

Die Bildung von Sparvermögen ist aus üblichen Einkommen kaum möglich. Diese dienen nur zur Erreichung eines Lebensstandards, der mit Produkten erreicht wird, die von den wenigen Reichen auf den Markt gebracht werden. Betriebe können gemäß der Theorie nur das investieren, was andere sparen. Leider gehen die Staatsbanken immer mal dazu über, dass sie Geld zur Verfügung stellen, dass noch gar nicht als Wert geschaffen wurde.

Da bekommt der Kleinsparer dann wenige Prozentpunkte auf sein Sparvermögen. Die Bank verleiht es weiter für Investitionen. Allerdings mit einem "Zinsaufschlag". Investieren aber Unternehmen, dann nur in der Erwartung oder besser der Sicherheit, dass sie nicht nur die Zinsen der Bank im Preis unterbringen, sondern auch noch eine zusätzliche Rendite erhalten. Haben also kein eigenes Geld und bereits im ersten Schritt ein Einkommen.

Durch verschiedene Mechanismen und dies kannst Du mit einfach Prozentbeispielen nachrechnen (Zinseszinsberechnung), ist es allerdings so, dass ein Darlehen nach der Investition einmal an die Bank zurück gegeben wurde und das gleiche Geld nach etwa 20 Jahren einem Betrieb nochmals zur Verfügung steht. Unabhängig von dem Einkommen aus den Zinsen.

Wer hat aber im Ergebnis diese Produkte deren Preise dieses möglich machen finanziert? Die Masse der Bevölkerung natürlich und nicht die Superreichen. Die Superreichen sind die Profiteure an dieser Wirtschaftsordnung.

Vergleichen wir Werte, Sparvermögen, Investmentwerte miteinander, dann kann man sagen, dass die Allgemeinheit den Reichtum der Reichen überhaupt erst erschafft. Und im Gegenzug (trotz eigenem höheren Lebensstandard als vor hundert Jahren als Beispiel) für die eigene relative Verarmung sorgt. Das kann man alles rechnerisch darstellen, führt hier nur viel zu weit.

Das beantwortet auch Deine Frage nach der eigenen Chance der Armut zu entkommen. Es wird immer mal wieder jemanden geben, der durch glückliche Zufälle seine Position verbessert. Also ein Mensch war Obdachlos und schafft es vielleicht an eine übliche Absicherung zu kommen. Doch in der Regel sind die Regeln so gebaut, dass dieses nicht funktioniert. Versuche ohne Wohnsitz eine Arbeit zu bekommen... Es geht faktisch nicht oder nur ganz selten. Bankdirektor wird so auch niemand.

Denn nach Untersuchungen der hoch dotierten Stellen in einem Land wird immer wieder festgestellt (auch für Deutschland), dass bestimmte Schulen und Universitäten als Herkunftsnachweis besucht wurden. Häufig Privatinstitutionen. Allerdings kommst Du dort nicht in die entsprechenden Vereine, wenn beispielsweise ehemalige Mitglieder nicht für Deine Mitgliedschaft bürgen. Das sind einzig und allein Machterhaltungsmaschinerien für bestimmte Zirkel.

Das alles gilt für Führungseliten in Afrika und in Europa. Asien und Amerika, aber auch für Asien und Australien. Eigenartig ist nur, dass die Masse der Menschen sich durch schlechte Schulen für so dumm halten lässt dieses Modell auch noch zu erhalten.

Dirk-D. Hansmann 30.08.2015, 15:36

Armutsbekämpfung beginnt wie wfwbinder geschrieben hat, mit der Ausbildung. Sie sollte dazu für alle gleich sein und die Kreativität der Menschen fördern. Ihre Neugierde und Dinge verstehen zu wollen. Ob technisches oder soziales oder auf welchem Gebiet auch immer.

Dann dürften die Zugehörigkeiten zu Gruppen, zu Religionen, zu Überzeugungen und so weiter keine Rolle mehr spielen. Erben müsste bis zu einem kleinen Vermögen verboten sein. Nur das was jemand selber schaffen, das sollte man als "Erinnerung" seinen Nachkommen übergeben können.

Armutsbekämpfung ist von interessierten Schichten nicht gewollt. Ob im Land oder durch Entwicklungshilfe. Ökonomischer Aufbau ist nur dann gewollt, wenn bestehende Eliten davon ihren Gewinn haben. Beobachte die Diskussion über das Verbot von Bargeld usw.

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"gerecht" gibt es eigentlich nur bei Verstandesgaben. Nur wenige beschweren sich, zu wenig davon zu haben... ansosten ist "gerecht" = NEID

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