Guten Morgen. Habt ihr auch ein zweites Gesicht?

23 Antworten

Ja, ich denke schon.Ich komme immer als sehr ernster Mensch rüber.Aber ich bin kein sooo ernster Mensch.Innerlich bin ich fast immer gut gelaunt.Natürlich werde ich ab und an darauf angesprochen (ich solle doch mal lächeln usw.).Nur ich sage immer, ich habe nun mal kein anderes Gesicht...kann doch nicht den ganzen Tag grinsend umher laufen.^^Nur wer mich lange kennt, weiß, dass ich echt ein zweites Gesicht habe, ein äußerliches und ein innerliches.....wenn ich das mal so salopp formulieren darf.

Moin :-)

ja, habe ich, hat wohl jeder, vielleicht sogar noch mehr als "ein zweites", wer weiß, das zeigt sich dann irgendwann mal, bin schon gespannt.

Das eigentliche "zweite Gesicht":

Zweites Gesicht. Bedeutungen: Okkultismus: die Fähigkeit, die Zukunft vorauszusehen; die Gabe der Prophetie. - Es kommt schon vor, dass mich diese Gabe überrollt und "es" sich danach sogar (leider) bewahrheitet....

Schönen Wochenausklang wünsche ich :-)

Ich bin so fern von Okkultismus, dass mir diese Bedeutung gar nicht erst eingefallen ist. Die meinen weder Peter Fox noch ich mit meiner Frage.

2

Oft würde uns das Miteinander danken wenn wir zu 100% ein zweites Ich hätten.

Fred schickt dir ganz liebe Grüße und wünscht dir einen sehr schönen Samstag.

1

Grüß Gott und guten Morgen!

Das "zweite Gesicht" habe ich sicher nicht. Aber ich habe sicherlich auch ein zweites Gesicht. So wie die meisten Menschen. Vereinen wir doch alle, gute und böse Seiten, in unserer Persönlichkeit.

Wichtig ist, dass unsere böse Seite nicht die Oberhand gewinnt. Das ist nicht immer einfach und natürlich habe ich selbst solche Situationen erlebt. Auch wenn es mit dem Alter weniger wird. Aber Selbstbeherrschung und Kontrolle über sich, muss man auch lernen. Das ist nicht jedem in die Wiege gelegt.

Aber natürlich, kann es im Leben auch zu Situationen kommen, wo es nützlich sein kann, wenn man seine dunkle Seite zum Vorschein bringt. Natürlich muss das immer in einem gewissen Rahmen bleiben. Denn es ist nicht schön, wenn man etwas tut, was man später bereut.

Habt ein schönes Wochenende. Liebe Grüße!

Die "dunkle Seite" gefällt mir noch besser.

2

Wie sehr du es doch immer wieder schaffst, für die gleichen Gedanken andere Worte zu finden!

1

Ich schätze ja. Viele halten mich nicht für besonders intelligent, eher verplant und schusselig, sie glauben ich sei ängstlich, zu still und ich hätte keinen Humor. Später ist mir bewusst geworden das ich auch unsympathisch und unoffen wirke. Als mir das alles klar wurde, bemühte ich mich jedoch nicht mehr mein Äußeres Ich zu ändern. Im Gegenteil ich baue heute darauf auf, weil ich gemerkt habe das ich es leichter habe wenn ich Fremde, Bekannte und lose Kumpel glauben lasse sie seien besser als ich oder mir überlegen. Ich habe einfach festgestellt das die Menschen fast keinerlei Selbstwertgefühl mehr haben. Wenn ich gegenüber Menschen mit meinem "wahren Ich" ankomme, werde ich schnell falsch verstanden, weil sie mir andichten arrogant zu sein oder alles besser wissen zu wollen, ohne einen Grund dafür gegeben zu haben. Ich bin nicht glücklich über diese Maske aber ich habe noch keinen Weg gefunden, wie ich authentisch rüne komme ohne das sich andere angegriffen fühlen.

