Guten Morgen zum Dienstag, welche Länder habt ihr in eurem bisherigen Leben schon bereist und von welchen Attraktionen wart ihr am Meisten beeindruckt?

 - (Urlaub, Länder, Gugumo)

36 Antworten

Guten Mittagmorgen, Opi und alle anderen!

Reisen! Das ist etwas für mich! Schon als Kind war ich ein Fan ferner Länder, habe sämtliche Karl-May-Bände verinnerlicht und mich -überwiegend aus der Literatur- begeistert für ferne Länder und Kulturen. Später dann auch übers Fernsehen.

Resultat: ich wollte reisen, aber nur, wenn ich mich auch sprachlich verständlich machen konnte. Also habe ich von klein auf Sprachen gelernt (was mir auch lag); das stellte sich zugleich auch als meine persönliche Antwort und meine 'Therapie' auf den Eisernen Vorhang heraus, der nahe meinem Heimatort zuging : ich war hoch motiviert, und Sprachen waren das beste Mittel dazu, Grenzen zu überwinden. Geübt wurde mit der Familie: Reisen nach Tirol, aber auch schon Bayern und an Rhein und Mosel waren für mich fast wie Ausland.

Mit 14 führte mich der Kontakt zu einer Brieffreundin in Reims nach Frankreich, auch nach Paris - wo mich später auch mein Beruf hinführte. Paris ist in jeder Hinsicht einfach nur grandios, und viele Reisen innerhalb Frankreichs lassen mich noch immer von diesem Land träumen, das regional so unterschiedlich ist, dass man jede Gegend als eigenes Land aufführen könnte. Zu Anfang, als man es mir ansehen konnte und noch heraushörte, wo ich herkam, gab es einige unfreundliche und z.T. hasserfüllte Reaktionen in Erinnerung an Deutsche aus der Besatzungszeit, die man an mir ausließ. Zu Verallgemeinerungen konnte mich das aber nie bringen!

In Luxemburg und Belgien war ich öfters, auch beruflich - es faszinierte mich, auch sprachlich: wunderschön lebendige mittelalterliche Städte wie Leuven, Brügge, Rotterdam und kleinere Orte, dann die herrliche Küste gesäumt von Kunstwerken, an der eine Straßenbahn entlang führt, und nicht zuletzt das kulinarisch spitzenmäßige Essen, wo sogar Franzosen rüberkommen, um zu speisen, da es genauso gut, aber oft preisgünstiger ist als zuhause. Menschen: alle freundlich und nett, da ich sie in ihrer Sprache ansprechen konnte.

Irland - Summer School 1988 im altehrwürdigen Trinity College in Dublin. Überall konnte ich in keltische Traditionen eintauchen, Sprache, Schrift, Musik, Menschen. Von dort bin ich z.T. per Anhalter nach Westen durch Connemara an die Küste mit mediterraner Vegetation gefahren - ein wenig besiedeltes, wunderschönes grünes Land (mit entsprechendem Regen, für den man keinen Schirm mehr braucht, denn er hüllt einen von allen Seiten ein). Die Menschen dort habe ich als außergewöhnlich freundlich und hilfsbereit in Erinnerung, und sie können absolut wunderbar singen.

Großbritannien - auf den Spuren von Chaucer in Canterbury, London, der Süden mit Schlössern, 'Gärten' (so heißen dort altehrwürdige Parks), mittelalterlichen Städten, normannischen Kathedralen und kuscheligen Landschaften, Bath mit römischen Relikten, bis Wales, Lake District, Schottland - wunderbare Stimmung. Auch hier: nette, liebenswürdige Menschen.

Schweiz - Österreich - Italien - Spanien - Slowenien - Kroatien - Tschechien - Polen (Schlesien) - da hat es mich auch hingezogen.

Für eine selbst organisierte Rundfahrt zu Dritt durch Lettland und Litauen mit wechselnden Quartieren war mein persönlicher Anlass das World Choir Festival 2014 in Riga. Die dort nicht so häufigen Kontakte mit Menschen waren alle sehr natürlich und freundlich. (Abschlusskonzert: 50.000 Menschen singen in einem Stadion: 'O Happy Day'! (https://www.youtube.com/watch?v=1M9N9K9NxXo&index=4&list=RD4V3BKLNw9ZM

Schon in meinen jüngeren Jahren war ich in Australien: Perth, Sydney, Brisbane (1978/1979) bei einer dortigen Freundin, Neuseeland: Nordinsel- u. Südinsel-Rundreise, in Indien (Rucksackurlaub): Bombay, Goa, Díu (1982), in Griechenland: Korfu, Athen und an klassischen Stätten.

