Guten Morgen! - Seid ihr ein Dorf- oder Stadtmensch?

Das Ergebnis basiert auf 91 Abstimmungen

Andere Antwort 46%
Stadt 28%
Dorf 25%

92 Antworten

Andere Antwort

Hallo!

Irgendwie beides, aber keines richtig, wobei ich andererseits kein Freund von ländlichem Leben bin, sondern zumindest ein "Kleinstadtleben" mit Infrastruktur, gewissen Freizeit- und Gastromöglichkeiten sowie Einkaufsgelegenheiten und halbwegs gutem Nachtleben außerhalb einer gut bürgerlichen Kneipe und einem "Mäcces" an der Ausfallstraße benötige.

Bin kein reiner Großstadtmensch, aber auch kein Landmensch, sondern eben "was zwischendrin". Ich bin in einer 50er-Jahre-Großwohnsiedlung aufgewachsen & kenne von kleinauf, dass alles - seien es Metzger, Bäcker, Volksbank, Sparkasse, Fachgeschäfte, ein Gasthof, alle möglichen Vereins- und Pfarrheime, die Kirche, die Schulen, der Spielplatz, der Tennisplatz, die Wohnungen von Freunden und Bekannten sowie Verwandte oder ein EInkaufszentrum fußläufig erreichbar sind & das Industriegebiet und die wichtigsten Verkehrsachsen auch in spätestens zehn Minuten mit dem Wagen erreicht werden können. Ein Auto braucht hier niemand & mein Cousin, der sich hauptsächlich innerhalb des Stadtteils fortbewegt sowie viele Rentner fahren praktisch kaum damit bzw. nur zum Einkaufen. 

Die kurzen Wege hier finde ich sehr praktisch, ich wohne hier immernoch & habe auch vor, den Rest meines Lebens "in der Platte" zu verbringen -----> das soziale Niveau ist bei uns sehr gut, der Zusammenhalt unter den Leuten im Stadtteil ist groß, man kennt sich und jeder weiß, wie der andere drauf ist, die Generationen respektieren sich, soziale Probleme sind unbekannt. Ich bin ein zweckmäßig orientierter Pragmatiker, der keine Villa im Grünen braucht bzw. einen großen Garten und einen fetten Hof als verzichtbar und unpraktisch bzw. unnötigen Aufwand erachtet.

Ich war jedoch auf der anderen Seite bis 2011 mit einem Mädchen aus einem 500 Einwohner zählenden Dorf liiert und fand es nichts als erdrückend, bei ihr zu sein und mit dem Dorf zu tun zu haben. Ich kenne es als einer, der in der Platte großgeworden und immernoch dort lebt, aber auch eben nicht. Während unserer Beziehung schloss die Bäckerei mit Krämerladen wenige hundert Meter von ihrem Elternhaus, dann war spätestens tote Hose. Kein Durchgangsverkehr, keine Kneipe, dafür jede Menge leerstehender Geschäfte und eine verrottete alte Tankstelle an der Ortsstraße ------> dieses wenig ansehnliche Bild war keine schöne Visitenkarte. Ganz davon abgesehen empfand ich die Stimmung bei ihr auf dem Dorf als erdrückend ------> die Wände hatten außerdem Ohren und den Mund dazu, es wurde getratscht und geklatscht bis zur Grenze, ständig geschimpft und am nächsten Tag den anderen freundlich angelacht, und wer nicht im Fußballverein oder in der Musikkapelle aktiv war oder einen Partner hatte, den er nicht auf dem Dorffest kennen gelernt hat und der schlimmstenfalls aus einer größeren Stadt oder gar Würzburg oder Frankfurt stammte, der galt sozusagen als Sonderling nach dem Motto "ouh, der ist sooo komisch". Du konntest da keinen Schritt unbemerkt tun, wurdest ständig angebabbelt und indirekt ausgehorcht, es war eine Selbstverständlichkeit dass auch intime Dinge weitererzählt wurden.. alles was recht ist, nicht mit mir.

Das alles gibt es bei uns nicht. Wer bei uns in der Siedlung keine Kontakte will, fällt nicht auf & läuft so mit. Ich finde das beruhigend, da ich selbst kein geselliger Mensch und kein Fan von Kaffeekränzchen bin sondern eher der ruhige Typ im Hintergrund: Ich bin mit allen gut und mit manchen befreundet, aber diese Vereinsmeierei mit Arbeitseinsatzzwang und generalstabsmäßiger Satzungsahndung ist mir bis auf den Verein, in dem ich Vorstand bin und der sehr locker ist, ausgesprochen unsympathisch.

