Guten Tag, Meine Frage bezieht sich auf den Unterhaltsanspruch und BAföq.?

5 Antworten

Als Volljährige hast du Barunterhaltsanspruch gegen beide Eltern. Du kannst wenn du zu studieren beginnst Bafög (so heißt es nicht Baföq!) beantragen und aus dem Bescheid geht hervor, wie viel Unterhalt jeder Elternteil zu zahlen hat.

Derzeit kannst du dich an das Jugendamt wenden. Wenn das überfordert ist, wie du schreibst, dann kannst du beim Amtsgericht einen Beratungsschein anfordern - hingehen dazu- und dich anwaltlich beraten lassen.

Wenn du über 18 bist, musst DU den Unterhalt von deinem Vater fordern, rückwirkend muss er nur zahlen, wenn du noch in Schulausbildung warst, das verpflichtende Praktikum zählt dazu, wobei dein Einkommen dort angerechnet wird.

Wenn du auswärts wohnst wegen des Studiums stehen dir 735,-- Euro zu, davon geht das Kindergeld, welches du dann an dich abzweigen lassen kannst in Höhe von 192,-- Euro ab = 543,-- Euro, die deine beiden Eltern nach Einkommensquote an dich zahlen müssen.

Fordern musst du es, sonst kommt nichts.

Hoffentlich regelt sich alles für dich.

Danke für die informative schnelle Antwort! Wo ich nur Sorge habe ist wie ich nachweise dass eben kein Unterhalt gezahlt wurde.

Und während des Praktikums wohne ich ja Zuhause, zu Studienbeginn aber außerhalb. Wenn ich das richtig verstanden habe, auch aus Fortuna1234s Antwort heraus, heißt das ja dass ich keinen Anspruch auf Bafög habe, ich keinen Anspruch auf Unterhalt meines Vaters (zumindest direkt, der geht ja quasi an meine Mutter dann die mich ja "unterhält") habe während ich noch hier wohne,
sobald ich ausziehe Anspruch auf Unterhalt des Vaters, Unterhalt der Mutter und Anspruch auf Kindergeld habe?
Von dem Unterhalt (wenn was kam) hatte ich bisher eh nie etwas gesehen was aber auch Sinn macht da ich ja hier wohne/esse/etc.

Das Problem ist dass ich mir auch bisher keine Ubahnkarten, Fachbücher zur Studienvorbereitung etc. holen konnte. Wäre es möglich dass die Zahlung zuerst an mich geht und ich einen es dann an meine Mutter weiterüberweise, mir aber 50 - 100€ pro Monat einbehalte? Denn ansonsten weiß ich leider nicht wie das bis Februar gehen soll, es ist halt auch immer traurig wenn eine Familie wegen dem Geld zanken muss.

Und wenn ich ein Praktikum habe mit geringfügiger Entlohnung, ändert sich das mit dem Unterhalt dann?

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Hi,

zuerst. Es heißt Bafög. Bundesausbildungsförderungsgesetz. Ein "q" hat da nichts zu suchen.

Zu deiner Frage:

Bafög nimmt als Berechungsgrundlage beide Einkommen, egal wer erziehungsberechtigt ist und auch egal wie mies der Kontakt ist.

Wenn dein Vater sich weigern sollte Auskünfte zu erteilen über sein Einkommen oder nicht den Betrag zahlt, den er laut Bafögamt zahlen muss, dann kannst du Formblatt 8 einreichen für deinen Vater. Das Amt fördert dich dann so, als ob dein Vater nichts verdienen würde und holt sich das Geld dann direkt von deinem Vater. In einem Pflichtpraktikum bist du übrigens generell auch bafögförderfähig.

Du kannst den Unterhalt (Bafög wirst du mit dem Einkommen deiner Eltern eh nicht bekommen) selbst einklagen. Mit Formblatt 8 von Bafög gibst du das Recht der Unterhaltsklage ans Bafögamt ab. Das wird dann nach Bafög berechnet, wenn du den Unterhalt einklagen würdest, wird es nach BGB berechnet.

