Gutes Teleskop für Planetbeobachtung

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3 Antworten

Ich stimme Startrails intensiv zu. Für visuelles Beobachten ist ein Dobson in der Preislage um rund 400 € ein ausgesprochen vielseitiges Instrument. Bei Einsteigern in die Hobby-Astronomie habe ich oft beobachtet, dass sich ihre ursprünglichen Interessen in sehr verschiedene Richtungen entwickelten, daher hielte ich so ein Instrument für eine sehr gute Wahl.

Wenn Du allerdings wirklich nur oder eher auf Planeten aus bist, wären Geräte mit "gefalteten Strahlengang" wie beispielsweise ein Maksutov (Startrails Hinweis) auch eine gute Lösung. Mit nur 5 Zoll (1 Zoll ~ 2,5 cm) Öffnung sind die von der Auflösung allerdings einem guten Newton 8-Zöller deutlich unterlegen. Dafür haben sie eine größere Brennweite, das ist bei Planeten günstig. Billiger als knapp 600 € wird es da aber nicht, selbst mit einer gerade noch "erträglichen" Montierung.

Ohne jetzt schulmeisterlich klingen zu wollen ... :-) gute Vorbereitung und das realistische Einschätzen von dem, was man dann wirklich mit einem bestimmten Instrument sehen kann, ist unerlässlich. Oft erzeugen tolle Hubble-Fotos von Planeten eine vollkommen überzogene Erwartungshaltung bei Einsteigern. Planeten sind auch in einem guten Amateurteleskop eindrucksvolle Objekte, aber sie erscheinen ganz anders als auf Fotos ...

Allerdings: Mit einem gutem 8 bis 10 Zoll Newton & gutem kurzbrennweitigen Okular ist -- optimal ruhige Luft vorausgesetzt -- Jupiter (z.B.) ein wunderbarer Eindruck. Farbige Bänder, GRF (Großer Roter Fleck), Wolkenwirbel inbegriffen.

Generell rate ich Dir: bitte nichts beim Kauf eines Teleskopes überstürzen. Viele Instrumente landen in der Ecke, da der Käufer sich die Sache ganz anders vorgestellt hatte. Vor allem gilt das für die billigen Linsenteleskope mit (am Bild) sehr technischer Anmutung auf dann leider doch recht wackeligen parallaktischen Montierungen ... :-)

Beste Grüße!

Nano2014 28.06.2014, 21:18

Ne frage zu dem Dobson Teleskop hätte ich noch eignen die sich auch für Deepsky objekte ?

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derastronom 29.06.2014, 09:21
@Nano2014

Hervorragend sogar.

Bei Deep-Sky ist Öffnung sehr wichtig, denn ein astronomisches Teleskop ist in erster Linie ein Lichtsammler und der massiv überwiegende Anteil von Deep-Sky-Objekten ist relativ lichtschwach und das auch noch auf eine Fläche aufgeteilt ...

Nirgends bekommst Du so viel Öffnung fürs Geld wie bei einem Newton.

Wohlgemerkt: Dobson bezeichnet nur die Variante mit der einfach zu bedienenden und robusten Montierung .. .

Praktisch alle ernstaften visuellen Deep-Sky Spezialisten verwenden Dobsons. Dis von 15 cm bis über 1 m Öffnung ...

Mach mal eventuell eine Google-Bildersuche mit "Giant Dobson Deep Sky", Du wirst staunen .. :-)

Beste Grüße!

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Nicht böse sein, eine Frage vorweg:-) Von wo aus beobachtest du - Balkon, eigener Garten, kannst du rauf aufs Land fahren wo es dunkel ist?

Ständig nur Planeten wird auf die Dauer schnell langweilig - bei Merkur und Mars wirst du "nur" die Phasengestalt sehen. Zu sehen sind die Planeten übrigens auch nicht das ganze Jahr über. Momentan kannst du Mars und Saturn am Himmel sehen, mit etwas Glück auch noch den Jupiter. Neptun und Uranus werden nur ganz kleine Murmeln bleiben.

Andere Objekte am Himmel erkunden macht auch riesig Spaß - Kugelsternhaufen bis ins Zentrum auflösen oder durch den Coma-Galaxienhaufen surfen. Wenn es rein um die Planeten geht, würde ich einen 5" Mak empfehlen. Da brauchst du allerdings noch eine Montierung und damit wären wir weit über deinem Budget.

Für 300,- Euro ist die Auswahl natürlich recht gering. Du brauchst eine stabile Montierung auf der das Teleskop sitzt, sonst wackelt die ganze Sache nur und du verlierst sehr schnell die Freude. Zweiter Punkt ist, dass eine vernünftige Montierung mehr kostet als das Teleskop selbst.