Ein Beispiel für außergewöhnliche Freundlichkeit, Herzlichkeit und Zugewandtheit, das mir bis heute die Tränen in die Augen treibt, habe ich in Griechenland, dem Land der Gastfreundschaft, während eines touristischen Stops in Ολύμπια nach der Besichtigung archäologischer Stätten erlebt.

Unser Bus parkte nahe kleiner Häuser mit recht naturbelassenen Gärtchen davor. In einem fielen mir drei wunderschöne weiße Callablüten auf, die wie wild dort wuchsen, und ich lächelte anerkennend (so empfand ich es von innen) rüber zu der kleinen alten Frau in schwarzer Kleidung, die am Haus stand. Da geschah etwas Unfassbares: sie pflückte eine Calla und überreichte sie mir mit Worten, aus denen ich 'Jermanía?' heraushörte. Ich konnte nur nicken, mir fehlten die Worte, dafür stiegen mir die Tränen hoch. Was für eine Geste! Gastfreundschaft eben!

Ja, ich kann nur bestätigen: Reisen bildet - auch das Herz!

Ich wünsche allen hier einen schönen Dienstag!

sorry: Ολύμπια = Olympia

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Guten Tag liebe Anne, davon kann ich nur noch träumen, aber es freut mich das Du schon soviel von der Welt gesehen hast.

https://www.gbpicsonline.com/img-26481.html

LG Dieter

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@Amorette

Ja, lieber Dieter, das 'läppert sich so zusammen' im Leben, wie wir hier bei uns so sagen, und dabei hab ich noch Helgoland, Fünen, Korsika und die Kanaren vergessen, wo ich öfter war - zum Wandern, da mich immer eine Sonnenallergie erwischt hat! Aber das ist wichtig: Reisen, solange man noch irgendwie kraxeln kann! Danke für deinen Kommentar und Dir noch einen schönen Tag!

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Echt zu beneiden!

Fred wünscht dir einen sehr schönen Dienstag und grüßt dich aus einem Wien, wo Sonne und Wolken bei 14,3 Grad Schichtarbeit haben, herzlichst.

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@Fredlowsky

Danke, lieber Fred - Du, ich merke grad: ich habe beim Schreiben ganz vergessen zu frieren! Hab auch einen schönen Dienstag und herzliche Grüße von Anne

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Dir weitgereistem und dementsprechend gebildetem Wesen eine wundervolle Woche. Sicher warst du auch stets höflich und nett und bist dementsprechend mit einem diesbezüglichen Echo belohnt worden, LG.

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@PicaPica

Hast du das erraten? Es stimmt: sobald ich über die Grenzen fahre, werde ich zu einem anderen Menschen! Wirklich wahr!

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@Spielwiesen

Nimmst du dann auch das Temperament der jeweiligen Landesbewohner ein wenig an? Ansonsten kennt man dich eben als höflichen Menschen mit enorm viel Wissen, LG.

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@PicaPica

Am Beispiel Frankreich: dadurch, dass die Sprechmelodie im Französischen eine enorme Bandbreite und Variation hat, gehts da allein stimmlich schon drunter und drüber - und dann werden noch Hände und Füße dazugeschaltet! Das ist das, was du Temperament nennst! Ich bin mir sicher: dort könnte ich mein Traumgewicht halten!

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Zu Frankreich, das ganz in meiner Nähe liegt wäre noch zu sagen, dass manche älteren Franzosen in der Grenzregion noch immer aus Protest kein Deutsch reden, obwohl sie es können, so erlebt in Metz. Die Jüngeren aber sprechen kaum noch ein Wort Deutsch, wachsen wohl nicht zweisprachig auf.

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@IQSofia

Ja, da sitzt etwas noch ganz tief drin quer, glaube ich. Bei vielen.

