Hab ich das Recht auf eine Abfindung und auf eine Kostenübernahme, wenn der Eigentümer mich rausschmeißen will?

9 Antworten

Als Mieter muss man damit rechnen, dass einem die Wohnung irgendwann auch mal wieder gekündigt werden kann. Hier meldet der Vermieter nachweislich Eigenbedarf an. Das ist sein gutes Recht und er muss dem Mieter weder Umzugskosten noch Abfindung zahlen. Das ist halt das Risiko eines jeden Mieters. Einzig wenn es sich um vorgetäuschten Eigenbedarf handelt, kann den Vermieter das teuer zu stehen kommen.  Aber wenn der Vermieter gern bereits vor Ende euer Kündigungsfrist in die Wohnung ziehen möchte, dann kann man mit ihm die Übernahme der Umzugskosten oder klingende Münze verhandeln. Ein Anrecht auf Abfindung und Übernahme der Umzugskosten habt ihr nicht. Da hat dir dein Kumpel einen Bären aufgebunden. 

Du kannst Widerspruch gegen die Kündigung einlegen und vielleicht greift auch hier die Härtefallregelung. Ich bezweifle das allerdings, da du nur von einer leichten Behinderung deines Bruders geschrieben hast. Das vermag ich aber nicht zu beurteilen.

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Hier meldet der Vermieter nachweislich Eigenbedarf an.

Aber schon formell unwirksam weil die Kündigungsfrist falsch ist.

Du kannst Widerspruch gegen die Kündigung einlegen

Den Vermieter muss man nicht auf fehlerhafte Kündigung hinweisen und was der Anwalt des Vermieters da geschrieben hat ist auch Unsinn.

Dann kann es sein dass die Sperrfrist von Umwandlung in Eigentum hier auch greift, was der FS prüfen lassen sollte.

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@johnnymcmuff

Ich gestehe, dass ich hier an die Sperrfrist überhaupt nicht gedacht habe.

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@johnnymcmuff

Aber schon formell unwirksam weil die Kündigungsfrist falsch ist.

Wieso? Die Kündigung kam vor etwa 4 Monaten. Angenommen bis zum 3. Werktag im April sind es bis 31.12. 9 Monate.

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Vor etwa 4 Monaten bekam mein Vater ein Schreiben vom Anwalt des neuen Privateigentümers. In dem Schreiben stand, dass er sich von seiner Frau trennen wird und er deshalb die Wohnung eigennützig nutzen möchte. Wenn wir bis Oktober diesen Jahres keinen Widerspruch einlegen, ist mein Vater verpflichtet die Wohnung zum 31.12 sachgerecht an den neuen Eigentümer zu übergeben.

Zunächst einmal hat der Anwalt keine Ahnung von Mietrecht, denn bei einer Wohndauer von über 8 Jahren beträgt die Kündigfungsfrist bei Eigenbedarf dann 9 Monate.

Die Eigenbedarfskündigung ist  meiner Ansicht nach ( Bitte durch Anwalt prüfen lassen)dann schon mal formell unwirksam und auch das wenn man nicht widerspricht ist ebenfalls nicht wirksam. ( Man muss den Vermieter auch nicht auf formelle Fehler hinweisen).

Man kann aber lediglich einen Zeitaufschub bekommen, wenn der Vermieter dann eine wirksame Kündigung nachreicht.



Die meisten, die die Wohnungen gekauft haben, kauften die Wohnungen als Kapitalanlage fürs Alter, heisst konkret, dass die Miete zukünftig an die Privatperson gezahlt wird

Wurde Wohnraum in Eigentumswohnung umgewandelt gibt es sogar eine Sperrfrist bis zu 10 Jahren!

Als er mit seiner Frau beim Mieterschutzverein war, teilte der Anwalt ihnen mit, dass sie ein Anrecht auf eine Abfindung haben und eine Kostenübernahme stellen können, wenn Sie die Wohnung verlassen müssen.

Das glaube ich nicht. Es gibt kein Anrecht auf eine Abfindung, aber will der Vermieter, dass der Mieter früher auszieht, so kann man verhandeln.

Mein Vater würde eigentlich ungern aus der Wohnung ziehen, da sie für seine Verhältnisse ideal ist, aber bei einer geeigneten Abfindung und speziell bei einer Kostenübernahme beim Umzug, wäre er willig umzuziehen.

Dann soll er mit dem Vermieter verhandeln.

LG

johnnymcmuff



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Zunächst einmal hat der Anwalt keine Ahnung von Mietrecht, denn bei einer Wohndauer von über 8 Jahren beträgt die Kündigfungsfrist bei Eigenbedarf dann 9 Monate.

Ähm. Wir haben jetzt Juli. Vor etwa 4 Monaten war März, also 03. Bis 31.12. sind es doch irgendwie 9 Monate, oder rechne ich jetzt falsch?

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@AalFred2

Stümmt, verrechnet.



Dennoch ist zu prüfen ob die Sperrfrist greift, denn dann kann der Vermieter Jahre warten.

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Wenn ich das recht verstehe wurden die Wohnungen vor dem Verkauf in Eigentumswohnungen umgewandelt.

Dann gilt eine sog. Kündigungssperrfrist für Eigenbedarf von mindestens 3 Jahren. In manchen Bundesländern, z. B. Berlin, sogar 10 Jahre.http://dejure.org/gesetze/BGB/577a.html

Folglich dürfte die Kündigung schlicht unwirksam sein.

Außerdem wurde hier sicher versäumt Deinem Vater die Wohnung zu erst zum Kauf anzubieten.

Denn im Falle einer Umwandlung und erstmaligem Verkauf hat der Mieter ein Vorkaufsrecht. http://dejure.org/gesetze/BGB/577.html

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