Gute Spiegelreflexkamera für Tier und Naturfotografie?

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6 Antworten

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar
und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange
in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will
oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute
Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine
Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet.
Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras
verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von
Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine
Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera.
Populaerer Vertreter sind die Canon Powershot Modele. Zoombereich und
Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen
Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt
mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber
Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT
und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder
Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein
Schaubild gibt es bei Wikipedia---> Sensorformat 

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden"
entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer
bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man
genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000
Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei
jedem System ins Geld (und ins Gewicht
). Außerdem wachsen die zu
schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei
stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony
(Minolta)
koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony A_Bajonett) bis
riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen
Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony E-Bajonett,
Olympus und Panasonic mFT, Fuji X) bieten fuer die allermeisten
ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier
(oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst.
Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will,
welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen,
welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten
klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann
nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue
Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit
auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem
Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera
.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch
oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von
Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar
Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden.
Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche,
Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur
Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte
. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel)
fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die
Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Für das Geld bekommst du eher kein ausreichend langes Tele für das, was dir vermutlich vorschwebt.

Beispiel: So was von der Größe einer normalen Hauskatze kriegst du mit einem 300mm Objektiv auf Vollformat aus etwa fünf Metern Entfernung bildfüllend drauf, ein Reh aus etwa zehn bis 15 Metern. Beim preisgünstigeren APS-C-Sensorformat gelten diese Entfernungen für das dort äquivalente 200er Objektiv und mit einem 300er wären sie vielleicht anderthalbmal so groß. Mit anderen Worten: Damit kommt man noch lange nicht aus der  Fluchtdistanz der meisten Wildtiere raus, will sagen man benötigt noch weit längere Objektive.

Prüfe mal mit diesem online-Rechner, was da bei dir für Brennweiten anfallen:

http://www.bodovanlaak.de/photo/Berechnungen/Gegenstandsweite.aspx

und dann kuck mal auf Geizhals.de, was Teleobjektive so kosten.

http://geizhals.de/?cat=acamobjo_can

Und auch hier wieder die Frage warum es eine DSLR und keine DSLM oder Bridge-Kamera sein muss?

Lass mich raten, weil alle Fotografen welche nutzen, und du denkst dass du mit ähnlichem Equipment ähnliche Bilder fotografiert bekommst?

Da muss ich dir leider sagen, dass das nicht so einfach ist.

An erster Stelle kommt der Fotograf, dann die Bildverarbeitung und erst dann kommt die Technik.

Auch ist es eigentlich Blödsinn direkt nach Kameras zu fragen. Denn in der Regel empfiehlt jeder Fotograf die Kamera oder Marke, die er selber nutzt.

Ich zum Beispiel fotografiere mit spiegellosen Kameras und bin im Mikro Four Thirds System zu Hause.

Aber nicht alles was für einen selber perfekt ist, muss für den anderen gut sein.

Darum ist mein Rat immer in ein Fotofachgeschäft zu gehen, und die Kameras alle mal in die Hand zu nehmen und zu schauen, welche am Besten in der Hand liegt, der Hand schmeichelt. Auch sollte man schauen welches Menü man am intuitivsten bedienen kann. Denn diese unterscheiden sich bei den Herstellern sehr.

Und zu guter Letzt wirklich noch mal darüber nachdenken, ob man wirklich eine DSLR braucht und will. Bedenke die Größe und das Gewicht. Die beste Kamera ist immer die, die man immer dabei hat.

Kommentar von planplants2
01.08.2016, 21:11

Ich lasse mich hier auch gern eines besseren Belehren. Du hast schon recht, das erste was einem in den Sinn kommt ist nunmal eine DSLR. Habe schon öfter eine Canon 700d zum Fotografieren geliehen, die ja auch in mein Budget passen würde, nur wollte ich einfach mal hören, was es speziell für dieses Thema gibt. Wenn du mir eine gute DSLM empfehlen kannst, sehe ich mir diese auch gerne näher an. Ausprobieren würde ich die kamera so oder so vorher.

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Kommentar von Kai42
01.08.2016, 21:40

Ich finde es klasse, dass du einer der wenigen bist, die wirklich objektiv berichten. Gefällt mir sehr.

Denn du hast so recht damit, dass jeder seine Erfahrungen und und die gern weiterträgt. Aber ob das dem Fragesteller hilft?

Ich bin zum Beispiel immer noch Fan von DSLR. Die spiegellosen sind für meine Hände zu klein. Und ich habe auch schon vor längerem sogar den Wechsel auf Vollformat vollzogen.

Nichtsdestotrotz gehört auch meiner Sicht den Spiegellosen die Zukunft.

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Unser Sohn hat eine Kamera von Nicon und ist sehr zufrieden damit.
Leider weiß ich nicht die genaue Bezeichnung.

Kommentar von tactless
01.08.2016, 21:26

Bei allem Respekt, aber warum antwortest du dann wenn du nicht einmal das Modell kennst, und daher wohl auch allgemein nicht so die Ahnung von Fotografie hast? 

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Die Aussage von tactless ist klasse.

Das wichtigste ist in der Tat, dass die Kamera zu DIR passt.

Mir stellt sich nur die Frage, was du genau mit Tierfotografie meinst? Ameisen, Schmetterlinge, Marienkäfer oder eher Hunde, Katzen, Löwen, Giraffen?

Für Landschaft dagegen ist es recht einfach.

Wenn du schnelle Bewegung fotografieren willst, dann ist ein schneller Autofokus und ggf. schnelle Bilderserien wichtig. Also eine Kamera mit 4-5 Bilder je Sekunde KANN schon knapp werden. Etwas mehr ist besser, wobei der interne Speicher zum Zwischenpuffern noch wichtiger ist - aus meiner Sicht.

Schlussendlich ist es aus meiner Sicht egal, welchen Hersteller du wählst, denn Qualitativ sind die alle sehr dicht beinander.

Kommentar von planplants2
01.08.2016, 21:39

Nein keine Insekten. Eher größere Tiere Hunde, Katzen, Pferde oder auch mal kleinerer Säugetiere. Wieviel interner Speicher sollte es denn deiner Meinung nach sein? Danke

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6d oder 7d mit ein paar zoomobjektiven und 35mm und 50mm festbrennweite würde ich dir empfehlen

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