Guten Morgen-Beratung als Gratisleistung?

40 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo zusammen,

als ich diese Frage gelesen habe, war mein erster Gedanke: So etwas sollte sich mal ein Händler in den Vereinigten Staaten trauen. Diesen Händler gäbe es dann sehr bald nicht mehr.

In Deutschland und Österreich leben wir ohnehin schon in einer unglaublichen Servicewüste mit beschränkten Öffnungszeiten, Geschäften, die dann geschlossenen sind, wenn die Menschen mal Zeit hätten zum Einkaufen (z.B. an Sonn- und Feiertagen), schlecht ausgebildeten Verkäufern, die von ihrer Ware weniger Ahnung haben als so mancher Kunde, usw.

Und dann noch die Beratung kostenpflichtig machen? Was bitteschön hat der denn geraucht, dass er tatsächlich glaubt, dass ihm die Kunden soweit nachrennen? Und 99 Prozent positive Rückmeldungen? Naja, wenn man: "Sorry, aber mich sehen Sie in Ihrem Laden nie wieder" als positive Rückmeldung einstuft, dann kommt das vielleicht hin.

Ich habe schon in vielen Ländern rund um die Welt gelebt, aber etwas derartiges habe ich wirklich noch nirgends gesehen. Andererseits lassen sich die Kunden auch in keinem anderen Land der Welt so verarschen wie im deutschsprachigen Raum. Insofern bekommen wir hier nur was wir verdienen.

Wenn wir, als Kunden, uns mehr unserer Marktmacht bewusst würden und an einem Strang ziehen würden indem wir besseren Service fordern und Geschäfte mit miesem Service meiden, dann würde sich so etwas sehr schnell von selbst überholt haben. Aber da legen wir uns mit unserer Geiz-ist-Geil-Mentalität gern selbst ein Ei. Denn genau aufgrund dieser Mentalität kam dieser Händler überhaupt erst auf eine solch absurde Idee.

Beratungspreis bei Kauf Nein, bei Nichtkauf Ja

Beim Preis, wenn überhaupt, sollte es klare Richtwerte geben.

Fred wünscht dir einen sehr schönen Dienstag und grüßt dich herzlich aus Wien

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@Fredlowsky
Beratungspreis bei Kauf Nein, bei Nichtkauf Ja

Das hab ich schon verstanden, Fred, aber wenn ich die Produkte von sagen wir mal 4 Händlern vergleiche - ergo bei 4 Händlern mich zum gleichen Thema beraten lasse - entscheide ich mich ja am Ende für 1 Produkt bzw. 1 Händler. Und für die anderen 3 soll ich dann jeweils eine Beratungsgebühr abdrücken? Nein. Da mach ich definitiv nicht mit. Beratung hat zum Service zu gehören und nicht von Kauf oder Nichtkauf abhängig zu sein. Punkt.

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@ps1980

Wenn es das gleiche Produkt ist, also keine Ähnlichkeit sondern echt gleich, dann brauche ich nur EINE Beratung.

Wenn ich dann aber trotzdem zu anderen Händlern gehe, dann ist es lediglich der Preisvergleich und der darf nicht auf Kosten des Händlers sein.

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@Fredlowsky

Das stimmt, aber in dem Moment, wo es nicht dasselbe Produkt, sondern nur ein vergleichbares ist, brauche ich auch für jedes dieser verschiedenen vergleichbaren ähnlichen Produkte eine Beratung, damit ich am Ende feststellen kann welches davon für mich am besten passt. Und dieser Vergleich darf nicht auf meine Kosten gehen.

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Guten Morgen!

Aus menschlicher Sicht mag das verständlich sein, aber eigentlich ist es frech, wenn sich der Händler sein Berufsrisiko bezahlen lässt: Es ist doch sein Berufsrisiko, dass jemand kommt und geht ohne was zu kaufen bzw. bei einem Mitbewerber kauft. Das war schon immer so, das gab es schon immer - und ist im Grunde genommen Abzocke. Beratung verstand sich immer als kostenloses Serviceangebot. Es fehlt nur noch, dass "Beratungsdiebstahl" künftig als Owi (Ordnungswidrigkeit) deklariert wird und anzeigbar ist - allein der Name regt mich schon auf. Es wird letztlich zu einem traurigen Halali in Sachen Willkür geblasen.