Aber ich glaube, das hängt vom Zusammenhang ab: Mir ist im Elsass mal passiert, dass ich -logisch- Wirtsleute und Zimmervermieter auf Französisch ansprach. Aber da antwortete man mir doch wahrhaftig auf Elsässisch ('Deutsch') , und ich rätsele bis heute, ob sie das als Demonstration gegen ihre Zugehörigkeit zu Frankreich gesehen haben wollten (Traditionalisten - die gibts ja auch noch) oder ob ihnen in dem Moment touristische Motive durch den Kopf gingen.

Eines habe ich mir in all den Jahren schon früh angewöhnt: NIE Angehörige eines Volkes oder Staates über einen Kamm zu scheren, nie zu verallgemeinern - das wäre menschenunwürdig und widerspricht dem Kantschen Kategorischen Imperativ! ("Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!")

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Wunderschöne Antwort, liebe Spielwiesen, von dir und du hast in allem Recht, man lernt über den Tellerrand hinauszuschauen, wenn man sich öfter mal auf andere Kulturen einlässt, damit meine ich, sich nicht nur im Hotel umzusehen sondern Land und Leute kennen lernen. Ich habe in jedem Land Gastfreundschaft erlebt besonders vor vielen Jahren in der Türkei, das werde ich auch nie vergessen.

Herzliche Grüße an dich, Likörchen hat lecker geschmeckt, und wunderschönen Abend wünscht dir, witha

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@witha

Danke für dein Kompliment, das mich freut. Bissle lang geworden, die Antwort - aber was sein muss, muss sein! Schreibst Du noch eine Antwort? (Nimm noch ein Likörchen und los!) - schönen Gruß von Anne

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@Spielwiesen

Nein, ich bin zu faul für eine Antwort. Ich war sowieso meisten in südamerikanischen Ländern, ich spreche ein wenig Spanisch, und diese Mentalität dieser Mexikaner, Spanier, Venezulaner, Kubaner, Dominikaner, Insulaner der Balearen und Mallorkaner liegt mir einfach auch deren Speisekarte, Liebe Grüße

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Moin / Mahlzeit @ all,

etwas spät für die GuMo-Frage .... heute ist leider die Sau los und ich komm zu gar nix -.-

Ich war schon in vielen Ländern, habe verschiedene Sitten und Bräuche kennengelernt, mich gewundert, erschrocken und (meistens) an der Gastfreundschaft erfreut.

Nett waren - auch wenn es der eine oder andere nicht hören mag - die Holländer.

Wirklich phantastische Gastfreundschaft, nett, hilfsbereit und lustig drauf. Echt klasse. Ok, den Witz kapiert dort nicht jeder:

"In Deutschland gibt es die Verkehrssünder-Kartei. Wer in Flensburg 8 Punkte gesammelt hat, darf zu Fuß gehen. Das ist in Holland etwas anders:
Es gibt für jeden Verstoß einen Punkt. Zu schnell gefahren, überholt wo es verboten ist, jemanden geschnitten, Rotlicht missachtet, falsch geparkt usw - jedes Mal 1 Punkt.
Und bei 1000 Punkten gibt´s ein gelbes Nummernschild ...."

Ist ja auch nicht wirklich dutch-friendly Humor :-)

Auch die Iren sind ein überwiegend freundliches Volk, noch ein ganzes Stück sorgloser und unbekümmerter als andere.

In einer Kneipe stand auf dem Gang zur Toilette beinahe knöcheltief das Wasser. Die auf diese Überschwemmung hingewiesene Tresenkraft zuckte nur die Schultern und erklärte: "Ah yes, it´s raining outside!"

Ach so, Regen = Hütte unter Wasser! Na dann...

Auch der Blick auf Installationstechniken lässt einem tw. das Blut in den Adern gefrieren. Ist aber alles halb so wild, finden die Iren. Wenn Du siehst, dass da eine offene Verteilerdose an der (sehr niedrigen Decke) klebt, dann musst Du halt nicht die Arme ausstrecken! Aber deswegen muss man nun wirklich kein Fass aufmachen....

Auch Griechen, Jugoslaven, Italiener, ... alles sehr gastfreundliche Menschen.

Franzosen: jein, einige Gegenden schon, anderswo nahezu fremdenfeindlich.

Engländer: nein, danke. Selten so patzig und arrogant behandelt worden. Dabei habe ich weder über ihren Fußball noch ihren Hochadel gelästert...!

Aber: man sieht sich immer zwei mal im Leben, Tommy.
Frag DU mich mal nach dem Weg nach Hamburg! Da, wo ich Dich dann hinschicke, essen die Menschen Leberkäse und Weißwurst. So.