Außerdem möchte ich nicht für jeden Meter ein Auto anschmeißen müssen, sondern finde es gut auch mal zu Fuß zu gehen. Und hier ist es immer interessant, es gibt immer was mehr oder weniger bemerkenswertes zu sehen. Auf der anderen Seite habe ich in 10 Minuten zu Fuß einen tollen und entspannenden Wanderweg im Grünen erreicht, der kilometerweit über die Ebene führt und einfach Spaß macht.

Ein Kumpel von mir sagt im Gegenzug immer, es sei schön und romantisch, weit weg vom Schuss für sich zu wohnen, wo sich noch nicht einmal Fuchs und Hase gute Nacht sagen, aber er ist auch "jwd" am Waldrand aufgewachsen & kennt es eben nur so, während ich im Gegenzug Mehrfamilien- und Hochhäuser, Parkplätze, graue Fassaden & kurze Fußwege einfach brauche.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung
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Ohja, besonders die Vereinsmeierei...

...bis auf die Kirchweih konnte ich mich relativ gut den Gros entziehen...

...vorallem aus dem Grund, weil ich dem allgemeinem Haupthobby der Gemeinde "Alkohol" nicht allzusehr fröhne. (...ich meine ich trinke selten und dann nur mit bedacht) was in einer Bierbrauumgebung nicht gerade häufig vorkommt und mit Mißtrauen beäugt wird.

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@docgrizzly

Ich würde in einem landwirtschaftlich geprägten Umfeld, auf einem Dorf oder in unmittelbarer Waldnähe durchdrehen. Ich kann es nicht haben, den ganzen Tag auf Bäume, Felder oder Wiesen starren zu müssen und würde es nicht ertragen, wenn ständig Traktoren unterwegs sind oder immer irgendwelche landwirtschaftlichen Maschinen lautstark in Betrieb sind. Lieber Industrielärm, Smog-Alarm und Autobahnausfahrt in vom Balkon sichtbarer Nähe als solche "Idylle" -----> ich bin kein Landmensch und gehe auf Dörfern ein, finde diese unglaublich trostlos. Irgendwie komisch: Viele finden das Leben auf dem Land romantisch und wollen dorthin, ich lehne es für mich kategorisch ab, finde es erdrückend und unangenehm.

Auch diese Eigenheimskultur im Grünen in Form kleiner, enger Siedlungs-Reihenhäuser mit schrägen Wänden und briefmarkengroßen Grundstücken, auf die dann neben dem Haus und dem landwirtschaftlichen Schuppen zur Kleinviehhaltung noch eine Garage und ein Treibhaus gezwängt werden & diese ganze Vorgarten-Pflegerei mit Gartenzwerg, Heckenschneiden und Nutzgarten finde ich absolut unerträglich. Wenn ich durch solche Siedlungen fahre, ist mir das total fremd und ich habe immer das Gefühl "da gehörst du nicht hin". Mag sein, dass das auch so ist, weil ich eben in der Platte aufwuchs und deren Vorteile tief zu schätzen lernte, aber ich kann solchen Reihenhaus-Siedlungen "im Grünen", in die scheinbar jeder will, absolut gar nix Schönes abgewinnen. Meistens ist das auch jwd irgendwo am Randgebiet ohne große Infrastruktur, wo tote Hose herrscht. Ich finde das unerträglich, brauche Leben und Treiben, Autos, Hundegebell und Menschen.

Bevor ich in eine solche kleinbürgerliche Reihenhaus-Siedlung ziehe oder auf ein Dorf, dann ziehe ich noch eher in den 13. Stock eines in den 70ern gebauten Platten-Hochhauses oder in jede von dir oben genannte Eventualität.

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Hat eben so sein Für und Wieder, beides hat seine Reitze.

Fred wünscht dir einen sehr schönen Mittwoch und grüßt dich aus Wien, die Sonne weiß nicht ob jetzt schon ihr Auftritt sein soll aber steht dafür schon bereit (24,8 Grad), herzlich.

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Hallo, rotesand,

eine sehr schöne und gut durchdachte Antwort. Noch viele Grüße an Dich, von Plawopf.

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Andere Antwort

Hey,

da sag ich mal 50/50. Komme aus einer Kleinstadt (so knapp 100.000 Einwohner), wo es aber auch dörfliche Strukturen um die Stadt gibt. Somit sowohl die Einkaufsbummels in der Innenstadt als auch Feiern der freiwilligen Feuerwehr und Schützenfeste auf dem Dorf erlebt.

Jetzt lebe ich ja in München und bin da auch sehr glücklich. Viele Freizeitmöglichkeiten. Manchmal suche ich aber auch die ruhigen Ecken der Stadt. Ein Praktikum vor Jahren in Berlin hat mir jedoch aufgezeigt, dass die Stadt dann doch zu groß für mich ist. Dagegen ist München doch ein Dorf.

