Gutes E-Schlagzeug zum kleinen Preis?

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1 Antwort

Hi! Leider ist es gerade bei edrums ganz schwierig. Um es mal vorweg zu nehmen: unter 300 Euro kann man gar keins empfehlen - das hat verschiedene Gründe. Eine wirkliche Empfehlung an ernsthafte Drummer würde bei mir ab ca. 1300 Euro anfangen, weil erst ab den Preis ein mit akustischen Drums vergleichbares Spielgefühl anfängt.

Ich möchte aber nicht ignorieren, dass Du Anfänger bist und vieles dadurch beim Spielen eh nicht merken oder die erste Zeit noch nicht brauchen wirst. Ich spiele seit vielen Jahren e- und a-Drums, die eDrums nutze ich zum üben und in meinen "Dachstudio" auch schon mal mit der Band und einer Klein-PA. Angefangen habe ich mit einem Yamaha-edrum ungefähr in der Preisklasse 700-900 Euro. Das habe ich inzwischen gegen ein Roland für 1800 Euro getauscht und bin absolut begeistert, aber: das Yamaha hat mir jahrelang gute Dienste geleistet - ich habe es nur getauscht, weil es verschiedene Techniken nicht umsetzen konnte, die Du aber erstmal gar nicht brauchst.

Und damit komme ich zu der von Dir angedachten Preisklasse: gut ist: spielen kann man auf allen und hinsichtlich der Ausstattung sind die auch alle recht ähnlich, d.h. wenn Du partout nicht mehr ausgeben willst, dann spielt das Modell eigentlich keine Rolle - einzige Empfehlung: kaufe im Musikladen oder bei Thomann und Konsorten und nicht bei irgendwelchen Discountern. Ich spiele im Moment auch ab und zu leihweise auf einem Milleniumset (Thomann, MPS500) für knapp 400 Euro ... das wäre so die absolute Untergrenze, aber ein Anfänger bekommt da schon was halbwegs brauchbares. Wenn Dein Budget noch etwas dehnbar ist, würde ich zum MPS750 für 498 Euro raten, weil das anstatt Gummipads sogenannte Meshheads hat (leiser vom Anschlag und fellähnlicheres Spielfeeling).

Wenn ich Dir was empfehlen soll, dann rate ich zu einem Set ab 700 Euro und zwar hier das KAT KT3 für aktuell 698 Euro bei Thomann. Unter 1000 Euro kriegst Du aber auch schon Roland, Yamaha - halt alles mit Gummipads.

Achtung: du musst in der Regel nochmal zusätzlich 50-100 Euro für eine Bassdrummaschine und ggf. nochwas für einen Drummersitz rechnen.

Nochmal Achtung: ganz lautlos sind auch edrumsets nicht. Man hört zum einen natürlich die Schläge auf den Pads und insbesondere das Fussbassgeräusch über den Boden. Da kommt es stark drauf an, wie das Rack konstruiert ist. Ich hab meins komplett auf so Waschmaschinendämpfungsmatten aus dem Bauhaus gestellt - fast ganz weg das Geräusch.

Ich hoffe, ich konnte Dir damit ein paar nützliche Infos geben. Wenn Du nochwas wissen willst, melde Dich einfach. Gruss Don

123tutu 24.11.2016, 21:36

Viele Dank für die ausführliche Antwort! Ich will halt eins wo ich für mich spielen kann, mich Auspowern kann

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DonCredo 25.11.2016, 07:54

Okay, das Problem ist, dass die billigen halt nicht sehr stabil sind, das fängt bei den RackKlammern an und hört bei den Becken auf. Das erwähnte Mps500 steht bei einem absoluten Anfänger und ist "Prügel gewohnt" - ohne Technik schlägst Du halt viel zu fest. Ergebnis: nach nicht mal einem Jahr waren die Verschraubungen von Hihat und Ridebecken gebrochen. Klanglich und Ausstattungsmässig geben sich die billigen und die Mittelklasse kaum was, ist da eher das bessere Material, was aber schon auch zum besseren Feeling beiträgt. Wenns aber tatsächlich nur für Dich ist, dann ist es fast egal ob Du 200 oder 400 Euro in die Hand nimmst. Allerdings ein Kriterium gibt es noch: die ganz billigen sind meist nur Mono. Gruss

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