Bis auf diese wenigen Ausnahmen war es immer klasse im Ausland.

Ich bin kein fullservice-Tourist, der nur selten mal die Nase aus dem 5-Sterne-Hotel rausstreckt, sondern mische mich unters Volk und versuche, die Zeit dort wirklich zu erleben, nicht nur zu verbringen.

Hoffe, meine (späte) Antwort ist dennoch eine Bereicherung.

Schönes Zwischen-Wochenende und einen angenehmen Feiertag!

LG PoisonArrow

Ja so einem Weitgereisten kann ich nur noch den Wiener Heurigen anbieten, da kann es dir pasieren dass du nach genug Konsum die Nase nicht rausstecken kannst, aber das wird bei dir kaum geschehen können.

Fred wünscht dir einen sehr schönen Dienstag und grüßt dich aus einem Wien, wo Sonne und Wolken bei 14,3 Grad Schichtarbeit haben, herzlichst.

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@Fredlowsky

Moin Fred!

das wird bei dir kaum geschehen können

Was wird mir da denn unterstellt? Trinkgewohnheiten eines Gewohnheitstrinkers ?!

Die Weisheit "Alle Tage sind gleich lang - aber nicht gleich breit!" stammt nicht von mir! :-)

Den Heurigen hab ich tatsächlich mal probiert, als ich für 2 Tage in Grinzing war. Kolossales Erlebnis, dieser Ort: tagsüber kaum 100 Leute anwesend und abends stapelten sich die Reisebusse mit Touries aus aller Herren Länder.

Muss gestehen: aus Wein & Co mache ich mir nicht allzu viel.

Aber Wien und drum herum ist echt schön und eine Reise wert.

Auch das Wetter ist scheinbar freundlicher:
Hier ist es mit heftigen Schauern durchzogen dauer-bewölkt und das Thermometer kommt kaum aus dem Keller, 10 - 11°, mehr nicht.

Weil es morgen keinen "Tag der österreichischen Einheit" gibt, wünsche ich Dir einfach mal einen schönen Mittwoch!

LG PoisonArrow

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@PoisonArrow

So einen Tag würden wir manchmal bei Landeshauptmännertagung brauchen!

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Hallo du Bereicherung! In welcher Sprache hast du die Leutchen denn immer so angesprochen? Das kann TOTAL den Ausschlag geben, wie du behandelt wirst - auch wenn jemand dort in der Schule mal Deutsch gelernt hat, muss er sich nicht dran erinnern. Er könnte vielleicht .. bei bestimmten Signalen!?!

Oft wirken Leute bei Sprachbarrieren, wie wenn sie einen Feind vor sich hätten. Oder eine Mauer - und je nach Blick auch noch mit eingeschalteter Verteidigungsanlage! Muss man mal drüber nachdenken - alles ist zweiseitig (Wald rein und raus) Schönen Gruß und netten freien Abend noch! Gruß von Anne

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@Spielwiesen

Hallo Anne!

In England gab es bereits auf dem Flughafen die ersten Reibereien.

Ich hatte alles von Deutschland aus gebucht und bezahlt.

Der Knirps von AVIS in Manchester weigerte sich zunächst,auch nur eine Silbe deutsch zu sprechen. Ok, muss ja nicht sein, ich spreche ja relativ gut englisch. Obwohl: erwartet hätte ich von einem Unternehmen, was an einem internationalen Flughafen seine Dienste anbietet, dass dort jemand sitzt, der sprachlich etwas mehr auf der Pfanne hat, als nur seine Muttersprache.

Sagen wir mal, er hätte zumindest seinen Slang etwas zurückschrauben können, dann hätte ich weniger nachfragen müssen.

Jedenfalls hat er sich meine Buchungsbetätigung durchgelesen und warf mir diesen Zettel zurück, schüttelte den Kopf und meinte, ich hätte kein Auto gemietet.

Weil das ja nun mal auf dem Wisch draufstand, war ich etwas überrascht und fragte: Nein? Was denn dann? Ein Fahrrad?

Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück, verschränkte die Arme und sagte (in seinem Slang), dass ich nicht genug bezahlt hätte.

Aha. Kann ich ja nicht ahnen, dass das Reisebüro bei der Zugrundelegung der Kleinwagen-Tarife scheinbar einen Fehler gemacht hatte...

