Hab ich das richtig verstanden, dass es sinnlos ist alle seine "kleinen" Quittungen z.B. Briefmarke in der Steuererklärung / Einnahmen-Überschussrechnung?

8 Antworten

Ich weiß nicht wer Dir so einen Quatsch eingeredet hat.

Du kannst alle betrieblichen Ausgaben von der Steuer absetzen. Und es ist auch völlig normal, dass in den ersten paar Jahren mehr Kosten als Einnahmen (je nach Branche) anfallen können. Wenn dadurch ein Verlust entsteht und Du noch andere Einnahmen hast wie z.B. Einnahmen aus unselbstständiger Tätigkeit dann wird der Verlust gegengerechnet und Du bekommst von den Steuern die Du vom Gehalt abgezogen bekommen hast was zurück.

Und in die EÜR gehören alle betrieblichen Ausgaben und das Ergebnis der EÜR kommt dann in Deine Steuererklärung. Aufwendungen für die Krankenkasse gehören nicht in die EÜR aber natürlich auch in die Steuererklärung.

Und um es noch einmal klar zu sagen: Man sammelt alles und gibt alles in die Buchhaltung und damit auch in die EÜR.

Und bevor jetzt jemand wieder einen Kommentar schreibt ein Beispiel:

Beispiel 1:

Du bist Softwareentwickler bei einer Firma und bist angestellt und arbeitest fleißig für Deinen Arbeitgeber. Nebenbei hast Du ein Gewerbe angemeldet und fängst an eine App für das Smartphone zu bauen. Natürlich dauert das einige Zeit bis Du damit Geld verdienst. Es muss entwickelt, getestet, in den App Store eingestellt werden und es dauert bis es bekannt wird. Du machst ein paar youtube Videos um es bekannt zu machen usw. Da fallen jede Menge Kosten an: Anteile von Deinen Telefonaten,, von den Kosten für das Internet Anteile von den Kosten für die Hardware und ggfls. Software, Kosten für das Gewerbeamt, Briefmarken usw.

Und so dauert es schon mal ein Jahr bevor der erste Taler reinkommt.

Beispiel 2:

Du bist Softwareentwickler und hast eine Riesenidee im Bereich der AI und hast 50.000 Euro gespart. Damit Du nicht in einen Konflikt wegen Deiner Idee kommst kündigst Du, kaufst Dir einen Hochleistungsrechner und fängst an diese Idee in Software zu gießen und Deine AI zu trainieren. Stellst das Konzept verschiedenen Firmen vor usw. Auch hier wirst Du im ersten Jahr nur Verlust machen. Und diesen Verlust kannst Du in verschiedenster Weise steuerlich verwenden.

Man kann keine weiteren privaten Versicherungen in der Steuererklärung geltend machen, wenn man (als Nicht-Abeitnehmer) mit den Beiträgen zur Krankenversicherung die Grenze von 2.800 Euro überschreitet.

Beiträge zur Krankenversicherung haben aber in der EÜR nichts verloren. Dort gehören nur betrieblich veranlasste Einnahmen und Ausgaben hinein. Als Unternehmer sollte man die Belege für Betriebsausgaben generell aufbewahren, auch wenn es sich nur um kleine Beträge handelt. Denn die machen bekanntlich auch Mist ;)

Die Grenze für Kleinunternehmer ist wieder ein ganz anderes Feld. Ein Kleinunternehmer braucht keine Umsatzsteuer auszuweisen, wenn sein Umsatz im Vorjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat. Davon ab muss er aber immer seinen Gewinn versteuern. Hier gilt ein Freibetrag von 9.168 Euro.

Du kannst alles von der Steuer absetzen, was Du für Dein Unternehmen ausgibst. Da gibt es keine Obergrenze. Theoretisch (falls Du soviel bezahlt hast) kannst Du auch mehr absetzen, als Du eingenommen hast.

Die Krankenkasse hat damit übrigens nichts zu tun. Die hat maximal was in Deiner privaten Steuererklärung zu suchen, als Sonderausgaben.

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