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4 Antworten

Traumatherapie gehört zu den gesetzlichen Leistungen der Krankenkassen und sollte durchaus möglichst ambulant gemacht werden.

Ihr könnt sie so besser unterstützen. Zunächst ist es schon gut wenn sie jetzt viel schläft. Das hilft bei der Verarbeitung.

Ihr Eltern wechselt Euch in der Zwischenzeit am Bett des Freundes ab. Lest ihm vor, lasst ihm seine Lieblingsmusik laufen. Besprecht das mit seinen Eltern, koordiniert Euch. So gebt Ihr der Tochter Anreiz selbst aufzustehen und hinzugehen. Sie sieht einen Weg etwas zu unternehmen.

Ich schreibe Dir hier mal auf was ich erlebt habe vor Jahren:

Der Fahrer kam auf Intensivstation und blieb im Koma. Es sah ganz danach aus als wäre jede Mühe sinnlos. Seine Freundin aber lebte ihre Wut nach einigen Tagen Schlaf dank Unterstützung ihrer Eltern und Schulkameraden. Sie kam so oft es ging ans Bett, las ihm vor, berichtete von ihrem Alltag, besprach mit ihm. Weiter koordinierte sie die Besuchszeiten all der Freunde und Verwandten welche auch kommen wollten. - Nach sechs Wochen war er ohne Schaden wieder da. Nun gut. Die Knochen verheilen wieder.

Natürlich kann ein solches Ergebnis nicht garantiert werden. Aber es ist möglich und eine Möglichkeit Deiner Tochter einen Sinn und Hoffnung zu vermitteln.

Wenn sie Tagebuch schreibt macht das Sinn.

Sobald sie die Kraft hat soll sie mal unter Sonnengeflecht nachsehen. Da findet sie ein Video welches sie nachmachen kann. Für den Anfang ist das ganz gut. Schritt für Schritt kann sie dann weitere Übungen angehen.

Bei den Vegetariern und Veganern findet Ihr viele nützliche Tipps zum Thema Ernährung. Es ist ja nun ein weites Feld. Viele Mineralstoffe, pflanzliches Eiweiß, Vitamine, Spurenelemte sind schon mal so Stichworte die unterstützen. Ihr werdet noch mehr finden.

Zwischen Himmel und Erde gibt es eben mehr als messbar ist. Sehr wesentlich ist die Liebe. Sie versetzt Berge.

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Diese Lähmung die du beschreibst ist also Psychisch bedingt, daher benötigt deine Tochter psychologische Hilfe. Ein großes Glück ist, dass ihr eine Psychologin an der Hand habt, die sogar einen Platz für eine Therapiereihe frei hat! Andere Menschen warten meiner Erfahrung nach mehrere Monate auf Termine und Therapieplätze, deswegen würde ich empfehlen, das umgehend in Anspruch zu nehmen, zumal diese Psychologin mit dieser Art von Lähmung vertraut ist. Probiert das auf jeden Fall aus.

Wenn das nicht helfen sollte, informiert euch gründlich über diese Art von phänomen im Internet oder eventuell in Fachzeitschriften, damit Ihr eure Tochter so gut es geht unterstützen könnt. Psychatrische Klinik hört sich in dem Fall mit Sicherheit schlimmer an als es ist, schließlich handelt es sich hierbei ja nicht um eine geschlossene "Klapse" oder ähnliches, sondern eine offene Therapie, oder nicht? Also mit Besuchen und "Heimurlaub", sodass ihr eure Tochter mit Sicherheit oft sehen könnt, was sicherlich enorm wichtig für ihre Genesung ist. Macht euch schlau, im Endeffekt müsst ihr entscheiden, was für eure Tochter das Beste ist, und die beste Entscheidung trifft man, wenn man alle Möglichkeiten sorgsam und gründlich abwägt und sich vorher genaustens informiert.

Ich hoffe ich konnte euch wenigstens ein bisschen helfen, ich wünsche euch und eurer Tochter sowie ihrem Freund alles alles Gute und eine rasche Genesung.

liebe Grüße

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Kommentar von Fieldguard
15.06.2011, 14:41

Danke vielmals für Deine Antwort. Die Bekannte, die damals fast im selben Alter war wie meine Tochter, war wie gesagt auch in der Klinik. Sie fand es zwar ertäglich, aber die 15 Wochen haben nichts gebracht. Und ich suche die ganze Zeit schon im Internet. Viele Leute glauben nicht, dass es psychisch bedingte Lähmungen gibt, aber auch in Wikipedia werden diese erwähnt. Dort allerdings unter "psychogene Gangstörungen".

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Unbedingt in Behandlung begeben. Gut das sie einen ambulanten Termin hat. Das deine Tochter psychische Probleme hat wenn ihr Freund im Koma liegt ist total normal, ihr das unbedingt klar machen, ihr sagen das, das mit ihrer Lähmung wieder wird. (unabhängig davon wie die Chancen sind) Ihr ein neues Ziel geben. Freunde mit einbinden um sie aufzubauen. Den Freund der im Koma liegt besuchen (wenn sie das nicht zu sehr belastet). Wenn man eine Depression hat, dann kommt einem alles noch schlimmer vor als es ist. Man hat das Gefühl als würde es keinen Ausweg geben. Das ist ein Zeichen einer Depression. Sie müssen ihr unbedingt klar machen, das dass jetzt alles unglaublich schrecklich ist, aber das es Auswege gibt, das sie kämpfen muss und das diese Zeit auch vorbei geht. Das Leben zwingt einen immer in die Knie, es liegt an uns wieder aufzustehen.

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Probiert es doch einfach erstmal aus mit der ambulanten Therapie
und wenn ihr seht, dass sie keine Fortschritte macht, könnt ihr euch es immer noch überlegen, dass sie in eine Klinik geht.

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