Also schonmal vielen Dank für die nicht nur sehr hilfreiche sondern auch klare Antwort!

Von diesem Formblatt 8 zum Beispiel hatte ich bisher noch nie etwas gehört/gelesen gehabt. Macht es finanziell denn einen gravierenden Unterschied ob ich die Unterhaltsklage an das Bafögamt abgebe oder selbst klage?
Wie gebe ich zum Beispiel an dass aus der Vergangenheit Zahlungen fehlen, das würde in dem Formblatt 8 dann wegfallen oder?
Ändert sich der Bafögbetrag wenn ich vom Praktikum ins Studium bzw. von den Wohnort wechsle und wenn ja wie gebe ich das an?

Tut mir leid, wie man merkt blicke ich momentan wirklich noch nicht durch :)

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@LadyFox4

Es hat alles seine Vor-und Nachteile:

Formblatt 8 Bafög:

- Du selbst hast keine Kosten, keine Zeitaufwendung, keine Nervenaufwendung

- Du bekommst nie mehr als der Höchstsatz von Bafög.

- Nebenjob wird nicht angerechnet bis zu 5400€ in 12 Monaten

- Kindergeld wird nicht angerechnet

- Es geht nur um die Zeit während du dich in einer förderfähigen Ausbildung befindest.

Unterhaltsklage durch dich:

- Kostet Zeit und Nerven

- Es könnte ggf. mehr Unterhalt rauskommen

- Nebenjob und Kindergeld wird aber bei Unterhalt angerechnet, das heißt du könntest schlechter dastehen als bei Bafög.

- Vergangenheit spielt eine Rolle.

Wenn du umziehst, dann reichst du bei Bafög einfach deine Meldebestätigung ein und bekommst dann die erhöhte Mietpauschale dazu.

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@Fortuna1234

Erneut ein dickes Danke :) Ich denke dieses Formblatt ist eine wirkich gute Idee. Wirtschaftingenieurwesen soll eh sehr anstrengend sein, heißt über die 450€ Nebenjobgrenze werde ich sicher nicht kommen und es wäre großartig wenn sich der Fall endlich klären ließe ohne dass ich auch meine Mutter großartig mehr einschalten muss als es sich nicht vermeiden lässt. Würde der Betrag dann an mich überwiesen werden oder wie handhabt das Bafögamt das?

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@Fortuna1234

Weiterer Nachteil mit Bafög: Du baust Schulden auf.

Ja, du wirst dann eben "vaterunabhängig"  gefördert. Du bekommst das Geld vom Bafög-Amt überwiesen. Im Gegenzug holt sich das Amt dieses Geld von deinem Vater wieder, da er ja unterhaltspflichtig ist. Du hast damit nichts mehr zu tun.

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@Fortuna1234

Im Klartext heißt dass dann dass ich einen Teil des Bafögs zurückzahlen muss, meinen Anspruch auf Unterhalt des Vaters aber auch verliere? Da ich ja kein Bafög bekommen würde wäre also die Frage ob ich lieber den Unterhalt selbst einklage und dann bekomme, oder ihn über das Bafögamt einklagen lasse, an das ich dann aber auch zurückzahlen muss?

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@LadyFox4

Korrekt, die zwei Möglichkeiten gibt es. Und beides hat Vor- und Nachteile. Was überwiegt hängt von der jeweiligen Situation ab. Jetzt kennst du aber die beiden Alternativen und kannst dann noch immer recherchieren.

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Das Bafög richtet sich nach den Einkommen beider Eltern. Der Unterhalt kann mit hilfe eines Anwalts eingeklagt werden. Das Amt hat damit an sich nix zu tun, da es eine Sache zwischen Ihnen und Ihren Vater ist.

Wenn Unterhalt gefordert und nicht gezahlt wurde, kann der schon geforderte Unterhalt auch klageweise durchgesetzt werden. Wurde kein Unterhalt geforderdert und auch keine Auskunft über das Einkommen gefordert kann in der Regel rückwirkend kein Unterhalt verlangt werden.

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