Aber der weitsichtige England-Tourist hat ja eine mehrere Pfund schwere Brieftasche dabei.

Etwa 12 Elizabeth-Dollar erleichtert durfte ich dann endlich meinen Renault Clio in Empfang nehmen.

Ganz ehrlich, wenn ich nicht so in Bedrängnis gewesen wäre und auf diesen Laden und seine Dienstleistung angewiesen, hätte ich diesen hochnäsigen Affen mit einem Griff über den Tresen am Kragen gepackt und den Renault-Schlüssel aus seinem Jacket rausgeschüttelt.

Das gleiche Spiel durfte ich dann noch mal im Rückwärtsgang erleben, als ich zwei Tage später wieder abgeflogen bin. Arroganz, Unfreundlichkeit und diese unnötige Wahrung einer zu großen Distanz.

Läge es an mir (doch, ich bin selbstkritisch und komme bei sowas durchaus ins Grübeln), so hätte ich doch ähnliche Erlebnisse in sämtlichen anderen Ländern gehabt, die ich bereist habe - und das waren nicht wenige.

Einzig in Frankreich war es tw. etwas holprig mit dem freundlichen Echo.

Eigentlich genau umgekehrt von dem, was man uns vorher erzählt hatte.

Man hatte uns "gewarnt", dass in einigen ländlichen Bereichen immer noch ein traditionell begründeter Hass auf Deutsche vorherrsche, und wir uns auf wortkarge und unterkühlte Menschen einstellen sollten, während es in den Großstädten (vor allem Paris) mittlerweile sowieso ein bunter Multi-Kulti-Haufen das Stadtbild beherrsche und der Anti-Germanismus nicht mehr spürbar sein würde, höchstens noch bei einigen sehr alten Bürgern.

Auf dem Land waren dann die freundlichen Menschen, die uns als Deutsche wahrgenommen hatten (nicht verwechselt mit Eng- oder Holländern) und in der Stadt die jungen(!) Leute, die schnippisch und "sehr national" eingestellt waren.

Wie gesagt, am schlechten Englisch KANN es nicht liegen.

Ein gutes oder nur brauchbares Französisch hingegen würde ich mir nicht bescheinigen. Das war zu Schulzeiten nur die Drittsprache und fand niemals meine Sympathien.

Ich weiß, dass "Sprache" oft stark mit einfließt, wenn Menschen den ersten Eindruck abgeben. Gerade in England ziehe ich mir diesen Schuh nicht an - und by the way: Spanisch spreche ich kaum und griechisch gar nicht. Somit müsste ich dort ja geteert und gefedert worden sein, wenn es NUR an der Sprache hapert.

LG, PoisonArrow

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@PoisonArrow

Danke, Poison, für diesen großartigen Kommentar, der die Hintergründe gut beschreibt!

Ich weiß auch, dass in GB die Uhren im wahrsten Sinne anders ticken und dass man nie wissen kann, ob man nicht einem Nachfahren Betroffener gegenübersteht, der mit Berichten vom Opa über Untaten (*Coventry z.B.) der deutschen Wehrmacht schon als kleinen Jungen so eingenommen wurde, dass ihn das angesichts eines deutschen Kunden seine ganze Professionalität vergessen ließe - wenn die je vorhanden war, denn -das muss man bei uns auch immer bedenken- berufliche Ausbildung in den uns umgebenden Ländern sieht anders aus: immer habe ich das duale System hier bei uns als Vorbild erwähnen gehört, denn nur das ist durchdacht und nachhaltig. - Wie soll jemand woanders an Wissen professioneller Art kommen? Das geht noch wie im Mittelalter zu: gegen Lehrgeld bringt es einem der Meister bei. Auf heute umgemünzt heißt das: bezahlte Kurse, Schulen, Institute - und wer das Geld dafür nicht aufbringen kann, muss sich ungelernt durchschlagen. Ein Avis-Mitarbeiter, der mit Minimalausbildung auf die Leute losgelassen wird, hat darüber hinaus vielleicht auch eine ganz eigene kreative Haltung gegenüber leicht zugänglichen Zusatzleistungen, so wie bei dir mit dem Mietwagen-Voucher...