In Wahrheit Ecke ich nur an, weil ich über eine hohe emotionale Intelligenz verfüge und schon sehr viel scheiße in meinem Leben erlebt habe. Ich habe viel Zeit mit mir alleine und dem Beobachten der Welt verbracht, viel Wissen verschlungen. Ich bin sehr hilfbereit und teile gerne meine Erfahrungen, auf Basis von Freiwilligkeit, ich drücke Niemanden meine Ansichten auf. Ich bewerte Umstände und Menschen weniger, hinterfrage viel. Ich habe Humor aber er ist tief schwarz und ich bin einfühlsam genug ihn nicht jeden Tag zu zeigen. Ich bin idealistisch, ich versuche meiner Umwelt nicht zu schaden und ich versuche Menschen ernst zu nehmen und sie zu verstehen. Ich denke nicht in schwarz und weiß. Außerdem bin ich unter meiner Fassade sehr mutig. Ich halte mich nicht für einen besseren Menschen, ich denke lediglich das ich bewusster lebe als viele Menschen, weil ich von Anfang an dazu gezwungen wurde und vielleicht die Anlagen dazu hatte.

Es gibt gute Menschen in dieser Welt, Menschen mit Lebenserfahrung oder feinen Antennen. Diese Menschen durchblicken sofort meine schützende Maske hinter der ich mich verstecke. Wenn ich das bemerke, lasse ich meine Maske ganz schnell fallen. Diese Art Mensch lernt mich in kürzester Zeit so kennen wie ich wirklich bin. Niemand dieser Freunde versteht warum mich manche für dumm, verschlossen oder arrogant halten.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich tendiere gar nicht zu Gewalt (auch nicht zu Kraftausdrücken).

Aber ich bin als normalerweise rationaler Mensch (Naturwissenschaftler) auch oft sehr emotional, wenn es um Kunst geht. Etwa um Filme oder um Musik.

Ich kann Franz Schuberts (der sehr jung starb) innere Nervosität spüren (etwa im "Erlkönig"). Schuberts "Unvollendete" ist eines der bewegendsten Musikstücke überhaupt. Oder seine 9.Sinfonie. Da gibt es einen Moment, in dem "die Zeit still steht".

Mozarts Requiem ist unendlich eindrucksvoll. Einfach, aber doch ausdrucksstark.
Auch Mozart starb jung.

Der Schluss von Verdis Otello hat mich zu Tränen gerührt (die beiden Arien der Desdemona, das Lied vom Weidenbaum und das Ave Maria). Giuseppe Verdi hat ein großartiges Gespür für die Stimmung einer Szene gehabt, das spürt man auch in der "Schlafwandelszene" (sleep walking scene) aus dem Macbeth.

Hector Berlioz ist vielleicht nicht ganz so bekannt, aber auch er ist so etwas wie ein "Seelenverwandter" für mich. Seine Stärke sind die düsteren Szenen. Berlioz therapiert sich selber mit der Musik. Nur in seiner Fantasie hat er seine Geliebte umgebracht, in seiner Fantasie sieht er sich selber als Verurteilten, der zum Schafott geleitet wird.

https://www.youtube.com/watch?v=jxcRfyzBfyU

Oder man nehme die Glocken aus dem letzten Satz der Symphonie fantastique (Berlioz), Stanley Kubrick nimmt diese Passage in der Anfangsszene von Shining (fantastischer Film übrigens!).

Oder das Lacrimosa aus der Totenmesse (Berlioz), 9/8 Takt mit "Blitzen" in den Streichern und einem unruhigen Takt, der an ein Erdbeben erinnert.

Oder das Ende von "La Damnation de Faust", die Vertonung des Faust von Berlioz.

Manchmal träume ich von Musik. Einmal hatte ich das Vorspiel zu Wagners Oper "die Meistersinger von Nürnberg" im Kopf vor dem Aufwachen. Das war super.

0

Was möchtest Du wissen?