Gute Spiegelreflexkamera bis zu 300€?

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Meiner Meinung nach kriegst du ein ziemlich gutes System, wenn du ca. 50€ mehr ausgibst: Nikon D3300 + Sigma 17-50mm f/2.8 HSM OS.

Gehäuse: wenn du wenig Geld hast, ist es sehr wichtig, was du fotografieren willst. Für Porträts wäre eine Nikon D80 oder eine Canon 30D schon ausreichend. Ja, die Auflösung ist nicht hoch, bzw. kann man nicht viel croppen, aber die Farben sind sehr angenehm. Noch ein großer Nachteil dieser Kamera ist die schlechte Leistung bei hohen ISO-Werten. Über 640 (im schlimmsten Fall 800) würde ich nicht einstellen. Die D3300 ist etwas teurer (150-170€ vs. ca. 100€), aber sie ist wesentlich neuer, bietet einen hochauflösenden Sensor (24MP), der auch ausgezeichnete Leistung in Low Light liefert (die Ergebnisse sind mit der D7100 vergleichbar). Was du mit einer billigen Kamera aufgibts - Action Fotos :) Egal ob du eine alte Kamera höherer Klasse oder ein etwas neueres Einstiegsmodell kaufst, kriegst du für dieses Geld kein gutes AF-System und wenig FPS. Die günstigste Variante für Action Fotografie ist die Nikon D300, die allerdings ca. 200€ kostet.

Objektiv: Zuerst schreibe ich ein bisschen über die Alternativen zum von mir vorgeschlagenen Objektiv.

Erste Option: Kit-Objektiv. Die D3300 kommt mit dem 18-55mm f/3.5-5.6 VRII - das erste gute Kit-Objektiv von Nikon. Seine Vorgänger waren nur Geldverschwendung. Allerdings ist dieses Objektiv gut, wenn man kompletter Anfänger und zu faul ist, um sich ein bisschen über die Technik zu informieren. Mit dem Kit-Objektiv entdeckt man (Mangel an) Lichtstärke, was ein Standartzoom-Objektiv ist usw. Feuer, warmes Wasser und das Rad haben wir schon entdeckt, das braucht man nicht nochmal selber machen :)

Man kann auch das 18-105mm von Nikon nehmen. Während es ein gutes Objektiv ist, sieht man seine Schwächen mit den neusten Sensoren mit 24MP. Sein Nachfolger 18-140mm ist teurer und nur ein bisschen besser. Die beiden bietet mehr Brennweite, aber keine Lichtstärke. Falls man so was braucht, kann man heutzutage auch eine gute Bridge-Kamera kaufen, wenn kein System vorhanden ist.

Festbrennweite ist die nächste Option. Ein 50er wäre perfekt für Porträts - gut und günstig. Allerdings ist es (meistens) zu eng für Landschaften, Street, auf Reisen usw. 35mm ist eine gute Brennweite, wenn man in mehreren Bereichen fotografieren will. So ein Objektiv ist allerdings auch Geschmackssache. Ich hatte 35mm und 50mm mit meiner D90 - das 50er habe ich für Porträts verwendet und war damit sehr zufrieden, aber das 35mm war mir etwas zu eng als Immerdrauf. Ich bevorzuge 24mm. Leider ist diese Festbrennweite auch wesentlich teurer. Bei Canon gibt es ein 24mm Pancake Objektiv, das allerdings von der Optik her nichts Besonderes ist. Die Stärken der Festbrennweiten - Lichtstärke und (meistens) sehr gute Optik für das Geld.

Jetzt zum 17-50mm f/2.8 HSM OS:

  • Seine Optik ist besser im Vergleich zum Kit-Objektiv.
  • Der Brennweitenbereich ist sehr ähnlich un das Objektiv ist ein bisschen weitwinkliger als das Kit-Objektiv.
  • Das 17-50mm f/2.8 ist lichtstark und hat konstante Blende. Infolgedessen ist es sehr flexibel und kann in mehreren Bereichen und Situationen benutzt werden (auch für Porträts)
  • Es ist günstig.

Du kannst dieses System jederzeit um ca. 400€ kaufen. Um 350€ musst du vllt ein bisschen warten und auf gute Angebote schnell reagieren.

Meine Eltern sind von gebrauchten Sachen nicht so begeistert, weil sie halt Angst haben, dass sie nicht mehr so gut funktionieren usw. 🤷🏻

Und deswegen kaufen sie lieber den billigsten Neuschrott, den sich ein Hersteller gerade noch so anzubieten traut? Ich gehe mal davon aus, dass sie dann auch statt einem Mercedes-Jahreswagen einen neuen Ssangyong kaufen würden, oder?

Für 300€ gibts beispielsweise eine gebrauchte Semi-Profi-Dslr wie die Canon 60D mit Kitobjektiv und ~5000 Auslösungen, also gerademal 5% der (Mindest-)Lebensdauer. Oder alternativ eine billigst-Plastikschrott-Vierstellige wie die 4000D.

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