Auf jeden Fall hast du recht: alles nur auf Sprachkenntnisse zu schieben, wäre zu kurz gedacht. Und wer weiß: vielleicht hatte der 'Zwerg', wie du ihn nennst, ja sogar selbst Animositäten gegenüber 'Hochenglisch', z.B. dann, wenn seine soziale Situation ihm den Zugang dazu leider nicht ermöglicht hat, so dass er sich nur in Cockney oder Lokalsprache äußern konnte und dadurch unterlegen fühlte.

Ich muss gerade an eine vergleichbar scheußliche Situation in meiner Zeit in Frankreich denken - aber das würde an dieser Stelle zu weit führen. Handlungsmotive von Menschen sind immer durch so vieles beeinflusst - manchmal kenne ich mich mit mal mir selber nicht aus! (hoffentlich trifft mich dann keiner!). LG Anne

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@Spielwiesen

Hallo Anne,

das war sehr gut hergeleitet und stellt für den, der es möchte, eine mögliche Erklärung für die Reibereien am Flughafen in Manchester.

Auch das "Bodenpersonal" in Sachen Flugsicherheit & Co. ist da keinen Deut besser als der AVIS-Heini.

Etwas unter Zeitdruck bin ich am Abreisetag mit dem besagten Clio wieder im Flughafen "gelandet" und dort (wie mir befohlen) in das Parkhaus gerauscht, um die Karre wieder abzugeben.

Irgendwo, noch gerade innerhalb der 3-Meilen-Zone einen Parkplatz gefunden, Reisetasche unter dem Arm im Laufschritt zu der Ansammlung aus Blechbuden, wo dann die ganzen Auto-Vermieter ihre "Büros" haben.

AVIS war natürlich nicht besetzt. Mist.

Nebenan war jemand da, SIXT glaube ich.

Dort hektisch erzählt, was ich wollte und gefragt, was nun zu tun wäre mangels der personellen Besetzung next door.

Ach, Auto zurückgeben? Hier? Nein, da sind sie völlig falsch! Das ist das Parkhaus Nr. 3. Hier wieder raus, am Kreisel 1. links, 200 m, dann rechts ....usw.

Blick auf die Uhr: es wird mehr als eng, mein Flieger!

Ok, zurück zum Clio, Vollgas Richtung Ausfahrt.

Zum Glück hat mich der SIXT-Mann erkannt (wahrscheinlich am Kondensstreifen ^^) und die Schranke für mich geöffnet. Sonst hätte ich ein weiteres, nicht unerhebliches Problem gehabt.

Mit jaulenden Reifen schließlich Parkhaus Nr. 3 erreicht.

Nicht, dass da irgend jemand mal ein Schild dranschraubt, so von wegen:

"Mietwagen-Rückgabe HIER !!!" - wäre ja zu einfach.

Reisetasche und eine weitere Folge von "Lola rennt in England" gedreht.

AVIS wieder nicht besetzt. Aber nebenan war wieder einer.

"Schlüssel einfach durch das Loch in der Tür schmeißen!" hieß es von dort.

Hm, und wer nimmt das Fahrzeug ab? dachte ich. Kann ja jeder behaupten, der Dödel ais Deutschland hat da ne Delle reingefahren - wie soll ich das Gegenteil beweisen? Vielleicht wartet der "freundliche Mann vom Ausgabe-Schalter" ja schon auf seine Gelegenheit, mir eins reinzuwürgen.... doof.

Und dann fiel mir siedendheiß ein, dass ich in der Hektik nicht mal getankt hatte. Was sagt die Uhr? So eine riesen Sch..... !

Reisetasche auf, Zettel und Stift, in Kurzform geschildert, dass ich es versäumt habe, den Renault zu betanken und sie möchten mir den Sprit nachbelasten, meinetwegen auch mit den entstandenen Kosten für einen Mitarbeiter, der das ausgeführt hat. Adresse, Kontonummer, BLZ, alles daraufgeschrieben. Zettel samt Schlüssel durch "das Loch" in der Tür gestopft und mit Überschall ins Flughafengebäude.

Da dachte ich noch, hey, praktisch! Da muss man ja gerade mal über die Straße und ist schon im Flughafen drin - super!

Ja, denkste.

Mit hektischem Blick die Leuchttafeln nach "Lufthansa" und meinem Flug nach Deutschland abgesucht: nüscht.

Da lief mir eine Dame in "Flughafenkleidung" über den Weg.

Die gefragt.

"Lufthansa...? never heard, don´t know ..."

