Grundstücksvermessung für Liegenschaftskataster auf Kosten des Eigentümers?

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4 Antworten

Jetzt wurden wir von einem Vermessungbüro angeschrieben, die zwecks
Aktualisierung des Liegenschaftskataster unser Grundstück nachmessen
wollen und zwar auf unsere Kosten - ohne das wir das beauftragt hätten,
angeblich wäre das im öffentlichen Interesse?

Ganz normale Routine.

Ist das tatsächlich rechtlich OK, dass uns die Kosten für einen Vermessung, die wir nicht brauchen und wollen angelastet werden?

Ja. Dier Vermessungsingenieure dürfen das zu vermessende Grundstück übrigens auch ohne Zustimmung des Eigentümers betreten, sofern dies zur Erfüllung der hoheitlichen Aufgaben (und dazu zählt die Aktualisierung ds Katasters) notwendig ist. Die Zahlpflicht trägt stets der Eigentümer.

http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=VermG+BW&psml=bsbawueprod.psml&max=true&aiz=true

.... ein Grundbuch wird doch nicht nach Bauplan geordnet, oder übersehe ich etwas?

Ein Bauplan betrifft doch nur das Gebäude, und dies wird nach Fertigstellung jetzt für das Kataster eingemessen, und der Eigentümer bezahlt. Ist doch Alltag.

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Ist dein Gebäude bereits in der Katasterkarte? Da es wieder um Länderrecht geht: es gibt Bereiche in denen du mit Einreichung und Genehmigung des Bauantrages bereits dafür unterschreibst, dass nach Fertigstellung die Gebäudeeinmessung beantragt wird. 

Ich nehme an, dein Grundstück ist im Zuge eines städtischen Umlegungsverfahrens oder B-Plan entstanden, evtl bist du auch mit der Zuteilung hier schon eine Verpflichtung in der Art eingegangen. Und ja die Einmessung eines Gebäudes erfolgt im Rahmen des öffentlichen Interesses. 

hanknasemann 06.07.2017, 10:32

Das Grundstück ist durch Teilung einer früher größeren zusammenhängenden Parzelle entstanden. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, haben nicht wir sondern unser Bauträger den Bauantrag gestellt. Mal sehen, ob das vielleicht noch in unserem Bauträgervertrag geregelt ist, dass der für die Einmessung aufkommen muss.

Das mit dem öffentlichen Interesse kann ich zwar nicht nachvollziehen (das Ganze nützt NIEMAND ausser dem Vermesser), muss es aber wohl akzeptieren.

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kabbes69 06.07.2017, 17:39
@hanknasemann

 (das Ganze nützt NIEMAND ausser dem Vermesser), muss es aber wohl akzeptieren.

Alles eine Frage des Standpunktes:). Stell dir mal vor du kaufst in Mannheim eine Baulücke, Straßenfront Breite 15 m. Nun haben alle deine Meinung und in der Katasterkarte ist kein Gebäude, keine Hausnummer, Google maps war noch nicht erfunden, nur eine Karte mit der Straße und abgehenden Grenzen. Bist du überzeugt du würdest deine Baulücke zur Besichtigung ohne den Vermesser finden? Oder noch besser, wäre dir überhaupt bewusst, dass es die Baulücke noch gibt? 

Wenn ich dann auf der anderen Seite von "Nachbarschaftskriegen" und reiner Abzockerei wegen 10 cm Überbau lese, stelle ich mir eher die Frage, ob der Gesetzgeber hier nicht noch schärfere Regeln aufstellen sollte ;-)

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Frag bei der Stadt nach, was das soll.

FordPrefect 05.07.2017, 16:17

Sinnlos. Die Einmessungspflicht gibt es bundesweit in allen Bundesländern, mit zum großen Teil wortgleichen Landesgesetzen.

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kabbes69 05.07.2017, 16:24
@FordPrefect

Bin verwirrt :-). Ich darf mir aussuchen, ob ich hierfür das Katasteramt oder einen ÖbVI beauftrage. Pflicht ja innerhalb einer gewissen Frist, wer > meine Entscheidung!

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Horus737 06.07.2017, 15:48
@kabbes69

Das ist in jedem Bundesland anders. In Bayern gibt es dafür nur das  Vermessungsamt. Erst wenn das neue Grundstück oder das neue Gebäude amtlich im Liegenschaftskataster eingemessen ist, wird das Grundbuch richtiggestellt.

Wenn man die Gesamtkosten des Grundstückskaufs und die Baukosten der Neubauten mit den Vermessungsgebühren der Vermessung vergleicht, die ja eigentlich erst das Eigentum sichern, ist es lächerlich sich über die Vermessungsgebühren zu beschweren.  

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