Gute Gedichte von großen Dichtern?

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4 Antworten

Gute Gedichte von großen Dichtern (zum Nachdenken zwingend): 1) Shakespeare, Sonette 66 (die Folgerung aus seiner Klage in den Sonetten 64 / 65 ziehend, mit ähnlichem Inhalt wie der berühmte Hamlet-Monolog), allerdings in dieser Übersetzung: „All dessen müde ruf ich nach dem Tod, gewahr’ ich das Verdienst im Bettlerstand, und hohles Nichts geputzt in Purpurrot, und reinste Treu verleumdet und verkannt, und goldne Ehr’ am falschen Platz verschenkt, und jungfräuliche Tugend roh vermetzt, und höchst Vollkommnes gnadenlos gekränkt, und Kraft durch schlaffen Einfluss mattgesetzt, und Wissenschaft geknebelt von der Macht, und Kunst von Narrheit doktorhaft kuriert, und Einfalt als Einfältigkeit verlacht, und Sklave Gut von Herrscher Schlecht regiert – all dessen müde wünscht ich tot zu sein, blieb nicht, wenn ich dahin, mein Lieb’ allein.“ [Shakespeare beklagt hier ganz sicher indirekt auch sein eigenes Schicksal, denn zu seinen Lebzeiten hat keiner seine phänomenale Könnerschaft wahrgenommen und entsprechend gewürdigt!] 2) Goethe: „Das Göttliche“ („Edel sei der Mensch, hilfreich und gut....“); zwingt sehr zum Nachdenken, gerade in der heutigen Zeit. 3) Goethe: „Beherzigung“ („Ach, was soll der Mensch verlangen....“) 4) Goethe: „Mignon“ „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn....“ (ein romantisches Gedicht von Goethe) 5) Goethe: „Der König in Thule“ (ein Hoheslied der Liebe in genial-einfachen Versen) 6) Goethe (etwas länger): Harzreise im Winter („Dem Geier gleich..... schwebe mein Lied...“) und Trilogie der Leidenschaft „An Werther“: („Noch einmal wagst du, vielbeweinter Schatten, hervor dich an das Tageslicht....“) 7) Hölderlin: „Hyperions Schicksalslied“, „Abendphantasie“ und „Hälfte des Lebens“ 8) Eichendorff: „Die zwei Gesellen“ („Es zogen zwei rüstge Gesellen zum ersten Mal von Haus...“): Hohes Streben am Anfang und zweifacher Absturz (in Spießigkeit bzw. in den Abgrund!) 8) Rilke, Herbsttag: „Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß...“

Der Frühling ist die schönste Zeit

Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
Im goldnen Sonnenschein.

Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.

Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.

Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?

Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)

Also ich schreib dir gleich mal mein Lieblingsgedicht hier rein. Ist leider nicht von nem großem Dichter.

Aber ich kenne auch eines, von nem großem Dichter müsste es nur halt kurz rausscuhen. Stelle es hier noch rein falls ich es finde ;)

(Alb)Träume

In Träumen kann ich fliegen

Den stärksten Feind besiegen

Ich kann mit Mythen ringen

Und vom Dach der Welt springen

Doch erhalt ich keinen Kratzer

Und mache keinen Patzer

Dabei bleibt es nur ein Traum

Welchen ich eh habe kaum

Und wenn die bösen Träume kommen

Verbrennen mich wie tausend Sonnen

Versuche ich nochmal zu fliehen

Aber dann die Götter an mir ziehen

Der Traum wird zur Realität

Und ich merke erst zu spät

Dass ich meine Albträume lebe

Und dafür mein Leben gebe

Mein Beitrag dazu sind zwei Gedichte von Wilhelm Busch:

Die beiden Esel

Ein finstrer Esel sprach einmal zu seinem ehlichen Gemahl: "Ich bin so dumm, du bist so dumm, wir wollen sterben gehen, kumm!" Doch wie es kommt so öfter eben: Die beiden blieben fröhlich leben.

Der Schnupfen

Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse, auf dass er sich ein Opfer fasse - und stürzt alsbald mit großem Grimm auf einen Menschen namens Schrimm. Paul Schrimm erwidert prompt: "Pitschü!" und hat ihn drauf bis Montag früh.

Fröhliche Gedanken wünscht dir der sabberfilip

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