Ich bin hier der Meinung, dass der Einzelhandel selber schuld an diesem Dilemma ist. Noch nicht einmal die Preise sind das Problem, denn hier musste man nachziehen durch die große Konkurrenz ------> es ist oft der Service: Keiner geht gern wo einkaufen, wo er unfreundlich behandelt, gemustert, als Neukunde erstmal mit spitzen Fingern behandelt oder gar gefragt wird, ob er sich dieses oder jenes auch leisten könne, nach seiner Kleidung eingestuft wird (gepflegt oder gammelig?) oder eine "Friss-oder-stirb-Beratung" mit Zuckerbrot und Peitsche erhält nach dem Motto ------> wir sind Monopolist hier, wir dürfen das, du brauchst uns sowieso. Ich erinnere hier an ein Fotogeschäft, wo ich eine Kamera kaufen wollte - ich ging nur zu einem großen Fotoversand, weil dieser Einzelhändler vor Ort einfach schlecht war in Sachen Beratung und ich das Gefühl vermittelt bekam, es sei ihm egal in seiner Selbstsicherheit, wo man kauft; er könne sich sowieso alles leisten. So arrogant wirkt auch der Zehner ------> ums Geld geht's mir dabei schon lange nicht, den Zehner habe ich grad noch, aber ich kenne die Mentalität der Leute in meiner Region und die würden sich einen lachen und sagen ... nö, dann fahr' ich halt rüber nach Würzburg zu einem Mitbewerber (in der Regel Großhandel, siehe altes Thema!) und den Zehner investier' ich halt dann in Sprit dorthin und einen Kaffee irgendwo.

Es sind die kleinen Dinge, die den Einzelhandel groß machen - nicht das Werbegeschenk und nicht das Servus und das Grüezi wohl, aber dafür zum Beispiel das Extra an Beratung, zuvorkommende Angestellte und Inhaber, gute Sortimente mit hochwertigen Waren usw., da zahle ich persönlich gerne etwas mehr wenn alles stimmt und auch um die 10 Euro für die Beratung ginge es mir finanziell nicht. Ich find' es nur deswegen frech, weil es den Eindruck einer Abzocke erweckt und einer zusätzlichen Einnahmequelle. Da kann man schön umschreiben wie man will - ich denke das mir exakt so; ich hab' schon zu viel gesehen, als dass man mir so etwas nahe legen kann.

Ich persönlich würde nicht in einen Laden gehen bzw. einen Laden boykottieren, in dem sogar eine Auskunft zu einem Produkt was kostet ... zumal 10 Euro fett sind; sympathischer wäre ein frei wählbarer "Pflicht-Beitrag" in die Kaffeekasse gewesen: Es gibt hier dann zwar vielleicht auch Geizhälse, die 50 Cent reinschmeißen und grinsen, aber die meisten dürften sich so etwas gar nicht trauen wenn man sich sowieso kennt. Nur 10 Euro sind aus meiner Sicht überzogen.

Ich käme mir hier so vor, als würde mir der Händler nicht vertrauen und als stünde ich als Kunde unter Generalverdacht - und ganz ehrlich: Ich weiß, dass ich oft recht kontrovers bin, aber ich würde ein solches Geschäft extra meiden, selbst ich bis dato dort ein zufriedener Kunde gewesen wäre und es bei Gelegenheit sogar dem Inhaber exakt so erklären, dass er mich wegen dieser Sache als Kunde verloren hätte. Es ist schon dreist, wenn sich jemand ernsthaft sein Berufsrisiko bezahlen lässt. Kataloge und Prospekte kann man ja noch verstehen, da der Händler die zumeist auch kaufen muss - aber ein Wort? Nee, ein Wort muss ein Wort sein und nichts, das man bezahlt - außer man geht in die Stadthalle zu einer Lesung oder zu einem Komiker oder Musiker, der Witze reißt oder singt: Der lebt davon. Aber der Händler lebt von anderen Dingen - ich habe hier ein sehr schales Nachgefühl.

Ansonsten hätte das mal jemand vor Ort hier machen sollen: Hätte mein Großonkel das erfahren, wäre sofort ein Leserbrief an alle örtlichen Zeitungen gegangen.

Musikalisch gibt es heute "Hallo Tag" von Hanne Haller aus "Musik liegt in der Luft".

https://www.youtube.com/watch?v=Ya65v_xBBEM

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Das ist ein wahres Wort.

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@Amorette

Ich sage nur, was ich denke - manchmal vielleicht zu heftig, aber dafür ehrlich.

Die Menschen in meiner Region hätten sich darüber zuerst lustig gemacht und dann wohl gefragt, ob es dem Händler so klamm sei dass er das nötig hätte, ehe man ins Auto gestiegen und weggefahren wäre zum Kaufen.