Mann!
Großer Vogel aus Metall mit so Düsen hintendran, takes me back to Dschörmenie!!! You know?! LUFTHANSA - kennt man doch!!

Ah, ja, LUFTHANSA! (endlich kam Licht) - da sind sie hier völlig falsch!

Schade, nix mit "super - vom Parkhaus zum Flieger in 30 Sekunden".

Hier sind sie in Terminal 3 und sie müssen zum Terminal 1.

Wie heißen diese waagerechten Rolltreppen? Da wo die Leute immer entspannt draufstehen? Da bin ich drauf lang gerannt, wie ein Irrer. Eine Entschuldigung nach der anderen gestammelt, weil ich an den Menschen nur so vorbei gehechtet bin, um schließlich mit pfeifendem Atem dort anzukommen, wo mein Flieger stand. Bereits mit laufenden Motoren.

Aber da war noch die letzte Hürde: der eifrige und pflichtbewusste Kollege der Sicherheitsabteilung.

In wieder fürchterlich genuscheltem Englisch wurde ich gefragt, ob ich irgendwelche Dinge in meiner Tasche hätte, die da in Sachen "Fluggepäck" nicht rein gehören. - Was er genau von mir wollte, weiß ich bis heute nicht -

Ein paar mal nachgefragt, wieder nix verstanden - dann hab ich ihm die Tasche vor die Nase gestellt : HIER, guck selbst was da drin ist!

Wollte er nicht.

Stattdessen gibt er mir irgendein 3-seitiges Formular in die Hand und einen Kugelschreiber.

Ich zeigte auf die Stewardess, die schon Anstalten machte, die Flugzeugtür zu schließen. Beeindruckte ihn nicht. Das Formular war ihm wichtiger.

Ich habe es einfach unterschrieben und ihm wieder hingelegt.
Keinen Plan, was das war oder sollte, .. egal.

Dann bin ich durch die Tür des Fliegers gesprungen und saß schweißnass aber glücklich auf meinem Platz.

Ich gebe zu: die Zeitknappheit war zum Teil meine Schuld. Allerdings hätte eine korrekte + lesbare Beschilderung aus der Zeitnot eine bestenfalls "leichte Verspätung" gemacht.

Egal, geschafft ist geschafft.

Und kurioserweise habe ich nie etwas von dem versäumten "Nachtanken" gehört, keine Abbuchung vom Konto, kein Schreiben, keine Rechnung, nix.

Aber so einen Höllentrip: nicht nochmal!

LG

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@PoisonArrow

WOW - Das MUSST du veröffentlichen !
Sowas wäre auch gut für Auswanderungswillige...! Danke jedenfalls!

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@Spielwiesen

Meinst Du wirklich..?

So was öffentlich machen?

Könnte ich zu Zeiten des umstrittenen Brexit nicht genauso gut England den Krieg erklären?

Bin ja froh, dass ich diese Erlebnisse SELBST ohne nennenswerte Einnahme von Drogen oder Couch-Therapiestunden beim Psycho-Onkel verarbeitet habe. Da soll ich Deiner Meinung auch noch andere Menschen mit quälen?

Wer auswandert, hat diese Probleme vermutlich gar nicht.

Auswanderer leihen sich wahrscheinlich kein Auto am Flughafen und haben ja auch den Rückreise-Stress nicht (sind dann ja WEG)^^

Von einem Extrem-Erlebnis gleich eine Breitband-Warnung zu machen, wäre zudem vielleicht auch contra Völkerverständigung und keine Hilfe für Menschen, die an ein GUTES Reisebüro geraten, wo aktuelle Preislisten für Mietwagen-Tarife aushängen ...

Aber: schön, wenn Dir mein Reisebericht gefallen hat!

LG PoisonArrow

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@PoisonArrow

Naja, als Anekdote! Das ist die Würze im Positiv-Brei der gesteuerten Völkerverständigung!

Und wir Deutschen gewinnen dem doch immer noch etwas Positives ab, indem wir flächendeckend hinterfragen (das erlebe ich nach jedem Chemieunfall, vulkanausbruch und sonstigem, das irgendwo in der Welt ausbricht: sofort wird im Radio -bei mir WDR5- eine Frage-Antwortsendung mit Publikumsbeteiligung gebracht) wie wir in einem solchen Fall hier die Folgen minimieren können. Dazu würde deine Geschichte auch dienen!

