Gunpowder plot 1605 wichtige Frage zum Ereignis

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Das Wort „Kirsten“ (mir z. B. als weiblicher Vorname bekannt, aber nicht als eine Bezeichnung für eine Gruppe der englischen Bevölkerung) bereitet Schwierigkeiten. Vermutlich ist es ein Schreibfehler. Ist Kirchen, Christen oder Katholiken gemeint?

König James I. (Jakob I.) von England, zugleich als James VI. (Jakob VI) König von Schottland, wollte als Friedensfürst und Einiger der gespaltenen Christenheit auftreten.

Er war Protestant (von schottischen Calvinisten erzogen). In Schottland war er Oberhaupt der calvinistisch -presbyterianischen Staatskirche (Church of Scotland), in England wurde er Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche (Anglo-Roman Church).

James I. ließ sich nach der Pulververschwörung radikaler Katholiken, die das Parlament, den König, seine Amtsträger und den Price of Wales durch Sprengung zu töten du andere, außerhalb Londons befindliche Mitglieder der königlichen Familie gefangennehmen oder umbringen wollte, von protestantischer Seite nicht zu schärferen Maßnahmen gegen die Katholiken drängen.

Grundsätzlich blieb er bei seiner Politik, sich um einen Ausgleich mit gemäßigten Katholiken zu bemühen, die in Grenzen mit einer stillschweigenden Tolerierung rechnen konnten, solange sie ihr Bekenntnis nicht offen zur Schau trugen.

James I. wollte radikale, gegen seine Herrschaft zum Umsturz bereite Katholiken und Fanatiker isolieren. Ein den Untertanen auferlegter Treueid (Oath of Allegiance) gegenüber dem König als weltlichen Herrscher zielte darauf, Gemäßigte und Radikale zu trennen.

In Schriften vertrat James I. einen Standpunkt für ein Gottesgnadentum und gegen ein Recht des Papstes, Herrscher abzusetzen und ihre Untertanen von der Loyalität ihnen gegenüber zu entbinden.

Bücher können bei dem Referat helfen, z. B.:

Ronald G. Asch, Jakob I. In: Englische Könige und Königinnen der Neuzeit : von Heinrich VII. bis Elisabeth II. Herausgegeben von Peter Wende. 1., aktualisierte Auflage. München : Beck, 2008 (Beck'sche Reihe ; 1872), S. 100 – 103

Ronald G. Asch, Jakob I. (1566 – 1625) : König von England und Schottland ; Herrscher des Friedens im Zeitalter der Religionskriege. Stuttgart : Kohlhammer, 2005 (Urban-Taschenbücher ; Band 608), S. 147 – 151

S. 147 – 149: „Die Pulververschwörung vom November 1605 ließ in England naturgemäß den Antikatholizismus wieder stärker werden. Jakob I. reagierte freilich auch in dieser Situation mit Augenmaß. Der Oath of Allegiance, der allen Untertanen, aber vor allem den Katholiken 1606 auferlegt wurde, verpflichtetet sie, wie bereits betont, ausdrücklich das Recht des Papstes, weltliche Herrscher abzusetzen oder von der Gehorsamspflicht gegenüber diesen Herrschern zu entbinden, zu verwerfen. Sinn des Eides war es, die politisch loyalen von jenen Katholiken zu trennen, die bereit waren, sich an politischen Umsturzversuchen zu beteiligen. Implizit war damit gesagt, dass katholische Laien – für Priester galten diese Bestimmungen in dieser Form nicht – mit einem gewissen Maß an Nachsicht rechnen konnten, wenn sie deutlich zu erkennen gaben, dass sie politisch loyal waren. Katholiken wurden durch diesen Eid naturgemäß in einen Gewissenskonflikt gestürzt, denn seine Formulierungen kritisierten die Autorität des Papstes so stark, dass es nicht leicht war, sich einer solchen Verpflichtung zu beugen. Grundsätzlich war aber Jakob I. trotz der Bedrohung, die aus seiner Sicht die Aktivität der Jesuiten und anderer radikaler Katholiken darstellte, bereit, katholische Laien, die ihren Glauben im Verborgenen praktizierten, zu tolerieren. Er blieb insoweit dem Versprechen treu, dass er im März 1603 dem Earl of Northumberland gegeben hatte:

As or the catholics, I will neither persecute any that will be quiet and give but an outward obedience to the law, neither will I spare to advance any of them that will by good service worthily deserve it.

Manche Katholiken hatten sich sicherlich von der Thronbesteigung des ersten Stuart mehr versprochen, etwa die Erlaubnis, ihren Glauben auch offen zu praktizieren, und ein Ende der Strafgelder für die Nicht-Teilnahme am protestantischen Gottesdienst. […]

Zwar hatte die Ermordung Heinrichs IV. durch einen katholischen Fanatiker in Frankreich 1610 auch in England noch einmal zu einer schärferen antikatholischen Gesetzgebung geführt, die unter anderem vorsah, dass auch Frauen, die sich zum Katholizismus bekannten, ins Gefängnis geworfen werden konnten. Damit wollte man dem Problem begegnen, dass in katholischen Familien die Männer sich äußerlich anpassten, während die Frauen unnachgiebig am ererbten Glauben festhielten. Auch erließ Jakob I. eine Proklamation, die von katholischen „Selbstmordattentätern“ ausging, denn die Katholiken „make Martyrs and Saimts of such as kill their owne Kimngs, the anoyed of God“. Geistliche und Jesuiten wurden des Landes verwiesen, jedoch nicht unmittelbar mit der Hinrichtung bedroht, wenn sie diesem Befehl tatsächlich nachkamen, und katholische Laien sollten entwaffnet werden. Indes, während der ganzen Regierungszeit Jakobs I. wurden nur 25 Katholiken wegen ihres Glaubens, der ihnen, insbesondere wenn sie Priester waren, als Hochverrat ausgelegt wurde, hingerichtet. Unter Elisabeth waren es 189 gewesen. Jakob I. wollte nicht den Katholizismus mit Feuer und Schwert im Gegensatz zu den Waffen des Wortes und des Arguments, sondern jene Form des politischen Katholizismus, den er gewissermaßen als eine Art des politisch-religiösen Terrorismus sah. […].

Jakob I. seinerseits setzet allerdings stets auf eine Doppelstrategie: Katholiken, die seine Herrschaft nicht anerkannten, wurden bekämpft, der gemäßigte Katholizismus sollte längerfristig, als Partner gewonnen oder zumindest neutralisiert werden. Zu Anfang seiner Regierung war kurzfristig sogar die Idee eines gesamtchristlichen Konzils aufgetaucht, das die Konfessionsspaltung überwinden sollte. Dieser Plan hatte sich als Luftschloss erwiesen, aber Jakob I. gab die Pläne für eine Verständigung mit Teilen des Katholizismus nicht ganz auf."

S. 150: „Jakob ermutigte Kontakte seiner Bischöfe und Geistlichen mit europäischen Theologen, die auf eine Begründung einer gesamtchristlichen Ökumene hinarbeiteten.“

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