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danke. schön zu lesen, dass ich mit meiner meinung nicht alleine bin. denn genauso sehe ich das auch, auch wenn ich es nicht ganz so drastisch formuliert hatte.

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@WildLissi96

Ich sage mal so: Erzählen kann man viel. Wer irgendwo seine Solidarität damit bekundet, der dürfte oft ganz anders denken, wenn er 10 Euro bezahlen muss oder die Beratung unfreundlich, einsilbig, frech oder nach dem Motto "was willst DU denn hier, bist ja nicht mal Stammkunde" ausfällt. Denn genau das habe ich bei einigen Einzelhändlern schon erlebt. Es gibt sehr einladende Fachgeschäfte, wo der Kunde König ist, aber es gibt auch das genaue Gegenteil.

Besonders despektierlich fand ich es persönlich, als ein Händler dachte, ich hätte als "Ausländer" sowieso nicht das Geld für seine Dienstleistung - es ging um Wohnungssanierung. Ich habe das Gleiche dann woanders in Auftrag gegeben, dem Händler ging die Kinnlade runter und ich habe echt überall herumerzählt, dass dieser Händler XYZ mir nicht zugetraut hat, das Geld für dieses und jene Dienstleistung auf den Tisch zu legen und wie arrogant er zu mir war. Das war es mir wert. Der hat sich zwar hinterher bei mir mehr oder weniger entschuldigt und gemeint, man hätte doch reden können, aber der Zug ist abgefahren.

Ich kann da noch mehr erzählen.

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Ich bin absolut deiner Meinung. Deutschland (und auch Östereich / Schweiz) ist sowieso schon eine Servicewüste, wie man das in kaum einem anderen Land so vorfindet.

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@ps1980

Zumindest lockt der Einzelhandel mit dererlei Manövern keine Kunden an, sondern bewirkt eher das Gegenteil: Beratung war schon immer kostenlos.

Gut, bei irgendeinem Jaguarhändler usw., wo teure Autos stehen, kann ich es eher verstehen, weil sich da ein Verkäufer wohl ungern mit Zeitstehlern und Schwätzern abgibt, die sowieso keinen Jaguar oder Ähnliches kaufen und der echte Interessent auch ad hoc für Beratung zahlen würde (siehe Probefahrten!) ehe es verrechnet wird - aber bei einem Händler, der Werkzeuge und Ähnliches verkauft, ist es nicht nachzuvollziehen. Das ist doch im Grunde ein Freibrief für OBI, Max Bahr, BauSpezi und BayWa, wie sie alle heißen. Meine Tante arbeitet in einem OBI und ich muss sagen, beraten können die Baumarktkaufleute auch tadellos.

Und andererseits: Wer kauft Produkte dieser Art im Einzelhandel? Das holt man im Baumarkt, beim Grossisten oder bei Westfalia.

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@rotesand

Gerade dem Jaguar-Händler (wusstest du, dass ein Jaguar mein Traumauto ist?) würde ich was husten, wenn er für eine Probefahrt auch noch Geld verlangen würde. Der ist eh schon teuer genug. Und dass ich mir bei meinem letzten Wagenwechsel keinen J. gekauft habe liegt einzig und allein daran, dass der Kofferraum zu klein war und ich damals noch den Kinderwagen meiner Tochter transportieren musste. Inzwischen braucht sie keinen mehr und wenn ich mal wieder meinen Wagen wechsle hat der Jaguarhändler beste Chancen...

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@ps1980

Nein, wusste ich nicht, aber guter Geschmack! Ich habe nur vorhin mit meinem Cousin über Jaguar gesprochen. Wir verkaufen aktuell seinen alten Nissan, vorhin war der erste Interessent da (ein Windei, unter uns) und haben uns über Autos unterhalten, irgendwie kamen wie auf einen Jaguar XJ-S aus den 80ern, der früher das Traumauto meines Cousins war. Mein nächstes Auto wird ein Ford Mondeo, weil ich der MB-Niederlassung nciht mehr über den Weg traue, die schon zweimal hintereinander bei Reparaturen/Kundendiensten was Anderes versehentlich kaputtgemacht hatten und sich erst dann offen zeigten als ich drohte, damit an die Presse zu gehen. Dann bin ich zum Fordhändler gewechselt, der ist echt ein guter Händler und da kaufe ich den nächsten Wagen, der konsequenterweise kein Mercedes mehr wird.

