Gymnasium oder Realschule Lehramtsstudium?

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8 Antworten

Hallo,

also, aus eigener Erfahrung kann ich Dir sehr empfehlen, gymnasiales Lehramt zu wählen. Dadurch hast Du die Große Fakultas und somit die größte Wahlmöglichkeit später.

Das liegt daran, dass die Lehrbefähigungen sozusagen "abwärstkompatibel" sind: Als Studienrätin kannst Du prinzipiell nicht nur an jeder Schulform unterrichten, sondern wenn Dich der intellektuelle Ehrgeiz packt, auch noch eine Abordnungsstelle oder Nebentätigkeit an der Hochschule anstreben (sowohl im fachlichen, als auch im didaktischen Bereich).
Dahingegen kann man am Gymnasium nicht wirklich was mit Dir anfangen, wenn Du nur die kleine Fakultas (= Lehrbefähigung Sek I) hast.

In Niederschsen ist es tatsächlich so, dass Du als Studienrätin mit A13 finanziell besser dastehst als die übrigen Lehrämter, die inzwischen pauschal auf A12 eingeordnet sind.
In anderen Bundesländern (Bsp.: S-H) ist es so, dass Primarschullehrkräfte noch mit A12 verbeamtet werden, Gemeinschaftsschullehrer und ehemalige Realschullehrer mit A13; Lehrkräfte aus dem alten Grund- und Hauptschullehramt konnten die A13-Anerkennung beantragen, wenn sie hauptsächlich in Sek I uunterrichten. Das lohnt sich auf die Jahrzehnte gesehen schon.

Das schöne mit großer Fakultas ist: Den Titel erwirbst Du qua Zweitem Staatsexamen und darfst ihn dann mit der Verbeamtung führen.
Warum das interessant ist? Weil der Titel (und viel interessanter: die Besoldungsstufe!) an die Qualifikation, nicht die tatsächlich eingeschlagene schulische Laufbahn gebunden ist.
Soll heißen: Ich bin als Studienrätin inzwischen an einer Gemeinschaftsschule verbeamtet und bekomme zwar wie die Kollegen A13, aber plus Laufbahnzulage "Studienrat". Das sind zwar anfänglich nur ca. 85,- brutto, aber a) ist Haben besser als Brauchen und b) habe ich im Gegensatz zu den Kollegen die Möglichkeit, mich irgendwann auf A14 zu bewerben, ohne(!) eine Funktionsstelle übernehmen zu müssen. (Das ist an niedersächsischen Gymnasien etwas anders, soweit ich weiß).

Cum grano salis:
Das Studium für die gymnasiale Laufbahn ist fachlich anspruchsvoller, dafür wirst Du in pädagogischer und fachlicher Hinsicht nicht so gut auf die Realität vorbereitet (das Meiste muss man sich aber eh als "learning by doing" im Berufsalltag erarbeiten..). Je nach Bundesland und Fach brauchst Du im Zweifelsfall noch ein Latinum.
Außerdem kann das Ref sehr hart ausfallen - den Leistungsanspruch stellen die Gymnasien auch an ihre Lehrkräfte..

Am Gymnasium wirst Du Dich - je nach Fächerkombi - im Zweifelsfall totkorrigieren, speziell mit einer Sprache im Abi. Die paar Wochenstunden Unterrichtsverpflichtung weniger fangen den Mehraufwand nicht ansatzweise auf, das muss Dir klar sein!!
Dafür lannst Du fachlich befriedigender arbeiten.
An den gemischten Schulformen schlägst Du Dich natürlich viel mehr mit pädagogischen und vor allem sozialen Problemen rum - aber auch das kann sehr erfüllend sein, weil man das Gefühl hat, menschlich noch was bewirken zu können. Du hast weniger Korrektur- und Vorbereitungszeit, die tatsächliche Unterrichtsstunde ist aber meist sehr viel "verdichteter" und energiezehrender.

Da muss man gucken, was einem mehr liegt.

Die gute Nachricht: Niedersachsen verbeamtet seit Jahren so ungefähr alles an Lehrkräften, was zu haben ist.. Zahllose Jungelehrer wandern daher nach NDS aus, weil dort nach wie vor gesucht wird, allerdings vor allem in den strukturschwachen Gebieten.

