Gut gehauene Steine schließen sich ohne Mörtel aneinander - wie kam Cicero zu diesem Satz?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Dazu muss man sich römische Bauwerke anschauen. Große, wichtige Bauwerke, wie z.B. die Porta Nigra, ein Tempel oder eine Basilika (Markthalle) wurden mit exakt behauenen großen Steinen ohne Mörtel zusammengefügt und ineinander verzahnt. Weniger bedeutsame Mauern wurden aus unbehauenen Steinen und Steinsplittern mit einem Mörtelteig verbunden. Sie waren leichter zu zerstören. Solche 'minderwertigen' Mauern verlangten keine Steinmetzkunst, die genau aufeinadner abgestimmt behauenen Steine eines Tempels benötgen einen klaren Plan und hohe Kunst der Bearbeitung.

Wenn Du das nun als Sinnbild nimmst für die Herausbildung einer Persönlichkeit, entweder durch Erziehung oder in der eigenen Lebensgestaltung, dann repräsentiert die Mörtelmauer den schlampkgen Charakter, die gestaltete Mauer jedoch einen Charakter, der auf ein Ziel (Staatsdienst z.B., öffentliches Amt) hin geformt wurde. Kurz eine gebildete Persönlichkeit mit klaren Überzeugungen und sicherem Auftreten.

Wow, vielen Dank. Das Cicero-Zitat steht auf der Einladungskarte zur Ernennungsfeier meiner neuen Schulrektorin und ich soll die Feier anmoderieren. Deine Erörterung hat nun bei mir "einen Stein ins Rollen" gebracht - das Grobkozept meiner Rede steht damit schon. Beste Grüße Viola Reich-Dollmann

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@viorei

Hallo, viel Glück bei der Anmoderation. Ich würde der Dame einen Hammer mit Daumenschutz, einen Meißel mit Schleifstein und einen Zirkel mit Lupe überreichen. Den Daumenschutz, damit sie sich bei kräftigem Zuschlagen nicht auf den eigenen Daumen haut, den Schleifstein, dass der Meißel für den Feinschliff immer scharf genug ist und die Lupe, dass sie auch im Detaill das genaue Maß findet.

Gruß aus Berkersheim

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Vielleicht hat er grade vom Liegestuhl aus seine Gartenmauer begutachtet.

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