Ich habe mir jetzt mal die Mühe gemacht den Händler zu googeln, der eine Gebühr erhebt (nicht Jaguar, sondern Eisenwaren). Ich denke, dass diverse Googlerezensionen - eigentlich gebe ich darauf nix, aber diese hier bei dem wirken nicht wirklich so, als habe jemand systematisch alles niedergewalzt - für sich sprechen.

Eventuell sucht auch nur jemand eine Anzapfquelle. Der Einzelhandel ist oft so klamm, dass man sich an jedem Strohhalm festhält - erst recht wenn dann noch Pacht, Versicherungen, Gehälter usw. damit verbunden sind. Ein Freund von mir hat ein kleines Autohaus und brauchte drei Jahre, bis er nicht mehr drauflegte und erstmals schwarze Zahlen geschrieben wurden - erst dann war er etabliert.

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@rotesand

Dass der Einzelhandel soviel höhere Kosten hat als der Onlinehandel ist eine Mär, die einem immer wieder aufgetischt wird. Aber auch der Onlinehändler hat Kosten, denn er braucht einen Lagerplatz, muss Versandgerecht verpacken, der Versand als solches kostet auch eine Menge, und auch er braucht eine Menge Personal, das die Bestellungen verpackt und versendet. Dazu kommt ein nicht unerheblicher Aufwand den Onlineshop ständig auf dem neuesten Stand zu halten, Telefonhotlines zu unterhalten, usw.

Ich glaube, dass die Einzelhändler viel zu gierig sind und Gewinnmargen haben, die jene des Onlinehandels mitunter um ein vielfaches übertreffen. Früher konnte man es sich ja leisten, da es die Onlinekonkurrenz nicht gab und die eine Krähe der anderen kein Auge aushackte. Aber jetzt sehen sie eben so langsam ihre Felle davonschwimmen und statt angemessen mit besserem Service (damit meine ich nicht nur Beratung VOR dem Kauf, sondern v.a. auch After-Sales-Service) zu reagieren, reagiert man beleidigt und schiebt dem pösen pösen Onlinehandel die ganze Schuld für die eigene misere in die Schuhe.

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@ps1980

Dieses Thema spielt da sicherlich auch mit herein, ja. Das alles geschieht ja nicht aus der Hüfte herausgeschossen.

Früher konnten die Einzelhändler alles machen, weil der Kunde auf sie angewiesen war - da war der Toom-Markt, der streng genommen auch ein Einzelhändler gewesen ist, wenngleich ein Großer, der Einzige mit Spareffekten, aber meist weit weg und nicht jeder hatte ein Auto, um da hin fahren und einkaufen zu können.

Ich bin ein Freund des Einzelhandels und unterstütze ihn auch wo ich kann - aber nicht um jeden Preis und nicht, wenn ich als Kunde das Gefühl bekomme, ungern gesehen zu sein.

Es gibt etwa ein Autohaus, in dem nicht jeder bedient wird oder es "Kunden zweiter Klasse" gibt. Als ich nach dessen beworbenem Reifenhotel fragte, hieß es - ich sei kein Stammkunde und fahre die falsche Marke (Mercedes) ... macht er nicht, obwohl er den Platz für meine Reifen durchaus hätte. Ich fragte ihn daraufhin, warum er überall in der Zeitung und bei Facebook Werbungen für sein neues Reifenhotel machen musste, wenn er sich dafür dann die Reifen oder die Leute raussucht. Er zog ein langes Gesicht.

Ein Freund von mir - kein Typ mit schlechtem Leumund - wurde beim Neuwagenkauf im Wert von 25000 Euro dort auch abgeschmettert (und als er sich dann in Würzburg das gleiche Auto holte und man das rauskriegte, piescherte man ihn an und war beleidigt, weil er auswärts kaufte) und letztens weigerte man sich, einem 84-Jährigen, der nach einem unverschuldeten Unfall dringend ein neues Auto benötigte, einen Golf Automatik bis 5000 Euro zu suchen. Argument: Das wäre "zu billig" und lohne sich nicht, er solle gefälligst selber ins Internet gehen und suchen. Habe ihm geholfen und wir fanden ohne Probleme einen schönen Golf 4 Automatik für 3000 Euro mit unter 70000 Kilometer und Scheckheft, Vorbesitzer geboren 1925. Ein Tag auf Frankfurter Gebrauchtwagenhöfen reichte aus und es war sogar eine ziemlich witzige Aktion mit dem 84-Jährigen.