Mein Tip wäre von daher, dass du nochmal 50,- Euro drauf legst und dir einen Dobson holst. Einige mögen diese Teleskope nicht, aber frei nach Frauenhofer: Ein Teleskop ist zum Durchgucken, nicht zum Angucken! Ein Dobson ist ein Spiegelteleskop (Newton) welches in eine günstige Holzkiste (die sog. Rockerbox) gehangen wird. Das hat den Vorteil, dass die Montierung hier nur einen kleinen Teil des Gesamtpreises ausmacht - du bekommst also viel Öffnung für dein Geld.

Ein Dobson wird "geschubst", sprich du führst die Objekte per Hand nach. Oft wird gesagt, dass das nervig ist, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch Anfänger damit keine großen Probleme haben wenn sie mal bei mir durchgucken. Nervt dich das Schubsen trotzdem, kannst du das auch automatisch von einer Äquatorialplattform machen lassen. Kostet allerdings auch nochmal 300,- Euro.

Wenn du kein Bild eines Dobson vor deinen Augen hast, guck mal hier auf meine Homepage: http://starsatnight.de.tl/Visuell.htm Gleich ganz oben ist so ein Gerät, jedoch nochmal 2 Nummern größer als der von mir empfohlene 8"!

Da ist stark davon ausgehen, dass du nun noch mehr Fragen hast als vorher, dann melde dich einfach nochmal:-)

Nano2014 28.06.2014, 00:02

Vielen dank für deine ausführliche Antwort ich beobachte von meinem Garten aus der relativ dunken ist gibt es auch Teleskope im Budget von 400 euro mit denen man Planete und Objekte beobachten kann ?

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Startrails 28.06.2014, 02:01
@Nano2014

Kann ich anhand deiner Antwort ableiten, dass die Dobson-Teleskope nicht deinem Geschmack entsprechen? Deine Bedingungen für solch ein Gerät wären ideal - dunkler Himmel und eigener Garten (sowas hätten viele Hobby-Astronomen gerne).

Wie schon gesagt ist das "Problem" die Montierung bei einem Teleskop was auch aussehen soll wie Teleskop. Eine Montierung muss stabil sein und das hat seinen Preis. Sicherlich bekommst du für 400,- Euro schon schöne Teleskope, aber dann ohne Montierung. Und ein Teleskop in der Hand halten wie die Piraten früher ihre Fernrohre will ja auch keiner :-)

Bester Tip wird sicher sein, dass du dich mal in deiner Nähe nach Gleichgesinnten oder ner Sternwarte umsiehst. Hobby-Astronomen sind ein geselliges Völkchen welche sich definitiv freuen wenn jemand Neues vorbeischaut und mal durchs Teleskop gucken will. Meistens hast du dann auch die Gelegenheit durch mehrere Teleskope zu schauen, dir Vor- und Nachteile erklären zu lassen und noch andere div. Tips einzuholen. Beißen wird dich garantiert keiner.

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Startrails 28.06.2014, 15:58
@Startrails

Falls du noch Interesse hast - ich habe hier nen 6" Reflektor Cassegrain Danubia gefunden mit Montierung, Okularen, Sucherfernrohr. Das Ding hat 2,80m Brennweite und das ganze Paket für unter 300,- Euronen...

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Wenn du ein gutes Teleskop suchst für Planetenbeobachtung, dann kommst du mit dem Preis nicht hin. Ich hatte früher das Omegon Teleskop 150/750mm. Jedoch ist die Bildqualität bis auf dem Mond nicht gerade gut. Und die Okulare die dabei sind nicht gerade gut zu gebrauchen. Das Teleskop ist extrem Windanfällig. Steht nicht sehr stabil und weit entfernte Planeten kann man vergessen. Jetzt habe ich das Skywatcher 200/1000 mm mit elekronischer Nachführung von Astroshop. Dieses kann auch eingesetzt werden wenn es mehr windet. Leider liegt der Preis mit Nachführung und die Stromversorgung bei 1000 €. Ich habe noch das Hyperion Okular 5mm und 30 mm dazu. Mit ihnen hat man ein wunderbares klares Bild auf die Planeten. Und beim Mond kann man die einzelne Krater abzählen. Mit einer Barlowlinse kann man die Brennweite des Teleskops noch steigern.

Startrails 28.06.2014, 23:37

Hast du nur die zwei Okulare? Da ist aber noch gewaltig Luft zwischen:-)

Zu den Barlows sollte man aber auch sagen, dass jetzt zusätzliche Fläche/ Linse Licht schluckt und dass die meisten Barlows kein gutes Bild erzeugen. Hochwertigere Linsen wie die PowerMate von TeleVue sind von der Qualität sehr gut, habe jedoch auch ihren Preis.

Wenn man auf die Barlow verzichten kann und die Brennweiten mit Okularen wechseln kann, dann sollte man das bevorzugen.

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