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Wir haben früher viel Urlaub in Deutschland gemacht, später dann auch im Ausland.

Bisher war ich in

Österreich

Schweiz

Dänemark

Niederlande

Griechenland

Spanien

Marokko

Ägypten

Amerika

Überall gab es Sachen die einem gefielen, aber Amerika war für mich schon seit ewigen Jahren immer mal mein Traumziel. Die Leute dort sind sehr hilfsbereit aufgeschlossen und neugierig. Ich war dort in Las Vegas und in Los Angeles und muss sagen dass Las Vegas als Stadt eine riesige attraktion ist.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Muss sehr schön gewesen sein!

Fred wünscht dir einen sehr schönen Dienstag und grüßt dich aus einem Wien, wo Sonne und Wolken bei 14,3 Grad Schichtarbeit haben, herzlichst.

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Guten Morgen, 

Schweden, Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Italien, Österreich, Schweiz, Niederlande, Belgien, USA, um mal einige Länder zu nennen.

Zur Zeit des eisernen Vorhangs waren die Ostblockstaaten und andere kommunistische Länder aus ganz bestimmten Gründen für mich verboten. Einzige Ausnahme mit Sondergenehmigung war die damalige DDR zu Verwandtenbesuch.

Am Unfreundlichsten habe ich seinerzeit die Schweden und doch erschreckend viele Franzosen kennengelernt - die zeigten zum Teil sehr offen, wie verhasst man den Deutschen gegenüber stand. Aber das hat sich zwischenzeitlich auch sehr ins Positive geändert, wie spätere weitere Reisen in diese Länder zeigten. Ansonsten Gastfreundschaft überall, sehr viele positive Eindrücke. Lediglich das Essen war manchmal...... na ja, gewöhnungsbedürftig.

Überall gab es auch sehr Beeindruckendes: Ob nun Bauwerke, Naturparks, Gedenkstätten oder sonstige Sehenswürdigkeiten - spannend und interessant war es allemal.

Ja, in Großbritannien war ich auch und nicht umsonst sagt der Ober vor dem Servieren des Essens gleich schon mal excuse me, LG.

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In Großbritannien wären mir viele Speisen ein Problem, aber bereisen würde ich es schon gerne.

Fred wünscht dir einen sehr schönen Dienstag und grüßt dich aus einem Wien, wo Sonne und Wolken bei 14,3 Grad Schichtarbeit haben, herzlichst.

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Schönen guten Tag alle miteinander,

ich habe erst kürzlich mal gezählt und bin auf knapp 30 Länder gekommen, in denen ich in meinem Leben war. Habe quasi fast komplett Europa gesehen (so von den spannenden Ländern fehlen da eigentlich nur noch Irland und Montenegro). Außerhalb von Europa gibt es noch viele weiße Flecken. In den USA war ich zwar schon, aber Australien und Neuseeland fehlen auf jeden Fall noch. Auch eine Karibikinsel würde mich reizen. Vielleicht sollte es auch mal Japan oder Südafrika sein.

Das ist ja das Schöne an der Welt. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken. 

Gastfreundschaft habe ich fast überall erlebt. In Griechenland hatte ich mal schlechte Erfahrungen gemacht. Das lag aber einfach an den Personen, mit denen ich zu tun hatte. Denn Gastfreundschaft hängt ja schließlich auch vom Individuum ab und nicht von der Nationalität. Positives Highlight in Thema Gastfreundschaft ist für mich immer Lettland. Ein Land, zu welchem ich eine ganz besondere Beziehung aufgebaut habe. Dorthin reise ich immer gerne.

Euch einen schönen Dienstag und morgen einen schönen Feiertag, egal ob ihr die deutsche Einheit oder einfach nur Bergfest feiert ;)

Euer Howie

Fred wünscht dir einen sehr schönen Dienstagnachmittag und grüßt dich aus einem Wien, wo Sonne und Wolken bei 14,3 Grad Schichtarbeit haben, herzlichst.

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Australien hat übrigens 2 Länder. Australien und (?) Hut River (?) ein Grundstück im Westen des Kontinents. Ist nicht von vielen anerkannt hat aber eigene Marken und all das.

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@critter

Interessant, genauso interessant wie er zu dem LAND kam, er erklärte Australien den Krieg und nutzte eines der Alten Gesetze.

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