Auf der anderen Seite scheint jeder Fahranfänger und Fußballer des Nachbarstadtteils da seinen billigen fahrbaren Untersatz zu bekommen und jeder sein Wunschauto jeder Marke. Sind komische Leute. Manchmal kreuzen sich unsere Berufswege, dann sind sie stets sehr unterwürfig zu mir, aber wenn ich was brauchen würde, beachten sie mich nicht, Stichwort Reifenhotel oder ein Satz Winterreifen für den Benz, wegen dem ich dort vor Jahren anfragte. Erst kam nicht in die Pötte und vertröstete mich, dann legte man mir nach vier Wochen ein Angebot vor ----> zu dem Zeitpunkt hatte ich beim Fordhändler um die Ecke schon einen neuen Satz Reifen gekauft und montieren lassen, was eine Sache von 24 Stunden ab Bestellung war.

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Leider hat man da eine Extraeinnahmequelle gefunden, wie es scheint wollen sie immer mehr verrechnen.

Fred wünscht dir einen sehr schönen Dienstag und grüßt dich herzlich aus Wien

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Guten Morgen (Mahlzeit) stormy + alle anderen!

KORREKT!!!

kann ich da nur sagen

In allen Branchen drängen sich Online-Händler "dazwischen", graben dem regional tätigen Unternehmen das Wasser ab und DAS bitterer Weise lediglich über den Preis.

Klar, sind diese Unternehmen günstiger! Und es ist eine Unverschämtheit von den Kunden vor Ort zu fordern, dass die hiesigen Geschäfte ihren Preis angleichen, damit sie dort kaufen.

Nicht vergessen, liebe Geiz ist geil - Fans : Online-Händler haben nur einen Bruchteil der Kosten, die ein reales Geschäft hat!

Keine Ladenmiete, keinen Fuhrpark, keine Ausstellung und oftmals auch kein geschultes Personal.

Deswegen geht ja mancher gerne zum regionalen Experten, lässt sich von A - Z beraten, um DANN seine Ware für ein paar Euro weniger im Netz zu kaufen.

Frechheit siegt, das Wort "Skrupel" ist lediglich im Lexikon zu finden.

Und deswegen: warum sollte ein seriöser Einzelhändler nicht so handeln??

Von "vielen Dank + tschüss" wird sein Kühlschrank nicht voll und eine Provision von den Online-Giganten für seine Beratung bekommt er auch nicht.

Ich weiß genau genommen nicht mal, weshalb einige bei diesem Verhalten erschrocken zurückweichen, das ist nur eine simple Konsequenz!

Nicht der Einzelhandel muss seine Preise angleichen - der Endkunde muss allmählich mal umdenken und sich der Tragweite seines Verhaltens bewusst werden!

Wenn es so ist, dass viele (Dienst-)Leistungen völlig zu Recht umsonst abgegriffen werden sollen - prima! Wie wäre es, wenn dann die Befürworter dieser Leistungs-Entwertung SELBST mal für die Hälfte ihrer eigentlichen Bezüge arbeiten gehen...? Ist doch klasse! Schön ackern, aber das Portemonnaie bleibt leer...!

Die Autowerkstätten sind die einzigen, die es bislang richtig gemacht haben.

"Ich hatte einen Unfall und brauche einen Kostenvoranschlag für die Versicherung!"

"Kostet 50,- Euro. Wenn Sie den Schaden hier beheben lassen, verrechnen wir diesen Betrag als Anzahlung!" - Fertig, keine Diskussion. Alle anderen Werkstätten machen es genauso, und das ist absolut richtig!

Dieses Verständnis, was sich eingebürgert hat, es sei völlig ok, wenn man einen anderen um seinen Verdienst prellt, und dass Dienstleistungen generell keine Berechnung finden dürfen, hat seinen Ursprung in asozialem Denken und Verhalten.

Wer also der Meinung ist, dieser Einzelhändler hätte Unrecht getan, gibt damit lediglich preis, welches Verhalten er / sie selbst an den Tag legt.

Und wenn solche Menschen "mein" Geschäft ab sofort nicht mehr aufsuchen...? Oh, bitte gerne!

Einen schönen Dienstag!

Ich finde Fachberatung, wenn sie gut ist, darf auch etwas kosten, ausgenommen das Produkt wird dann auch gekauft.

Die Konsumberatung fordert immer mehr kundengünstige Möglichkeiten, das hatte zur Folge dass man Provisionen 3 Jahre zurückfordern kann, EGAL wodurch der Vertrag zum Storno gelangt!

Also dein Verdienst ist erst nach 3 Jahren garantiert einen zu verbrauchende Einkunft!