Viele Grüße

Howard

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Fred wünscht dir einen sehr schönen Mittwoch und grüßt dich aus Wien, die Sonne weiß nicht ob jetzt schon ihr Auftritt sein soll aber steht dafür schon bereit (24,8 Grad), herzlich.

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Dagegen ist München doch ein Dorf.

mein bruder, der in münchen studiert hat, hat mir erklärt münchen sei das größte dorf deutschlands...

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Komme aus einer Kleinstadt (so knapp 100.000 Einwohner)

das würd in österreich auch niemandem einfallen eine stadt mit knapp 100000 einwohnern als kleinstadt zu bezeichnen. nur 5 städte in österreich (wien, graz, linz, salzburg und innsbruck) haben mehr als 100000 einwohner. die sechstgrößte stadt (klagenfrt) liegt knapp unter dieser marke und dann wirds rapide kleiner. villach mit gut 60000 einwohnern ist dann schon platz 7.

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Hallo, lieber Howard,

ich finde es sehr schön, das Dich auch nun in München sehr wohlfühlst, und landschaftlich gesehen, beneide ich Dich auch darum.

Noch viele Grüße an Dich, vom Plawöpfchen

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Stadt

Guten Morgen, liebe Kaffeerunde am Mittag! :)

Ich habe nie direkt in einer Großstadt gelebt, allerdings immer in Orten, die so eine Mischung waren zwischen Stadt und Land.

Schnell ist man in der Stadt, wenn man mal irgendwelche besonderen Ärzte braucht oder etwas Spezielles besorgen muss, aber man ist auch schnell draußen, wenn es einem mal zuviel wird und man etwas Ruhe braucht.

So habe ich schon immer gelebt und finde es einfach praktisch, einen besonderen weiteren Grund gibt es dafür eigentlich nicht.

Wenn ich mich jetzt zwischen total Stadt oder total Land entscheiden müsste, würde ich in jeden Fall die Stadt wählen. Lieber habe ich den Supermarkt, die Bücherei, den Arzt, die Schule für meine Kids... direkt um die Ecke, als dass ich kilometerweit erst mit dem Auto dorthin fahren müsste.

Liebe Grüße und noch eine schöne Wochenmitte! :)

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung
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Auch keine schlechte Variante!

Servus liebe Chum, Fred wünscht dir einen sehr schönen Mittwoch und grüßt dich aus Wien, die Sonne weiß nicht ob jetzt schon ihr Auftritt sein soll aber steht dafür schon bereit (24,8 Grad), herzlich.

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@Fredlowsky

Lieber Fred, vielleicht könntest du die Sonne ein bisschen locken? Weiß ja jetzt auch nicht, was eine Sonne so mag, aber vielleicht singst du ihr ein bisschen was vor, vielleicht kommt sie dann? :)

Herzliche Grüße

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Liebe Chum, deine Ansicht teile ich völlig und so wohne ich jetzt auch. Herzliche Grüße und schönen Nachmittag

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@witha

Und für dich ebenso, witha, vielen lieben Dank! :)

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@Chumacera

hatte noch keine Zeit für deine lieben Zeilen, bitte noch gedulden♥♥

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Guten Morgen, liebe Chumacera,

ich glaube, das ich Deine Beweggründe sich doch ein wenig mehr zur Stadt hingezogen zu fühlen, sehr gut nachvollziehen kann .

Denn Du hast so verschiedene Punkte angeführt, die ich sehr bewußt mit Dir teilen kann. Noch einen recht schönen Schlaf weiterhin und liebe Grüße an Dich, vom Plawöpfchen

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48
@iQPlawopf

Was machst du denn mitten in der Nacht am PC? Noch wach oder schon wieder wach oder zwischendrin wach? Wie auch immer, herzliche Grüße, liebes Plawöpfchen und einen schönen Donnerstag! :)

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@Chumacera

Oh, liebe Chumacera, da würden mir tatsächlich so verschiedene Antworten dazu einfallen, - A B E R - ich will ja immer versuchen es auf die ehrliche Art anzugehen.

In solchen Fällen, wenn man mich zu so später Stunde noch am PC erwischt, handelt es sich meist um schlechte Zeiteinteilung, oder aber es hat mir auch ein interessanter Film die Zeit gestohlen die Frage eher zu beantworten.

A B E R - sehr oft ist auch der Grund dafür, das wir ZWEI aus der FAMILIE PLAWOPF, viel Zeit für unseren "Gesellschafts - Spieltrieb - frönen und daran sehr viel Freude haben und viel Zeit dafür benötigen.

Ich gestehe es !!!!

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@Chumacera

und du liebe Chum, willst du nicht den Wurm am frühen Morgen fangen, grins? Hat dich das Fußballspiel dermaßen wach gemacht? Herzliche Grüße

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