Welche Fächerkombi für welche Schulform in den nächsten Jahren am gefragtesten sein wird, kann man beim Ministerium erfragen. Ad hoc habe ich bei meiner recherche keine offizielle Prognose zum Bedarf der nächsten Jahre finden können, außer, dass insgesamt große Anstrengungen unternommen werden, Lehrkräfte anzuwerben:

https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/17-punkte-aktionsplan-zur-lehrkraeftegewinnung--heiligenstadt-der-pflichtunterricht-ist-gesichert-weitere-einstellungen-werden-noch-folgen-145644.html

https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/schule/lehrkraefte/gute_lehrer_braucht_land/gute-lehrer-braucht-das-land-6374.html


Hoffe, ich konnte Dir helfen; viel Erfolg!

Das kommt tatsächlich darauf an, was du auf lange Sicht willst.

Auf Gesamtschulen wird der erzieherische und pädagogische Aspekt immer eine größere Rolle spielen, als auf einem Gym. Sein es nicht so gute Familienverhältnisse, fehlende Deutschkenntnisse oder Schulprobleme. Ja, auf dem Gym gibt es sowas manchmal auch, aber die Fälle sind einfach deutlich seltener. Es hängt auch etwas vom Einzugsgebiet der Schule ab.

Wie es finanziell aussieht weiß ich nicht genau, da stecke ich nicht so drinnen. Aber als Gym-Lehrer hast du bei Oberstufenklausuren natürlich deutlich mehr zu tun, als auf einer Gesamtschule.

An sich kann man als Gym-Lehrer später ja auch auf einer Realschule unterrichten. Ebenso hatte ich eine Lehrerin auf dem gym, die nur für Realschule ausgebildet ist und daher die Oberstufe nicht betreut hat.

 

 

Ich denke meine Vorredner haben schon recht. Dennoch muss man auch beachten wo du dein Lehramtsstudium absolvieren möchtest.

Außerdem kann ich dir schon mal folgende Fakten geben:

-Gymnasiallehrer verdienen mehr ABER
-dadurch studieren sehr viele diese Laufbahn.

Realschullehrer werden dringend benötigt und daher sind die beruflichen Aussichten sehr sicher. Auf dem Gymnasium spielt das zwar auch eine Rolle, aber Lehrer auf dem gymnasialen Bildungsweg rücken nach. Ich selber möchte auch Lehrerin werden und beschäftige mich daher viel damit. In meinem Bekanntenkreis sind zudem auch viele Lehrer.

Wenn du an eine ländliche Schule kommst gibt es zudem Zuschläge.
Ich persönlich möchte den Realschulbildungsgang studieren. Allein weil die Lehrer gebraucht werden und die Schüler zumeist auf Augenhöhe mit den Lehrern sein können. Man kann ein Vorbild sein und Schüler antreiben und beispielsweise Hauptschülern helfen einen guten Abschluss zu schaffen und im Unterricht Dinge vermitteln, die im eigentlichen Leben gebraucht werden und nicht zwingend nur zum studieren gebraucht werden.

PS: Ich werde nicht beeinflusst. 3/4 der Lehrer die ich kenne arbeiten am Gymnasium und sind dort extrem Zufrieden!

 

Liebe Grüße

Die Berufsaussichten hängen zu einem großen Teil ab von der Fächerwahl und von den Noten im Studium und im Referendariat.

Z.B. mit Mathe, Physik,... wirst du überall mit Kusshand genommen ;-)

Was für Fächer würdest du denn unterrichten wollen?

Bei Fächern mit Überangebot (Deutsch, Englisch, Geschichte) hast du wahrscheinlich eher eine Chance, nach dem Studium auch unterzukommen, wenn du Realschullehramt wählst.

Bei Fächern mit Lehrermangel stehen deine Chancen auch am Gymnasium gut.

Kann man nicht als Gymnasiallehrer auch an der Realschule unterrichten? Also hat das nicht eher was mit Unter-, Mittel- und Oberstufenunterricht zu tun? Ansonsten hätte ich die Befürchtung, dass es Realschulen nicht mehr lange gibt. Hier im Umkreis sind diese zumindest alle in eine Gesamtschule umgewandelt worden. Kenne mich mit dem Lehramtsstudium allerdings überhaupt nicht aus. 

Hallo.

Du kannst es dir aussuchen. Fürs Gymnasium schwere aber auch höher Besoldet.
Aussichten Nds. sehr gut für alle Schulsysteme .

Hallo,

die Einstellungschancen hängen auch von deinen Fächern ab. Auf dem Gymnasium gibt es in der Regel einen Bewerberüberhang. Mit MINT-Fächern kannst Du aber Glück haben.

Wenn Du Dir das Arbeiten an einer Realschule oder Oberschule vorstellen kannst, dann studiere lieber das.

Die Prognosen für NDS zeigen dort mehr Bedarf.


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