Wäre interessiert wie da der Konsumentberater denken würde wenn dies mit seinem Gehalt geschähe!

Fred wünscht dir einen sehr schönen Dienstag und grüßt dich herzlich aus Wien

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@Fredlowsky

Moin Fred!

Ja, die Mentalität der Leute...

"Costas?" klingt wie ein griechischer Vorname - ist aber in Wirklichkeit ein zusammengestauchtes Satzfragment welches zur Preisfindung gerne von Minderbemittelten raus gehauen wird. Unterstützend wird mit dem Finger auf den gewünschten Artikel gezeigt und ein fragendes Gesicht aufgesetzt.

Umsonst.

Ob offiziell oder heimlich - aber bitte nicht bezahlen!

Es gibt genug Leute, die sich für umsonst ihren Liter Milch oder ein Schnitzel runterladen würden, wenn es nur GINGE!

Selbst wollen sie natürlich für ihre Leistungen bezahlt werden und auch eine Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren!

Bei uns wollte letztes Jahr eine "Kundin" sogar eine exklusive Armatur fürs Badezimmer zurückgeben, die sie nicht mal hier gekauft hatte. Darauf hingewiesen, dass eine solche Absicht ja wohl etwas vermessen sei, sagte sie nur, dass "der andere Laden" sich so bescheuert anstellen würde bei der Rückgabe .... ach so.

Ebenfalls einen schönen Dienstag, Fred + beste Grüße zurück!

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Dass der Einzelhandel soviel höhere Kosten hat als der Onlinehandel ist eine Mär, die einem immer wieder aufgetischt wird. Aber auch der Onlinehändler hat Kosten, denn er braucht einen Lagerplatz, muss Versandgerecht verpacken, der Versand als solches kostet auch eine Menge, und auch er braucht eine Menge Personal, das die Bestellungen verpackt und versendet. Dazu kommt ein nicht unerheblicher Aufwand den Onlineshop ständig auf dem neuesten Stand zu halten, Telefonhotlines zu unterhalten, usw.

Ich glaube, dass die Einzelhändler viel zu gierig sind und Gewinnmargen haben, die jene des Onlinehandels mitunter um ein vielfaches übertreffen. Früher konnte man es sich ja leisten, da es die Onlinekonkurrenz nicht gab und die eine Krähe der anderen kein Auge aushackte. Aber jetzt sehen sie eben so langsam ihre Felle davonschwimmen und statt angemessen mit besserem Service (damit meine ich nicht nur Beratung VOR dem Kauf, sondern v.a. auch After-Sales-Service) zu reagieren, reagiert man beleidigt und schiebt dem pösen pösen Onlinehandel die ganze Schuld für die eigene Misere in die Schuhe.

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@ps1980

Die Ware zu bevorraten, bedarf lediglich einer HALLE.

Ein Geschäft mit Ladenfläche, ausgerichtet auf Publikumsverkehr, in bevorzugter Lage (was "der Halle" völlig egal ist), mit sanitären Einrichtungen, einer ganz anderen Logistik, mit einer mitunter sauteuren Einrichtung, ganz anderen laufenden Kosten in Sachen Umlagen und Versicherungen, mit tw. erheblich höheren Personalkosten, eigenen Fahrzeugen usw. ist ganz sicher kein Märchen.

Der Online-Handel bezahlt ja nicht mal seine Werbung selbst, sondern hängt sich tw. nur an die Produktwerbung der Hersteller mit dran, bzw. nimmt diese als Vorlage.

Ein Fachgroßhandel hat im Prinzip die gleiche Ausstattung wie der Online-Handel PLUS die o.g. Dinge.

Ich will keinen Online-Handel schlecht reden - obwohl ich einige kenne und weiß, welch schlechte Leistung diesem Preis gegenübersteht, aber ich muss auch nicht DEREN Existenz in Frage stellen, sondern MEINE rechtfertigen.

Im Kostenvergleich ist der lokale Fachhandel jedenfalls generell benachteiligt. Das hat nichts mit Gier zu tun. Die dadurch resultierende höhere Gewinnspanne ist schlicht notwendig, um die Kosten zu decken.

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@ps1980
Ich glaube, dass die Einzelhändler viel zu gierig sind

Wie heißt es so schön "glauben heißt nicht wissen" und ich habe jetzt einige Kommentare von Dir gelesen und komme zum Entschluss, Du hast keine Ahnung, aber davon extrem viel. Es gibt genügend Branchen bei denen der Einzelhandel teurer einkauft als der Online-Händler an den Endverbraucher verkauft, was verschiedene Gründe hat. Leider ist es mittlerweile auch Mode geworden, dass man sich kostenlos im Einzelhandel beraten lässt und dann aber online bestellt, weil man dort 10 Cent sparen kann. Irgendwann geht dann der Einzelhändler pleite und der Online-Käufer wundert sich warum schon wieder ein Geschäft in seiner Stadt geschlossen wurde...

Dass Du daran eine Teilschuld hast, tangiert Dich offensichtlich nicht, weil Du ja immer noch der Meinung bist, dass der Einzelhändler zu viel verdient...

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@schwarzwaldkarl

dabei hast du offenbar nicht verstanden, dass ich sehr gerne und bevorzugt im einzelhandel einkaufe, sofern ich dabei einen vorteil (z.b. ein guter after-sales-support) erkennen kann.

inwiefern ich daran schuld sein soll, dass der einzelhandel nicht in der lage ist sich an neue bedingungen anzupassen erschließt sich mir aber auch nach deinem kommentar absolut nicht. zumal das ja in anderen ländern (z.b. usa, kanada, südkorea etc.) auch funktioniert. warum soll das dann ausgerechnet in deutschland, österreich und der schweiz nicht funktionieren können?

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@ps1980

Ganz einfach, weil der Onlinehandel einerseits weniger Personalkosten hat und zudem bessere Einkaufskonditionen. Warum lässt Du Dich eigentlich nicht bei einem Online-Händler beraten, macht extrem viel Spaß, wenn man eine Stunde in der Warteschleife hängt...

Mittlerweile ist es leider "Mode", dass man sich im Einzelhandel kostenlos beraten lässt und dann anschließend online preisgünstiger den Einkauf tätigt...

Dass sich das irgendwann rächen wird, haben manche "schlaue Köpfe" noch nicht auf dem Schirm...

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@schwarzwaldkarl

Das ist doch keine Antwort darauf, warum der Einzelhandel in den USA oder in Südkorea, wo es ja ebenfalls einen blühenden Onlinehandel gibt, konkurrenzfähig bleiben konnte, und hierzulande nicht.

Und aus welchem Grund der Onlinehandel bessere Einkaufskonditionen haben soll (gibt es dafür irgendwelche Belege?) erschließt sich mir auch nicht.

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@ps1980

allein schon deswegen, weil sie tw. riesigen Ketten angehören und in Mengen einkaufen, von denen der Einzelhändler nur träumen kann und weil sie Rabatte für Lagerhalter obendrauf bekommen, was ein kleinerer Lokal-Händler nicht kann, weil er nicht alles am Lager haben kann.

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@schwarzwaldkarl

Mittlerweile ist es schon so weit, dass sie ein Foto von dem Artikel im Laden geknipst haben und bereits während des Beratungsgespräches im Netz nach günstigeren Preisen googeln.

Das ist so widerwärtig und schamlos, dass einem die Worte fehlen.

Aber es soll ja schon "normal" sein, dass Menschen ihr "Supermarkt-Öl" mit zur Werkstatt nehmen, um dort den Ölwechsel machen zu lassen....

brave new world

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@PoisonArrow

Der Einzelhändler gehört ja in 99% der Fälle einer ebensogroßen oder noch größeren Kette an (MediaMarkt, Saturn, IKEA, Butlers, TeleRing, A1, etc. - je nach Branche). Insofern ist das ein Argument, das ich nur für einen unabhängigen Einzelhändler gelten lasse - aber das ist eh ein Geschäftsmodell, das von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, wie man ja auch überdeutlich sehen kann.

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@ps1980

Diese von Dir genannten Betriebe würde ich - obwohl sie zu dieser Kategorie dazu gehören - nicht zu den betroffenen Geschäften zählen. Nicht zu vergessen, dass diese Läden "Zwitter" sind, die ebenfalls einen großen Online-Anteil am Markt haben.

Ebenfalls arbeiten dort Menschen auf Billig-Ebene vom Lohn her, dafür kannst Du keine Fachkräfte bezahlen.

Wer der Meinung ist, der Preis ist DAS was zählt, darf gerne (ausschließlich) online einkaufen. Aber dann bitte auch konsequent, und nicht Rosinen pickend Leistungen unentgeltlich abgreifen. Ebenfalls viel Vergnügen bei Rückgabe und Reklamation, sowie beim Ausbaden der Beratungs-/Kommissionsfehler, wenn der ganze Krempel nicht (zusammen) passt.

Die Online-Händler kalkulieren die Beratung der Fachhändler vor Ort mit ein - denn sonst müssten sie diese ja selbst stellen.

Ich muss auch einige Sachen online Bestellen, weil es in unserem Kuhdorf keinen Händler im Umkreis von 50 km gibt, der diese Dinge hat oder auch nur beschaffen könnte.

Aber ich bringe nicht mein Mehl zum Bäcker und bitte ihn, davon Brötchen zu backen, weil es dann billiger wird für mich...

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@ps1980
Und aus welchem Grund der Onlinehandel bessere Einkaufskonditionen haben soll (gibt es dafür irgendwelche Belege?) erschließt sich mir auch nicht.

Kann mir jetzt kaum vorstellen, dass Du so naiv bist und es nicht besser weißt, aber PoisonArrow hat es ja hervorragend beschrieben...

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@PoisonArrow

Danke, na ja ich kann zumindest zwischen den richtigen Einzelhändlern (meistens Alleinkämpfer) und Filialen großer Konzerne unterscheiden... ;-)

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Reisebüros verlangen auch zT Geld für die Urlaubsberatung,die bei Buchung angerechnet wird.

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Guten Morgen

Ich sehe nicht wieso es denn zwingend eine Beratung vor Ort sein muss wenn man eh online kaufen will.

Gerade was Elektronik und Computerartikel betrifft kann man Internet durchaus mindestens gleichwertige Informationen erhalten indem man z.b. einfach mal hier eine Frage stellt oder sich in einem Fachforum anmeldet.

Nur bei Produkten, wo es entweder um gesundheitliche Belange geht oder die man einfach mal testen sollte wie z.b. beim Optiker oder bei Autos ist eine Fachberatung wirklich unerlässlich.

Da fände ich es dann auch durchaus sinnvoll wenn für Beratung und Test kostenpflichtig sind.

In den anderen Bereichen finde ich es eher ein bisschen schade, weil das den Kunden in gewisser Form auch unter Kaufzwang setzt selbst wenn kein Produkt dabei sein sollte, was ihm gefällt.

Wenn das Problem aber wirklich so schlimm sein sollte, dann ist es natürlich verständlich denn der Einzelhandel muss ja auch zusehen, dass er weiter Geld verdient.

Wobei der Erfolg natürlich fraglich ist.

LG

Darkmalvet

Woher ich das weiß:Hobby – Disclaimer: Meine Antwoten stellen keine Rechtsberatung dar

Das Gefühl einer Probefahrt kann dir kein Internet bieten,das gibt es nur beim Händler.

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Fred wünscht dir einen sehr schönen Dienstag und grüßt dich herzlich aus Wien

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Guten Morgen,

die Einzelhändler haben massiv zu kämpfen, daher habe ich auch Verständnis für entsprechende Maßnahmen. Sicher versucht man dann als Einzelhändler auch ungewöhnliche Schritte zu gehen. Und sicher gibt es auch Kunden, die so etwas ohne wenn und aber befürworten bzw. in Anspruch nehmen - es sei ihnen gegönnt.

Allerdings kann eine Maßnahme, welche ggf. zusätzliches Geld kostet, auch schnell ein Bumerang werden. Denn ich kann mir durchaus vorstellen, dass Kunden auf so eine Beratung verzichten und dann lieber dort hingehen, wo sie kostenlos ist. Dann gehe ich eben nicht in das Elektrogeschäft XYZ, sondern zu Saturn oder Conrad, oder....., um bei dem Elektrogeschäft als Beispiel zu bleiben.

Ich habe mich vor längerer Zeit mal mit einem Einzelhändler über dieses Problem unterhalten. Er sagte mir sinngemäß Folgendes: Jeder Einzelhändler sollte zumindest bei einer Kalkulation ein Beratungsgespräch mit berücksichtigen. Das heisst also, bei der Preisgestaltung ist eine Summe für eine Beratung bereits enthalten. Jetzt noch eine zusätzliche Summe zu verlangen wäre doppelte Bezahlung.

Abgesehen davon: Heute ist eine separate Beratung bis auf wenige Ausnahmen eigentlich nur noch zweitrangig. Das Internet bietet inzwischen so viele Möglichkeiten, dass in den meisten Fällen auf eine persönliche Beratung verzichtet werden kann.

Ob sich also diese Maßnahme durchsetzen wird, ist zumindest fraglich. Für mich sieht Kundenbindung anders aus.

Schönen Tag euch

Fred wünscht dir einen sehr schönen Dienstag und grüßt dich herzlich aus Wien

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